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Alexanders Vergöttlichung

  • Hans Erich Stier
Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume 187)

Zusammenfassung

Alexanders Verschmelzungspolitik war, wie gesagt, unbestreitbar das sicherste Mittel, um zu einer nicht bloß ephemeren, sondern zu einer dauerhaften Befriedung innerhalb der Kulturwelt zu gelangen, ohne zu tyrannischen Praktiken greifen zu müssen. Daß Alexander diese völlig ablehnte, hatte er durch seine Maßnahmen während des Rachekrieges mehrfach unter Beweis gestellt 119, nicht zuletzt durch die bereits erwähnte Rücksendung der Gruppe der Tyrannenmörder aus Susa nach Athen (s. o. S. 24). Die Gewalt der Waffen allein konnte die maßgebliche Rolle der Makedonen und ihres Herrschers im freiheitlichen Hellas auf die Dauer nicht sichern 120. Andererseits war dieses Hellas noch immer das Herz der Welt. Alexander hatte das schon damit anerkannt, daß er seinem Mitstreiter Krateros, der die Heimkehr der 10 000 makedonischen Veteranen zu leiten hatte und in Makedonien den in fast ständige Konflikte mit Alexanders Mutter verwickelten Antipater ablösen sollte, zugleich den Auftrag gab, für „die Freiheit der Hellenen” zu sorgen 121. Das war die altehrwürdige Parole im Zeitalter der hellenischen Klassik gewesen, seit Athen überraschend zu einer wirklichen Weltmacht aufstieg und die übrigen Polisstaaten sich dadurch bedroht fühlten. Aber so selbstverständlich sie sich ausnahm, so schwierig erschien ihre Verwirklichung.

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Referenzen

  1. 119.
    Deshalb ist die jüngst geäufkrte Meinung nicht akzeptabel, daß Alexander sich das Werk des Philistos habe in den Osten nachsenden lassen, urn als Tyrann sich über die Tyrannis Dionys I. zu unterrichten (so T. S. Brown, Historia 16, besonders S. 365 f.). Es muß schon dabei bleiben, daß die Kenntnis des Westens, wo sein Oheim Alexander der Molosser 331 v. Chr. ermordet worden war, den Grund für jene Nachsendung bildet.Google Scholar
  2. 120.
    Das sollte sich in der Geschichte des Ägäisraumes während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. geradezu erschreckend offenbaren; ich darf dafür hier auf mein Buch „Roms Aufstieg zur Weltmacht” (1957), S. 55 ff., verweisen.Google Scholar
  3. 121.
    Arrian 7, 12, 4.Google Scholar
  4. 122.
    So schreibt Alexander in seinem Briefe an Darius III. (Arrian 2, 14, 6) von dem Friedenszustande (εîńvη), den er den Hellenen geschaffen habe (s. o. S. 16).Google Scholar
  5. 123.
    Dieses Zeugnis des Onesikritos, das Plutarch in seiner Alexanderbiographie (60) erhalten hat, kann nicht, wie bisher üblich, unbeachtet bleiben.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1973

Authors and Affiliations

  • Hans Erich Stier

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