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Methodologische Grundlagen der Kostentheorie

  • Edmund Heinen

Zusammenfassung

Die begriffliche Analyse des Kostenphänomens ist Ausgangspunkt und Grundlage für die Gewinnung kostentheoretischer und kostenrechnerischer Aussagen. In der Theorie, die im folgenden zur Diskussion steht, werden die Kosten als selbständige Erscheinung betrachtet. Ihr Wesen wird unabhängig von Ausgaben und Aufwendungen erklärt. Den Aussagen der Kostentheorie liegt ein gegebener Kostenbegriff zugrunde1).

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Literatur

  1. 1).
    Demgegenüber vertritt Laßmann die Ansicht, daß auch die Bestimmung des Wesens der Kosten Gegenstand der Kostentheorie ist (Laßmann, G., Die Produktionsfunktion und ihre Bedeutung für die betriebswirtschaftliche Kostentheorie, Köln und Opladen 1958, S. 5 ).Google Scholar
  2. 2).
    Schreiber, R., Erkenntniswert betriebswirtschaftlicher Theorien, a. a. O., S. 85. Vgl. ferner zum Wesen einer Theorie: Albert, H., (Hrsg.), Theorie und Realität, Tübingen 1964; Koch, H., ‘Ober einige Grundfragen der Betriebswirtschaftslehre, a. a. O., S. 581;Google Scholar
  3. Preiser, E., Nationalökonomie heute, München 1959, S. 27.Google Scholar
  4. 4).
    Gutenberg, E., Zur Frage des Normativen in den Sozialwissenschaften, in: Sozialwissenschaft und Gesellschaftsgestaltung, Festschrift für G. Weisser, Berlin 1963, S. 127.Google Scholar
  5. 5).
    Wittmann, W., Entwicklungsweg und Gegenwartsauftrag der Betriebswirtschaftslehre, ZfhF 1963, S. 1–9.Google Scholar
  6. 6).
    Haas, F., Die Betriebswirtschaftslehre, reine oder angewandte Wissenschaft?, Mannheim 1950, S. 43.Google Scholar
  7. 7).
    Gutenberg, E., Zur Frage des Normativen in den Sozialwissenschaften, a. a. O., S. 122;Google Scholar
  8. Schweitzer, M., Zur Verbindung von Produktions- und Organisationstheorie, in: ZfO 1969, S. 24 ff.Google Scholar
  9. 8).
    Angermann, A., Entscheidungsmodelle, a. a. O., S. 13 ff.; Paulsson Frenckner, T., Betriebswirtschaftslehre und Verfahrensforschung, ZfhF 1957, S. 65;Google Scholar
  10. Kosiol, E., Modellanalyse als Grundlage unternehmerischer Entscheidun-’ gen, ZfhF 1961, S. 318 ff.Google Scholar
  11. 11).
    Die Begriffe „angewandt”, „praktisch-normativ” und „präskriptiv” werden in der Literatur gleichbedeutend verwendet. Vgl. z. B. Moxter, A., Methodologische Grundfragen der Betriebswirtschaftslehre, a. a. O., S. 35 ff.; Gäfgen, G., a. a. O., S. 52;Google Scholar
  12. Keinhorst, H., Die normative Betrachtungsweise in der Betriebswirtschaftslehre, Berlin 1956, S. 18.Google Scholar
  13. 13).
    Lehmann, M. R., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden 1956, S. 273. “) Laßmann, G., Die Produktionsfunktion, a. a. O., S. 5 ( Hervorhebung v. Verf. ).Google Scholar
  14. 15).
    In diesem Sinne unterscheidet z. B. Mellerowicz zwischen einer „funktionsbezogenen” und einer „nichtfunktionsbezogenen” Analyse betriebswirtschaftlicher Tatbestände. Da das Kostenproblem sämtliche unternehmerischen Funktionen gleichermaßen berührt, d. h. die gesamte Betriebswirtschaft betrifft, ordnet Mellerowicz die Kostentheorie und die darauf aufbauende Kostenpolitik der „nichtfunktionsbezogenen” Analyse zu (vgl. Mellerowicz, K., Unternehmenspolitik, Band I, Freiburg 1963, S. 91 ).Google Scholar
  15. 17).
    Diese Auffassung wird neuerdings auch von Mizoguchi, K., Kostentheorie, Tokio 1962, vertreten.Google Scholar
