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Zur Soziologie des Versicherungswesens

  • Walter Rohrbeck

Zusammenfassung

Versicherungsschutz wird in weit überwiegendem Maße dadurch gewonnen, daß sich in bestimmten Betriebsformen für einzelne Versicherungsbedürfnisse Gefahrengemeinschaften bilden. Die jeweils besonders gefaßten Versicherungsbedingungen für den Versicherungsschutz gewährleisten, gewissermaßen als Satzungen dieser Gruppen, Ordnung und Richtlinien für den wirtschaftlichen Verkehr der Mitglieder dieser Gefahrengemeinschaften untereinander und ihrer Beziehung zu der Verwaltung. Völlige Übereinstimmung der Versicherten einer solchen Gruppe besteht meist nur im Endziel des Ersatzes der ihnen entstehenden Vermögensverluste aus Versicherungsgefahr. Der verschiedene geldliche Umfang der versicherten Belange, die abweichende Bedrohung der versicherten Gemeinschaftsmitglieder durch Versicherungsgefahren, sowie die ungleichartige Ausdehnung des Versicherungsschutzes innerhalb desselben Versicherungsbedürfnisses, die sich aus der Besonderheit der wirtschaftlichen Interessen der Versicherten ergibt, gestatten keine uniforme Regelung. Es kann also im allgemeinen nicht von durchschnittlichen Beitragszahlungen und Versicherungsleistungen ausgegangen werden, sondern selbst bei Befriedigung von Massenversicherungsbedürfnissen darf der einzelne Mensch innerhalb dieser Masse in seiner Lebens- und Wirtschaftsführung und den daraus hergeleiteten individuellen Ansprüchen nicht vergessen werden.

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Spezialliteratur

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Walter Rohrbeck

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