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Einleitung

  • Paul Eversheim
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Zusammenfassung

Bekanntlich wird das Licht als ein Schwingungszustand des sogenannten Äthers aufgefaßt; es pflanzt sich als Transversalwelle vom Erregerpunkt in den Weltenraum fort. Diese Wellenbewegung läßt sich graphisch in Form einer Sinuskurve darstellen, wobei jeder Punkt des Wellenzuges eine bestimmte Phase des Schwingungszustandes bedeutet. Betrachten wir zwei benachbarte Punkte gleicher Phase, so entspricht der zwischenliegende Teil des Kurvenzuges einer Wellenlänge des betreffenden Lichtstrahls. Die Länge einer Welle ist von der Lichtsorte abhängig, sie bewegt sich in ungeheuer weiten Grenzen. Die Kenntnis der Wellenlänge ist für die verschiedenen Gebiete der Wissenschaft und Praxis von größter Wichtigkeit, und ihre Messung ist seit Beginn der Lichtforschung Gegenstand eingehender Untersuchung gewesen. Mit zunehmender Erkenntnis und tieferem Eindringen in die Naturvorgänge nicht nur der irdischen, sondern der im gesamten Universum wuchs das Bedürfnis nach größerer Genauigkeit. Aber mit dem Wunsche nach größerer Genauigkeit verbindet sich die Notwendigkeit einer exakten Fassung des Wellenlängenbegriffs. So einfach es scheint, diese Frage zu beantworten, und so einfach tatsächlich die mathematische Definition ist, so ist eine völlige Klärung doch Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen. Gewiß entspricht einer Spektrallinie ein bestimmter Wert der Länge der Lichtwelle, die sie erzeugt, wenn es eben wirklich eine Linie ist. Wie sieht aber eine Spektrallinie in Wirklichkeit aus und wo hat sie ihren Schwerpunkt, der ihre Lage im Spektrum bestimmt? Seit Jahren ist bekannt, daß die Lage vieler Linien, ihre Schärfe oder Unschärfe, ihr symmetrischer Aufbau, ihre Homogenität und anderes mehr wesentlich abhängig sind von den Erzeugungsbedingungen, vom Druck, von der Anwesenheit fremder Gase, von elektromagnetischen Feldern, ungleicher Temperaturverteilung usw. Aus diesen Tatlachen folgt ohne weiteres, daß nur solchen Spektrallinien eine wohldefinierte Länge zukommt, deren Lage im Spektralbereich unter allen Umständen unveränderlich, d. h. von unkontrollierbaren Einflüssen völlig frei ist, es sei denn, daß deren Ursachen genau bekannt sind und berücksichtigt werden können (Aufspaltung im Magnetfeld, scheinbare Verschiebung durch Dopplereffekt usw.).

Notes

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1926

Authors and Affiliations

  • Paul Eversheim
    • 1
  1. 1.Universität BonnBonnDeutschland

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