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Die Gestaltung des politischen Systems der Unternehmung als normatives Problem der Betriebswirtschaftslehre

  • Klaus Fäßler
Part of the Die Betriebswirtschaft in Forschung und Praxis book series (BFP, volume 6)

Zusammenfassung

Die Betriebswirtschaftslehre wird allgemein als eine praktisch-normative Wissenschaft aufgefaßt1). Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses steht nicht nur die Frage, was ist oder sein wird. Vielmehr bildet die Frage, was sein soll, d. h. die Gestaltung betriebswirtschaftlicher Tatbestände, den Kern des wissenschaftlichen Bemühens2). Die meisten Vertreter der angewandten Betriebswirtschaftslehre fordern, daß betriebswirtschaftliche Aussagen wertfrei sein müssen. Die Kriterien und Werte, aus denen der Forscher seine Empfehlungen ableitet, entsprechen nicht den subjektiven Zielen des Forschers selbst. Vielmehr geht die Betriebswirtschaftslehre davon aus, daß die jeweils zugrundezulegenden Ziele in der Realität in irgendeiner Weise gegeben sind und den Kriterien derjenigen Wirtschaftssubjekte entsprechen, an die die Empfehlungen der Betriebswirtschaftslehre gerichtet sind. Der „wertfreie“ betriebswirtschaftliche Forscher leitet keine Normen über die Ziele einer Unternehmung ab. Er muß vielmehr von den in der Empirie tatsächlich verfolgten Zielen ausgehen.

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Referenzen

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Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1970

Authors and Affiliations

  • Klaus Fäßler

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