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Einleitung

  • Friedrich Landwehrmann
Chapter
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Part of the Dortmunder Schriften zur Sozialforschung book series (DSS, volume 31)

Zusammenfassung

Die letzten 15 Jahre sind auf dem Gebiet der Organisationswissenschaft unter anderem gekennzeichnet durch eine große Anzahl von Veröffentlichungen zu einem Themenkreis, der sich etwa charakterisieren läßt mit den Stereotypen: Aufbau der betrieblichen Organisation und Führungsstil im Industriebetrieb. Noch zahlreicher als die Literatur zu diesen Themen schwollen Vortragsveranstaltungen und Schulungskurse für Angehörige aller Stufen der betrieblichen Hierarchie an. Da diese Veranstaltungen unter reger Beteiligung der Praxis durchgeführt werden, entsprechen sie offensichtlich einem Bedürfnis nach einer grundlegenden Revision der herkömmlichen Organisationsformen und Führungsstile; man vermag mit den üblichen Vorstellungen auf diesem Gebiet den betrieblichen Anforderungen nicht mehr im erwarteten Ausmaß gerecht zu werden.

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Referenzen

  1. 1.
    Die Feststellung, daß sich in den Betrieben im eigentlichen Produktionsbereich „vielfach die richtigen Organisationsformen zwangsläufig“ „durch den lebendigen Rhythmus der Arbeit“ „ergeben“, scheint doch mehr einen Wunsch als eine Realität zu betreffen. Friedrich-Wilhelm v. Seydtlitz-Kurzbach, Leitung und Verwaltung im Industriebetrieb, Berlin 1955, S. 89.Google Scholar
  2. 2.
    Man kann natürlich auch andere Maßstäbe als den der Wirtschaftlichkeit tur die Beurteilung einer Organisation anlegen. Für eine Betriebsorganisation stellt der der Wirtschaftlichkeit aber wohl den in der Praxis dominierenden dar. So definiert Hax: „Vnternehmungsorganisation ist die Gestaltung der Unternehmungstätigkeit nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit.“ Karl Hax, Planung und Organisation als Intrument der Unternehmensführung, in: Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, Jahrgang 1959, S. 610.Google Scholar
  3. 3.
    Es handelt sich dabei um eine synthetische Analyse, bei der sowohl soziologiscne wie auch betriebswirtschaftliche Aspekte und Methoden berücksichtigt und benutzt werden.Google Scholar
  4. 4.
    So berücksichtigen die Erörterungen einen großen Teil der Literatur, soweit in ihr die entsprechenden Themen behandelt werden, Erfahrungen des Verfassers auf Grund seiner Tätigkeit in der Großindustrie, die Ergebnisse einer Vielzahl von Gesprächen mit Angehörigen aller Stufen der betrieblichen Hierarchie sowie mit auf diesem Gebiet engagierten Wissenschaftlern und — nicht zuletzt — die vom Verfasser während seiner Tätigkeit innerhalb eines umfangreichen empirischen, industriesoziologischen Projekts gewonnenen Erkenntnisse. Diese Untersuchung unter dem Arbeitstitel „Führungskräfte und Führungsgehilfen im Verhältnis zur automatischen Anlage“ wird von der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster, Sitz Dortmund, durchgeführt und steht unter der Leitung von Prof. Dr. J. Chr. Papalekas. Die Ergebnisse werden demnächst veröffentlicht werden.Google Scholar
  5. 5.
    Georg Weippert, Verstehende Soziologie, in: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, Stuttgart — Tübingen — Göttingen 1961, S. 255.Google Scholar
  6. 6.
    Dieses Ziel wäre auch mit quantifizierenden empirischen Methoden zu erreichen, aber nach den zur Zeit vorliegenden Ergebnissen der empirischen Organisationsforschung in der Industrie- und Betriebssoziologie und insbesondere der Betriebswirtschaftslehre wäre es nur mit einem speziell darauf ausgerichteten umfangreichen empirischen Forschungsprogramm erreichbar. Selbstverständlich fließen bei der gewählten Methode der Typisierung Gewichtungen des Forschers in die Ergebnisse mit ein. Das ist aber bei der Benutzung statistischer Untersuchungsmethoden auch der Fall. Bereits die Festlegung der statistischen Klassen und Methoden und damit gleichzeitig der zu erhebenden Fakten schließt Gewichtungen ein. Mit ihrer Auswahl bestimmt der Forscher bereits weitgehend die Untersuchungsergebnisse, wenn sie ihm selbst auch zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich noch unbekannt sind.Google Scholar
