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Zu Fragen der Schulverweigerung — eine Einführung

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Zusammenfassung

In unregelmäßigen Abständen werden Fragen der schulischen Bildung zum Gegenstand des öffentlichen Interesses. Bildungspolitische Fachdebatten weiten sich meist dann zu einem für kurze Zeit öffentlich geführten Diskurs aus, wenn real oder vermeintlich besorgniserregende Anlässe bestehen. Diese sind zum einen dann gegeben, wenn das System Schule nicht sogleich Antworten auf aktuelle Ausdrucksformen Jugendlicher findet, etwa wenn „Gewalt“, „Rechtsextremismus“ oder „Drogenprobleme“ nicht länger aus dem schulischen Kontext ausgeblendet werden können. Zum anderen werden immer wieder strukturelle und organisatorische Fragen erörtert, etwa in den Suchbewegungen um neue angemessene Formen schulischer Administration, in der Debatte um eine Verkürzung oder eine Verlängerung gymnasialer Ausbildung oder eingebettet in die Auseinandersetzung um die Folgeprobleme, welche aus der extremen Überalterung der deutschen Lehrerschaft resultieren. Besonders heftig gerät die Debatte aber meist dann, wenn Schule in den Verdacht gerät, daß sie den an sie gestellten Leistungsanforderungen nicht mehr genügt, wenn Wirtschaftsvertreter bemängeln, daß Lehrlinge „nicht einmal mehr die einfachen Grundrechenarten beherrschen“, wenn eine wachsende Zahl an Professoren einem erheblichen Teil der Abiturienten die Fähigkeit zum Studium abspricht oder internationale Leistungsvergleiche wie TIMSS und PISA der in Deutschland praktizierten Schulbildung nur einen hinteren Rang zuweisen.

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Quellen

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

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