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Ethische und politische Aspekte des journalistischen Sprachgebrauchs

  • Josef Kurz
  • Daniel Müller
  • Joachim Pötschke
  • Horst Pöttker
Chapter
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Zusammenfassung

Als Maßstäbe für die Stilbeurteilung dienten bisher, sieht man von den Überlegungen zur Sprachpflege ab, journalistische Qualitätskriterien wie Universalität, Aktualität und vor allem Verständlichkeit, die wir im ersten Kapitel aus der beruflichen Aufgabe, Öffentlichkeit herzustellen, abgeleitet haben. Neben dieser professionellen gibt es eine zweite, universelle Sphäre, aus der journalistische Stilkriterien gewonnen werden können: die für alle Menschen und Berufe gleichermaßen geltende Moral. Darunter ist die Gesamtheit der durch Werte begründeten Pflichten zu verstehen, die auf andere Menschen bezogenes Handeln regulieren. Die formalisierten Rechtsnormen stellen einen Teil dieser Gesamtheit dar; ein anderer, mit dem Recht sich überschneidender Teil ist das politische Ordnungsgefüge, das die Beziehungen zwischen den Individuen und der sozialen Gesamtheit regelt. Von der Moral zu unterscheiden ist die Ethik als wissenschaftliche Disziplin, die sich um die rationale Diskussion, Begründung und Systematisierung der moralischen Regeln kümmert.

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Referenzen

  1. 10.
    Vgl Sternberger/Storz/Süskind 1989, bes. die von Dolf Sternberger stammenden Texte, die entweder mit dem Kürzel d. st. oder mit vollem Autorennamen gezeichnet sind.Google Scholar
  2. 11.
    Sternberger/Storz/Süskind 1989, S. 15. Orwell hat 1946 ähnlich argumentiert: „I said earlier that the decadence of our language is probably curable. Those who deny this would argue, if they produced an argument at all, the language merely reflects existing social conditions, and that we cannot influence its development by any direct tinkering with words and constructions. So far as the general tone or spirit of a language goes, this may be true, but it is not true in detail. Silly words and expressions have often disappeared, not through any evolutionary process but owing to the conscious action of a minority.“ (Orwell 1968, S. 138f.) Zu dieser stilbewußten Minderheit zählt Orwell ausdrücklich auch manche Journalisten.Google Scholar
  3. 12.
    George Orwells vorbildliche Formulierung dazu: „Look back through this essay, and for certain you will find that I have again and again committed the very faults I am protesting against.“ (Orwell 1968, S. 137.).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Josef Kurz
  • Daniel Müller
  • Joachim Pötschke
  • Horst Pöttker

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