  16. 18).
    Gutenberg, E., Betriebswirtschaftslehre als Wissenschaft, Kölner Universitätsreden, Krefeld 1957, S. 16.Google Scholar
  17. 20).
    Besonders deutlich ist diese Erfahrung bei den Versuchen zutage getreten, einen bestimmten Kausalzusammenhang empirisch zu analysieren: den Zusammenhang zwischen Kosten und Beschäftigungsgrad. Alle Bemühungen, den betrachteten Zusammenhang durch Korrektur und Rechnungen von der störenden Überlagerung durch sonstige Einflüsse zu befreien, haben nur zu Näherungslösungen geführt. Vgl. z. B. Kilger, W., Produktions- und Kostentheorie, a. a. O., S. 116;Google Scholar
  18. Dean, J., Managerial Economics, 7. Aufl., Englewood Cliffs/N. J. 1957, S. 333 ff.;Google Scholar
  19. Dean, J., Methods and Potentialities of Break-Even Analysis, in: Studies in Costing, hrsg. von D. Solomon, London 1952, S. 231 ff.Google Scholar
  20. 27).
    Vgl. hierzu z. B. v. Stackelberg, H., Grundlagen einer reinen Kostentheorie, ZfN 1932, Band III, S. 333 ff. und S. 552 ff.;Google Scholar
  21. Gümbel, R., Die Bedeutung der Leerkosten für die Kostentheorie, ZfB 1964, S. 65. v. Stackelberg fordert vor allem die Berücksichtigung des Absatzbereiches bei kostentheoretischen Untersuchungen. „Tatsächlich wird oft von den Kosten eines Gutes gesprochen, wo es sich nur um die Produktionskosten im engeren Sinne… handelt. Wir müssen vom ökonomischen Standpunkt aus die Absatzkosten als einen Teil der Produktionskosten betrachten” (a. a. O.. S. 351 ). Diese Forderung v. Stackelbergs gilt analog auch für die Beschaffungskosten.Google Scholar
  22. 28).
    Schäfer, E., Die Unternehmung, a. a. O., S. 217;Google Scholar
  23. Henzel, F., Kosten und Leistung, 3. Aufl. der Kostenanalyse, Stuttgart 1957, S. 40.Google Scholar
  24. 29).
    Kilger, W., Der theoretische Aufbau der Kostenkontrolle, ZfB 1959, S. 458.Google Scholar
  25. 33).
    Laßmann, G., Kritische Analyse der ertragsgesetzlichen Kostenaussage, ZfbF 1964, S. 94–106.Google Scholar
  26. 39).
    Henzel, F., Der Unternehmer als Disponent seiner Kosten, ZfB 1936, S. 139;Google Scholar
  27. Lohmann, M., Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, a. a. O. 1936 45 ff.Google Scholar
  28. 41).
    Vgl. Kade, D., Die Grundannahmen der Preistheorie. Eine Kritik an den Ausgangssätzen der mikroökonomischen Modellbildung, Berlin und Frankfurt 1962, S. 26 f.Google Scholar
  29. 42).
    Simon, H. A., Models of Man, New York—London 1957, S. 241;Google Scholar
  30. Simon, H. A., Theories of Decision-Making in Economics and Behavioral Science, in: The American Economic Review, Vol. 49, 1959, S. 253;Google Scholar
  31. March, J. G. und Simon, H. A., Organizations, New York 1959, S. 138;Google Scholar
  32. Gutenberg, E., Unternehmensführung, Wiesbaden 1962, S. 96.Google Scholar
  33. 44).
    Zum Begriff und Wesen unvollkommener Information vgl. z. B. Wittmann, W., Unternehmung und unvollkommene Information, Köln und Opladen 1959.Google Scholar
  34. 45).
    Eine systematische Darstellung der in der Kostentheorie wirkenden Unvollkommenheitsfaktoren wird neuerdings von Gümbel, H., Die Bedeutung der Leerkosten für die Kostentheorie, a. a. O., S. 65 ff., versucht.Google Scholar
  35. Hilgert, S., Die Problematik der Lehre von den notwendigen und nicht-notwendigen Kosten, Diss. Köln 1959, S. 36.Google Scholar
  36. 46).
    Vgl. zu dieser Forderung z. B. Gutenberg, E., Zum „Methodenstreit`, ZfhF 1953, S. 339.Google Scholar
