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„Rassen“-Beziehungen

  • Karin Engell
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Zusammenfassung

Brasilien besticht im lateinamerikanischen Kontext durch seine „Rassen“-Vielfalt und hat den Ruf, ein harmonisches Zusammenleben dieser unterschiedlichen „Rassen“ zu ermöglichen. Doch die Durchsetzung dieser Harmonievorstellungen erfolgt auf Kosten der Rechte und Möglichkeiten des farbigen Anteils der brasilianischen Bevölkerung. Besonders der Glaube der Farbigen an den „weißen“ Mythos der Rassendemokratie zementiert und tradiert den Fortbestand rassischer Ungleichheit.

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Literatur

  1. 1.
    C.Lévi-Strauss, 1972, S.19.Google Scholar
  2. 2.
    R.Benedict, 1983, S.53.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. R.C.Lewontin, St.Rose, L.J.Kamin, 1984, S.119 ff.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. R.Miles, 1989, S.353/354.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. M.Harris, 1968, S.81. Im Original: “folk racism”. Vgl. ebenso: S.82.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. R.Benedict, 1983, S.63.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. M.Harris, 1968, S.80 ff.; vgl. M.Banton, 1987, S.28 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Die Dämmerung ist in Brasilien kurz. Im Juni dauert sie z.B. eine halbe Stunde.Google Scholar
  9. 10.
    Anes Maria, 1.8.1985, III. Encontro Feminista Latino-Americano E Do Caribe. Bertioga, Brasil. (Zur Zitierweise: Die Vornamen der Sprecherinnen sind frei erfunden und dienen lediglich als Ordnungskategorie des empirischen Materials.) Original: “Gente, Vocês säo morenos, porque moreno é mistura, nâo é isso ? Mas o branco brasileiro também é moreno, como o negro também é moreno, so, que eles usam isso como forma de sutileza. Agora eu näo sou negro, eu sou moreno.. e nos af, da mesma forma, e da cabeça, de cufca, de confidência, a gente nâo pode vagar por al tamborilando, que nos somos todos negros, certo? O negro näo pode ficar so fazendo música.”Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. zu “moreno”: Th.de Azevedo, 1975, S.28 f.Google Scholar
  11. 12.
    Wir verwenden den Begriff “Realität” als Synonym für “soziale Wirklichkeit.” Vgl. P.L.Berger, Th.Luckmann, 1970.Google Scholar
  12. 13.
    R.Miles, 1989, S.355. Miles weist hier im Text auf eine “Tradition” der Konstruktion von Begriffen hin. Der Vollständigkeit halber sei ein größerer Ausschnitt zitiert: “Definiert man also Gruppen auf Grund phänotypischer Merkmale als ”Rassen“, so handelt es sich um einen Aspekt der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit.”Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. zum Begriff der “Situationsbestimmung” oder auch “Thomas Theorem” W.I.Thomas, The Child in America, New York 1928, S.572; ders., Social Behavior and Personality, New York 1951; dt.: ders., Person und Sozialverhalten. Neuwied 1965, S.46 ff.; vgl. ebenso: Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen, Bd.1,1973.Google Scholar
  14. 15.
    Der Begriff “Spion” steht in der Ethnologie für das Problem der kulturspezifischen Interpretation “fremder” sozialer Interaktionen. Vgl. H.P. Duerr, 1987; W.v.der Ohe, 1987a.Google Scholar
  15. 16.
    Die dichotomische Konstruktion ist aus der Literatur zu gesellschaftlichen Codes vertraut. Politische Soziologie, bzw. Politikwissenschaft, Sprachsoziologie, Kommunikationswissenschaften, Entwicklungssoziologie und die Kulturanthropologie haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Vgl.:Klassisch: B.Bernstein, 1972; B.Danet, 1972; M.Douglas,1974, die Bersteins Handwerkzeug auf primitive Gesellschaften anwendet; S.N.Eisenstadt, 1973, bes. S. 311 ff.; N.Luhmann, 1974, 1977, 1981 u. H.Reimann, 1983.Google Scholar
  16. 17.
    Mes Maria, 1.8.1985, III. Encontro Feminista Latino-Americano E Do Caribe. Bertioga, Brasil. Brasilianisches Original:…“Leva essa, é taxada de negro e näo tem meio-termo,”…Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. R.Benedict, 1983, S.37 f. Die Vorstellung einer Abstammung vom Homo Sapiens ist idealtypisch gedacht. Die Entwicklung des Menschen kann durch zwei Charakteristiken gekennzeichnet werden: Seine Verbreitung über die ganze Erde, d.h. seine Migrationsbereitschaft und gleichzeitig seine abgeschiedene Entwicklung in bestimmten Enklaven, “areas of characterization”, in denen er auch bestimmte Merkmale ausbilden konnte. S.39 Bereits in “grauer Vorzeit” stellt sich jedoch die Frage der Mischung. Es gilt als erwiesen, daß sich der Homo Sapiens Typ mit dem vergleichsweise eher affenähnlichen Vorgänger Homo Neanderthalis mischte. Vgl. ebenso: C.LéviStrauss, 1972, S.33.Google Scholar
  18. 19.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, 1972, S.17: “Bekanntlich ist der Begriff ”Menschheit“, der ohne Unterschied der Rasse oder Zivilisation alle Lebensformen der Gattung Mensch einschließt, ziemlich spät aufgekommen und sehr wenig verbreitet.” Die Menschheit sollte durch die Fälligkeit zur Integration und kreativen Förderung kultureller Vielseitigkeit wachsen. S.80: “Die Menschheit hat es ständig mit zwei einander widersprechenden Prozessen zu tun, von denen der eine zur Vereinheitlichung strebt und der andere zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Differenzierung.”Google Scholar
  19. 20.
    Scheinbar nimmt mit zunehmender Distanz zur Erde die ganzheitliche Wahrnehmung des Planeten zu. Erst verschwinden Ländergrenzen, dann wird der Planet zur “Heimat”. - Ein Gedanke des französischen Philosophen Emmanuel Levinas nach der Erdumrundung Gagarins 1959. Vgl. W.Schmid, Der Traum vom Wohnen des Menschen. Das Leben Martin Heideggers in der Hütte von Todtnauberg. In: SZ, 16./17.9.89, Nr.213,S.XV, Feuilleton.Google Scholar
  20. 21.
    Vgl. E.Balibar, 1989, S.369/370: Im Rassismus werden Stimmungen und Gefühle organisiert wobei auf diese Weise sowohl die “Subjekte” als auch “Objekte” des Rassismus stereotypisiert werden. Auf diese Weise entstehen sogenannte “Gemeinschaften”. Die der “Objekte” ist zwangsläufig über Etikettierung abgegrenzt.Google Scholar
  21. 23.
    Sneewittchen, in: Kinder und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm, Berlin 1970, S.230.Google Scholar
  22. 24.
    Darcy Ribeiro,“Unterentwicklung, Kultur und Zivilisation.” Vortrag am 20.3.1988 auf dem Symposium “Brasilien auf dem Weg zur ”Neuen Republik“.” Veranstaltet im Rahmen der Lateinamerikanischen Filmtage /Brasilien. In München, vom 2. - 20.3.1988.Google Scholar
  23. 25.
    The Third UNESCO Statement On Race, Moskau, 18.8.1964, in: R.Benedict, 1983, S.172 f., S.173.Google Scholar
  24. 26.
    Vgl. R.Miles, 1989, S.353/354. In der Biologie und dort in der Genforschung wird seit langem eine Diskussion darüber geführt, ob die Anwendung des alten Begriffs “Rasse” auf neue Phänomene, “die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind”, zulässig sei. Bei den “neuen” Phänomenen handelt es sich um Genkombinationen, die sich phänotypisch nicht niederschlagen. Es gilt in der Zwischenzeit als unumstritten, daß der wissenschaftlich legitime Gegenstand nicht mehr phänotypische Merkmale sondern Genkombinationen sind. Man ist sich daher nicht ganz einig, ob der Gegenstandswechsel auch einen Begriffswechsel zur Folge haben soll. Die Unterscheidung nach phänotypischen Merkmalen ist daher nicht mehr wissenschaftlich zu rechtfertigen. In diesem Sinne gibt es in der Biologie und Genforschung keine Rassen.Google Scholar
  25. 27.
    Vgl.R.Benedict, 1983, S.VII.Google Scholar
  26. 28.
    Die Phrenologie, Schädelforschung, wurde 1825 von Joseph Gall begründet. Das wissenschaftliche Interesse am Kopf als Behälter der Gehirnmasse kulminierte in der Etablierung des “cephalic index”, des Kopfindexes. Gemessen wird die Länge des Kopfes im Verhältnis zur Breite. Franz Boas zeigte später, daß die Kopfform innerhalb einer Generation auf Umweltfaktoren antwortet. Vgl. R.Benedict, 1983, S.26 f., M.Harris, 1968, S.99.Google Scholar
  27. 29.
    Wir einigen uns vorläufig mit R.Benedict auf drei physische menschliche Grundtypen: Kaukasier, Mongoloide und Negroide. Vgl. dies., 1983, S.31 ff.Google Scholar
  28. 30.
    Ch.Darwin, Origin of Species, 1859.Google Scholar
  29. 31.
    Vgl. M.Harris, 1968, S.82.Google Scholar
  30. 32.
    M.Harris, 1968, S.82.Google Scholar
  31. 33.
    Vgl. zur Kategorie des “Fremden” im Rahmen der Entdeckung neuer Kontinente und Kulturen: R.Girtler, 1979, S.39 f.Google Scholar
  32. 34.
    Vgl. R.Benedict, 1983, S.100 ff.Das Ziel des frühen Imperialismus bestand darin Abgaben und Steuern zu sichern. Darüberhinaus sollten die unterworfenen Völker an das Zentrum gebunden werden, nur so gelang die Stabilisierung des Großreiches. Es ging nicht darum neue Arbeitsmärkte und billige Arbeitskräfte zu erschließen.Google Scholar
  33. 35.
    Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts kann eine Einteilung der Menschen in Gläubige und Ungläubige verfolgt werden, die mit den jeweiligen “Rassen” kombiniert werden kann. Die Holländer bestimmten in Südafrika, daß in der Sklaverei geborene Kinder weder getauft werden noch religiösen Unterricht erhalten sollten. 1792 gab der Kirchenrat von Cape Town ein Statement heraus, wonach weder nach Landes-noch nach Kirchenrecht christianisierte Schwarze aus der Sklaverei befreit werden mußten. Die alte Einteilung in Gläubige und Ungläubige machte einer Einteilung in Zivilisierte und Nicht-Zivilisierte Platz. Vgl. R.Benedict, 1983, S.108/109.Google Scholar
  34. 36.
    Das Interesse Jean Jacques Rousseaus und Lord Monboddos an Orang-Utans und sogenannten wilden Menschen ist auf dem Hintergrund der Annahme zu verstehen, daß die physische Erscheinung des Menschen und sein Verhalten durch die Umgebung geprägt sind. Der Evolutionsmus des 18. Jahrhunderts war darüberhinaus durch den Glauben an die Vervollkommnungsfähigkeiten des Menschen durch “Aufklärung” bestimmt. Im 18. Jahrhundert blieb der Akzent im “nature-nurture” Kontinuum auf der “nurture” Seite. Monboddo war der festen Überzeugung, daß die “wilden Menschen” und Orang-Utans sprechen lernen könnten, intelligente Wesen seien, die sogar den Zugang zur Wissenschaft erreichen würden. - Man gäbe ihnen nur “genügend Zeit” und “günstige Umstände”. Vgl. M. Harris, 1968, S. 82/83. Die Betonung der Umgebung bei der Formung des Menschen findet ihren extremsten Ausdruck in der Vorstellung, daß die “Rasse” selbst ein Produkt der Umstände sei, in denen Menschen leben. Vgl. M. Harris, 1968, S. 85.Google Scholar
  35. 37.
