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Homer-Probleme pp 120-143 | Cite as

Die Anfänge schriftlicher Epik

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Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (WISSABHAGFO, volume 41)

Zusammenfassung

Unsere Betrachtungen haben zu der Annahme geführt, daß die Uias zwar mündlich konzipiert wurde und große Teile des uns vorliegenden Textes auf diese Konzeption zurückzuführen sind, daß aber die vollständige Aufzeichnung ihres Textes im Athen des 6. Jh. v. C. Stücke schriftlicher Epik einschloß, die nicht zum alten, mündlichen Entwurf gehörten. Vor der Aufzeichnung der großen, mündlich gedichteten Epen, unter denen die Ilias allen Anzeichen nach in ihren wesentlichen Zügen während des 8. Jh. v. C. konzipiert wurde, muß also schon eine schriftliche Dichtung in epischen Versmaßen eingesetzt haben, deren Erzeugnisse freilich, wie man aus den erhaltenen Stücken und aus unserer Kenntnis der frühen Schriftgeschichte schließen darf, zunächst jeweils einen — gemessen an den bereits vorhandenen Großepen mündlicher Erfindung — geringen Umfang hatten.

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Literatur

  1. 1.
    Page, History and the Homeric Iliad, chap. 6.Google Scholar
  2. 2.
    Das neue Bild der Antike 1, 51 ff., Leipzig 1942.Google Scholar
  3. 5.
    G. S. Kirk, The Songs of Homer, 68f. u. ö., mit gewisser Einschränkung im Hinblick auf die Erga.Google Scholar
  4. 6.
    M. L. West (ed.), Hesiod, Theogony, Oxford 1966, 40f.Google Scholar
  5. 7.
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  6. 7a.
    W. F. Wyatt jr., Trans. Am. Phil. Ass. 97, 1966, 619ff.Google Scholar
  7. 8.
    E. Heitsch, Hesiod, Darmstadt 1965.Google Scholar
  8. 9.
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  9. 10.
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  10. 11.
    Sprache u. Wortschatz Hesiods, Zürich 1964.Google Scholar
  11. 12So hat 2. B. Hainsworth (Flexibility, 46ff.) an vielen Beispielen gezeigt, wie eine Formel innerhalb des Verses verschoben werden kann.Google Scholar
  12. 13.
    Zum homerischen Gebrauch vgl. D. Page, History and the Homeric Iliad, chap. 6.Google Scholar
  13. 14.
    Der Beleg aus den Hymnen (22,2) sei hier übergangen, da diese aller Wahrscheinlichkeit nach Dokumente schriftlicher Dichtung sind (s. u. 167).Google Scholar
  14. 15.
    Siehe o. S. 34 ff.Google Scholar
  15. 16.
    Vgl. jedoch H. Schwabl, Hesiods Theogonie, Wien 1966, 116ff.Google Scholar
  16. 17.
    Der Demeterhymnus bildet den Versschluß; (14), der für sich genommen natürlich der Sprache mündlicher Dichtung angehören kann, vor dem Hintergrund des homerischen und hesiodischen Materials sich aber plausibler als schriftlich, d. h. als aus freien Einzel Wörtern konzipierter Ausdruck nach mündlichepischer Konvention, erklärt.Google Scholar
  17. 18.
    Troxler, S. 103ff., Zur Herkunft des Doppelparadigmas vgl. M. Leumann, Homerische Wörter, Basel 1950, 290ff.Google Scholar
  18. 19.
    Wiederum zeigen die homerischen Hymnen dasselbe Bild wie Hesiod: 5mal gibt es das traditionelle, 2mal einen „modernen“ Ausdruck verschiedenen metrisch-semantischen Wertes:hymn. 24, 5, und hymn. Apoll. 344, beides als Versschluß.Google Scholar
  19. 20.
    Vgl. Troxler, a.a.O., 103ff.Google Scholar
  20. 22.
    Instruktive Beispiele für das Nebeneinander übernommener und erfundener Göttergestalten bei B. Snell im o. S. 124 zitierten Sammelband Hesiod, hg. v. E. Heitsch, Darmstadt 1966, 708ff.Google Scholar
  21. 24.