  37. 47).
    Vgl. zu dieser Forderung z. B. Kilger, W., Produktions- und Kostentheorie, a. a. O., S. 10;Google Scholar
  38. Laßmann, G., Die Produktionsfunktion und ihre Bedeutung für die betriebswirtschaftliche Kostentheorie, a. a. O., S. 6 ff.;Google Scholar
  39. Jacob, H., Produktionsplanung und Kostentheorie, a. a. O., S. 207.Google Scholar
  40. 50).
    Mayer, H., Der Erkenntniswert der funktionellen Preistheorien, kritische und positive Untersuchungen zum Preisproblem, in: Die Wirtschaftstheorie der Gegenwart, Bd. II, Wien 1932, S. 147 ff., hier S. 148.Google Scholar
  41. 54).
    Allen, R. G. D., Mathematik für Volks- und Betriebswirte, Berlin 1956;Google Scholar
  42. Ludwig, W., Elemente der Kostenmathematik, Weissenburg 1955;Google Scholar
  43. Schmidt, K.-U., Graphisch-mathematische Methoden der Wirtschaftswissenschaften, Meisen-heim am Glan 1964.Google Scholar
  44. 55).
    Vgl. hierzu z. B. Heinen, E., Kosten und Beschäftigungsgrad, in: HdB, 2. Band, 3. Aufl., Stuttgart 1958, Sp. 3384 ff. sowie die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  45. 60).
    Vgl. Schneider, E., Der Realismus der Marginalanalyse in der Preistheorie, in: Weltwirtschaftliches Archiv 1954, Band 73, S. 38 ff.Google Scholar
  46. 65).
    Dies wird von Machlup deutlich hervorgehoben, der die Marginalanalyse kennzeichnet als „logischen Prozeß, um ein Maximum zu bestimmen” (Machlup, F., Marginal Analysis and Empirical Research, in: The American Economic Review, Bd. 36 (1946), S. 519 ff., hier S. 519).Google Scholar
  47. 68).
    Vgl. Allen, R. G. D., Mathematik für Volks- und Betriebswirte, a. a. O. 1960, S. 260;Google Scholar
  48. Pack, L., Die Bedeutung der Kostenelastizität für die theoretische Analyse, ZfB 1960, S. 600–683.Google Scholar
  49. 69).
    Der allgemeine Elastizitätsbegriff kann nicht nur auf die Gesamtkosten, sondern auch auf die fixen Kosten, die Einheitskosten und die fixen Kosten pro Einheit übertragen werden. Die folgende Darstellung beschränkt sich auf die Elastizität der Gesamtkosten. Vgl. zur Bestimmung der übrigen Kostenelastizitäten Pack, L., a. a. O., S. 604 ff.Google Scholar
  50. 70).
    Vgl. Schmalenbach, E., Kostenrechnung und Preispolitik, a. a. O., S. 41 ff. (ebenso Selbstkostenrechnung und Preispolitik, 6. Aufl., Leipzig 1934, S. 29 ff.).Google Scholar
  51. 72).
    Das im Rahmen der Modellanalyse angewandte Abstraktionsverfahren darf nicht mit dem Abstraktionsgrad verwechselt werden. Der Abstraktions g r ad bringt die Wirklichkeitsnähe einer bereits aufgestellten Theorie zum Ausdruck. Das Abstraktions v e r f a h r en dagegen beinhaltet die Art und Weise des Vorgehens bei der Gewinnung theoretischer Aussagen. Abstraktionsgrad und -verfahren stehen jedoch insofern in enger Beziehung miteinander, als unterschiedliche Abstraktionsverfahren zu Theorien mit verschieden hohem Abstraktionsgrad führen können (vgl. hierzu z. B. Eucken, W., Die Grundlagen der Nationalökonomie, 7. Aufl., Berlin-Göttingen-Heidelberg 1950, S. 70 ).Google Scholar
  52. 75).
    Comittee on Price Determination for the Conference on Price Research, Cost Behavior and Price Policy, New York 1943, S. 53.Google Scholar
  53. 79).
    Vgl. z. B. Schneider, E., Einführung in die Wirtschaftstheorie, II. Teil, Wirtschaftspläne und wirtschaftliches Gleichgewicht in der Verkehrswirtschaft, 5. Aufl., Tübingen 1958, S. 262;Google Scholar
