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Einleitung

  • Willi Bongard

Zusammenfassung

Seit Walter Eucken seine kleine Schrift »Nationalökonomie — wozu?« verfaßt hat, sind über zwei Jahrzehnte vergangen. Die Frage darf inzwischen als beantwortet gelten. Es ist jedenfalls nicht bekannt, daß die Berechtigung der nationalökonomischen Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten ernsthaft in Zweifel gezogen oder gar abgestritten worden wäre. Das »Wozu?« dürfte nicht zuletzt durch die erfolgreiche Anwendung nationalökonomischer Erkenntnisse auf die Praxis beantwortet sein. Anders steht es mit der Frage nach dem »Wohin?« oder nach der Methode der Nationalökonomie. Sie ist zwar sehr viel älter als die nach dem »Wozu?«; aber sie ist ungleich schwieriger, wenn überhaupt befriedigend zu beantworten. Sie wird daher heute vielfach als lästig empfunden. Wer die Methoden-Frage in der Nationalökonomie auf wirft, läuft Gefahr, sich unbeliebt zu machen oder für schrecklich »altmodisch«, auf alle Fälle für einen Störenfried gehalten zu werden.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Der »Methodenstreit« wurde ausgelöst durch Carl Mengers »Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften und der Politischen Ökonomie« (Leipzig, 1883). An diese Schrift, die einen Versuch zur Rehabilitation der abstrakten Methode der klassischen National-ökonomie darstellte, schloß sich ein heftiger methodologischer Streit zwischen den Anhängern der sog. »exakten« und der »historischen« Richtung. Die schärfsten Gegensätze vertraten dabei Schmoller als Haupt der jüngeren (deutschen) historischen Schule in seiner Rezension der Mengerschen Arbeit (in: Schmollers Jahrbuch, Bd. VII, 1883, S. 975 ff.) und Menger, der Begründer der österreichischen (Grenznutzen-)Schule in seiner Gegenschrift »Die Irr-tümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie«, Wien 1884.Google Scholar
  2. 2.
    Hans Mayer, »Die Wendung zur Volkswirtschaft als Aufgabe volkswirtschaftlicher Theo-rie«, in: Weltwirtschaftliches Archiv, 50. Bd. 1953 II, S. 414 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Johan Akerman, »Das Problem der sozialökonomischen Synthese«, Lund 1938, S. 18.Google Scholar
  4. 4.
    vgl. Johan Akerman, a. a. O., S. 10: »Aber wie die vermeintlichen Einmalergebnisse der ökonomischen Geschichte in Form von bei der Analyse verwendbaren Repetitionsphäno-menen als Grundlage für die Beurteilung der aktuellen Lage verwendet werden sollen, ist immer noch, genau wie vor einem halben Jahrhundert, ein ungelöstes Problem.« — Aunter-scheidet zwischen »Einmalergebnissen« (der ökonomischen Geschichte oder »Kausalanalyse«) und »Repetitionsphänomenen« (der ökonomischen »Alternativanalyse«), deren Synthese er — ein Jahr vor Erscheinen der »Grundlagen« Euckens — als die vordringlichste Aufgabe der Sozialökonomie bezeichneteGoogle Scholar
  5. 5.
    Es darf nicht übersehen werden, daß die Problematik des Dualismus von »theoretischer« und »historischer« Nationalökonomie bereits frühzeitig empfunden, wenn auch nicht klar begründet worden ist. So forderte bereits Schmoller eine Nationalökonomie — im Unter-schied zu der von Menger vertretenen Zweiteilung wissenschaftlicher Erkenntnis.Google Scholar
  6. 6.
    Den Terminus »pointierend-hervorhebend« hat Eucken von Husserl übernommen, der in seinem »Logischen Untersuchungen« von »Abstraktion im Sinne der pointierenden Her-vorhebung« spricht.Google Scholar
  7. 7.
    Walter Eucken, »Die Grundlagen der Nationalökonomie«, 5. Aufl., Godesberg 1947, S. 195 — künftig zitiert als »Grundlagen«.Google Scholar
  8. 8.
    vgl.: Hans Peter, »Die neue Methodologie Walter Euckens«, Bemerkungen zu dem Buch: »Die Grundlagen der Nationalökonomie«, in Finanzarchiv, N. F. Bd. 8 (1941), S. 158 ff.Google Scholar
  9. 8a.
    sauch Alfred Amonn, »Nationalökonomie und wirtschaftliche Wirklichkeit« in: Jahrb. f. Nationalökonomie u. Statistik, Bd. 153 (1941) S. 10, »Das Buch (Die >Grundlagen< Walter Euckens, der Verf.) ist, und zwar von Anfanz bis Ende, ein methodologisches Buch.«Google Scholar
  10. 9.
    Walter Eucken, »Grundlagen« a. a. O., S. 37.Google Scholar
  11. 10.
    Walter Eucken, »Grundlagen«, a. a. O. S. XIII (Vorwort zur 1. Aufl.): »Dieses Buch ist kein methodologisches Buch.«Google Scholar
  12. 11.
    Heinz Haller, »Typus und Gesetz in der Nationalökonomie«, Stuttgart und Köln 1950, S. 109 f. — künftig zitiert »Typus und Gesetz«.Google Scholar
  13. 12.
    Günter Schmölders, »Ökonomische Verhaltensforschung« in: ORDO, Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, V. Bd. 1953, S. 205.Google Scholar
  14. 13.
    Günter Schmölders, »ökonomische Verhaltensforschung«, a. a. O., S. 211.Google Scholar
  15. 14.
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  16. 15.
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  17. 16.
    Walter Eucken, »Grundlagen«, a. a. O., S. 343.Google Scholar
  18. 17.
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  20. 19.
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  22. 21.
    Walter Adolf Jöhr, »Das Modell der vollkommenen Konkurrenz« in: Konkurrenz und Planwirtschaft, Bern 1946, S. 66 ff.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag Köln und Opladen 1965

Authors and Affiliations

  • Willi Bongard

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