    Die auf Brasilien angewandten Ansätze reduzierten ihren Erklärungsgehalt stark auf die “fortschrittsabträglichen” klimatischen und erblichen Bedingungen der dort lebenden “Rassen”. Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.27 ff.. Diese Form von “wissenschaftlichem Rassismus” konnte sich erst nach der Französischen Revolution durchsetzen. Bis dahin dominierte die soziokulturelle Interpretation der “Unterdrückung”, z.B. der Sansculotten, Indianer oder Einwohner Tahitis. Vgl. M.Harris, 1968, S.82/83.Google Scholar
  36. 38.
    N.Elias, 1981, S.52: “Fortschritt” als Kriterium gesamtgesellschaftlicher Entwicklung ist “unbrauchbar”: “Der Begriff des ”Fortschritts“ hat, als Kernbegriff des Glaubens an die unausweichliche Zielstrebigkeit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in Richtung auf eine Verbesserung des Lebens, der besonders im 18. und 19. Jahrhundert viele Anhänger unter der bürgerlichen Intelligenz Europas fand, bei den Nachfahren dieser Intelligenz heute einen schlechten Namen. Als Kriterium für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung, als Ausdruck einer dogmatischen Überzeugung ist der Begriff in der Tat unbrauchbar.”S.52/53. Ders, 1977, S.132: Gleichzeitigkeit von Fortschrittsbemühen und Fortschrittsfurcht als Struktureigentümlichkeit gegenwärtiger Gesellschaften. - Ders, 1977, S.131: Fortschritt als Herausbildung lernbarer Symbole: “Man hat bisher noch kaum eine Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen Menschen zu kämpfen hatten, ehe sie in ihrem Bemühen um Verständnis und Erklärung der außermenschlichen Naturereignisse allmählich aus den vorherrschenden voluntaristischen magisch-mythischen Sprech-und Denksymbolen andere zu entwickeln vermochten, die wir heute als ”physikalisch“ oder ”naturwissenschaftlich“ bezeichnen. Diese Herausbildung von menschengeschaffenen und dementsprechend lernbaren Symbolen, die zugleich als Orientierungs-, Steuerungs-und Kommunikationsmittel dienen, und ihre allmählich immer bessere Abstimmung auf die von ihnen symbolisierten Sachzusammenhänge ist ein Beispiel für das, was man unter Fortschritt versteht.” D.Ribeiro, 1971, S.139, Fortschritt und koloniale Unterdrückung: “Dieser schier grenzenlose Machterwerb flößte den nord-und zentraleuropäischen Völkern, bis dahin Marginale des großen zivilisatorischen Prozesses, ein Gefühl der Überlegenheit und der Zivilisierungsmission ein, das jede koloniale Unterdrückung rechtfertigte, weil es auf der Meinung beruhte, sie stünden für eine höhere moralische Ordnung und stellten den Motor des menschheitlichen Fortschritts dar.”Google Scholar
  37. 39.
    Vgl. Henry Thomas Buckle, History of Civilization in England. London 1857–61. Buckle vertrat eine “Philosophie” des klimatischen Determinismus. Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.28: Auf lediglich 8 Seiten seines vielbändigen Werkes analysierte Buckle die klimatischen Bedingungen Brasiliens und setzte damit einen Anfang für Interpretationen, welche die “Üppigkeit der Tropen” zum “Verhängnis” der brasilianischen Entwicklung machen sollten: “Nowhere else is there so painful a contrast between the grandeur of the external world and the littleness of the internal…And the mind, cowed by this unequal struggle, has not only been unable to advance, but without foreign aid it would undoubtedly have receded. For even at present, with all the improvements constantly introduced from Europe, there are no signs of real progress…” Henry Thomas Buckle, History of Civilization in England, 2 Vols. London 1872, Vol. I, S.104–6, zit nach: Th.Skidmore, 1974, S.28/29. Buckles pessimistische Ansichten prägten die brasilianische Selbsteinschätzung für die nächsten 60 Jahre. Vgl. Th. Skidmore, 1974, S.29.Google Scholar
  38. 40.
    Vgl. Louis J.R.Agassiz, und Elizabeth Cary Agassiz, A Journey in Brazil. Boston 1868. Louis Agassiz lehrte in Harvard und war ein Vertreter der polygenetischen Abstammungslehre. Er trat jedoch gegen die Sklaverei ein, die teilweise mit der Polygenese legitimiert wurde. Privat soll er jedoch keinen Hehl aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber Schwarzen gemacht haben. Vgl. M.Harris, 1968, S.91. Die Veröffentlichung zu seiner Forschungsreise sah im Klima und in der Rassenmischung die “Übel” Brasiliens: “Let any one who doubts the evil of this mixture of races, and is inclined, from a mistaken philanthropy, to break down all barriers between them, come to Brazil. He cannot deny the deterioration consequent upon an amalgamation of races, more wide-spread here than in any other country in the world, and which is rapidly effacing the best qualities of the white man, the Negro, and the Indian, leaving a mongrel nondescript type, deficient in physical and mental energy.” L.J.R.Agassiz, E.Cary Agassiz, 1868, S.293, zit. nach: Th.Skidmore, 1974, S.31/32.Google Scholar
  39. 41.
    Vgl. A.Gobineau, Essay on the Inequality of Human Races. In: M.Biddiss, Hg., Gobineau, Selected Political Writings. London 1970. (Count J.Arthur de Gobineau, Essai sur l’inegalite des races humaines.(1853–1855). Gobineau kam als französischer Botschafter nach der Veröffentlichung seiner Schriften nach Brasilien. Als Diplomat empfand er das Land als eine berufliche Sackgasse und sah in ihm ein lebendiges Beispiel für seine rassistischen, ganz im Gegensatz zur Aufklärung stehenden Überzeugungen: “Race, like original sin, chains humanity to misery and eternal failure.” M.Harris, 1968, S.103. Gobineaus Ideen überlebten bis in das 20.Jahrhundert, dort bes. im Nationalsozialismus. Vgl. M.D. Biddis, Father of Racist Ideology. London 1970. Vgl. ebenso: Th.Skidmore, 1974, S.29 f..Google Scholar
  40. 42.
    Besonders Gobineau war allerdings ein dezidierter Kontrahent des Wandels, besonders der Einbußen des Adels. Vgl. R.Benedict, 1983, 5.117 f. Die negative Einschätzung der Tropen als “fortschrittsfeindliche” Klimazone (Buckle) oder der “Rassenmischung” (Agazis, Gobineau) gibt einen eindeutigen Hinweis auf die bevorzugte “Rasse”. Es ist der kaukasische Typ. Und hier besonders die nordische Spezialisierung, irrtümlich, in einer Verwechslung von Sprachgruppen und Menschentypen auch “arisch” genannt. Vgl. R.Benedict, 1983, S.8 Wir schließen uns der Aufteilung von R.Benedict an, nach der sich drei physische Menschentypen unterscheiden lassen.: R.Benedict, 1983, S.31: “In great areas of the world certain anatomical specializations have occurred in mankind and of these the most definitive are the Caucasoid, Mongoloid, and Negroid. In exactly the same manner, but to lesser degree, specialization has occured also in more restricted areas, but showing in many respects, as in that of the cephalic index, numerous identical forms in all primary races. These anatomical specializations are old and were clearly marked at the dawn of history; high cultural development, however, is recent and appears now in in one area of the world, now in another. It does not follow the fortunes of any one of these races,”…Google Scholar
  41. 43.
    Vgl. dazu die Rassismusdefinition von R.Miles, 1987, S.103: “Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Vorteil des Anklägers und zum Nachteil seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.”Google Scholar
  42. 44.
    E. Viotti da Costa, 1985, S.235.Google Scholar
  43. 45.
    Vgl. G.Freyre, 1982. - Das Original erschien 1933 unter dem Titel “Casa Grande & Senzala”. Vgl. ebenso: G. Freyre, Brazil: An Interpretation. New York 1945.Google Scholar
  44. 46.
    Vgl. O.Nogueira, 1959.Google Scholar
  45. 47.
    Vgl. dazu die bekanntesten Veröffentlichungen der sog. “Revisionisten”: L.A.Costa Pinto, O Negro no Rio de Janeiro. Sao Paulo 1952; Florestan Fernandes, Roger Bastide, Relaçoes Raçiais entre Brancos e Negros em Sao Paulo. Sao Paulo 1955; Theales de Azevedo, As Elites de Cor: um Estudo de Asçensao Social Sao Paulo 1955; Guerreiro Ramos, Introduçao Critica a Sociología Brasileira Rio de Janeiro 1957; Fernando Henrique Cardoso, Octavio Ianni, Cor e Mobilidade em Florianopolis. Sao Paulo 1960; Fernando Henrique Cardoso, Capitalismo e Escravidâo: o Negro na Sociedade Escravocrata do Rio Garnde do Sul. Sao Paulo 1962; Florestan Fernandes, A Integraçao do Negro na Sociedade de Classes, 2 Vols. Sao Paulo 1964…Google Scholar
  46. 48.
    Vgl. dazu die Zahlen von 1950 in: E.Viotti da Costa, 1985, S.236: 60% der Bevölkerung galten als “weiß”. 25% waren Mulatten, 11% Schwarze. Die Verteilung in den Grundschulen: 10% Mulatten, 4% Schwarze. - Hauptschulen, bzw.andere weiterführende Schulen: 4% Mulatten, weniger als 1% Schwarze. - Universitäten: 2% Mulatten, 0,25% Schwarze.Google Scholar
  47. 49.
    Wir schließen uns hier den Ausführungen E.Viotti da Costas an. Vgl. E.Viotti da Costa, 1985, S. 237.Google Scholar
  48. 50.
    wurden lediglich 40% der Bevölkerung für weiß gehalten. Vgl. E.Viotti da Costa, 1985, S. 239.Google Scholar
  49. 51.
    Übersetzt nach: E.Viotti da Costa, 1985, S. 239.Google Scholar
  50. 52.
    Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.77.Google Scholar
  51. 53.
    Vgl. zu den UNESCO-Studien der 50er Jahre: Roger Bastide, Race Relations in Brazil. UNESCO International Social Science Bulletin. IX, Nr.4, 1957, S.495–512. - Kritisch dazu: Edison Carneiro, 1964, S.102–118. Vgl. ebenso: Charles Wagley, Race and Class in Rural Brazil. Paris 1952.Google Scholar
  52. 54.
    Vgl. P.Van den Berghe, 1967, S.32.Google Scholar
  53. 55.
    Vgl. zu Patron-Klient-Beziehungen: Raymundo Faoro, Vol.I, 1987 (7.ed.); ders., Voll.II, 1985, (6.ed.); Victor Nunes Leal, 1975; Maria Isaura Pereira de Queiroz, 1969.Google Scholar
  54. 56.
    Vgl. zur Bedeutung der Mulatten in der brasilianischen Gesellschaft: Carl Degler, 1971.Google Scholar
  55. 57.
    Berichtet in Emilia Viotti da Costa, 1985, S.242.Google Scholar
  56. 58.
    Vgl. dazu: Dante Moreira Leite, 1983, S.235 ff.Google Scholar
  57. 59.
    Vgl. dazu ausführlich: A.Hofbauer, 1989.Google Scholar
  58. 60.
