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Zusammenfassung

Eine Form der Fleischvergiftung hat durch die schwere Art der Erkrankung und die zahlreichen Todesfälle schon im 18. Jahrhundert solches Aufsehen erregt, daß sie von den anderen Formen getrennt wurde: Die Wurstvergiftung oder der Botulismus. Bereits Justinu s Kern er hat 1793 die Krankheit beschrieben, welche damals besonders in Württemberg durch den Genuß unzulänglich geräucherter Würste in schwerster Form erschien. Das Krankheitsbild besteht in Sehstörungen, Doppelsehen, Mydriasis, Ptosis, Pupillenstarre, Unbeweglichkeit des Augapfels, Zusammenziehen des Schlundes, erschwerter Sprache bis zur Tonlosigkeit, kruppartigem Husten, zuletzt Störung der Herzinnervation und Tod. Bewußtseinsstörungen fehlen meist, bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen gewöhnlich mehr als 10 bis 24 Stunden, der Krankheitsverlauf ist sehr chronisch, noch in später Zeit kann der Tod eintreten. Es ist das Bild, wie wir es von der Bulbärparalyse kennen, eine Erkrankung der Kerne des verlängerten Markes. Manchmal fallen die Speisen, in denen sich das Wurstgift entwickelt hat, durch einen eigentümlichen, buttersäureartigen Geruch auf. Wie aus Tabelle 21 hervorgeht, sind seit 1886 21 Epidemien beobachtet, insgesamt konnte ich rund 800 Erkrankungen sammeln, 1/4 der Fälle ist gestorben.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1913

Authors and Affiliations

  • Georg Mayer
    • 1
    • 2
  1. 1.K. B. Militärärztlichen AkademieDeutschland
  2. 2.K. B. KriegsakademieMünchenDeutschland

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