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Die betriebliche Mitbestimmung als gesellschaftspolitisches Problem

  • Klaus Fäßler
Part of the Die Betriebswirtschaft in Forschung und Praxis book series (BFP, volume 6)

Zusammenfassung

Die „Mitbestimmung“ stellt ein klar umrissenes Element der Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland dar. In den Mitbestimmungsgesetzen wird der vielschichtige Problemkreis inhaltlich präzisiert1). Als Bestandteile des Organisationsrechts im weitesten Sinne zählen die Mitbestimmungsgesetze zu den Regelungen, die die Herrschafts- und Entscheidungsgewalt in den einzelnen Unternehmungen bestimmen. Unter diesem Aspekt beinhaltet die Mitbestimmung in erster Linie gesellschaftspolitische Probleme.

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Referenzen

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    Albert, H., Wertfreiheit als methodisches Prinzip, 1967., S. 193.Google Scholar
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    Vgl. hierzu auch Popper, K. R., The Poverty of Historicism, London 1957, S. 64 ff.Google Scholar
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    Hax, K., Mitbestimmung als organisatorisches Problem in der Unternehmungswirtschaft, 1967, S. 283. Ähnlich beurteilt auch Stammer die Beziehungen der Sozialwissenschaften zur Gesetzgebungsinstanz als Adressat von wissenschaftlichen Empfehlungen: „Der Ruf namentlich nach nationalökonomischen und soziologischen Informationen, nach Beratung zur Erhellung komplizierter, politisch relevanter Sachzusammenhänge ist daher nicht zu überhören. Die Erwartungen im Hinblick auf die Nützlichkeit dieser Sozialwissenschaften für die politische Praxis übersteigen dabei manchmal das derzeit erreichte Leistungspotential dieser Disziplinen“ (Stammer, 0., Der Politikwissenschaftler als Berater, in : Wissenschaft und Praxis, a. a. 0., S. 35 ff., hier S. 38).Google Scholar
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    Auf die Notwendigkeit eines geeigneten theoretischen Bezugsrahmens für die Mitbestimmungsdiskussion weisen auch Hax, Albach und Voigt hin. Hax, K., Mitbestimmung als organisatorisches Problem in der Unternehmungswirtschaft, 1967, S. 284 ff.Google Scholar
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    Hax, K., Mitbestimmung als organisatorisches Problem in der Unternehmungswirtschaft, 1967, S. 284.Google Scholar
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    Die „Mitbestimmung“ ist im Katalog der Motive der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland eindeutig enthalten. Vor allem die Gewerkschaften fordern sie. Die Frage, ob auch die Arbeitnehmer selbst dieser Forderung das gleiche Gewicht beilegen, ist umstritten. In einer neuerdings durchgeführten Forschungsstudie steht die „Mitbestimmung“ beispielsweise nur an achter Stelle in der Rangskala (vgl. Briefs, G., Zwischen Logik und Dialektik der paritätischen Mitbestimmung, a. a. 0., S. 203 f.) : 1. Allgemeine soziale Sicherheit 2. Vollbeschäftigung, besserer Kündigungsschutz 3. Mehr Urlaub 4. Mehr Lohn 5. Bessere Ausbildung 6. Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand 7. Verkürzung der Arbeitszeit B. Verstärkte Mitbestimmung Bei der richtigen Interpretation dieser Rangordnung ist allerdings die Tatsache zu berücksichtigen, daß „Mitbestimmung“ auch als Mittel zur Erzielung der in der Tabelle vor ihr stehenden Ziele aufzufassen ist. Der „Mitbestimmung“ kommt somit im tatsächlichen Katalog der Forderungen der Arbeitnehmer u. U. eine größere Bedeutung zu, als es diese Aufstellung zunächst zum Ausdruck bringt.Google Scholar
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    Neuloh, O., Der neue Betriebsstil, Tübingen 1960, S. 304.Google Scholar
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    Preiser, E., Die Zukunft unserer Wirtschaftsordnung, 1964, S. 32. Max Weber bezeichnet ein solches Verhalten als „wertrational“. Wird die Mitbestimmung dagegen lediglich als Mittel zum Zweck betrachtet, dann liegt ein „zweckrationales“ Verhalten vor.Google Scholar
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    Die beiden Formen der Mitbestimmung — die direkte und die indirekte Mitbestimmung — waren Gegenstand einer Forschungsstudie über die Möglichkeiten einer Einführung demokratischer Prinzipien in industriellen Unternehmungen Norwegens. In einer ersten Phase stand der Aspekt der Repräsentation von Belegschaftsmitgliedern im Verwaltungsorgan der Gesellschaften im Vordergrund. In der zweiten Phase wurden im Rahmen von drei Feldstudien die Möglichkeiten einer Verbesserung direkter Beteiligung der Arbeiter an der Festlegung von Arbeitbedingungen erforscht (vgl. Thorsrud, E. und Emery, F. E., Industrial Confiict and Industrial Democracy, in: Operational Research and the Social Sciences, Hrsg. J. R. Lawrence, London-New York-Sydney 1966, S. 439 if.).Google Scholar