    Mario de Andrade, Macunaíma, O Hero! Sem Nenhum Carater. 17. Aufl. v. Bd. IV der Obras Completas de Mario de Andrade, Livraria Martins Editora S/A, Sao Paulo, 1980. Wir beziehen uns auf die dt.Übersetzung von Curt MeyerClason: M.de Andrade, Macunaíma. Der Held ohne jeden Charakter. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1982. - Macunaíma, das ‘brasilianischste Buch der brasilianischen Literatur des Jahrhunderts“ (C.Meyer-Clason, Nachwort, in: M.de Andrade, 1982, 5.170 ff., 5.170.) wurde von Mario de Andrade (18931945), einem Begründer des Modernismo, im Dezember 1926 geschrieben.Google Scholar
  59. 61.
    Wir führen den Begriff “Spion” ein, da der Verstehensprozeß, der ihn zum “Dolmetscher” avancieren ließe, erst im Verlauf der Reise einsetzen kann. Vgl. dazu: W.von der Ohe, 1987, S.401 ff.Google Scholar
  60. 62.
    Vgl. D.Ribeiro, 1980, S.100.Google Scholar
  61. 63.
    Vgl. dazu: R. DaMatta, 1986, 5.19/20. Das, was Brasilien zu Brasilien macheGoogle Scholar
  62. 64.
    M.de Andrade, 1982, S.32/33. Mario de Andrade gilt als einer der wichtigsten Stammväter des “Modernismo”, einer politisch-kulturellen Bewegung, die in der “Woche der modernen Kunst”, im Februar 1922 in Sao Paulo begründet wurde. Die erste Auflage des Romans erschien 1928. Vgl. zur “Rassendemokratie” die umfangreiche, in R.Bent Toplin, 1972 angegebene Literatur. R.Bent Toplin, 1972, S.XII und ebda., Anm.(1); Vgl. ebenso aus neuerer kirchlicher Sicht die kritische Darstellung in: C.N.B.B., 1988, S.7 ff. - Die Kursiv-Schrift ist von der Verf. eingesetzt. -Google Scholar
  63. 65.
    Folgende Texte fallen thematisch unter diese Fragestellung, sie sind nach Karnevalsjahr und Reihenfolge der Sambaschule im Karnevalsumzug aufgeführt und in der Literaturliste vollständig aufgeführt. Insgesamt nehmen wir in diese Arbeit 101 Sambatexte auf. Es sind die Umzugssambas der Sambaschulen der Gruppe I A. - Die in diesem Kapitel verwendeten Texte lassen sich in die Dimensionen: Nationale Geschichte und “Rasse”/“Rassenprobleme” aufteilen. Die Dimensionen ergänzen sich und werden zusammen behandelt. Folgende Texte wurden unter die genannten Themen subsumiert: Nationale Geschichte: 1983/B. - 1984/13. - 1985/2. - 1985/4. -1985/6.-1985/12.-1986/14.-1987/2.1987/12.-1987/14.-1988/12.-Unter die Dimension “Rasse”/“Rassenprobleme” fielen folgende Texte: 1982/7.-1983/10.-1983/12.-1984/1.-1985/5.-1988/5.-1988/7.-1988/10.-1988/ 11.-Google Scholar
  64. Da.
    rüberhinaus wurden folgende Texte zur Verdeutlichung der Argumentation in den Text eingearbeitet: 1983/2. -1983/4. -1983/9. -1984/3. -1984/5. - 1984/7.-1984/9.-1985/1.-1985/2.-1985/16.-1986/1.-1986/3.-1986/6.-1986/13.-1987/13.-1988/3.-Google Scholar
  65. 68.
    Chico Rei, mythische Figur mit historischem Hintergrund. Vgl. E Carneiro, 1950, S.101–103. Schwarzer König, der für die Freiheit seines gesamten versklavten Volkes arbeitete. Vgl. ebenso: A.Hofbauer, 1989, S.28.Google Scholar
  66. 69.
    /B. Portela.Google Scholar
  67. 70.
    Vgl. zur Charakterisierung dieser Typen: R.Benedict, 1983, S.31 ff.Google Scholar
  68. 71.
    Vgl. A.Hofbauer, 1989, S.4Google Scholar
  69. 72.
    Vgl. Statistisches Bundesamt Wiesbaden, Hg., Länderbericht Brasilien 1988, S.22: Nach dem Stand der Volkszählung von 1980 wird die Bevölkerung in folgende Gruppen eingeteilt: Weiße 53%, Mulatten 22%, Mestizen 12%, Schwarze 11%, Sonstige 2%. - Angesichts dieser Zahlen wird es natürlich merkwürdig von Minderheiten zu sprechen. Dazu kommt, daß mit europäischen Augen gesehen, der mulattische Anteil sicher noch höher liegen würde, denn es ist bekannt, daß die Selbsteinschätzung immer zur helleren Hautfarbe tendiert. - Vgl. ebenso: Follia de Sao Paulo, Fr. 9. Nov. 1979, 5.6: “Censo-80 vai pesquisar cor, decide o IBGE” - “Die Volkszählung von 1980 wird nach der Entscheidung des Brasilianischen Institutes für Geograhie und Statistik die Hautfarbe untersuchen”: Die Frage nach der Hautfarbe in der Volkszählung von 1980 war eine Forderung der Repräsentanten schwarzer Gruppen, die damit auf die Bedeutung des mulattischen und schwarzen Anteils in der Bevölkerung hinweisen wollten. Die Hautfarbe sollte nach vier Kategorien verschlüsselt werden: “cor branca, preta, amarela e parda”, - “weiße, schwarze, gelbe und Mischlingshaut”. Es war geplant zuerst die Hautfarbe einzutragen, welche der Befragte angab. Falls Zweifel beim Interviewer aufkommen sollten, konnte er danach die beobachtete Hautfarbe eintragen. - 1976, als für die Bestimmung der Hautfarbe eine offene Frage vorgesehen war, sollen 139 verschiedene Farben genannt worden sein.Google Scholar
  70. 73.
    Capoeira: Athletisches Kampfspiel, das die Sklaven mit nach Brasilien brachten. Es ist ein Straßenspiel. Die Waffe des “malandro”, des Tunichtgut, des Gauners. Eher Tanz als Kampf, mit einem ausgefeilten Kanon von Bewegungen, Schlägen, speziell für die Beine. Ein Kampf mit dem Flair des freundschaftlichen Schlagabtausches, akrobatisch, im Rhythmus der Schlaginstrumente, “berimbau”… und zum Klang alter Lieder. Capoeira - so heißt es - wird dieser Kampftanz nach den Bewohnern von “capoeiras” genannt. Capoeiras sind alte Rodungen, Urwaldlichtungen. Vgl. A. das Areias, 1984; P.Onori, 1988.Google Scholar
  71. 74.
    Vgl. J.B.Borges Pereira, 1984, S.177–187.Google Scholar
  72. 75.
    Vgl. dazu ausführlicher: A.Hofbauer, 1989Google Scholar
  73. 76.
    Vgl. Karneval 1984, 1.Sambaschule: Unidos de Tijuca: “Salemaleikum, Das Heldenepos Der Unbeugsamen Malês”. Malês: Muselmanen, Anhänger des Islam.Google Scholar
  74. 77.
    Vgl. A.Hofbauer, 1989, S.39. - Die brasilianische Bevölkerung umfaßte damals ungefähr 40 Mill.Google Scholar
  75. 78.
    Vgl. A.Hofbauer, 1989, S.44.Google Scholar
  76. 80.
    Vgl. A.Hofbauer,1989, S.46. - Vgl. dazu auch: A.Nascimento, 1980 und die Kritik an seinen Ausführungen durch Hofbauer, 1989, S.46 ff.Google Scholar
  77. 81.
    A.Hofbauer, 1989, S.63.Google Scholar
  78. 82.
    Karneval 1988, 11.Sambaschule: Império Serrano: Schluß Damit, Zurück Mit Dem, Was Mir Gehört. - Carnaval 1988, Escola de Samba: Império Serrano: Para Com Isto. Da CA O Meu.Google Scholar
  79. 83.
    S.B. de Holanda, 1983, S.106. - S.B. de Holanda bezieht sich hier auf den von Ribeiro Couto eingeführten Begriff.Google Scholar
  80. 84.
    E.Balibar, 1989, S.371.Google Scholar
  81. 85.
    Vgl. R.Miles, 1989, S.359: “Rasse als Ideologie ist durch folgenden Gehalt bestimmt: 1) Gewissen biologischen Merkmalen wird eine Bedeutung zugeschrieben, wodurch sie zum Erkennungs-Zeichen bestimmter Gruppen werden. Status und Herkunft der Gruppen werden so als natürlich und unveränderlich vorgestellt, das Anderssein der Gruppe erscheint als eine ihr innewohnende Tatsache. Mit anderen Worten, es kommt zu einem Prozeß der Rassenkonstruktion. 2) Die so gekennzeichnete Gruppe muß mit zusätzlichen, negativ bewerteten (biologischen oder kulturellen) Merkmalen versehen und so dargestellt werden, als verursache sie negative Folgen für andere.” - Diese Sicht der sozialen Wirklichkeit kann von der stigmatisierten Gruppe selbst übernommen werden. Beide Varianten “verkennen” die historische und soziale Situation.Google Scholar
  82. 87.
    Vgl. dazu: J.Baldwin und M.Mead, 1971, S.14, in: C.Guillaumin, 1980, S.41: M: “I was speaking in those days about three things we had to do: appreciate cultural differences, respect political and religious differences and ignore race. Absolutely ignore race. - B: Ignore race. That certainly seemed perfectly sound and true. - M: Yes, but it isn’t anymore. You see, it really isn’t true. This was wrong, because - B: Because race cannot be ignored.” - Vgl. ebenso zum umfassenden Definitionsprozeß: H.Blumer, T.Duster, 1980, S.236.Google Scholar
  83. 89.
    Der Begriff “Entdeckung” spiegelt den europäischen Standpunkt des Betrachters wider. Brasilien war ja bereits besiedelt, im Unterschied zu den indianischen Hochkulturen unter spanischer Kolonialherrschaft, lebten die brasilianischen Indianer auf einem “Steinzeitniveau”. Vgl. M.Wöhlcke, 1985, S.18. - Nach dem bekannten Brief (“carta”) von Pero Vaz de Caminha an den portugiesischen König D.Manuel I, hat Pedro Alvares Cabral auf seiner zweiten Reise nach Indien (ausgelaufen am 9.März 1500) am 21. April Land gesichtet, am 23. gegenüber dem Monte Pascoal geankert und am 24. in Porto Seguro angelegt. Vgl. J.Raposo Costa, 1985, S.20. - Cabral nahm das östlich der Tordesilhas-Linie gelegene Land auf der Höhe von Bahia für die portugiesische Krone in Besitz. Da er anfangs dachte, er habe eine Insel entdeckt, nannte er sie “ilha da Vera Cruz” - “Insel des wahren Kreuzes”. Als die Ausmaße der Entdeckung offensichtlich wurden, entschied man sich für “Terra de Santa Cruz” - “Land des heiligen Kreuzes”. Später nannte man das Land “Brasil”, nach dem Brasil-Holz, das anfangs abgebaut wurde und dessen roter Farbstoff in Europa begehrt war.Google Scholar
  84. 90.
    Vgl. M.Wöhlcke, 1985, S.21. Vgl. ebenso zur dezimierten Situation der Indianer das eindeutige Bild von C.Lévi-Strauss, 1978.Google Scholar
  85. 91.