  54. Ott, A. E., Einführung in die dynamische Wirtschaftstheorie, Göttingen 1963, S. 11.Google Scholar
  55. 81).
    Vgl. Schneider, E., a. a. O., S. 264;Google Scholar
  56. Förstner. K. und Henn, R., Dynamische Produktions-Theorie und Lineare Programmierung, Meisenheim am Glan 1957, S. 13.Google Scholar
  57. 83).
    Vgl. Herrn, R., ßber dynamische Wirtschaftsmodelle, Stuttgart 1957, S. 32; Förstner, K. und Henn, R., a. a. O., S. 13.Google Scholar
  58. 84).
    Beispielsweise hat Morgenstern bereits 1931 gefordert, daß „die zeitliche Gestaltung und Verteilung der Kosten in die Theorie einzuordnen” wäre. Unter Berücksichtigung der „Dynamik der Kosten” könne der bisher historisch behandelte Problemkreis „in neuem Licht erscheinen” (Morgenstern, O., Offene Probleme der Kosten- und Ertragstheorie, ZfN 1931, S. 481 ff., insbes. S. 522 ).Google Scholar
  59. 86).
    Vgl. Pack, L., Die Bestimmung der optimalen Leistungsintensität, ZfgSt 1963, S. 1 ff. Insbesondere macht Pack deutlich, daß der Faktorverbrauch eines bestimmten, mit hoher Leistungsintensität ablaufenden und ständig wiederholten Fertigungsprozesses bei steigender Wiederholungszahl zunimmt.Google Scholar
  60. 87).
    Kinetische Modelle werden für die Analyse kostentheoretischer Problemstellungen beispielsweise verwendet von Gälweiler, A., Produktionskosten und Produktionsgeschwindigkeit, Wiesbaden 1960, S. 48;Google Scholar
  61. Pack, L., Die Bestimmung der optimalen Leistungsintensität, a. a. O. 1960, S. 1.Google Scholar
  62. 88).
    Auch in der älteren betriebswirtschaftlichen Theorie wurde die kinetische Betrachtungsweise — allerdings meist in rein verbaler Form — bereits verwendet. Dies geschah jedoch fast ausschließlich mit der Absicht, den Zeitablauf für die Zwecke der statischen Modellanalyse zu normieren. Das gilt beispielsweise für die statischen Modelle zur Bestimmung der optimalen Losgröße, bei welchen auf einer Vorstufe die Lagerabgänge mit Hilfe kinetischer Modellüberlegungen normiert werden.Google Scholar
  63. B. Andler, K., Rationalisierung der Fabrikation und optimale Losgröße, München 1929;Google Scholar
  64. Weigmann, W., Bestimmung der optimalen Losgröße, Technik und Wirtschaft 1936;Google Scholar
  65. Meyer, G., Die Auftragsgröße in Produktions- und Absatzwirtschaft, Leipzig 1941;Google Scholar
  66. Margoninsky, B., Wirtschaftliche Lagerhaltung, München und Berlin 1933;Google Scholar
  67. Kosiol, E., Die Ermittlung der optimalen Bestellmenge, ZfB 1958, S. 287.Google Scholar
  68. 89).
    Vgl. z. B. Kromphardt, W., Henn, R., Förstner, K., Lineare Entscheidungsmodelle, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1962, S. 6–291.Google Scholar
  69. 90).
    Vgl. dazu Angermann, A., Industrielle Planungsrechnung, Erster Band: Entscheidungsmodelle, Frankfurt 1963, S. 21 f. Zu den statistischen Verfahren vgl. insbesondere Kellerer, H., Theorie und Technik des Stichprobenverfahrens (Einzelschriften der Deutschen Statistischen Gesellschaft Nr. 5), München 1953.Google Scholar
  70. 91).
    Vgl. Krelle, W., Unsicherheit und Risiko in der Preisbildung, ZfgSt 1957, S. 632–636;Google Scholar
  71. Albach, H., Wirtschaftlichkeitsrechnung bei unsicheren Erwartungen, Köln und Opladen 1959, S. 3 f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1964

Authors and Affiliations

  • Edmund Heinen
    • 1
  1. 1.Universität MünchenDeutschland

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