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Vom Hörerverhalten und der Stille

  • Alphons Silbermann
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Part of the Kunst und Kommunikation book series (KK, volume 1)

Zusammenfassung

Als in Deutschland die ersten Institute für Rundfunkkunde errichtet wurden, erhob sich die Frage, ob diese neue Wissenschaft als „Publizistik“ oder als „Kulturwissenschaft“ zu betreiben sei. Wie bei jeder jungen Wissenschaft hatten sich nämlich sofort verschiedene Forschungsrichtungen gebildet, und so unterstrich die eine das Pädagogische, die andere das Psychologische, manche betonten das Linguistische oder das Folkloristische und wieder andere das Historische, das Politische oder das Soziologische. Beim C. E. R. wurde von jeher darauf geachtet, die Gebiete der diversen Forschungsgruppen streng voneinander getrennt zu halten, obwohl es keiner Wissenschaft versagt werden sollte, gegebenenfalls auch die Erkenntnisse eines benachbarten Wissensgebietes auszuwerten. Man muß sich nur davor hüten, die Grenzen so zu verwischen, daß die Forschungsrichtung Opfer der Verwirrung wird. Deshalb bestehen beim C. E. R. Forschungsgruppen, die sich in fünf Hauptrichtungen bewegen: Elektroakustik, Phonetik, Psychologie, Ästhetik und Soziologie. So lauten die Direktiven für die Gruppe „Psychologie“, „den Einfluß von Tönen (Geräuschen, Worten, Musik) auf den Hörer zu studieren. Serien von Testen und Fragebogen sollen ermöglichen, die Koeffizienten von Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Gemütszustand zu berechnen.

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Literatur

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    „Die moderne Technik schafft fast täglich neue Mittel, den Einsamen in direkte Verbindung mit der Welt der anderen zu setzen. Schon tragen Wißbegierige kleine, sehr kleine Apparate in der Tasche oder auf der Brust, die sie durch eine Zeigerstellung mit dem Finger instandsetzen, deutlich zu hören, was der Rundfunk irgendwo in der Welt in diesem Augenblick mitteilt“ L. v. Wiese, Der öffentliche und der private Bereich des menschlichen Lebens, in: Universitas. Stuttgart 1958, Heft 6, S. 588.Google Scholar
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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1954

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  • Alphons Silbermann

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