    Vgl. E.Balibar, 1989, S.370. Sowie A.Memmi, 1987. Es geht natürlich nicht nur um das Problem der Hautfarbe sondern besonders um das gemeinschaftlich zu definierende Identitätskonstrukt. - Selbstverständlich gelingt der Einblick und die Integration bei Übernahme der Lebensweise und unter der Bedingung des Aufbaus von Freundschaften und Vertrauen. Vgl. z.B. das Leben von Pierre Verger, eines französichen Wissenschaftlers, der seit Jahrzehnten in Brasilien lebt. Vgl. ders., Fluxo e Refluxo do Trâfico de Escravos entre o Golfo de Benin e a Bahia de Todos os Santos. Salvador 1987. Vgl. ebenso die Reportage in: Veja, Nr. 986, 29.Juli 1987, S.102 ff.; Indirekte Erfahrungen über “Bekenntnisliteratur” sind schneller möglich als der direkte Austausch. Vgl. H.Costa, 1982; N.Santos Souza, 1983.Google Scholar
  86. 92.
    Vgl. dazu das in: E.Carneiro, 1950, S.68 abgedruckte Dekret des Ministers.Google Scholar
  87. 93.
    Vgl. P.Fry, 1982, S. 17. Gemeint ist das Abkommen von 1830. Vgl. ebenso: L.Bethell, J.Murilo De Carvalho, 1985, S. 696: “Uma lei para inglês ver.”Google Scholar
  88. 94.
    Vgl. M.Wöhlcke, 1985, S. 22; ähnlich J.B.Borges Pereira, 1983, S.93.Google Scholar
  89. 95.
    Persönliche Erfahrung in einer Arbeitsgrupp mit Schwarzen und Mulatten zu Rassismus auf einem Kongreß in Bertioga im Jahr 1985. “III. Encontro Feminista Latino-Americano E Du Caribe. Bertioga, Brasil 1985.”Google Scholar
  90. 96.
    Karneval 1986, 3. Sambaschule: Mocidade Independente de Padre Miguel: “Hexereien und Märchen”. - Carnaval 1986, 3.Escola de samba: “Bruxarias E Historias Do Arco-Da-Velha”.Google Scholar
  91. 98.
    Karneval 1986, 15. Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense: “Ein Trick, um niemanden zu kurz kommen zu lassen. - Faß Dich, mein Herz.” - Carnaval 1986, 15. Escola de samba: Imperatriz Leopoldinense: “Um Jeito PrA Ninguém Botar Defeito. Agüenta, Coraçao.”Google Scholar
  92. 100.
    Karneval 1984, 5.Sambaschule: Uniào da Ilha: “Wer kann, der kann, wer nicht kann…” - Carnaval 1984, 5.Escola de samba: Uniào da Ilha: “Quem Pode, Pode, Quem Nào Pode…”Google Scholar
  93. 106.
    Karneval 1983, 4. Sambaschule: Unidos da Tijuca: Langsam mit dem Podest, denn die Sambaschule Unidos (da Tijuca) ist kräftig. - Carnaval 1983, 4. Escola de samba: Unidos da Tijuca: Devagar Corn O Andor Que A Unidos É Forte.Google Scholar
  94. 107.
    Vgl.K.S.Rosenn, 1984. Rosenn bringt eine Vielzahl von Beispielen, ein sehr symbolträchtiges sei zitiert: “Brazil’s history is replete with examples of crises surmounted by resort to good sense and compromise instead of strict adherence to the law or abstract philosophic doctrine. One celebrated example was the 1840 coronation of Dom Pedro II. at the age of fourteen in blatant disregard of the Constitution, which required that Brazil’s monarch be at least eighteen years old.” S.17.Google Scholar
  95. 108.
    Vgl. Karneval 1986, 15.Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense.Google Scholar
  96. 109.
    Vgl. zum Thema “malandro”: Ch.Buarque, 1978; A.Candido, 1970.Google Scholar
  97. 110.
    Vgl. zur Schichtverteilung: D.Ribeiro, 1985 a, S.88 f.Google Scholar
  98. 111.
    Chica (Xica) da Silva verkörpert “den” brasilianischen Mythos der schwarzen Geliebten mit Einfluß. Die Geschichte von Xica da Silva beruht auf einer Überlieferung aus der Zeit der Sklaverei. - Verfilmt wurde die Geschichte von Carlos Diegues, 1976: Joao Fernandes de Oliveira, der weiße portugiesische Verwalter der Diamantenminen von Tijuca,verliebt sich in Xica und lebt mit ihr zusammen. Sie erwirbt mit ihrem Einfluß auf Joao Fernandes auch Macht in Arraial. Die weiße Oberschicht duldet diese Übertretung der Rassenschranken jedoch nicht lange und bewirkt die Abberufung des Verwalters der Minen. Vgl. ebenso: Silva, Chica da (? - 1796): “Antiga escrava e amante do contratador Joao Fernandes de Oliveira, que se tornou famosa pelo poderio que exerceu no Distrito Diamantino. No seu castelo, hoje inexistente, havia um lago com um navio em miniatura capaz de abrigar de oito a dez pessoas. Chica vestia-se como uma rainha, sempre coberta de jóias. Tratava os portugueses com desprezo, chamando-os ”marolinhos“. Quando näo mandava castiga-los pelo seu escravo Cabeça. Promoveu bailes e representaçôes teatrais. Em seu testamento, datado de 1770, declara possuir 14 filhos. A sua vida, transfigurado pela lenda lenda, inspirou de Antônio Callado a peço teatral ” Tesouro de Chica da Silva. (1959)“ In: Enciclopédia BARSA 1979. Vol.12/Encyclopaedia Britanica Ed. Ltda. Rio de Janeiro, Sào Paulo, p. 446.Google Scholar
  99. 117.
    Karneval 1984, 7.Sambaschule: Imperio Serrano: Einmal Malandro, Immer Malandro. - Carnaval 1984, 7.Escola de Samba: Império Serrano: Foi Malandro E.Google Scholar
  100. 118.
    Vgl. M.de Andrade, 1982.Google Scholar
  101. 119.
    Coitado: arm, unglücklich. Ein Ausdruck, der im Alltag Brasiliens sehr häufig benutzt wird. “Coitado, coitada!” “Der Arme, die Arme!” Vgl. dazu D.S.Rosenn, 1984, S. 16, der diesen Mentalitätsaspekt sehr gut beschreibt: “A corollary of the emphasis on direct relations is the coitado complex, the compassion and sympathy that Brazilians so readily extend to those, in unfortunate circumstances. If forced to opt between helping someone whom he pities and respecting a rule of law, the Brazilian frequently ignores the law…”Google Scholar
  102. 120.
    Gemeint ist die Academia Brasileira de Letras. Mitglied dieser Akademie ist z.B. auch José Sarney, der erste Präsident der demokratischen Phase nach der Militärherrschaft. (Seit 1985 bis 1990).Google Scholar
  103. 121.
    Karneval 1982, 7.Sambaschule: Unidos da Tijuca: Lima Barreto, Armer Aber Freier Mulatte. - Carnaval 1982, 7.Escola de samba: Lima Barreto, Mulato Pobre Mas Livre.“ Vgl. dazu: Th.Skidmore, 1972, S. 89: Zwischen 1889 und 1910 gab es in der brasilianischen Literatur keine bedeutenden Innovationen, - mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. dem Romancier Lima Barreto, der bis zu seinem Tode wenig Erfolg mit Publikum und Kritiken hatte. Er starb 1922.Google Scholar
  104. 123.
    Die Rebellion ist in den Sambatexten der Gruppe I A nicht völlig ausklammert, sie kommt jedoch nicht häufig vor. Vgl. z.B. Karneval 1984, 1.Sambaschule. - Der Text bezieht sich auf einen Sklavenaufstand in Bahia aus dem Jahr 1835.Google Scholar
  105. 124.
    Vgl. Leon Poliakov, The Aryan Myth: a history of racist and nationalist ideas in Europe. London 1974.Google Scholar
  106. 125.
    Morenidade, Vermischung aller brasilianischen Rassen. “Jeder” Brasilianer hätte damit Anteile “schwarzen Blutes”. - Vgl. zur Begriffsbestimmung moreno ausführlich: Th.de Azevedo, 1975, S.28 f.Google Scholar
  107. 126.
    Vgl. M.Banton, 1987.Google Scholar
  108. 127.
    Die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal fand unter untypischen Bedingungen statt. Es löste sich eine monarchische Kolonie von einer republikanischen und liberalen Metropole. Dies fand am 7.September 1822 statt, in die Geschichte eingegangen als “Grito do Ipiranga”, Ausruf am Ipiranga-Fluß. Pedro I. ließ sich anschließend am 12. Oktober 1822 zum Kaiser krönen. Die spanischen Kolonien hatten sich unter dem Eindruck des Befreiungskampfes der nordamerikanischen Kolonien und der französischen Revolution von Spanien befreit, die Republik eingeführt und die Sklaverei abgeschafft. - Die Sklaverei wurde in Brasilien im Vergleich dazu “quasi’ per Dekret abgeschafft. In Abwesenheit von Pedro II. unterzeichnete Isabel, die Kronprinzessin, am 13. Mai 1888 das ”Goldene Gesetz“, (Lei Aurea), mit dem die Sklaverei beendet wurde.Google Scholar
  109. 128.
    Vgl. J.Carneiro, 1981; E.Larkin Nascimento, 1981; R.A.Preto-Rodas, 1970.Google Scholar
  110. 129.
    Vgl. dazu: R.Ortiz, 1980, S.67 ff.; D.Ribeiro, 1985 b.Google Scholar
  111. 130.
    Vgl. E.Balibar, 1989, S.377/378.Google Scholar
  112. 135.
    Karneval 1984, 13. Sambaschule: Beija-Flor. Beija-Flor bedeutet Kolibri.Google Scholar
  113. 136.
    Vgl. A.Memmi, 1987, S.56 u. 100.Google Scholar
  114. 137.
    Vgl. S.B. de Holanda, 1983, S.68: Die Kinder lernten damals Portugiesisch wie heute Latein. Vgl. ebenso S.88 ff., bes. S.95. Das Zusammenleben mit den Indianern war eine Frage des Überlebens. Mit den indianischen Überlebenstechniken übernahmen die Portugiesen auch die Sprache.Google Scholar
  115. 138.
    R.Benedict, 1983, S.63.Google Scholar
  116. 139.
    Pyrard de Laval, Voyages de 1601 a 1611, 16??, T.II, S.225. Zit. nach: P.Verger, 1964, S.1. - Zu einer ähnlichen Beschreibung der Verhältnisse kommt E.Wolf, 1982, 5.203. Vgl. im Folgenden ebenso: R.Conrad, 1972; C. N.Degler, 1971; O.Ianni, 1978; P.Verger, 1968; E.Viotti da Costa, 1966.Google Scholar
  117. 140.
    Im ersten Jahrtausend nach Christus lieferte Europa Sklaven für die islamische Welt und Byzanz. Während der Jahrhunderte der Kreuzzüge versklavten Moslems Christen und Christen Moslems. Ein Muster, das sich auf der iberischen Halbinsel bis zum Ende des 15. Jahrhunderts fortsetzte. Im 13. Jahrhundert importierten Genuesen und Venetier türkische und mongolische Sklaven. Im 14.Jahrhundert waren die meisten Sklaven, die nach Europa eingeführt wurden, Slaven und Griechen. Im 14. und 15.Jahrhundert bildeten Sklaven aus diesen Gebieten einen bedeutenden Anteil der Bevölkerung der Toskana und von Katalonien-Aragon. Vgl. E.Wolf, 1982, S.201.Google Scholar
  118. 141.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S.110.Google Scholar
  119. 142.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S.196.Google Scholar
  120. 143.
    Zur Zeit der Regierung von Don Manuel I. (1496–1521) soll das Gold, das von Elmira nach Portugal verschifft wurde, einen jährlichen Mittelwert von 170 000 dobras oder Goldmünzen betragen haben. Vgl. E.Wolf, 1982, S.196.Google Scholar
  121. 144.