    The Poet of the Iliad, 7. Wir wissen von Hektor von Chios durch ein Fragment des Ion von Chios (FGH 392 F 1); danach war Hektor der vierte König nach der ionischen Landnahme, der die Vorbewohner vertrieb und die Insel an das Panionion anschloß. Das mag alles historisch sein, aber bisher fehlt uns die Möglichkeit, die Lebenszeit Hektors genau zu bestimmen. Der von Wade-Gery gezogene Analogieschluß aus dem inschriftlich erhaltenen Stammbaum des Heropythos von Chios (5. Jh. v. C.) verdient sicherlich Beachtung, aber wie genealogische Überlieferungen jener Zeit zu beurteilen sind, lehrt Herodots hübsche Geschichte vom ahnenstolzen Hekataios (2, 143ff.).Google Scholar
  22. 25.
    J. Chadwick, Glotta 41, 1964, 197.Google Scholar
  23. 26.
    Zuerst bei Lykophron zu belegen, dann häufig bei kaiserzeitlichen Autoren erwähnt. Merkwürdig ist die Geschichte von der Translation der Gebeine Hektors aus der Troas nach Theben (Lycophr. 1208; Paus. 9, 18, 5), aus der Bethe weitgehende Schlüsse gezogen hat. Immerhin kann man nicht ausschließen, daß ein obscurer Lokalheros mit dem troischen Helden identifiziert werde.Google Scholar
  24. 27.
    Vgl. dazu die in dem von Heitsch edierten Sammelband (Hesiod, Darmstadt 1966) vereinigten Aufsätze.Google Scholar
  25. 28.
    Vgl. E. Heitsch, Hesiod, 277ff., mit den Aufsätzen von P. Friedländer, K. von Fritz und E. Siegmann, ferner K. Latte, Ant. u. Abendl. 2, 1946, 152ff.Google Scholar
  26. 29.
    E. Heitsch, Rh. Mus. 109, 1966, 193ff.Google Scholar
  27. 30.
    H. Fränkel, Dichtung u. Philosophie des frühen Griechentums, München 21962, 146f.Google Scholar
  28. 30a.
    Vgl. dazu E. Heitsch, Philosoph. Jahrb. 76, 1968, 23ff., mit weiterer Literatur 31 Hermes 80, 1952, 314ff.Google Scholar
  29. 32.
    Zu diesem Problem H. Koller, Musik und Dichtung im alten Griechenland, Bern 1960, 79ff. Koller warnt mit Recht vor der ungeprüften Annahme, die Aoiden hätten singend, die Rhapsoden sprechend vorgetragen. Wo im begleiteten oder unbegleiteten Epenvortrag die Grenze zwischen Singen und Sprechen verlief, vermag niemand mehr zu sagen. Sicher ist nur, daß die Rhapsoden, die uns seit dem 6. Jh. v. C. in Texten und Bildern sichtbar werden, anders als die in der Odyssee beschriebenen Aoiden sich der Kithara als Begleitinstrument nicht bedienen.Google Scholar
  30. 32a.
    Zur Verselbständigung der Elegie gegenüber dem Epos, die sich zu derselben Zeit vollzog, vgl. T. G. Rosenmeyer, Calif. Stud. Class. Ant. 1, 1968, 217 ff.Google Scholar
  31. 33.
    Vgl. etwa die Ausführungen bei Wade-Gery, 19ff.Google Scholar
  32. 34.
    Stellen und Literatur zur Verbreitung und Bedeutung des Stabes als Abzeichen bei M. L. West im Kommentar zu Hes. Th. 31.Google Scholar
  33. 35.
    9, 30, 3 und 10, 7, 3.Google Scholar
  34. 36.
    Diese Bedeutung hat? im allgemeinen: Der Zauberstab der Kirke oder des Hermes (Ω 343; Pind. Ol. 9, 33), die Leimrute (Ar. Av. 527), die Angelrute (Hom. 251), die Reitgerte (Xen. Hipp. 11,4) oder die Rute des römischen Liktors (Polyb. 11, 29, 6, cf. Plat. Leg. 700 C).Google Scholar
  35. 38.
    Es ist für diese Frage gleichgültig, ob man die Musen den Stab selbst oder Hesiod ihn auf Geheiß der Musen vom Lorbeerbaum brechen läßt.Google Scholar
  36. 39.
    Die möglicherweise vorhandenen Unterschiede in der Bedeutung der Wörter spielen für den homerischen Sprachgebrauch, in dessen Rahmen man sagen kann, keine Rolle. Dasselbe gilt für das Wort, das erst in den homerischen Hymnen auftaucht.Google Scholar
  37. 40.
    Songs of Homer, 286 und 388; Hesiod, Theogony, 40ff.Google Scholar
  38. 42.
    Vgl. K.Hess, a.a.O., 62.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1970

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