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Der Begriff und die Aufgaben der Aktienkursindizes

  • Josef Bleymüller

Zusammenfassung

Indizes wollen immer nur Aussagen über Gruppen von Merkmalswerten machen, so daß die Berechnung eines jeden Index mit dem gleichzeitigen Verlust der zugrunde liegenden Einzelinformationen verbunden ist. Dieser Verlust an Informationen wird aber bewußt in Kauf genommen, da es ja gerade das Ziel und der Vorteil von Indizes ist, die durchschnittliche Veränderung einer Vielzahl gleichartiger Tatbestände in einer einzigen Zahl auszudrücken. Typische Entwicklungen gleichartiger Erscheinungen können so in einer Weise analysiert und verglichen werden, wie das unter Zugrundelegung der oft nicht übersehbaren Fülle von Einzeldaten kaum möglich wäre1).

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Literatur

  1. 1).
    Ähnlich auch die Definition der Indizes von M. G. Kendall und W. R. Buckland in: A Dictionary of Statistical Terms. London/Edinburgh: Oliver and Boyd, 1957. S. 136–137.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. O. Hintner: Wertpapierbörsen (Die Wirtschaftswissenschaften, Reihe A: Betriebswirtschaftslehre, Beitrag Kr. 31). Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, 1961. S. 12.Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. R. W. Storer: A critical evaluation of stock market indexes. With discussion. 1959 Proceedings of the Business and Economic Statistics Section of the American Statistical Association. Washington (D. C. ): American Statistical Association. S. 35.Google Scholar
  4. 4).
    Die gleiche Ansicht wird auch im SchluBbericht der Kommission 4: „Aktienindices“ des Zweiten Kongresses der Europäischen Union der Vereinigungen für Finanzanalyse 1963 in Cambridge, S. 8, vertreten.Google Scholar
  5. 5).
    vgl. Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften: Aktienkursindex der EWG. Allgemeines Statistisches Bulletin des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften, 1962, 11, 7–12.Google Scholar
  6. 10).
    Insofern ist auch die im von M. Palyi und P. Quittner herausgegebenen Enzyklopädischen Lexikon für das Geld-, Bank- und Börsenwesen (2. Auflage vom Handwörterbuch des Bankwesens. Frankfurt am Main: Fritz Knapp Verlag, 1958. Band I, S. 307) angegebene Definition: „Börsenindex nennt man die Kursdurchschnitte von Wertpapieren“ vom methodischen Gesichtspunkt aus gesehen falsch.Google Scholar
  7. 11).
    So auch O. Anderson: Probleme der statistischen Methodenlehre in den Sozialwissenschaften. 4., durchgesehene Auflage. Würzburg: Physica-Verlag, 1962. S. 38.Google Scholar
  8. 13).
    Interessanterweise trugen sowohl Laspeyres als auch Paasche ihre grundlegenden Ideen zur Indextheorie im Zusammenhang mit Warenpreisindizes für Produktenbörsen vor. Vgl. hierzu: E. Laspeyres: Hamburger Waarenpreise 1851–1863 und die californisch-australischen Goldentdeckungen seit 1848. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 3 (1864), 81–118, 209–236.Google Scholar
  9. 14).
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  10. 15).
    Vgl. F. Klezl-Norberg: Wirtschaftsstatistik in Theorie und Praxis. Wien: Springer-Verlag, 1947. S. 161.Google Scholar
  11. 20).
    Vgl. R. W. Storer: Loc. cit., 34. (Übersetzung. 0) Vgl. A. A. Berle, jr. und G. C. Means: The Modern Corporation and Private Property. New York: The Macmillan Company, 1943. S. 299. (Zitiert nach R. W. Storer.)Google Scholar
  12. 21).
    vgl. hierzu auch H. Bergmann: Der Wunschtraum vom idealen Aktien-Index. Was Indices aussagen und was sie nicht aussagen können. Der Volkswirt, 16 (1962), 321–322.Google Scholar
  13. 22).
    Vgl. in diesem Zusammenhang: Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung: Die Zusammensetzung und Errechnung der Aktienindices. (Protokoll der Veranstaltung am 25. 1. 1961 in Frankfurt am Main). Frankfurt am Main: 1961. 11 S. Hier werden die wesentlichen Charasteristika von acht in Deutschland berechneten Aktienkursindizes geschildert.Google Scholar
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    G. L. Leffler: The Stock Market. Second Edition. New York: The Ronald Press Company, 1957. S. 554.Google Scholar
  15. 27).
