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Hilfsbedürftigkeit und Hilfsinteresse

  • Hans-Peter Herriger
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 1637)

Zusammenfassung

Wie schon bemerkt, liegt die Ursache der notwendig gewordenen Strukturwandlung nicht allein in der unverschuldeten Konkurrenzsituation mit einem neuartigen Massenmedium, sondern ebensosehr in eigenverantwortlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Schwächen der deutschen Filmwirtschaft. Erst die neuartige Substitutionskonkurrenz des Fernsehens machte die Bedeutung dieser Faktoren wieder besonders sichtbar. Da diesen eigenverantwortlichen Mängel und Schwierigkeiten in der heutigen Diskussion zum Teil nicht die ihnen zukommende Beachtung geschenkt wird, soll unser Hauptaugenmerk vor allem darauf liegen. Die für die Filmwirtschaft nachteiligen Wirkungen des Fernsehens sind so evident, daß sie in der Darstellung etwas in den Hintergrund treten können.

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Referenzen

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  4. 6.
    Das Erzeugnis der Filmproduktion im eigentlichen Sinne, der vorführbereite Streifen, von dem sich beliebig viele Kopien anfertigen lassen, stellt noch nicht das konsumfertige Endprodukt der Filmbranche dar; »die absatzfähigen Leistungen der Filmwirtschaft als Ganzem sind ... die Vorstellungen der Filmtheater, denn in ihrer Herstellung und in ihrem Absatze gipfeln alle Bemühungen des gesamten Wirtschaftszweiges, und auf ihren Konsum haben es diejenigen abgesehen, welche als Marktteilnehmer das Fertigprodukt der Branche nachfragen«. (Bergner, Heinz, Versuch einer Filmwirtschaftslehre. Filmwirtschaftliche Studien aus dem Industrieseminar der Universität Köln, Bd. 1/I, Berlin 1962, S. 104 f.) Da sich diese Untersuchung nicht in erster Linie mit dem Film als solchem zu beschäftigen hat, sondern sich mehr den einzelnen Sektoren der Filmwirtschaft widmet, empfiehlt es sich die traditionellen Begriffsinhalte zu verwenden. Die Aufgabe der Filmproduktion ist demnach mit der Erzeugung der Primäraufzeichnung und eines handels- und vorführfähigen Musters einer Positivkopie abgeschlossen. (Vgl. Bergner, Heinz, a. a. O., S. 191.) Die Herstellung der zahlreichen Theaterkopien und die »Produktion« (Bergner) der Theatervorstellung gehört demnach nicht mehr zum Sektor der Filmproduktion (S. 205).Google Scholar
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    Adam, Wilfried, a. a. O., S. 20.Google Scholar
  7. 9.
    Adam, Wilfried, a. a. O., S. 16.Google Scholar
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    Im Durchschnitt spielen deutsche Filme nur noch 75% ihrer Herstellungskosten ein, behauptet der Filmproduzent Artur Brauner. (Vgl. das Spiegel-Gespräch »Alimente für Dr. Mabuse ?«, in: Der Spiegel, Nr. 45, vom 1. 11. 1961, S. 30).Google Scholar
  9. 11.
    Vgl. dazu das Beispiel bei Adam, Wilfried, a. a. O., S. 197 ff.Google Scholar
  10. 12.
    Vgl. dazu Adam, Wilfried, a. a. O., S. 30ff., und Gessner, Alexander, Film und Wirtschaft, a. a. O., S. 97 ff.Google Scholar
  11. 13.
    Die Skala der Möglichkeiten ist nicht sehr breit. Das wichtigste Instrument zur Beeinflussung des Absatzes und damit des wirtschaftlichen Erfolges, die Werbung, wird in der Regel dem Verleih überlassen. (Vgl. Dadek, Walter, Die Filmwirtschaft. Grundriß einer Theorie der Filmökonomik, Freiburg 1957, S. 71.)Google Scholar
  12. 14.
    So haben z. B. von den 38 deutschen Produktionsfirmen, die 1962 überhaupt Spielfilme auf den Markt brachten, 20 Firmen in diesem Jahr nur einen einzigen Spielfilm gedreht, während nur vier Firmen mehr als drei Filme herausgebracht haben. (Pestalozza, Götz von, und Knierim, Reinhard, Filmstatistisches Taschenbuch 1963, Karlsruhe 1963, S. 4.)Google Scholar
