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Formen der Askese und ihr kultursoziologischer Hintergrund

  • Joachim Matthes
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Part of the Internationales Jahrbuch für Religionssoziologie / International Yearbook for the Sociology of Religion book series (IJS, volume 1)

Zusammenfassung

Der Begriff der Askese hatte jahrzehntelang in weiten Kreisen den Beigeschmack des Pathologischen, und die Popularisierung etlicher älterer psychoanalytischer Theorien hatte solche Empfindungen noch verstärkt. Neuerdings aber ist die Anteilnahme an religiösen Fragen gestiegen und damit auch an der Askese. Man liest Dostojewski wieder und erfährt von heiligen Mönchen in Rußland, das vor der Sowjetmachtergreifung eines der klassischen Länder der Askese war; man kommt politisch in nähere Berührung mit Hindus und studiert ihre religiösen Überzeugungen, die aus einem anderen klassischen Land der Askese stammen. Man diskutiert schließlich jene Handschriftenrollen, die man kürzlich in Höhlen am Toten Meer fand; sie werfen neues Licht auf die Essener, eine stark asketisch eingestellte jüdische Sekte aus vorchristlicher Zeit. Man vermutet deren Abhängigkeit von der zarathustrischen Religion Persiens, das nicht minder ein Ausstrahlungspunkt asketischer Praxis ist. Unter diesen Umständen ist ein Wort über das Wesen und die Formen sowie über die soziologische Bedingtheit und Auswirkung der Askese am Platz. Dabei sei unter Askese nicht etwa nur, wie es oft irrtümlicherweise geschieht, Fernhaltung vom Geschlechtlichen, sondern auch von Vergnügungen, von Alkohol, Nikotin und besonderen Speisen verstanden; desgleichen absichtlich vorgenommene Selbstpeinigung.

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© Westdeutscher Verlag Köln und Opladen 1965

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  • Joachim Matthes

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