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Die Beurteilungskategorien für Entwicklungsländer

  • Manfred Siebker
Chapter
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 870)

Zusammenfassung

Bei der Betrachtung der Abbildungen 1 bis 3 beweist die Abweichung einzelner Punkte von dem Mitteltrend, daß eine allgemeine Behandlung, z.B. der sogenannten Entwicklungsländer, für den Fall eines speziellen Landes große Fehler ergeben kann. Für jedes Staatsgebiet gilt ein Bündel von Bestimmungsdaten, das in seiner Gesamtheit etwas darstellt, das eben nur für dieses Land charakteristisch ist. Hierzu ein Schulbeispiel aus dem europäischen Raum: der Vergleich Schweiz — Norwegen. Die Schweiz hebt sich aus der Zahl der Staaten mit überwiegendem Gebirgscharakter dadurch heraus, daß sie inmitten des dichtest besiedelten und wirtschaftlich intensiviertesten Kontinents liegt und dadurch, geographisch bedingt, zu einem auf Spezialgebieten hochindustrialisierten Gemeinwesen wurde, um überhaupt unabhängig bestehen zu können. Dabei ist die Schnittpunktlage wichtiger Interessen-Richtungen vorteilhaft gewesen. Norwegen dagegen befindet sich in ungünstiger Randlage und ist ferner klimatisch schlechter daran. Dafür besitzt es eine günstige Ausgangsposition für Schiffahrt und Fischerei. Es ist also nicht verwunderlich, wenn die volkswirtschaftliche Entwicklung bei in beiden Fällen günstigen Möglichkeiten der Elektrizitätserzeugung (Wasserkraft) sehr unterschiedlich war und ist. Norwegen ist zwar auf der Welt das Land mit der größten Elektrizitätserzeugung je Einwohner (1956 ca. 7.300 kWh/Jahr), hatte aber im gleichen Zeitraum nur ein Nationaleinkommen von ca. 3 670,-- DM pro Jahr und Kopf der Bevölkerung, die Schweiz dagegen bei rund 3 000 kWh je Einwohner und Jahr einen Vergleichswert von 4 700,-- DM. Man versteht, daß beide Länder bei der Beurteilung gemäß Abbildung 1 von der Mittelkurve in entgegengesetzter Richtung stark abweichen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1960

Authors and Affiliations

  • Manfred Siebker
    • 1
  1. 1.Forschungsinstitut für Internationale Technische ZusammenarbeitRheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen(F. I. Z.)Deutschland

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