  7. 7a.
    Max Weber, Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1951, S. 191Google Scholar
  8. 7a.
    Zum Idealtypus und zur Kritik der Kategorien von Max Weber vgl. Hans Freyer, Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, 2. Aufl. Darmstadt 1964, S. 145Google Scholar
  9. 8.
    Siehe z. B. Georg Weippert, Die idealtypische Sinn- und Wesenserfassung und die Denkgebilde der formalen Theorie, in: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Jg. 1940, S. 257 ff.Google Scholar
  10. 9a.
    Johannes Chr. Papalekas, Dialektischer Materialismus und verstehende Soziologie, Innsbruck 1952 (als Manuskript vervielfältigt), S. 163 f.Google Scholar
  11. 9b.
    In der Terminologie Bombachs gehört es zu den Entscheidungsmodellen. „Echte Dezisionsmodelle im Sinne der modernen Entscheidungstheorie weichen von den soeben skizzierten Systemen darin ab, daß sie eine Zielfunktion enthalten und daß eine Maximierung im mathematischen Sinne — im allgemeinen unter Berücksichtigung von Nebenbedingungen — durchgeführt wird.“ Gottfried Bombach, Über die Möglichkeit wirtschaftlicher Voraussagen, in: Kyklos, Jg. 1962, S. 38.Google Scholar
  12. 10.
    Vgl. auch Albert, der z. B. ausführt, daß „die betreffenden quasi-theoretischen Aussagen auf empirische Bedingungen, die den in ihnen ausgesagten Sachverhalten zugrunde liegen, bezogen, also strukturell, d. h. empirisch relativiert werden“. Hans Albert, Theorie und Prognose in den Sozialwissenschaften, in: Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Jg. 1957, S. 69. , 1Google Scholar
  13. 11.
    Vgl. auch den Begriff der „trendnahen Entwicklung- aur wirtscnaftsprognosen bei Bornbach, a. a. O., S. 41.Google Scholar
  14. 12a.
    Erich Kosiol, Modellanalyse als Grundlage unternehmerscher Entscreidungen, Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, Jg. 1961, S. 321.Google Scholar
  15. 12b.
    Vgl. auch Erich Schneider, Einführung in die Wirtschaftstheorie, II. Teil, 5. Aufl. Tübingen 1958, S. 2, der in Anlehnung an Ackermann von einer „Analyse der Kalkülmodelle ..., von Modellen, die ein Bild der Kalküle darstellen, welche die einzelnen Wirtschaftseinheiten anstellen ...“, spricht.Google Scholar
  16. 13.
    Adolf Moxter, Methodologische Grundfragen der Betriebswirtschaftslehre, Kon una Opladen 1957, S. 51. Vgl. auch Albert, Theorie und Prognose . . ., a. a. O., S. 64. „Eine Theorie, die zu Prognosen verwendbare generelle Hypothesen enthält, ist damit nicht nur auf Grund bisheriger Erfahrung, sondern darüber hinaus auf Grund zukünftiger Beobachtungen überprüfbar.“Google Scholar
  17. 14.
    Moxter, a. a. O., S. 53.Google Scholar
  18. 15.
    Pareto bildet zwei Klassen, die logischen und die nichtlogischen Handlungen. Bei den letzteren unterscheidet er noch vier Unterklassen, die er Gattungen nennt. Diese Einteilung der Handlungen ergibt sich, indem man unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten analysiert, ob die einzelne Handlung logisch unmittelbar mit einem Zweck verknüpft ist oder nicht. Pareto betrachtet diese Verknüpfung einerseits unter einem subjektiven Aspekt, wie sie sich z. B. dem Handelnden darstellt, wie er sie sieht, andererseits unter einem objektiven, wie sie Menschen mit einer umfangreichen Tatsachenkenntnis erscheint, wie sie „wirklich“ ist. Im Grad der Tatsachenkenntnis des Beurteilenden unterscheiden sich somit subjektive und objektive Handlungen. Die logischen Handlungen sind sowohl vom Standpunkt des Handelnden wie auch vom Standpunkt des umfassend über die Tatsachen Informierten logisch mit demselben Zweck verbunden. Diese Tätigkeiten sind subjektiv wie auch objektiv logisch. Bei den nidtlogischen Handlungen ergeben sich die Möglichkeiten, daß diese logisch mit keinem Zweck verbunden sind (Gattung 1), oder die logischeGoogle Scholar
