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Zusammenfassung

Eine betriebsmäßige Schnellanalyse technischer Gläser erfordert zunächst die Bestimmung der Hauptbestandteile insbesondere der Alkalien und der Kieselsäure, außerdem die Bestimmung von FeO, CaO, Al2O3, bei Sondergläsern auch von B2O3, BaO und ZnO. Bei Farbgläsern würde die Bestimmung weiterer Elemente notwendig sein, eine Aufgabe, die aber wahrscheinlich mit der zuerst genannten allgemeineren von selbst mit gelöst werden wird. Die Zeitdauer, die vom Eingang der Probe im Laboratorium bis zur Abgabe des Analysenergebnisses verstreichen darf, sollte höchstens 60 Minuten betragen, erwünscht ist eine kürzere Zeit. Daher muß unter allen Umständen versucht werden, einen chemischen Aufschluß des Glases zu vermeiden. Damit scheidet die Flammenanalyse einer Lösung des Glases von vornherein aus, so nützlich sie bei den vorbereitenden Studien und der Ausarbeitung des Analysenverfahrens sein wird; sie ist Hilfsmittel, aber nicht Ziel. Die einzige praktische Möglichkeit, das Glas unmittelbar zu analysieren, ist die Verdampfung in einem elektrischen Lichtbogen oder Funken. Eine kritische Betrachtung bisheriger Erfahrungen zeigt, daß der naheliegende Weg, Glaspulver aus der Anode oder Kathode eines Kohlelichtbogens zu verdampfen, nicht gangbar sein wird. Infolge der verschiedenen Menge Alkalien, die die einzelnen Gläser enthalten können, wird es schwierig sein, bei einem Betriebsverfahren eine bestimmte Anregungstemperatur im Plasma eines Kohlelichtbogens aufrecht zu erhalten, denn die Plasmatemperatur wird durch die Ionisierungsfähigkeit des Trägergases bestimmt, die in stärkstem Maße von dem Gehalt an leicht ionisierbaren Alkalien abhängt. Möglicherweise bietet eine überstarke „Pufferung“ des Lichtbogens mit einem Überschuß der am leichtesten zu ionisierenden schweren Alkalien einen Weg, die Temperatur konstant zu halten unabhängig von dem Alkaligehalt der Glasprobe. Dazu wäre eine eingehende systematische Untersuchung mit Proben der verschiedensten Zusammensetzung notwendig.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1957

Authors and Affiliations

  • Heinrich Kaiser
    • 1
  1. 1.Institut für Spektrochemie und angewandte SpektroskopieDortmund-AplerbeckDeutschland

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