    Im Jahr 1541 sollen nach einer Schätzung von Damiäo de Gois jährlich 10 000 bis 12 000 Sklaven aus Nigeria nach Portugal gekommen sein. Ein Jahrzehnt später, 1550, wurden in Lissabon 9950 Sklaven gezählt, bei einer Stadtbevölkerung von 18 000 Menschen. Das war fast 1/5 der Gesamtbevölkerung. Vgl. S.B.de Holanda, 1983, S.23.Google Scholar
  122. 145.
    Bandeirantes sind Teilnehmer der Bandeiras, Fähnlein, bewaffneter Expeditionen. Diese gingen im 16. bis zum Anfang des 18.Jahrhunderts von der Kapitanie Sao Vicente, dem späteren Sao Paulo aus. Die Bandeirantes waren auf der Suche nach Sklaven und Edelmetallen. Vgl. G.Freyre, 1982, S.47/48; R.Roett, 1978, S.30; R.M.Morse, Ed., The Bandeirantes. New York, 1965.Google Scholar
  123. 146.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S. 134. Die Indianer waren für die Sklaverei nicht “geeignet”. Aus den ethnischen Gruppen und religiösen Ritualen herausgerissen, übten sie nicht selten Selbstmord und waren äußerst anfällig für Infektionskrakheiten. Im letzten Drittel des 16.Jahrhunderts kam es in Bahia zu millenaristischen Bewegungen, genannt Santidade. Vgl. zum “großen Sterben”durch Windpocken und Masern: E.Wolf, 1982, S.133 f.Google Scholar
  124. 147.
    Vgl. S.B. de Holanda, 1983. Holanda hat in seinem Buch ‘Ratzes Do Brasil“, ”Wurzeln Brasiliens“, die Begriffe ”Abenteuer und Arbeit“ zu einer Basistypologie geformt. Die Kolonisierung Brasiliens im Stile eines Abenteuers hat ihre Wurzeln in der portugiesischen Einstellung zur Arbeit, die durch den leichten Erwerb von Adelstiteln über Verdienste und Erfolg geprägt war.Google Scholar
  125. 148.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S.207 f.Google Scholar
  126. 149.
    Vgl. zu den positiven Auswirkungen der Sklaverei, bzw. des “pawnship” in afrikanischen ethnischen Einheiten E.Wolf, 1982, S.208, m.w.N.Google Scholar
  127. 150.
    Ein plastisches Beispiel bietet das Königreich Kongo. Vgl. E.Wolf, 1982, S.220 f. Als die Portugiesen 1483 den Kongo hinauffuhren, kamen sie in Kontakt mit einem der größten afrikanischen politischen Systeme, dem Königreich von Bakongo, dessen Hauptstadt Mbanza Kongo, das spätere San Salvador war. Das Gebiet war von 2,5 Millionen Menschen bewohnt. Die soziale Organisation war matrilineal ausgerichtet. Jede matrilineal organisierte Gruppe gab ihre Frauen für die Heirat an die nächst höhere ab und erhielt dafür Geschenke. Die königliche Linie erhielt keine Geschenke, sie vergab sie lediglich. Dies war eine Grundvoraussetzung des Heiratssets. Die Königslinie mußte damit Zugang zu Ressourcen haben, die für andere nicht erreichbar waren. Verständlicherweise waren die Portugiesen mit ihren Waren beim König von Kongo gern gesehen. Der König von Kongo war eine zeitlang ein regelrechter Verbündeter des Königs von Portugal, er trat sogar zum katholischen Glauben über. Die soziopolitische Organisation des Staates brach zusammen, als lokale Häuptlinge mit der Sklavenjagd begannen, womit das Privileg der Königslinie gebrochen war. Die matrilineale Struktur wich der patrilinealen, da Männer für die Sklavenjagd gebraucht wurden. Im Jahr 1530 betrug der Export von Sklaven 4000 bis 5000 “peças”. Ein peça war ein junger gesunder und kräftiger Schwarzer. (S.222)Google Scholar
  128. 151.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S.199.Google Scholar
  129. 152.
    Vgl. E.Wolf, 1982, S.201.Google Scholar
  130. 153.
    Karneval 1988, 1.Sambaschule: Sao Clemente: “Wer Warnt Ist Ein Freund.” (Eines der wenigen Zitate zum Leiden in der Sklaverei).Google Scholar
  131. 154.
    Castro Alves, O Navio Negreiro. (Tragédia no mar). In: E.Carneiro, 1950. Vgl. zu den ausgewählten und übersetzten Ausschnitten: S.149 f., S.149, S.152, S.156.Google Scholar
  132. 155.
    Andrada. Vgl. José Bonifacio de Andrada e Silva, ein Vater der brasilianischen Unabhängigkeit.(1765–1838). Andrada e Silva hat bereits 1825 die Abschaffung der Sklaverei gefordert. Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.14. Das Manifest für die Abschaffung der Sklaverei ist abgedruckt in: Edgard de Cerqueira Falcäo, Obras Cientfficas, Politicas e Sociais de Jose Bonifacio de Andrada e Silva, 3.Vols., Sao Paulo 1965, Vol.II, S.115–218.Google Scholar
  133. 156.
    Vgl. zu “Banzo und suizidales Verhalten”: H.Stubbe, 1987, S.72 ff.Google Scholar
  134. 157.
    Vgl. Daros, Liçóes De Historia Do Brasil. Periodo Colonial. Sao Paulo: FTD o.J.; Caio Prado, Junior, Históira Econômica Do Brasil. Sao Paulo: Brasiliense, 1984, (30 ed.); Francisco de Assis Silva, Pedro Ivo de Assis Bastas, Historia do Brasil, Sao Paulo: Ed. Moderna, 1985; Francisco m.p. Teixeira, Jose Dantas, Estudos de Historia do Brasil. Sao Paulo: Ed. Moderna, 1980.Google Scholar
  135. 158.
    Karneval 1984, 1.Sambaschule: Unidos de Tijuca. “Salemaleikum, Das Heldenepos der Unbeugsamen Malês.” - Carneval 1984, 1.Escola de samba: Unidos de Tijuca. Salamaleikum A Epopéia Dos Insubmissos Malês.Google Scholar
  136. 163.
    Exu, afro-brasilianischer Gott, Orixâ. Er repräsentiert die widerstreitenden Kräfte im Menschen. Vergleichbar der katholischen Vorstellung von Dämonen. Vgl. Aurélio, 1986.Google Scholar
  137. 166.
    Dendê, ursprünglich afrikanische Palme, die sich in Brasilien akklimatisierte. Aus der Frucht dieser Palme wird ein 01 gewonnen, das zum Kochen benutzt wird, auch als Gewürz. Vgl. Aurélio, 1986.Google Scholar
  138. 167.
    Obaluaê, afro-brasilianischer Gott, Orixâ der Pocken. 1984/9.Google Scholar
  139. 169.
    In Bahia lag die erste Hauptstadt Brasiliens, Sao Salvador. Ab 1549 wurde die Macht in Sao Salvador durch die Einsetzung eines königlichen Generalgouverneurs zentralisiert. 1714 wurde der Titel “Vizekönig” eingeführt. Ab 1763 war Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens. 1957 erklärte Jucelino Kubitschek den Bau einer neuen Hauptstadt im Landesinneren zu einem politischen Ziel. 1960, knapp drei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten fand die Einweihung Brasilias als Hauptstadt statt. Baiana: Frau aus Bahia. Die Baianas repräsentieren ein traditionelles Element in den Sambaschulen: “Mit ihren schönen, vornehmen, weiten Röcken und den alten gestärkten Unterröcken, dem Messingschmuck, ihren Turbanen, den Tabletts mit Süßigkeiten und all dem anderen Putz prägen sie die Sambaschulen und verschönern den Umzug mit ihren spontanen Drehungen und ihrer einfachen Choreographie. Bis jetzt bewahrt der ”Ala das Baianas“, der Flügel der Baianerinnen, noch seine Authentizität, wie lange noch wissen wir nicht…” Vgl. Candeia & Isnard, 1978, S.33. Geschichte: Die Baianas gab es schon bevor die Sa mbaschulen als feste Institution existierten. Sie waren bereits Bestandteile der “ranchos” und tauchten dann in den Sambaschulen wieder auf. Ursprünglich kamen die Baianas aus Bahia. Es waren zumeist ältere, zumindest nicht mehr ganz junge schwarze Frauen und Mulattinnen. Sie verkauften in ihrer Tracht selbst gebackene Süßigkeiten aus der Region Bahia, ein Brauch, der bis heute gepflegt wird. Die ersten Sambaschulen setzten sich aus Komponisten, Sambamusikern, “ritmistas”, Tänzern, die gleichzeitig ein Instrument beim Tanzen spielten, meistens ein Schlaginstrument, und Baianas zusammen. Die Baianas bildeten den Chor. Sie trugen die Musik. Auch Männer nahmen, als Baianas verkleidet, in diesem Flügel am Karnevalsumzug teil. Seit 1933 galt die feste Regel, daß jede Sambaschule, die beim Karnevalsumzug mitmachen wollte, einen Flügel von Baianas (auch “pastoras” genannt) präsentieren mußte. Vgl.ders.S.34.Google Scholar
  140. 170.
    Abarâ, Spezialität aus Bahia: Kleine Kugeln aus Bohnen, die ohne Schale zerrieben, gewürzt, in Blättern der Bananenstaude eingewickelt, in einem Wasserbad zubereitet werden. Vgl. Aurélio, 1986. Acarajé, kleine kugelförmige afro-brasilianische Spezialität, hergestellt aus einer Masse von Mönchsbohnen, gebraten in Dendê-Ol, serviert mit einer Pfeffersoße, Zwiebeln und trockenen Krabben. Aurélio, 1986.Google Scholar
  141. 171.
    Karneval 1983, 9.Sambaschule: Império Serrano,“Mutter aus Bahia, Mutter.” Carnaval 1983, 9.Escola de samba: Império Serrano. Mae Baiana Mae.Google Scholar
  142. 172.
    Desleixo, Lässigkeit, träge Lockerheit. Eine Mentalitätsbeschreibung, die S.B. de Holanda beispielhaft auf die typisch portugiesische koloniale Stadtarchitektur bezieht. Eine Architektur, die sich im Gegensatz zur spanischen, der Natur und Landschaft angleicht. “Desleixo”, ein Begriff, so typisch portugiesisch, wie “saudade”, Sehnsucht, - der inneren Überzeugung Ausdruck verleihend, “daß es sich (einfach) nicht lohnt”… ‘Näo vale a pena“… Vgl. S.B.de Holanda, 1983, S.76. - Zum Titel ”Herrenhaus und Sklavenhütte“ sei verwiesen auf G.Freyre, 1982, dessen Werk mit gleichlautendem Titel schon längst zur ”mythischen“ Pflichtlektüre der Kolonialphase avancierte.Google Scholar
  143. 173.
    S.B.de Holanda, 1983, S.31 “O peculiar da vida brasileira parece ter sido, por essa época, urna acentuaçäo singularmente enérgica do afetivo, do irracional, do passional, e uma estagnaçâo ou antes uma atrofia correspondente das qualidades ordenadoras, disciplinadoras, racionalizadoras. Quer dizer, exatarnente o contrario do que parece convir a urna populaçâo em vias de organizar-se politicamente. - A influência dos negros, nâo apenas como negros, mas ainda, e sobretudo, como escravos, essa populaçào nâo tinha como oferecer obstâculos sérios. Urna suavidade dengosa e açucarada invade, desde cedo, todas as esferas da vida colonial.”Google Scholar
  144. 174.
