Advertisement

Zum Begriff der Iatromagie

  • Karl Ed. Rothschuh
Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume 225)

Zusammenfassung

Die Bezeichnung Magie und magisch wird in der Umgangssprache meist ziemlich wahllos für unerklärbare Wirkungsweisen verwendet. Magie gerät dabei oft in die Nachbarschaft von Aberglauben 2; dieses Wort ist aber in der Regel vorbehalten dem Glauben an Zusammenhänge, die für die Überzeugungen eines Zeitalters unglaubwürdig sind3. Man spricht auch von Zauberei, wenn zur Erzielung von Wirkungen, die gegen alle Erfahrung sind (z. B. einen Gegenstand verschwinden lassen), geheimnisvolle Praktiken vorgeführt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 2.
    Das Wort „Aberglaube“ ist durch Vorurteile und Wertstandpunkte so vorbelastet, daiß es nicht allgemeingültig definiert werden kann (vgl. Bächtold-Stäubli, Bd. 1, Biedermann 1973/13). Man kann es nur deskriptiv für die jeweiligen Zwecke umgrenzen.Google Scholar
  2. 4.
    Biedermann: „Handlexikon .. .“ 1973, S. 311. Natürlich gibt es auch vielerlei andere Arten des Wortgebraudis, z. B. für unverständliche Erscheinungen oder Wirkungsweisen, etwa des Rutenausschlags bei der Wassersuche, der Wirkung von Placebo-Tabletten ohne Arzneimittel, für die persönliche Ausstrahlung gewisser Menschen, für unerklärliche Glaubenserlebnisse usw.Google Scholar
  3. 5.
    Plinius: Historia Naturalis, Liber XXX. C. 1: „natam primam e medicina nemo dubitat magiam“.Google Scholar
  4. 6.
    „Erklärung“ sei hier verstanden als Deduktion aus einem theoretischen Ansatz.Google Scholar
  5. 7.
    Die Volkskundler des 19. und 20. Jahrhunderts haben dazu viel Material zusammengetragen. Die Iatromagie wird von O. Hovorka (1915) als Zaubermedizin bezeichnet. Viele nennen sie einfach Aberglauben in der Medizin, z. B. A. Wuttke (1900), H. Magnus (1903), C. Seyfarth (1913), andere Okkultismus.Google Scholar
  6. 8.
    Die „Magia Naturalis“ ist nach J. J. Wecker die „activa portio scientiae naturalis“ (1582). Zur Naturmystik der Renaissance vgl. D. Goltz: Sudhoffs Arch. 60 (1976) 45–65.PubMedGoogle Scholar
  7. 9.
    Etwa bei Caspar Schott: Magia Universalis Naturae et Artis 1674/77.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1978

Authors and Affiliations

  • Karl Ed. Rothschuh

There are no affiliations available

Personalised recommendations