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    Heinen, E., Das Zielsystem der Unternehmung, 1962, S. 18vgl. hierzu auch: derselbe, Betriebswirtschaftliche Kostenlehre, Band 1, Begriff und Theorie der Kosten, 2. Aufl., Wiesbaden 1965, S. 25; Koch, H., über eine allgemeine Theorie des Handelns, in: Zur Theorie der Unternehmung, Festschrift zum 65. Geburtstag von E. Gutenberg, Hrsg. H. Koch, Wiesbaden 1962, S. 369 ff., hier S. 404 ff.; Schmidt, R.-B., Die Delegation der Unternehmerleistung, ZfhF 1963, S. 65 ff., hier S. 67; derselbe, Die Instrumentalfunktion der Unternehmung — methodische Perspektiven zur betriebswirtschaftlichen Forschung, ZfbF 1967, S. 133 ff.; Bidlingmaier, J., Zur Zielbildung in Unternehmungsorganisationen, ZfbF 1967, S. 146 ff.Google Scholar
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    Vgl. Heinen, E., Das Zielsystem der Unternehmung, 1967, S. 19Google Scholar
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    Empirische Studien weisen häufig darauf hin, daß sich der Einfluß des Arbeitsdirektors in der Regel auf die Bereiche der Personal- und Sozialpolitik beschränkt. Vgl. hierzu Voigt, F., a. a. 0., S. 207 ff. Voigt weist aber auch mit Nachdruck auf die Interdependenz der Entscheidungsbereiche hin, wenn er schreibt, „daß viele Maßnahmen des Arbeitsdirektors von seiner Ressortposition aus nur strategisch zu verstehen (sind). So wird beispielsweise häufig zunächst Einspruch gegen an sich richtig erkannte Invesitionen erhoben und dann auf dem Wege des Kompromisses eine Verbesserung im sozialen Bereich ausgehandelt ...“ (Voigt, F., a. a. 0., S. 275).Google Scholar
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    Dieses Problem trat auch im System der Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien auf, wie Untersuchungen hierüber zeigten. Es wurde deutlich, daß „die Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien dann, wenn sie die Wahl hatte, sich eher für höhere Löhne und längeren Urlaub als für zusätzliche Investitionen aussprach. Die staatliche Planung hat mehrfach besondere Anreize schaffen müssen, damit Investitionen in dem geplanten Umfang zustande kamen“ (Voigt, F., a. a. O., S. 276). Zu den Systemen der Arbeiterselbstverwaltungen in den Ländern Ost- und Südosteuropas vgl. vor allem Raupach, H., Mitsprache und Selbstverwaltung der Belegschaften von industriellen Betrieben in sozialistischen Volkswirtschaften Ost- und Südost-Europas, in: Mitarbeiten — Mitverantworten — Mitbestimmen, a. a. O., S. 36 ff.Google Scholar
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    Vgl. Heinen, E., Das Zielsystem der Unternehmung, a. a. O., S. 21 ff.; Kosiol, E., Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Die Unternehmung als wirtschaftliches Aktionszentrum, Wiesbaden 1968, S. 241 ff.Google Scholar
  88. 58).
    Vgl. auch Albach, H., Zum Einfluß der Belegschaft auf die Willensbildung in den Betrieben der Bundesrepublik Deutschland und der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik, 1968, S. 430 ff.Google Scholar
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    Fischer, G., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 1968, S. 177 f. Vgl. hierzu auch Voigt, F., a. a. 0., S. 101 ff.Google Scholar
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    Hax, K., Mitbestimmung als organisatorisches Problem in der Unternehmungswirtschaft, 1965, S. 286 f.Google Scholar
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    vgl. derselbe, a. a. 0., S. 288.Google Scholar
  92. 62).
    Die Tatsache, daß der Machtbereich der Arbeitnehmer auch von Bestimmungen des Aktiengesetzes determiniert wird, war Anlaß zur Kritik am neuen Aktiengesetz 1965 von seiten der Arbeitnehmerschaft. Durch die Neuregelung der Machtverteilung innerhalb und zwischen den Organen Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung wurde automatisch die Mitbestimmung tangiert, was ursprünglich nicht die Absicht des Gesetzgebers war. So führte z. B. die Stärkung der Stellung der Hauptversammlung notwendigerweise zu einer gewissen Schwächung des Aufsichtsrats, in welchem die Mitbestimmung verankert ist. Die Hauptversammlung hat im Aktiengesetz von 1965 im Vergleich zum Aktiengesetz von 1937 einen größeren Einfluß auf die Gewinnverwendungsentscheidungen (vgl. § 58 AktG 1965). Ein weiteres Beispiel für die veränderte Mitbestimmungssituation sind die Bestimmungen des § 111 Abs. 4. Danach kann der Vorstand bei Geschäften, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, den Aufsichtsrat im Falle der Versagung einer solchen Zustimmung insofern übergehen, als er die Hauptversammlung anruft. Diese kann dann ihrerseits mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen die Zustimmung des Aufsichtsrats ersetzen. Vgl. zu der Frage „Mitbestimmung und Aktienrechtsreform 1965“ im einzelnen: Farthmann, F., Das neue Aktienrecht, Auswirkungen auf die Mitbestimmungspraxis, WWI-Mitteilungen 1966, S. 1 ff.Google Scholar
  93. 61a).
    Albach, H., Die Organisation des Entscheidungsprozesses nach dem Aktiengesetz 1965, Neue Betriebswirtschaft 1966, S. 30 ff., hier S. 32 f.; Aktiengesetz, Textausgabe des Aktiengesetzes vom 6. September 1965 und des Einführungsgesetzes zum Aktiengesetz vom 6. September 1965, Hrsg. B. Kropff, Düsseldorf 1965, siehe hier vor allem die Begründung zum Regierungsentwurf eines Aktiengesetzes, S. 18.Google Scholar

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1970

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