    Gemeint sind hier die Produkte der großen Monokulturen. In der Kolonialphase besonders Zucker. Vgl. zur Subsistenzwirtschaft: C.Prado, 1971, S.180 ff.Google Scholar
  145. 175.
    Bereits vor dem massiven Import von Sklaven im 19.Jhdt. sollen 5 oder 6 Millionen Schwarze in Brasilien gelebt haben. In den ersten Jahren des 19. Jhdts soll der Anteil der Sklaven an der gesamten Bevölkerung 1/3 ausgemacht haben. Die Bevölkerung bestand zu dieser Zeit jedoch insgesamt aus einem hohen Anteil von “Mischlingen”. C.Prado, 1971, S.116/117.Google Scholar
  146. 176.
    Vgl. C.Prado, 1971, S.2 f.; F.A.Novais, 1984, S.63Google Scholar
  147. 177.
    Vgl. M.Wöhlcke, 1981Google Scholar
  148. 178.
    Vgl. D.Ribeiro, 1985 a, S.88; vgl. O.Nogueira, 1985.Google Scholar
  149. 180.
    Vgl. zum Begriff des Landes “ohne Geschichte” den Titel der beeindruckenden Geschichtsanalyse von Eric Wolf: Europe and the People without History. 1982.Google Scholar
  150. 181.
    Vgl. D.Ribeiro, 1962.Google Scholar
  151. 182.
    Diesen Eindruck vermittelt besonders G.Freyre in seinen Schriften. Ein völlig anderes Bild zeichnet Edison Carneiro, 1950. Hier ist sogar ein Artikel Freyres über körperliche Deformationen von geflohenen Sklaven abgedruckt. Vgl. ebda., S.157 ff.; vgl. ebenso: E.Carneiro, 1964. C.Prado, 1971, S.323/324 betont, daß die Vorstellung vom menschlichen Herrn erst für das 19.Jhdt. ihre Berechtigung hat, als nämlich der Sklavenhandel bereits verboten war und die Sklaven, die schon in Brasilien waren,am Leben erhalten werden mußten. Augenzeugen aus der früheren kolonialen Zeit geben ganz andere Meinungen ab. Vgl. C.Prado, 1971, S.324, Anm. 9. Ein Kern von Wahrheit über die “bessere Behandlung” der brasilianischen Sklaven im Vergleich zu den englischen oder französischen Sitten soll in der “natürlichen Trägkeit und Lässigkeit” sowie der patriarchalischen Einstellung zu finden sein.Vgl. ebenso: J.Pinsky, 1985.Google Scholar
  152. 183.
    Vgl. S.B.de Holanda, 1983, S.101 ff.Google Scholar
  153. 184.
    Gemeint ist das Gesetz vom 13. Mai 1888.Google Scholar
  154. 185.
    Zumbi, Chef des Quilombo (Wehrdorf es entlaufener Sklaven) Palmares in seiner Endphase. Palmares hielt sich von 1630–1697. Vgl. G.Freyre, 1982, S.49. Vgl. zu Zumbi ebenso: D.Freitas, 1981, S.123 ff..Google Scholar
  155. 186.
    Palmares, berühmtes Wehrdorf, Quilombo, entlaufener Sklaven. Vgl. D. Freitas, 1981, vgl. ebenso Anm.: 73, 3. Kap..Google Scholar
  156. 187.
    Capoeira, akrobatisch-tänzerische Form der Selbstverteidigung ohne Waffen aus der Zeit der Sklaverei. Vgl. A.das Areias, 1984; P.Onori, 1988.Google Scholar
  157. 188.
    Karneval 1988, 12. Sambaschule: Estaçäo Primeira De Mangueira. - “100 Anos De Liberdade Realidade Ou Ilusäo.” - “100 Jahre Freiheit, Realität oder Illusion”Google Scholar
  158. 189.
    Vgl. vorerst H.H.Keith, 1969.Google Scholar
  159. 190.
    E.da Cunha, Os Sertóes, Sao Paulo 1902. Vgl. dazu: D.Moreira Leite, 1983, S.222 ff. Vgl. ebenso: Th.Skidmore, 1974, S.103 ff.Google Scholar
  160. 191.
    Vgl. C.Prado, 1971, S.322/323: His (the negroes) education was utterly neglected. He was baptized and given a little religious instruction, but no more.“…”The enslaved races thus taken into colonial society, ill-prepared and ill-adapted, constituted an uneasy foreign body within it. The process of absorption has gone on up to the present day and is still far from complete… What really mattered in the formation of Brasil was the low level of the enslaved masses, who were to constitute the greater part of the country’s population. In the period under consideration (19.Jhdt) the problem was of course much more serious. The slave trade was still flourishing and was even growing in volume, bringing into the colony a constant stream of massive contingents of semibarbarous people.“Google Scholar
  161. 192.
    Vgl. A.Cândido, O Significado De Rafzes Do Brasil, in: S.B.de Holanda, 1983, S.XV.Google Scholar
  162. 193.
    Vgl. zum “lusitanischen Erbe” das umstrittene Konzept des “Lusotropicalismo”, die kulturelle Dimension des “carâter brasileiro”, des brasilianischen Charakters, von Gilberto Freyre. Vgl. dazu ders., 1982, S.14, ders., 1961, S.49: “An eminent French ethnologist once described marriage in terms of social anthropology as a ”dramatic clash between culture and nature.“ So it seems to me that the projected science of Luso-tropicology might one day be described as the systematic study of the dramatic clash between a particular culture, predominating over others, with nature in regions that have already been classified as tropical by naturalists…” Freyre, der Vorreiter dieser Form der Erforschung Brasiliens, ein Boas Schüler, beschreibt den Prozeß der Rassenmischung in ethnischer, wertmäßiger und insgesamt kultureller Hinsicht als einen von den Portugiesen geförderten Prozeß. - Kritik an der Betonung der lusitanischen “Schützenhilfe-Version” bei der Entstehung der brasilianischen Kultur übt V.Chacon, der die kulturelle Eigenständigkeit Brasiliens betont. Vgl. V.Chacon, 1970, S.27 f. Kritik an der Verharmlosung und Idealisierung, bzw. Romantisierung der Kolonialzeit aufgrund der “Scheuklappen” der eigenen privilegierten Lebensweise im Stile eines “senhor do engenho”, eines Zuckerbarons, übt D.Ribeiro, 1980, S.118 ff.Google Scholar
  163. 194.
    Vgl. D.Ribeiro, 1985a, S.70 u. S.72.Google Scholar
  164. 195.
    Vgl. C.Prado, 1971, S.317.Google Scholar
  165. 196.
    Nhanhä, auch iaiâ, Bezeichnung für Mädchen und junge Frauen während der Zeit der Sklaverei. Aurélio 1986.Google Scholar
  166. 197.
    S.B. de Holanda, 1983, S.31.Google Scholar
  167. 198.
    Vgl. M.de Andrade, 1986, S.43. “Ach! Diese Faulheit” ist ein geflügeltes Wort Macunaímas, des brasilianischen Helden ohne jeden Charakter.Google Scholar
  168. 199.
    Vgl. D.Moreira Leite, 1983, S.235 ff.; S.285, S.336.Google Scholar
  169. 200.
    Karneval 1988, 12. Sambaschule: Estaçäo Primeira De Mangueira. - “100 Anos de Liberdade, Realidade Ou Ilusäo.” - “100 Jahre Freiheit, Realität oder Illusion.” - Vgl. zur Betonung der Leistungen der Schwarzen auch: J. Nabuco, “0 Mandato Da Raça Negra”, in: E.Carneiro, 1950, S.11.Google Scholar
  170. 201.
    Unpersönliche Norm und affektiver Impuls. Vgl. dazu auch: M.Wöhlcke, 1978.Google Scholar
  171. 202.
    Vgl. A.Cândido, 1983, S.XXI; vgl. S.B. de Holanda, 1983, S.11.Google Scholar
  172. 203.
    Der Satz stammt aus einem Brief von Fradique Mendes. Vgl. A.Cândido, 1983Google Scholar
  173. 204.
    Vgl. S.B.de Holanda, 1983, S.18.Google Scholar
  174. 205.
    S.B. de Holanda, 1983. S. 79. Ein Statement Diogo do Coutos aus dem 16. Jhdt.: “E como so querem andar em palaquins, ja nao usam cavalos e assim desaprendem a arte da equitaçäo, täo necessaria aos misteres da guerra.”Google Scholar
  175. 207.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.93: Ein Teil der sklavenhaltenden Fazendeiros war dafür die Sklaverei regelrecht “aussterben” zu lassen. Das hätte bedeutet, daß es im Jahre 1950… noch immer Sklaven gegeben hätte. Nach einem Gesetz vom 27.September 1871 waren alle von nun an in der Sklaverei geborenen Schwarzen ab 21 Jahren frei. Ein Sklave mit dem Geburtsdatum 26.9.1871 wäre dann 1951 80 Jahre alt gewesen.Google Scholar
  176. 208.
    Vgl. zur “Aufweißung”: F.Fernandes, 1969, S.109.Google Scholar
  177. 209.
    S.B.de Holanda, 1983, S.10. “0 que entre elas (as naçöes ibéricas) predomina é a concepçâo antiga de que o ocio importa mais que o negócio e de que a atividade produtora é, em si, menos valiosa que a contemplaçâo e o amor.”Google Scholar
  178. 210.
    Vgl. F.Fernandes, 1969, 1977.Google Scholar
  179. 211.
    Karneval 1986, 13.Sambaschule: Salgueiro.Google Scholar
  180. 212.
    Retirante, Brasilianer aus dem Landesinneren, der einzeln, oder was üblicher ist, in einer Gruppe emigriert, aus der Dürre flieht, der Dürre der ausgetrockneten Regionen des NO. Aurélio 1986.Google Scholar
  181. 218.
    Karneval 1985, 1.Sambaschule: Ein Cima Da Hora: Ich Passe Mich An, Aber Ich Lasse Mich Nicht Zähmen. - Carneval 1985, 1.Escola de Samba: Ein Cima Da Hora: Me Acostumo Mas Nâo Me Amanso.Google Scholar
  182. 219.
    Vgl. S.B.de Holanda, 1983, S.49.Google Scholar
  183. 220.
    Vgl. E.Willems, 1952, der die Merkmale dieser patriarchalischen Familienform bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts verfolgt.Google Scholar
  184. 221.
    S.B. de Holanda, 1983, S.49/50. Referiert ein Bsp., in dem der vermutete Ehebruch der Schwiegertochter zum Todesurteil durch den Patriarchen führte. Ein Todesurteil, das auch vollstreckt wurde. Kein Ausnahmefall.Google Scholar
  185. 222.
    S.B. de Holanda, 1983, S.58/59. ‘Na Bahia, o centro administrativo do pais durante a maior parte do periodo colonial, informa-nos Capistrano de Abreu que as casas fechadas quace tudo o ano, só se enchiam com as festas públicas. A cidade - diz - sala da vida soma muito poucas vezes por ano. Gabriel Soares fala de urna honesta praça em que corriam touros quando convinha.Google Scholar
  186. 223.
    S.B.de Holanda, 1983, S. 59/60. “… dizia o Conde de Cunha, primeiro vice-rei do Brasil, em carta escrita ao rei de Portugal em 1767, onde se descreve o Rio de Janeiro corno só habitado de oficiais mecânicos, pescadores, marinheiros, mulatos, pretos boçais e nus,…, pois as pessoas de casas nobres e distintas viviam retiradas em suas fazendas e engenhos.”Google Scholar
  187. 224.
