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Der rechtliche Charakter der Kategorie des „verlorenen“ Sohnes und seine Verwurzelung im Institut der\( {\underset{\raise0.3em\hbox{$\smash{\scriptscriptstyle\cdot}$}}{\kappa}^e}\underset{\raise0.3em\hbox{$\smash{\scriptscriptstyle\cdot}$}}{s} \bar a\underset{\raise0.3em\hbox{$\smash{\scriptscriptstyle\cdot}$}}{s} \bar ah \)

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Part of the Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AFLNW, volume 96)

Zusammenfassung

Ehe wir uns der Untersuchung der eben gestellten Frage mit der Aussicht auf Erfolg zuwenden können, bedarf es allerdings noch des Eingehens auf einen weiteren Lebensbezug, den unsere Erzählung enthält. Der kleine Umweg, den wir uns damit zumuten, erweist sich schnell als hilfreich im Blick auf alles Weitere. Über ihn gewinnen wir nämlich ohne besondere Mühe Zugang zu dem Bereich des Rechtes, innerhalb dessen ein Verfahren wie die Re-Investitur ihren eigentlichen Ort hat.

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Literatur

  1. 39.
    Vgl. dazu Erich Klostermann, Das Lukasevangeliuma (= Handbuch zum Neuen Testament 5)2, Tübingen 1929, S. 159f.Google Scholar
  2. 40.
    So zum Beispiel Josef Schmid, Das Evangelium nach Lukas (= Das [Regensburger] Neue Testament 3), Regensburg 1955, S. 254.Google Scholar
  3. 41.
    So noch wieder, mit wenig glücklicher Begründung, Günther Baumbach, Das Verständnis des Bösen in den synoptischen Evangelien (= Theologische Arbeiten XIX), Berlin 1963, S. 153 f.Google Scholar
  4. 42.
    David Daube, Inheritance in Two Lucan Pericopes, in: Zeitschrift der SavignyStiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung 72 (1955), S. 326ff.Google Scholar
  5. 43.
    Das gilt auch für Jeremias, der die Arbeit von Daube nur zu der Forderung des jüngeren Sohnes auf seinen Anteil am väterlichen Besitz = Erbe zitiert (a.a.O., S. 129). Allerdings hat Daube die von ihm herangezogenen Texte auch nicht in extenso mitgeteilt, so daß bei ihm ihre Bedeutung für das Verständnis gerade auch von Luk. 15, 24 nicht ohne weiteres erkennbar wird.Google Scholar
  6. 44.
    Schon hier deutet sich an, was im folgenden ganz klar hervortreten wird, daß es sich in der hier besprochenen Übung um eine Maßnahme des gesellschaftlichen Selbstschutzes handelt.Google Scholar
  7. 45.
    Vgl. vor allem Tosefta Ketubbot III, 3; jer. Talmud Ketubbot 26d, 72ff.; Kidduschin 60c, 23ff.; bab. Talmud Ketubbot 28b Bar.; Midrasch Ruth rabba VII, 11 zu 4, 7. Vgl. weiter Jacob Levy, Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim2, Berlin und Wien 1924, Sp. 363a/b.Google Scholar
  8. 46.
    Dafür spricht unter anderem sehr nachdrücklich, daß die Übung in der Mischna keine Berücksichtigung gefunden hat und daß sie in der in Anm. 45 angeführten Stelle aus der Tosefta nur in der Form einer Erinnerung an längst Vergangenes erscheint. Ganz deutlich ist ihr vorinstitutioneller Charakter. Sie ist wahrscheinlich in einer Zeit drohender Auflösung des Bewußtseins der Verantwortung für den biologischen wie für den wirtschaftlichen Fortbestand der Judenschaft im Lande entstanden, und zwar in traditionellen Kreisen und als Versuch der Selbsthilfe. Es ist nicht auszuschließen, daß wir einen Bezug auf eine solche Situation in der sogenannten Damaskusschrift (jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe: Eduard Lohse, Die Texte aus Qumran. Hebräisch und deutsch, Darmstadt 1964, S. 63ff.) besitzen, wenn es dort heißt, ein jeder solle das Wohl seines Bruders suchen, nicht sich treulos hinsichtlich seiner Blutsverwandten verhalten, sich fernhalten von den unzüchtigen Frauen, wie es der göttlichen Ordnung gemäß sei (Dam. VI, 21 — VII, 2). Vgl. noch Anm. 49.Google Scholar
  9. 47.
    In diesem Zusammenhang ist es nicht unwichtig, daß sich im Sondergut des Lukas-Evangeliums, zu dem die Erzählung von dem Verlorenen Sohn gehört, mancherlei Erinnerungen an besondere palästinische Verhältnisse erhalten haben.Google Scholar
  10. 48.
    Vgl. dazu Jer. 19, 1 ff.Google Scholar
  11. 49.
    Soweit die rabbinische Literatur auf „die nicht für ihn passende Frau“ zu sprechen kommt, scheint sie nicht nur solche Frauen im Auge zu haben, die zu heiraten durch das Gesetz verboten ist, sondern auch diejenigen, die aus verbotenen Ehen oder Verbindungen stammen (vgl. Tosefta Kidduschin I, 4 u. a. m.). Indes scheint auch die zitierte Wendung in ältere Anschauung und Praxis zurückzureichen und durch die präzisen Vorschriften des Rabbinats überholt worden zu sein.Google Scholar
  12. 50.
    Midr. Ruth rabba VII, 11 zu 4, 7.Google Scholar
  13. 51.
    Er ist also für seine Sippe praktisch ein Toter (vgl. Luk. 15, 24.32: vexpóç), auch wenn das so nicht ausgedrückt wird.Google Scholar
  14. 52.
    Das Rabbinat bedient sich üblicherweise des Verbums ‘dbad, wenn das Verlorengehen von Gegenständen festgestellt wird.Google Scholar
  15. 53.
    Im Parallelismus membrorum kann zudem ‘dbad = verlorengehen im Rabbinat gelegentlich in klarer Analogie zu mtit = sterben gebraucht werden, so jer. Talmud Berachot 5 c, 31f.: „Wenn sie (nämlich: eben aufgezählte Wertgegenstände) verlorengegangen sind (’dbedii), so gibt es Ersatz für sie; wenn aber ein (für die Ordination zum Rabbi anstehender jüngerer) Gelehrter (talmid chdkdm) gestorben ist (mit), wer bringt dann Ersatz für ihn bei ?“ Hier ist die von Daube, a. a. O., S. 334, noch vermißte genaue rabbinische Parallele zu Luk. 15, 24.32 mit dem Parallelismus von „tot” und „verloren“.Google Scholar
  16. 54.
    A. a. O., S. 334.Google Scholar
  17. 55.
    Baba batra II, 5; vgl. auch bab. Talmud Baba batra 47 a Bar.Google Scholar
  18. 56.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1967

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