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Auffassung und ihre Grenzen. — Selbstkritik

  • Hermann Waltz
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Zusammenfassung

Heute gilt eigentlich jede beliebige Art der Erdassybf eines Mrsikerkes als „Auffsaaung“, sei sie nun stilecht oder stillos, sei die erklügelt, sei sie innerlich belebt oder nicht, sei sie im Ausdruck zu matt oder übertrieben! — Es fehlt ja ein Maßstab — und die kulturwidrige Unterrichtsweise des Vor- und Nachspielens bringt es zwangsläufig mit sich, daß eben jede beliebige Vortragsweife eines Werkes als „Auffassung“ gile. — Und gerade diese Nachbeter einer gehörten oder erlernten „Auffassung“ find ganz unbelehrbar und dazu noch aggressiv gegen andere „Auffassung“! — Siehe Wagners Worte: „. . . . es ist die frühere, mehr von ängstlicher Befangenheit und selbstbeforgter Bedenklichkeit eingegebene Maxime „nur keinen Effekt!” aus einer fast zartsinnigen Klugheitsmaßregel zu einem wirklich aggresiven Dogma erhoben worden, dessen Bekenner mit muckerischer Scheu ihre Augen abwenden, wenn ihnen in der Musik einmal ein ganzer Mann begegnet, als ob sie da gar etwas Unzüchtiges gewahren könnten. Diese Scheu, wie sie ursprünglich nämlich nur die eigene Impotenz verdeckte, wird jeßt zur Anklage der Potenz, und diese Anklage gewinnt aktive Kraft aus der Verdächtigung und Verleumdung . . .” („Über das Dirigieren.” S. 318.)

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© Chr. Friedrich Vieweg GmbH., Berlin-Lichterfelde 1936

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  • Hermann Waltz

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