    Vgl. zu “homem cordial”: S.B. de Holanda, S.101 ff. sowie 5.106, Anm. 157. - Vgl. zur “casa-rua” Dichotomie: R.DaMatta, 1985. - Vgl. ebenso: R.DaMatta, 1983, S.139 ff. - In Brasilien spricht man sich grundsätzlich mit dem Vornamen an, es sei denn, es handelt sich um Vorgesetzte, ältere Menschen oder andere “Respektspersonen”. - Aber auch dann lautet die Anrede: “A senhora, Dona Maria”. Wobei das “a senhora” das Sie ausdruckt. Die übliche Anrede heißt “você”, ein Mittelweg zwischen dem deutschen Du und Sie. Ursprünglich Vossa Mercê, Ihre Gnaden.Google Scholar
  188. 225.
    S.B. de Holanda, 1983, S.99: “O que principalmente os (portugueses/brasileiros) distingue é, isto sim, certa incapacidade, que se diria congênita, de fazer prevalecer qualquer forma de ordenaçâo impessoal e mecânica sobre as relaçóes de carâter orgânico e comunal, como o sâo as que se fundam no parentesco, na vizinhança e na amizade.”Google Scholar
  189. 228.
    Karneval 1985, Sambaschule: Portela: Erinnerung Ist Leben. - “Carnaval 1985, Escola De Samba: Portela: Recordar É Viver.” 1985/16.Google Scholar
  190. 232.
    Karneval 1984, 3.Sambaschule: Caprichosos de Pilares: Der Besuch des Adels Des Gelächters Bei Chico Rei, Auf Einer Bühne, Die Nicht Immer Erleuchtet Ist: “Carnaval 1984, Escola De Samba: Caprichosos De Pitares: ”A Visita Da Nobreza Do Riso A Chico Rei Num Palco Nem Sempre Iluminado.“Google Scholar
  191. 234.
    Karneval 1983, 10.Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense: Der König Der Elfenbeinküste Besucht Xica Da Silva In Diamantina. - Carnaval 1983, l0.Escola De Samba: O Rei Da Costa Do Marfim Visita Xica Da Silva.Google Scholar
  192. 235.
    Vgl. E. Carneiro, 1950, S.94Google Scholar
  193. 237.
    Ziehen wir eine Parallele zu unserer “Trick”-Frage nach der Rassengleichheit “Wir sind alle Morenos” lautet eine der brasilianischen Harmonievorstellungen. Worauf beruht nun ‘Moreno-Sein“, auf Gleichheit? Vgl. auch P.Fry, 1982, S.61: Die Konversion ethnischer Symbole in nationale verschleiere die Situation der Ungleichheit.Google Scholar
  194. 247.
    Karneval 1983, 2. Sambaschule: Caprichosos de Pilares: Eine Speisekarte Auf Brasilianische Art. - “Carnaval 1983, 3.Escola De Samba: Caprichosos De Pilares: Um Cardâpio À Brasileira.” - Vgl. auch zur Auswirkung der “süßen” afro-brasilianischen Spezialitäten auf Leibesfülle und Lebensqualität die Beschreibung von: G.Freyre, 1985, S.95 ff.Google Scholar
  195. 248.
    Karneval 1986, 1.Sambaschule: Unidos De Cabuçu: Die Geschichte Spielt Verrückt! Und Nun, Stanislaw, Wie Sieht Es Aus? - Carnaval 1986, 1. Escola De Samba: Unidos De Cabuçu: Deu A Louca Na Historia: E Agora, Stanislau, Como É Que Fica ?Google Scholar
  196. 249.
    Feijoada, ‘Verführung der Nation“. Vgl. dazu: P.Fry, 1982, 5.47 f.Google Scholar
  197. 250.
    Vgl. zu Chico Rei: versklavter afrikanischer König, der sein Volk der Sage nach befreit haben soll, indem er es loskaufte. Jeder neu Befreite soll dann seinen Anteil für die Befreiung des nächsten beigesteuert haben. A.Hofbauer, 1989, S.28 beschreibt Chico Rei als “König” einer schwarzen Bruderschaft und Inhaber einer Goldmine in Ouro Preto/Minas Gerais. Die Gewinne aus dieser Mine sollen dann den Freikauf möglich gemacht haben. Chico Rei soll im 18.Jahrhundert gelebt haben. Vgl. dazu: E.Carneiro, 1950, S.101–103. - Zumbi: letzter König des berühmten Wehrdorfes Palmares, eines “Quilombo” entlaufener Sklaven. Zumbi soll am 20.November 1695 beim Kampf um Palmares getötet worden sein. Quilombo bedeutet in der Bantu-Sprache: habitaçâo: Wohnung.Google Scholar
  198. 251.
    Karneval 1985, 7.Sambaschule: Mangueira: Macht Platz, Ich Möchte Durch. Carnaval 1985, 7.Escola de Samba: Mangueira: Abram Alas Que Eu Quero Passar.Google Scholar
  199. 252.
    Karneval 1983, 8.Sambaschule, Portela: Die Auferstehung der Kronen. Carnaval 1983, 8.Escola de Samba: A Resurreiçäo Das Coroas. Reisado, Reino, Reinado..Google Scholar
  200. 254.
    L.Bethell, José Murilo De Carvalho, Brazil from Independence to the Middle of the Nineteenth Century. In: L.Bethell, 1985, Vol.III, S.679–746, S.679. Die Gesamtbevölkerung belief sich nach diesen Daten auf 3.960.866 Menschen. ten Wirtschaftsform: eine auf Export ausgerichtete Latifundienwirtschaft, die auf Sklavenarbeit beruhte und eine kulturelle Tradition: die Mentalität des Großgrundbesitzers.“255 - Bis heute ist in Brasilien keine Agrarreform durchgeführt worden.Google Scholar
  201. 255.
    S.B. de Holanda, 1967, S.137: “Jurídicamente, a naçäo estava livre. Novas perspectivas se abriam, mas as estruturas tradicionais persistiam, inalteradas. Herdara-se urna economia: o latifundio exportador e escravista, e urna tradiçäo cultural: a mentalidade senhorial.”Google Scholar
  202. 256.
    Karneval 1985, 2.Sambaschule: Unidos de Cabuçu: Das Fest Gehört Uns, Keine Widerrede Und Wer Zuletzt Lacht, Lacht Am Besten. - “Carnaval 1985, 2.Escola de Samba: Unidos de Cabusu: A Festa É Nossa, Ninguém Tasca, Chi Quern Ri Por Ultimo, Ri Melhor.”Google Scholar
  203. 257.
    Kritisch aufgenommen wird das Problem der Abhängigkeit von den USA von der 6. Sambaschule Caprichosos de Pilares im Karneval des Jahres 1986.Google Scholar
  204. 258.
    Gonçalves Dias, “ O Canto do Guerreiro”. - “Das Lied des Kriegers”. Dias ist einer der bekanntesten Vertreter des Indianismo in Brasilien. Zit. nach: D. Moreira Leite, 1983, S.183.Google Scholar
  205. 259.
    Indianismo, vgl. auch “Indigenismo”. Nativistische, intellektuelle, literarische, künstlerische Bewegung Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts, die im Rahmen der nationalen Unabhängigkeit auf das indianische Kulturgut romantisierend zurückgreift. Vgl. A.Cândido, Formaçâo Da Literatura Brasileira, 2.ed., Sao Paulo 1964, Vol.II.; vgl. D.Miller Driver, The Indian in Brazilian Literature. New York 1942.Google Scholar
  206. 260.
    Tupí war eine der meist gesprochenen Indianersprachen. Gonçalves Dias, ein berühmter Dichter des brasilianischen Indianismo, gab 1857 ein Wörterbuch der Tupí-Sprache heraus. Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.7 f.Google Scholar
  207. 261.
    Vgl. z.B. José de Alencar, O Guarani, A Viuvinha, 1857; Iracema, 1865. Der Indianer wurde so dargestellt, daß keine Verbindung zu seiner tatsächlichen Bedeutung in der Geschichte herstellbar war. Ein sentimentales literarisches Symbol.Google Scholar
  208. 262.
    Ein wesentliches Charakteristikum der Indianer war es, daß sie sich nicht versklaven ließen. In der Sklaverei verkümmerten sie, wurden krank und wählten nicht selten den Freitod. - Die Schwarzen waren für die Sklaverei demnach “besser geeignet”. Auf dieser verdrehten Argumentation basiert manche Überlegung zur sogenannten “Humanität” in der brasilianischen Sklaverei. Vgl. D.Moreira Leite, 1983, S.183.Google Scholar
  209. 263.
    Karneval 1987, 13.Sambaschule: Unidos De Vila Isabel: Wurzeln. – Carnaval 1987, 13.Escola De Samba: Unidos De Vila Isabel: Raízes. - Der indianische Gott Mafra hat auch Darcy Ribeiro inspiriert. Vgl. D.Ribeiro, Maíra, Steinhausen 1982. Vgl. zur Beschäftigung mit indianischen Themen ebenso: 1982, 10.Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense; 11. Sambaschule: Império da Tijuca, 1983, 11. Sambaschule: Mocidade Independente de Padre Miguel; 1985, 1. Samba-schule: Ein Cima Da Hora(partiell); 2.Sambaschule: Unidos de Cabuçu; 12. Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense; 1985, 5. Sambaschule Tradiçäo, (partiell).Google Scholar
  210. 264.
    Vgl. R.Johannsmeier, 1984, S.63 u. S.68: ‘Während der Kosmos der Christen linear geordnet ist: am tiefsten Punkt, “unter” der sichtbaren Erde, die Hölle und am höchsten Punkt, oberhalb des sichtbaren Himmels, die Sphäre der Engel, darüber erst die der Dreieinigkeit des göttlichen ersten Bewegers, ist die heidnische Welt rund - ein Erdkreis“ Vgl. zur anschaulichen Beschreibung des indianischen Weltbildes auch: D.Ribeiro, 1982.Google Scholar
  211. 265.
    Vgl. auch M. de Andrade, 1982, S.23: Ci, die Gespielin Macunaímas steigt nach dem Tode des gemeinsamen Kindes als Stern in den Himmel. Ci wurde zum Beta des Centaurus.Google Scholar
  212. 267.
    Vgl. ECarneiro, 1950, S.64. Das Dekret wurde dem Parlament am 8.Mai um 14 Uhr vom Landwirtschaftsminister Rodrigo Silva vorgelegt. Es hatte folgenden Wortlaut: “Art.l. - É declarada extinta a escravidao no Brasil. Art.2. - Revogam-se as disposiçöes em contrarrio.” - Hinzugefügt wurde der Satz: “desde a data desta lei.” - “Die Bestimmung gilt vom Tag der Annahme des Gesetzes.” - Das Gesetz wurde mit 35 Stimmen gegen 9 angenommen.Google Scholar
  213. 268.
    Wie friedliebend ist ein Volk, das die Sklaverei bis in das 20.Jahrhundert aufrechterhalten hätte? Zur brasilianischen Kunst der friedliebenden Dekoration sanfter Unterdrückung folgendes Beispiel: R.B.Toplin 1972, S.38: “In September 1871 the United States minister to Brazil witnessed a scene of celebration that left e deep and lasting impression. The Imperial Parliament had just passed legislation for gradual emancipation of the slaves, inviting a roar of approbation from a huge crowd of citizens situated in the galleries of the assembly hall and outside in the streets. As the jubilant cheering citizens rained flowers down on members of Parliament, the American minister knelt down, picked up some of the articles of celebration, and said to a friend, ”I am going to send these flowers to my country in order to show how a law was made here, in this manner, which cost so much blood there.“ - Tatsächlich jedoch wurde dieses Gesetz, das Gesetz des ”freien Bauches“, gekonnt umgangen. Die frei geborenen Kinder blieben nämlich bis zum 21.Lebensjahr in der Obhut der Sklavenbesitzer, was sie effektiv zu Sklaven machte, will man davon absehen, daß sie unter Umgehung ihres Geburtsdatums auch als Sklaven verkauft wurden, wie z.B. Luiz Gama.Google Scholar
  214. 269.