    vgl. H. Kellerer: Statistik im modernen Wirtschafts- und Sozialleben. Erweiterte Ausgabe (rowohlts deutsche enzyklopädie, Band 103/104). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1964. S.7. 7) So auch: F. McIntyre: The problem of the stock price index number. Journal of the American Statistical Association, 33 (1938), 560 und 563.Google Scholar
  16. 29).
    Vgl. Trost für Jungaktionäre. Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung, Nr. 32 v. 7. 2. 1963, S. 12.Google Scholar
  17. 30).
    So auch M. G. Kendall und A. Stuart: Measuring share price changes The Times, Late London Air Edition, Nr. 54.755 v. 26. 4. 1960, S. 13.Google Scholar
  18. 31).
    Vgl. 8. Kapitel „Gruppenindizes, Untergruppenindizes und GrundmeBzahlen“ sowie Schlußbericht der Kommission 4: „Aktienindices“ des Zweiten Kongresses der Europäischen Union der Vereinigungen fill’ Finanzanalyse 1963 in Cambridge, S. 3.Google Scholar
  19. 33).
    Vgl. hierzu z. B. H. Bergmann: Wie lukrativ ist das Investmentsparen? Die 24 deutschen Fonds im Erfolgs- und Strukturvergleich. Der Volkswirt, 18 (1964), 494–496.Google Scholar
  20. Sowie P. A. Samuelson: Volkswirtschaftslehre. Eine Einfiihrung. Dritte, vollständig neu bearbeitete Auflage. Band I. Köln: Bund-Verlag, 1964. S. 174.Google Scholar
  21. 34).
    Vgl. H. Mendershausen: Eliminating changing seasonals by multiple regression analysis. The Review of Economics and Statistics, 21 (1939), 171–177.CrossRefGoogle Scholar
  22. 35).
    Dieses Beispiel ist entnommen aus J. Pfanzagl: Allgemeine Methodenlehre der Statistik. Band I. 2., neubearbeitete Auflage Berlin: Walter de Gruyter 0000 Co., 1964. S. 140.Google Scholar
  23. 36).
    Vgl. z. B. H. T. Davis: The Analysis of Economic Time Series (Cowles Commission for Research in Economics, Monograph No. 6). Blooming (Indiana): Principia Press, Inc., 1941, XIV, 620 S.Google Scholar
  24. 38).
    Vgl. beispielsweise: J. Bleymüller: Im Schlepptau von Wallstreet? Kritische Analyse eines oft zitierten Arguments für die Aktienkursbildung. Süddeutsche Zeitung, Nr. 249 v. 16. 10. 1964, S. 30.Google Scholar
  25. 40).
    Es dürfte für Aktienkursindizes Ähnliches gelten, wie das, was G. L. Smith in seinem Aufsatz „The law of forecast feedback“ in The American Statistician, 18 (1964), 5, 11 über Prognosen gesagt hat: „If a system of forecasting achieves a signifiant reputation for infallibility, its forecasts tend to become part of the chain of events, affecting the outcome in an unpredictable manner.“Google Scholar
  26. 43).
    Vgl. hierzu folgendes umfassende Werk: H. M. Markowitz: Portfolio Selection: Efficient Diversification of Investments. New York: John Wiley 0000 Sons, Inc., 1959. XI, 344 S. — Der Umfang, den das Gebiet der Portfolio Selection heute schon angenommen hat, wird beispielsweise daraus ersichtlich, daß die periodische Veröffentlichung „Literature Digest Service Operations Research/Management Science“ unter dem Punkt „Optimum Allocation“ einen besonderen Unterpunkt „The portfolio selection problem“ enthält.Google Scholar
  27. 45).
    G. Jaquemet: Aktienindizes und Aktienrenditen in der Schweiz. Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, 92 (1956), 225.Google Scholar
  28. 46).
    Vgl. hierzu beispielsweise die Arbeit von A. Liechti: Betrachtungen über den Einfluß der Effektenbörsen und Banken auf die Konjunktur. Zeitschrift für schweizerische Statistik und Volkswirtschaft, 68 (1932), 559–599.Google Scholar
  29. 47).
    K. Herrmann: Die Statistik der Börsenwerte der Aktien. Kursdurchschnitte — Rendite — Indexziffer der Aktienkurse. Wirtschaft und Statistik, 8 N. F. (1956), 188.Google Scholar
  30. 48).
    Vgl. SchluBbericht der Kommission 4: „Aktienindices“ des Zweiten Kongresses der Europäischen Union der Vereinigungen für Finanzanalyse 1963 in Cambridge. S. 2. (Übersetzung.)Google Scholar
  31. 50).
    Vgl. Schlußbericht der Kommission 4: „Aktienindices“ des Zweiten Kongresses der Europäischen Union für Finanzanalyse 1963 in Cambridge. S. 4.Google Scholar
  32. 51).
    Vgl. hierzu den methodisch recht interessanten Aufsatz: M. Palangié: Valeurs françaises à revenu variable cotées à la Bourse de Paris. Bulletin Mensuel de Statistique, Supplément Octobre—Décembre 1955, 65–77.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1966

Authors and Affiliations

  • Josef Bleymüller
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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