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Bakteriengifte und natürliche Unempfindlichkeit gegen Gifte

  • Werner Rosenthal
Part of the Die Wissenschaft book series (W, volume 53)

Zusammenfassung

Da wir nun die Unempfindlichkeit gegenüber Bakteriengiften zu untersuchen haben, so müssen wir uns zunächst mit der Resistenz gegen Gifte überhaupt und mit der Art der hier in Frage kommenden Gifte beschäftigen. Die Erkenntnis, daß Bakterien Gifte zu bilden vermögen, ist ebenso alt, als man überhaupt die weite Verbreitung und die Bedeutung der Bakterien kennt. Denn noch ehe man sie kannte, sprachen die Ärzte bei den Wundkrankheiten, bei dem Eiterfieber schon von einer Vergiftung des Organismus, die sie in etwas unbestimmter und vager Weise mit dem Vorgang der Fäulnis verglichen. Und in dieser Vorstellung der engen Beziehung zwischen Fäulnis und Sepsis wurden sie bestärkt, als durch Pasteur und durch Lister erkannt war, daß es im einen wie im anderen Falle lebende Keime sind, die diese Vorgänge herbeiführen. Man suchte deshalb die krankheitverursachenden Gifte zunächst in faulenden Substanzen auf, und es gelang auch, aus faulenden Eiweißkörpern heftige Gifte herzustellen, die Ptomaïne, kristallisierbare, chemisch wohl definierte, zu den Alkaloiden gehörende Substanzen. Die weiteren Beobachtungen und Untersuchungen aber haben uns gelehrt, daß diese Ptomaine keine spezifischen Bakterienprodukte sind, sondern Bausteine, Abbauprodukte des Eiweiß, die freilich dann entstehen, wenn ein Bakteriengemisch die Fäulnis herbeiführt. Bei den eigentlichen septischen Infektionen kommen sie jedoch nicht in Frage.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1914

Authors and Affiliations

  • Werner Rosenthal
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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