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Zusammenfassung

Eierspeisenvergiftungen (Tab. 12) mehren sich in neuerer Zeit. Man hat früher der Vanille giftige Eigenschaften zugeschoben, weil nach Vanilleeierspeisen einzelne und Massenerkrankungen wiederholt beobachtet wurden. Eingehende Untersuchungen haben ihre völlige Unschädlichkeit ergeben, sowie die Tatsache, daß bei den Eierspeisenvergiftungen wiederum die Zersetzung durch Bakterien und die im Gefolge sich bildenden Fäulnisgifte die Ursache sind. Allerdings begünstigt die Vanille durch ihre reduzierenden Eigenschaften das Wachstum anaerober Bakterien. In der Milch befinden sich nun stets Bakterien, welche bei Luftausschluß wachsen können und außerdem Sporenbildner sind, welche durch Kochen nicht abgetötet werden, und bekanntlich wird Milch bei Eierspeisen viel verwandt. Im Anschluß hieran muß wieder auf einen groben Auswuchs der Nahrungsmittelindustrie verwiesen werden, nämlich den Handel mit Bruch- und Fleckeiern zum menschlichen Genuß. Die Fleckeier entstehen dadurch, daß Schimmelpilze, seltener Hefen von der Eischale nach innen wuchern und sich im Inneren ausbreiten; diese durch Pilze und Hefen zersetzten Eier wurden geradezu als Großhandelsartikel nach Berlin eingeführt; dabei werden im Berliner reellen Großhandel die Fleckeier ebensowenig berechnet wie faule Eier. Nach Berlin werden jährlich etwa 7000000 Schock Eier im Werte von 25000000 M eingeführt, davon 95 Proz. aus dem Ausland: Rußland, Galizien, Ungarn, Balkan.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1913

Authors and Affiliations

  • Georg Mayer
    • 1
    • 2
  1. 1.K. B. Militärärztlichen AkademieDeutschland
  2. 2.K. B. KriegsakademieMünchenDeutschland

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