  19. Beziehung zwischen Handlung und Zweck nur subjektiv (Gattung 2) bzw. nur objektiv (Gattung 3) besteht, oder die Handlungen sowohl subjektiv wie auch objektiv auf je einen besonderen Zweck logisch ausgerichtet sind (Gattung 4). Zur vierten Gattung führt Pareto als Beispiel die Handlungen derjenigen an, die lediglich aus materiellen Gründen Anweisungen folgen. Zur Darstellung der logischen und nichtlogischen Handlungen bei Pareto vgl. die auszugsweise Übersetzung von Gottfried Eisermann, Vilfredo Paretos System der allgemeinen Soziologie, Stuttgart 1962, S. 64 ff.;Google Scholar
  20. Vilfredo Pareto, Allgemeine Soziologie, ausgew., eingel. und übersetzt von Carl Brinkmann, Tübingen l955.Google Scholar
  21. 16a.
    Der Begriff Organisation wird in der Literatur n sehr unterschedlicnem nne gefaßt. Es dominieren zwei Begriffsinhalte: 1. „das Schaffen eines auf einen Zweck ausgerichteten Systems von Regeln“, 2. „bestimmte soziale Gebilde ...; zu dieser Kategorie gehören Betriebe, Schulen ...“. Renate Mayntz, Die Organisationssoziologie und ihre Beziehungen zur Organisationslehre, in: Organisation, Herausg. Erich Schnaufer — Klaus Agthe, Berlin, Baden-Baden 1961, S. 30.Google Scholar
  22. 16.
    Vgl. Albach, der unterscheidet: „a: Unter Organisation im Betrieb versteht man den Vollzug oder die Realisierung der betrieblichen Planung“, „b: Unter Organisation wird aber auch die konkrete Gestaltung des Betriebes als Ganzen verstanden.“ Horst Albach, Organisation, betriebliche, in: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, Tübingen 1961, S. 111.Google Scholar
  23. 16.
    Während der erste Begriff in Deutschland — und zwar besonders stark in der Organisationslehre — vorherrscht, setzt sich in Amerika, ausgehend von der Soziologie, der zweite Begriff immer mehr durch. In den Veröffentlichungen deutscher Soziologen wird er in den letzten Jahren zunehmend berücksichtigt. Die Beschränkung des Begriffs Organisation auf diese zweite Fassung, die auch dieser Untersuchung zugrunde liegt, beinhaltet aber auch, daß jede Organisation mehr oder weniger ausgeprägt organisiert, geordnet sein muß. Zur zweiten Fassung des Begriffs vgl. z. B. Renate Mayntz, Soziologie der Organisation, Hamburg 1963, S. 7 ff.;Google Scholar
  24. 16.
    Philip Selznick, Leadership in Administration, Evanston, Ill. — White Plains, New York, 1957, S. 5 ff.;Google Scholar
  25. 16.
    James G. March — Herbert A. Simon, Organization, New York — London 1958, S. 1 ff.Google Scholar
  26. 17.
    Pareto setzt zwar voraus, daß bei den nichtlogischen Handlungen der objektive Zweck dem Handelnden mangels Tatsachenkenntnis nicht bekannt ist, und erwähnt nicht den für die Organisation typischen Fall, daß dem Handelnden zumindest in groben Umrissen auch der objektive Zweck seiner Tätigkeit bekannt ist; dieser Fall läßt sich aber analog bei den vier Gattungen einordnen.Google Scholar
  27. 18.
    Hans Freyer, Einleitung in die Soziologie, Leipzig 1931, S. 7.Google Scholar
  28. 18.
    Vgl. auch Gehlen: „Einer der wichtigsten und bekanntlich am schwersten begrifflich faßbaren sozialen Vorgänge besteht in dem ,Umschlagen` eines durch irgendwelche Handlungen in Gang gesetzten Prozesses zur Eigengesetzlichkeit. Man kann z. B. durchaus gewisse Einrichtungen aus den rationalen Zwecken der einzelnen erklären, wie einen Fabrikbetrieb aus den Interessen der Gründer an der Auswertung eines neuartigen Verfahrens. Dann ,schlägt es um, und man muß die Interessen und Verhaltensweisen, die zur Erscheinung kommen, aus der Gesetzlichkeit des Betriebes selbst ableiten. Deshalb betonte Max Weber mit Recht, daß das ,Erwerbsstreben` gar kein selbständiger psychischer Antrieb und so kein eigentlich psychologischer Begriff, sondern eine den Verantwortlichen von der Ratio des Betriebes selbst aufgenötigte Einstellung sei.“ Arnold Gehlen, Probleme einer soziologischen Handlungslehre, in: Soziologie und Leben, Tübingen 1952, S. 29. Ders., Urmensch und Spätkultur, Bonn 1956, S. 37 ff.Google Scholar