  13. 15.
    Vgl. Schweins, Annemarie, Die Entwicklung der deutschen Filmwirtschaft, Diss. Nürnberg 1958, S. 20ff.Google Scholar
  14. 16.
    Dadek, Walter, Die Filmwirtschaft, a. a. O., S. 155.Google Scholar
  15. 17.
    Schweins, Annemarie, Die Entwicklung der deutschen Filmwirtschaft, a. a. O., S. 124.Google Scholar
  16. 18.
    Ebenda, S. 130ff.Google Scholar
  17. 19.
    So wird auch heute zuweilen noch die Ansicht vertreten, »die Krise der Filmwirtschaft ist ein Mangel an Persönlichkeit, nicht eine strukturelle Finanzkrise«. Obwohl etwas überspitzt formuliert, so hat sich doch dieser Tatbestand in den letzten Jahren wieder besonders bemerkbar gemacht. (Vgl. Hufen, Fritz, Filmwirtschaft mit schlechtem »Image«, in: Handelsblatt vom 1. 4. 1964.)Google Scholar
  18. 20.
    Vgl. hierzu z. B. den Leserbrief von Gregor von Rezzori an den »Spiegel«, in: Der Spiegel, Nr. 47, vom 15. 11. 1961, S. 16 ff.Google Scholar
  19. 21.
    Vgl. Anm. 6, S. 10.Google Scholar
  20. 22.
    Schulz, Rolf-Joachim, Art. »Filmwirtschaft« (Film III), in: HdSW, Bd. 3, Stuttgart—Tübingen—Göttingen 1961, S. 539.Google Scholar
  21. 23.
    Diese Beschränkungen waren dem neben der Ufi bestehenden privaten Theaterbesitz allerdings bereits während des Krieges auferlegt worden. (Vgl. Schulz, Rolfjoachim, a. a. O., S. 534.)Google Scholar
  22. 24.
    Vgl. Adam, Wilfried, a. a. O., S. 107.Google Scholar
  23. 25.
    Schneider, Erich, Einführung in die Wirtschaftstheorie, II. Teil, TÜbirngenn 1949, S.61ff.Google Scholar
  24. 25a.
    Da das Manuskript im Herbst 1964 abgeschlossen wurde, schließen alle nun folgenden statistischen Angaben mit dem Jahre 1963 ab.Google Scholar
  25. 26.
    Filmstatistisches Taschenbuch 1964, a. a. O., S. 28.Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. Filmstatistisches Taschenbuch 1962, a. a. O., S. 34ff.Google Scholar
  27. 28.
    Vgl. hierzu Spraos, John, The Decline of the Cinema, London 1962.Google Scholar
  28. 29.
    Filmstatistisches Taschenbuch 1964, a. a. O., S. 27 f.Google Scholar
  29. 30.
    Vgl. S. 48.Google Scholar
  30. 31.
    Brutto-Einnahmen abzügl. Vergnügungsteuer. Quelle: Filmstatistisches Taschenbuch 1964, a. a. O., S. 48f.Google Scholar
  31. 32.
    Filmstatistisches Taschenbuch, 1964, S. 1 bzw. 4.Google Scholar
  32. 33.
    Vgl. Dadek, Walter, Die Filmwirtschaft, a. a. O., S. 101.Google Scholar
  33. 34.
    Vgl. Filmstatistisches Taschenbuch 1964, a. a. O., S. 18.Google Scholar
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    Vgl. dazu Schmölders, Günter, Ökonomische Verhaltensforschung, in: ORDO, Bd. V, 1953, S. 203ff.;Google Scholar
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    Vgl. dazu Schmölders, Günter, Ders., Das Irrationale in der öffentlichen Finanzwirtschaft. Probleme der Finanzpsychologie, rde. Bd. 100, Hamburg 1960;Google Scholar
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    Vgl. dazu Schmölders, Günter, Ders., Volkswirtschaftslehre und Psychologie, Berlin 1962.Google Scholar
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    (Vgl. auch Reiwald, Paul, Vom Geist der Massen, Zürich 1948, S. 139 ff.)Google Scholar
  39. 37.
    Lenz, Friedrich, a. a. O., S. 236.Google Scholar
  40. 38.
    Albert Schäffle bezeichnet daher das Publikum auch als »eine gegen die Organe der sozialen Geistestätigkeit offene, empfängliche und reagierende, mitwirkende, mitwürdigende und mitwollende soziale Masse«. (Zit. nach Lenz, Friedrich, a. a. O., S. 235f.)Google Scholar
  41. 39.
    So wurden z. B. von 1952 bis 1962 allein 85 abendfüllende Kultur-, Dokumentar- und Lehrfilme aus deutscher Produktion von der Filmbewertungsstelle der Länder mit einem Prädikat bedacht. (Filmstatistisches Taschenbuch 1963, S. 8.)Google Scholar
  42. 40.
