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Der Zellverband: Histozoa = Metazoa (Gewebetiere oder Vielzeller), Strukturen und Funktionen

  • Hans-Ulrich Koecke
Part of the vieweg studium; Grundkurs Biologie book series (VSGB, volume 1)

Zusammenfassung

Die Existenz und die Entstehung mehrzelliger Organismen ist nicht so sehr ein Problem der Zahl der Zellen, sondern ein Problem des speziellen Zusammenschlusses dieser Zellen auf Dauer, d. h. der Kontakte und der Koordination der Zellen untereinander. Bei den Protozoen gibt es keinen dauernden Zusammenschluß von Zellen zu einer Arbeitsgemeinschaft. Ein zweiter wichtiger Unterschied gegenüber den Verhältnissen bei Protozoen ist, daß die vielzelligen Organismen alle auf einen sexuellen Fortpflanzungszyklus mit Keimzellen angewiesen sind. Die aus der Vereinigung der Keimzellen hervorgehenden Organismen bleiben diploid, und die Reifeteilungen finden erst bei der Gametenbildung statt. Alle vielzelligen tierischen Organismen sind also mit einem doppelten Satz von Chromosomen und damit einem doppelten Satz von Genen ausgestattet, während die meisten Protozoen während ihrer Wachstums-und Teilungsphase nur einen einfachen Chromosomensatz (haploid) besitzen. Der diploide Bestand an Genorten bedeutet einen ungeheuren Vorteil, denn bei einer Zerstörung eines Genortes oder bei einer Veränderung eines Genortes (Mutation) bleibt der andere Genort noch intakt. Durch die Notwendigkeit der Keimzellenbildung und der damit verbundenen Reifeteilungen können Veränderungen am Genmaterial, die sich in den Auswirkungen gegenüber den Bedingungen der Umwelt als nachteilig erweisen, ausgeschieden werden. Nur ein Teil der Nachkommen erhält den defekten Bestand an Genmaterial. Durch die Aufteilung der Aufgaben (Arbeitsteilung), die sich in einem vielzelligen Organismus zwischen den Zellen ausbildet und sich zumeist nach ihrer Lage im Bauplan des Organismus richtet, wird der größte Teil der Zellen von der Fortpflanzung ausgeschlossen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1982

Authors and Affiliations

  • Hans-Ulrich Koecke
    • 1
  1. 1.MarburgDeutschland

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