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Zusammenfassung

Von den Vegetabilien (Tab. 12) sind Massenerkrankungen eigentlich nur durch Kartoffeln beobachtet, und diese fast sämtlich beim Militär. In früherer Zeit hat man das Solanin angeschuldigt, ein Gift, welches sich besonders in den Trieben der alten Kartoffeln befindet. Nach Wintgens Untersuchungen ist der Solaningehalt der Kartoffeln sehr verschieden, jedenfalls aber viel kleiner, als die Literatur bisher angab: 0,017 auf 1 kg, welche Menge sich bei entsprechendem Ausschneiden der Augen noch weiter verringert. Eine Zunahme des Solanins bei längerem Lagern wurde auch in gekeimten Kartoffeln nicht beobachtet, wenn die Keime sorgfältig entfernt wurden; ein durch Erkrankungen der Kartoffeln bedingter, höherer Solaningehalt war nicht vorhanden. Kurz, die Solaninmengen bei gut geschälten Kartoffeln sind so gering, daß sie praktisch nicht in Betracht kommen. Wir müssen vielmehr die Vergiftungen durch Kartoffelspeisen wiederum auf Bakterientätigkeit und damit sich bildende Zersetzungsprozesse zurückführen, welche dadurch begünstigt werden, daß vielfach auch zur wärmeren Jahreszeit der Unfug herrscht, die Kartoffeln am Tage vorher zu schälen, zu kochen, in großen Gefäßen ohne Gelegenheit zur Abkühlung herumstehen zu lassen und am nächsten Tag, z. B. zur Mittagskost, als Kartoffelsalat zu verabreichen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1913

Authors and Affiliations

  • Georg Mayer
    • 1
    • 2
  1. 1.K. B. Militärärztlichen AkademieDeutschland
  2. 2.K. B. KriegsakademieMünchenDeutschland

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