    Gedacht ist hier vor allem an Regie, Kameraführung u. ä., also mehr die künstlerischtechnische Ausgestaltung einer Filmhandlung.Google Scholar
  43. 41.
    Die weiteren Bestimmungsgründe dieser allgemeinen Interessenlagen, vor allem religiöse und sittliche Überzeugungen, Bildungsstand und Nationalität der Filmbesucher, die in wechselndem Maße die aufgezeigten Attitüden beeinflussen und bestimmen können, sollen hier unberücksichtigt bleiben, da für unser Problem, die Qualitätsfrage, die aufgezeigten Globalattitüden maßgebend sind.Google Scholar
  44. 42.
    Bei einer französischen Untersuchung aus dem Jahre 1954 ergab sich, daß 57% der befragten Zuschauer unterhaltende und zerstreuende Filme bevorzugten. (Vgl. Durand, Jacques, Le cinéma et son public, Paris 1958, S. 164.)Google Scholar
  45. 43.
    Heimann schätzt, daß 80% der deutschen Filmproduktion lediglich einfache Unterhaltung bieten will, während nur 20% »über die bloße Unterhaltungsgewährung einen geistigen Anspruch erhebt«. (Heimann, Paul, Das deutsche Filmwesen der Gegenwart, in: Universitas, Heft 4, April 1959, S. 396.)Google Scholar
  46. 44.
    So der Vertreter eines durch »Schnulzen« groß gewordenen Filmverleihs. (Vgl. Korn, Karl, Wer diktiert den Publikumsgeschmack ?, in: FAZ vom 6. 11. 1957.)Google Scholar
  47. 45.
    Vgl. Dadek, Walter, a. a. O., S. 131ff.Google Scholar
  48. 46.
    Vgl. Dadek, Walter, a. a. O., S. 131.Google Scholar
  49. 47.
    Ebenda, S. 137.Google Scholar
  50. 48.
    Ebenda, S. 143.Google Scholar
  51. 49.
    Durand, Jacques, a. a. O., S. 153.Google Scholar
  52. 50.
    Zitiert nach Durand, Jaques, a. a. O., S. 153.Google Scholar
  53. 51.
    Zitiert nach Durand, Jacques, a. a. O., S. 153.Google Scholar
  54. 52.
    Gessner, Alexander, a. a. O., S. 178.Google Scholar
  55. 53.
    Schweins, Annemarie, Die Entwicklung der deutschen Filmwirtschaft, a. a. O., S. 136.Google Scholar
  56. 54.
    Bundestagsdrucksache IV/366, S. 2.Google Scholar
  57. 55.
    Landtagssitzungsbericht NRW, 36. Sitzung vom 12. 12. 1951, S. 1355.Google Scholar
  58. 56.
    Landtagssitzungsbericht NRW, 23. Sitzung vom 18. 10. 1955, S. 740.Google Scholar
  59. 57.
    Vgl. S.15.Google Scholar
  60. 58.
    Bundestagsdrucksache IV/366, S. 6.Google Scholar
  61. 59.
    Vgl. Schulz, Rolf Joachim, Art. »Filmwirtschaft« (Film III), a. a. O., S. 534f.Google Scholar
  62. 60.
    Bundestagsdrucksache IV/366, S. 2.Google Scholar
  63. 61.
    Bundestagsdrucksache IV/2324, S. 3.Google Scholar
  64. 62.
    Die Zahl der Beschäftigten in der Filmwirtschaft kann für ein bestimmtes Jahr nie genau angegeben werden, da vor allem die Darsteller in der Produktion nur fallweise beschäftigt werden.Google Scholar
  65. 63.
    Filrnstatistisches Taschenbuch 1963, S. 63.Google Scholar
  66. 64.
    Nettoeinnahmen = Bruttoeinnahmen der Filmtheater ... Vergnügungsteuer + Einnahmen aus dem Export ... Ausgaben für Import (1961: 778 Mill. ... 82 Mill. + 25 Mill. ... 111 Mill. = 610 Mill. DM). (Vgl. Filmstatistisches Taschenbuch 1964, S. 48 bzw. 59.)Google Scholar
  67. 65.
    Statistisches Jahrbuch für die BRD 1963, S. 196 (Zahl der Beschäftigten 1961: 21 971 434).Google Scholar
  68. 66.
    Ebenda, S. 221 (Umsatz der Gesamtindustrie 1961: 277 922 Mill. DM).Google Scholar
  69. 67.
    In Deutschland bestehen Filmproduktionsstätten von nennenswertem Ausmaß nur in München, Berlin, Hamburg, Göttingen und Bendestorf.Google Scholar
  70. 68.
    Vgl. z. B. Handelsblatt vomn 14. 7. 1964, S. 5.Google Scholar
  71. 69.
    Vgl. Bundestagsdrucksache IV/366, S. 6.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1966

Authors and Affiliations

  • Hans-Peter Herriger
    • 1
  1. 1.Finanzwissenschaftliches ForschungsinstitutUniversität KölnDeutschland

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