Advertisement

Die Musik als Kulturerscheinung

  • Richard Müller-Freienfels
Chapter
  • 44 Downloads

Zusammenfassung

Um die Beziehungen zwischen schöpferschem und nacherlebendem Seelenleben einerseits und der geschaffenen Musik andrerseits aufzuhellen, mußten wir die Musik in Sonderwirkungen zerlegen, wodurch deren Zusammenhänge mit dem Seelenleben zunächst einzeln hervortreten sollten. Diese Zerlegung war jedoch nur ein methodisches und vorläufiges Verfahren, das den Blick für das Ganze nicht verhüllen darf. Dieses Ganze der Musikwirkung ist weit mehr als eine Summe der Einzeltatsachen, genau wie schon eine Melodie mehr ist als eine Summe von Tönen. Deshalb müssen wir allen Lehren widersprechen, die die Musik auf eine oder zwei Wirkungsformen festlegen wollen. Weder ist Musik nur angenehner Gehörsreiz, noch ist sie bloß „tönend bewegte Form“ (Hanslick), noch ist sie ein Reich tonbedingter Vorstellungen, noch bloß Ausdrück bzw. Erregung von Gesühlen und Affekten: sie ist gewiß alles das, allerdings in innigster Durchdringung; sie ist aber mehr, sie ist eine „Kunst“ und als solche eine notwendige Sonderform aller menschlichen Kultur, die in keener menschlichen Gemeinschaft ganz fehlt. Wie es keine Kultur ohne Sprache, ohne Dichtung, ohne Religion, Ohne Sitte gibt, so gibt es keinen Volkskulturkreis ohne Musik.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Literatur

  1. Eichenauer: Musik und Rasse 1932;Google Scholar
  2. H. J. Moser: Geschichte der deutschen Musik, 4. Aufl. 1926;Google Scholar
  3. R. Müller-Freienfels: Psychologie des deutschen Menschen und seiner Kultur, 2. Aufl. 1930;Google Scholar
  4. R. Müller-Freienfels: Erziehung zur Kunst 1926,Google Scholar
  5. E. Preußner Allgemeine Pädagogik und Musikpädagogik 1927.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1936

Authors and Affiliations

  • Richard Müller-Freienfels

There are no affiliations available

Personalised recommendations