  29. 19.
    Hans Feyer, Einleitung ..., a. a. O., S. 8.Google Scholar
  30. 20.
    Die Aufstellung dieses Zielsystems gehört auch bereits zu dem Handlungsgetge; man könnte sie als Nebenhandlung bezeichnen, die erst die Voraussetzungen für den Ablauf der Haupttätigkeiten und damit für die Bildung der Organisation schafft.Google Scholar
  31. 21.
    Anders Erich Kosiol, Organisation der Unternehmung, Wiesbaden 1962, S. 19 f., S. 28 f., der zwischen Organisation und Organisationsstruktur nicht unterscheidet und ihnen die Disposition gegenübergestellt: „Organisieren bedeutet somit, kurz ausgedrückt, strukturierende Gestaltung der Unternehmungen“.Google Scholar
  32. 22.
    Vgl. Karl-Wilhelm Hennig, Betriebswirtschaftliche Organisationslehre, Berlin — Göttingen — Heidelberg 1957, S. 9, der u. a. in ähnlichem Sinne abgrenzt: „Regelungen, die niemand beachtet, gehören also nicht zur Organisation des Betriebes.“Google Scholar
  33. 23.
    Helmut Koch, Betriebliche Planung, Wiesbaden 1961, S. 13.Google Scholar
  34. 24a.
    Das Moment der Dauer betont Briefs, indem er ausführt: „Die Betriebssoziologie hat es also zu tun mit dem Betrieb als institutionellem Gebilde, in welchem eine Mehrzahl von Menschen mit Hilfe eines Zweckmittelsystems für die laufende Bedarfsversorgung kooperiert.“ Goetz Briefs, Betriebssoziologie, in: Handwörterbuch der Soziologie, Stuttgart 1931, S. 32.Google Scholar
  35. 24b.
    „Eine allgemein anerkannte Begriffserklärung gibt es weder in der Wirtschaft noch in den Sozialwissenschaften ...“. August Marx, Betrieb, in: Staatslexikon, 6. Aufl., Freiburg 1957, Sp. 1159.Google Scholar
  36. 24c.
    Die Schwierigkeit einer solchen allgemeinen Definition liegt wohl unter anderem darin, daß der Betrieb unter einer solchen Vielzahl von Aspekten untersucht wird, daß sie kaum alle in einer relativ übersichtlichen Definition erfaßt werden können, und die einzelnen Autoren versuchen, die Definition jeweils unter dem Gesichtspunkt ihres spezifischen Anliegens vorzunehmen. So umfaßt auch Dahrendorfs Definition, die möglichst allen Belangen Rechnung tragen soll, nur wenige, wenn auch sehr wesentliche Kriterien. „Der Industriebetrieb ist ein System von sozialen Rollen, orientiert auf den ökonomischen Zweck der Güterproduktion, strukturiert durch ein System technischer Mittel, sanktioniert durch einen rechtlichen Status und in seiner besonderen Ausprägung bestimmt durch die dieses System je beherrschenden gesellschaftlichen Wertsetzungen.“ Ralf Dahrendorf, Industrie- und Betriebssoziologie, Berlin 1956, S. 57. Diese Definition wurde nicht in die zweite Auflage übernommen.Google Scholar
  37. 25.
    Vgl. Erich Gutenberg, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, 1. Bd., 8./9. Aufl., Berlin — Göttingen — Heidelberg 1963, S. 352. Gutenberg erwähnt allerdings nur die Gewinnerzielung der Unternehmung.Google Scholar
  38. 26a.
    Zur Problematik der Abgrenzung des Großbetriebes vgl. auch: Wolfgang Petry, Stabsstellen in industriellen Großunternehmungen, Köln 1959, Diss., S. 6 ff.Google Scholar
  39. 26b.
    In Anlehnung an Petry wurde auch als Anhaltspunkt für die Größenordnung 3000 Beschäftigte gewählt. Gasser hält diese Beschäftigtenzahl ebenfalls für eine kritische Größe im Wachstum der Betriebe gerade im Hinblick auf die Organisationsstruktur. Christian Gasser, Die optimale Organisationsstruktur, in: Industrielle Organisation, Jg. 1952, S. 328.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1965

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  • Friedrich Landwehrmann

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