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Zusammenfassung

Eine nicht unerhebliche Rolle unter den Massenvergiftungen spielten in früherer Zeit (Tab. 11, S.20) die Muschelvergiftungen. Bei den Muscheln trifft in erhöhtem Maße ein Umstand zu, der schon bei den Pilzen erwähnt wurde, sie sind in bestimmten Jahren und in diesen Jahren wieder mehr an bestimmten Plätzen giftig, und zwar erstreckt sich diese Giftigkeit auf alle Muscheln, welche für gewöhnlich eßbar sind, also die Auster, die Mies-, Herzund Brandhornmuschel, nur im Süden scheinen Vergiftungen durch den Seehasen vorzukommen, die übrigens schon den Römern bekannt waren (s. Tab. 10, S. 19). Betrachtet man die Plätze, von denen Vergiftungen durch Muscheln besonders gern ausgehen, so liegen die Muschelbänke dort entweder in stagnierendem Wasser oder an der Ausmündung von Kanälen, Kloaken. Die Giftigkeit, deren genaue Ursache noch nicht bekannt ist, scheint mit der Aufnahme faulender Substanzen durch die Muscheln zusammenzuhängen. Bekannt sind die Erkrankungen von Wilhelmshaven im Jahre 1885 durch Miesmuscheln; bei der Untersuchung dieser Erkrankungen stellte Brieger das Mytilotoxin dar, eines der Gifte, welche für die Erkrankung verantwortlich sein dürften. Die Erkrankungen durch giftige Muscheln schließen sich meist fast unmittelbar an den Genuß an; auch der Tod kann schon einige Stunden nach Genuß erfolgen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1913

Authors and Affiliations

  • Georg Mayer
    • 1
    • 2
  1. 1.K. B. Militärärztlichen AkademieDeutschland
  2. 2.K. B. KriegsakademieMünchenDeutschland

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