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Zusammenfassung

Mit Hilfe eines neuartigen Verfahrens zur fortlaufenden Registrierung der Mikrofonpotentiale des CORTIschen Organs in Effektivwerten wurde die Frage nach dem Einfluß akustischer Belastungen auf die bioelektrische Empfindlichkeit der Rezeptoren tierexperimentell untersucht. Dabei ergab sich folgendes:
  1. 1.

    Schwache Tonimpulse, die den linearen Aussteuerungsbereich des Ohres nicht überschreiten, haben keinen Einfluß auf die bioelekrische Empfindlichkeit der Rezeptoren.

     
  2. 2.

    Mittelstarke Tonimpulse, die das Ohr über die lineare Aussteuerungsgrenze hinaus belasten, ohne das Aussteuerungsmaximum zu erreichen, führen zu einer flüchtigen Empfindlichkeitsabnahme der Rezeptoren, die sich aber lediglich als Nacheffekt bemerkbar macht (Rezeptor-Adaptation erster Ordnung).

     
  3. 3.

    Starke Tonimpulse, die das Aussteuerungsmaximum des Ohres überschreiten, führen im oberen Tonfrequenzbereich regelmäßig zu einer bioelektrischen Erschöpfung oder „Ermüdung“ der Rezeptoren. Im mittleren Tonfrequenzbereich rufen entsprechend starke Tonimpulse nur beim ausgeruhten Ohr oder bei extrem hohen Schallstärken eine Ermüdung hervor. Beim akustisch vorbelasteten Ohr tritt an die Stelle des Ermüdungseffektes ein ausgeprägter Adaptationseffekt (Rezeptor-Adaptation zweiter Ordnung).

     

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1958

Authors and Affiliations

  • Eberhard Lerche
  • Jost Schulze

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