    E.Carneiro, 1950, S.63: “A extinçâo do elemento servil pelo influxo do sentimento nacional e das liberalidades dos particulares, em honra do Brasil, adiantou-se pacificamente de tal modo que é hoje aspiraçâo aclamada por todas as classes, com admiraveis exemplos de abnegaçâo por parte dos proprietarios. Quando o proprio interêsse privado vem espontäneamente colaborar para que o Brasil se desfaça da infeliz herança, que as necessidades da lavoura haviam mantido, confio que näo hesitareis em apagar do direito patrio a (mica excepçäo que nêle figura, em antagonismo com o espirito cristäo e liberal das nossas instituicóes.”Google Scholar
  215. 271.
    Unabhängigkeit und Berater von Pedro I…. (1765–1838). Vgl. L. Bethell, J.Murilo De Carvalho, 1985, S.683. Andrada e Silva hatte bereits 1825 die Abschaffung der Sklaverei gefordert. Vgl. Th.Skidmore, 1974, S.14. Das Manifest für die Abschaffung der Sklaverei ist abgedruckt in: E.de Cerqueira Falcäo, Obras Cientfficass Polfticas e Sociais de José Bonifacio de Andrada e Silva, 3 Vol., Sao Paulo 1965, Vol.!!., S.115–218. 1831 wurde in einem Vertrag zwischen England und Brasilien festgelegt, daß alle, nach diesem Datum in Brasilien eingeführten Schwarzen freie Menschen seien. Dieser Vertrag wurde bis 1850 völlig ignoriert. Vgl. R.B. Toplin, 1972, S.91 /92. - In einem Gesetz vom 28.9.1871, dem Rio Branco-Gesetz oder Gesetz des “freien Bauches”, wurde allen, nach diesem Gesetz in der Sklaverei geborenen Kindern, ab 21 Jahren die Freiheit garantiert. Ein am 27.9.1871 geborener Sklave wäre damit heute (1990) 119 Jahre alt - und immer noch Sklave!Google Scholar
  216. 272.
    In den Jahren 1887 und 1888 verloren die Plantagenbesitzer die Kontrolle über ihre Sklaven. Eine Massenflucht in die Städte setzte ein. In der Zeitung O Paíz hieß es dazu: Die Situation ist an einem Punkt angelangt, den man nur so erklären kann, daß diejenigen Sklaven, die nicht fliehen, ihre Herren mehr lieben, als sich selbst. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.206. Vgl. ebenso: O Paíz, 24.Okt. 1887, S.1. - Wir sehen davon ab, den Begriff “Liebe” weiter zu füllen. Es sei nur noch darauf hingewiesen, daß Mulatten, den Kindern der “Liebe”, schneller die Freiheit von ihren Herren geschenkt wurde als Schwarzen.Google Scholar
  217. 273.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.31.Google Scholar
  218. 274.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.198.Google Scholar
  219. 275.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.259. Bis zu vier Jahren soll die Aufhebung der Sklaverei verheimlicht worden sein.Google Scholar
  220. 276.
    Eine Praxis, die schon für die an der Unabhängigkeit beteiligten Schwarzen galt. Vgl. E.Carneiro, 1950, S.37. “Escravos No Exército”, Decreto Nr. 3725-A de 6 de novembro de 1866. - Die Armee wurde nicht selten für die Sklavenjagd eingesetzt. Die Aufnahme der Schwarzen in die Reihen des Militärs veränderte die Einstellung zur Sklavenjagd.Google Scholar
  221. 277.
    Am 7.November 1831 hatte sich Brasilien bereits England gegenüber verpflichtet, den Sklavenhandel einzustellen. Trotz dieses Vertrages war die Sklaveneinfuhr zwischen 1831 und 1850 größer als je zuvor. Mehr als eine halbe Million Sklaven sollen illegal importiert worden sein. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.39 u. S.41 f.; vgl. ebenso den in: E.Carneiro, 1950, S.34/35 abgedruckten Appell Frankreichs an den Kaiser von Brasilien aus dem Jahre 1866.Google Scholar
  222. 278.
    José do Patrocfnio galt als einer der einflußreichsten schwarzen Journalisten der Zeit. Er war der illegitime Sohn eines bekannten Fazendeiro. Obwohl der Vater ihn nicht anerkannte, ermöglichte er ihm eine Ausbildung in Pharmazie. Er heiratete die Schwester eines Studienfreundes, arbeitete als Journalist, kaufte mit der Hilfe des Schwiegervaters die Zeitung Gazeta da Tarde und machte sich einen Namen als Journalist und wichtiges Mitglied der Emanzipationsbewegung. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.68 f.Google Scholar
  223. 279.
    André Rebouças, ein Freund Patrocinios, Sohn eines mulattischen Politikers (Jurist, Mitglied des Parlaments) arbeitete eher im Hintergrund, obwohl er auch Artikel schrieb. Er organisierte Zusammenkünfte und schrieb Manifeste. Als anerkannter Ingenieur und verdient im Krieg gegen Paraguay gewann er die Freundschaft der königlichen Familie. Der Vater André Rebouças hatte im Rahmen der zunehmenden Sensibilisierung gegenüber Hautfarben öffentlich im Parlament verkündet, er sei stolz, ein Mulatte zu sein. Vgl. R.B.Toplin, 1972, 5.70 u. S.156, Anm.37.Google Scholar
  224. 280.
    Luiz Gama war der illegitime Sohn eines aristokratischen Farmers in Bahia und der afrikanischen Prinzessin Luiza Mahin, die bei verschiedenen Aufständen beteiligt war. Als der Vater in finanzielle Schwierigkeiten kam, verkaufte er seinen 10-jährigen Sohn in die Sklaverei. Gama kam nach Sao Paulo, glücklicherweise in eine Familie, in der er gut behandelt wurde. Er lernte lesen und schreiben, floh und bewies seine freie Geburt. Er diente in der Miliz, baute sich später durch harte Arbeit eine Karriere als Schriftsteller und Rechtsanwalt auf. 1882 verstarb er plötzlich. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.70/71 u. E.Carneiro, 1950, S.361–363.Google Scholar
  225. 281.
    Castro Alves und José do Patrocfnio kommen lediglich ein Mal in den Texten vor und auch dieses eine Mal nicht in ihrer politischen Bedeutung, sondern als “unsterbliche Schriftsteller”. Im eigentlichen Sambatext finden sie dennoch keine Erwähnung. Ihr Auftreten im Umzug wird in der Beschreibung erwähnt. Vgl. Karneval 1983, 3.Sambaschule: Vila Isabel: “Die Unsterblichen”.Google Scholar
  226. 282.
    Joaquim Nabuco, beschäftigte sich intensiv mit strategischen Fragen der Sklavenbefreiung. Vgl. ders., O abolicionismo. Sao Paulo 1938. Er kam aus einer bedeutenden brasilianischen Familie portugiesischen Ursprungs. Er war Jurist und Parlamentsmitglied. Sein Engagement für die Sklavenbefreiung läßt sich auf Erlebnisse auf den Besitzungen seiner Familie zurückführen. Vgl. dazu R.B.Toplin, 1972, S.72 f.Google Scholar
  227. 283.
    Antônio Bento war der Sohn eines Apothekers. Seine Aktionen hatten in einer Laienbruderschaft ihren festen Stützpunkt. Er wurde der Präsident einer Vereinigung zur Befreiung der Sklaven in Sào Paulo und verfügte über eine eigene Zeitung “A Redempçao”. Er leitete selbst geheime Kampagnen zur Sklavenbefreiung, so z.B. auch auf der Plantage seines Schwagers. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.75 f. u. 204 f.Google Scholar
  228. 284.
    Rui Barbosa war ein Jurist aus Bahia. Er galt als brillianter Redner. Ein Politiker, der die politischen Institutionen zum Schauplatz des Kampfes um die Sklavenbefreiung machte. Vgl. Rui Barbosa, Emancipaçâo dos escravos: Parecer formulado pelo deputado Rui Barbosa. (Projecto N. 48) Rio de Janeiro 1884.Google Scholar
  229. 285.
    Carlos de Lacerda engagierte sich in Rio de Janeiro. Seine Vorgehensweise ähnelte der Antônio Bentos in Sao Paulo. Beide arbeiteten auch direkt mit den Sklaven. Joao Clapp war der Präsident der Confederaçâo Abolicionista, ein Kaufmann, dessen Aktionsfeld in Rio de Janeiro und Niteroi lag. Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.76/77.Google Scholar
  230. 286.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, 5.153.Google Scholar
  231. 287.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, 5.156. Vgl. Agostinho Marques Perdigäo Malheiro, A escravidäo no Brasil: Ensaio histórico-jurídico-social. Rio de Janeiro, 18661867.Google Scholar
  232. 288.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, S. 162 u. 261.Google Scholar
  233. 290.
    Vgl. R.B.Toplin, 1972, 5.208.Google Scholar
  234. 291.
    Diese Frage wurde von der Zeitung “O Paiz” aufgenommen. Sie berichtete über die Haltung der Armee. Die Armee wünsche nicht, daß der Schwarze vom Weißen geschlagen wird. Sie würde aber auch nicht zulassen, daß der Schwarze, brutalisiert von den Horrorerinnerungen an die Sklaverei den Weißen bedrohe, um so seine Freiheit zu garantieren.Vgl. R.B.Toplin, 1972, S.224.Google Scholar
  235. 292.
    Vgl. dazu: Th.Skidmore, 1974; D.Moreira Leite, 1983 u.R.Ortiz, 1985.Google Scholar
  236. 294.
    E.Carneiro, 1950, S.282: CAPITÄO-DO-MATO (BAHIA) O brinquedo infantil do capitâo-do-mato… é urna forma especial de picula. Eleito o capitâo-domato, os demais garotos, negros fugidos, vao se esconder. Dal a pouco o capitâodo-mato grita: Nêgo fugido! Os demais, alarmados, gritam como para se avisarem mútuamente: Capitäo-do-rnato! Ele corre atrâs dos negros fugidos, até pegar algum, que, ao contrario do que seria logico, passa a ser o capitâo-domato. gefaßt hat, der, ganz im Gegensatz zur Logik, der neue Sklavenfänger wird.Google Scholar
  237. 296.
    Das Quilombo-Spiel ist ein Volksstück oder “dramatischer Volkstanz”. In ihm mischen sich afrikanische Kulturelemente aus dem Kongo mit der Geschichte der Quilombos des 17.Jahrhunderts. Allerdings soll den Teilnehmern der Aufführungen die Geschichte der Kämpfe um die Quilombos von Palmares nicht immer bewußt gewesen sein. Vgl. zum Zitat: Th.Brandäo, 1978, S.16. - Vgl. ebenso ders., 1978, S.5 u. S.6.Google Scholar
  238. 298.
    Bandeirante, Teilnehmer der “bandeiras” (Fähnlein), bewaffneter Expeditionen, die Ende des 16. bis Anfang des 18.Jahrhunderts von der Capitania Sao Vicente (dem späteren Sao Paulo) aus ins Landesinnere vorstießen. Sie waren auf der Suche nach Sklaven oder Edelmetallen. Bandeirismo wird die Bewegung insgesamt genannt, wobei sich der Begriff auf verschiedene Aspekte der Nation-und Staatenbildung beziehen kann. Vgl. V.Chacon, 1970, S.45 f.; vgl. ebenso G.Freyre, 1982, S.47 f.Google Scholar
  239. 299.
    E.Carneiro, 1950, S.XVI/XVII. Vgl. zur Situation der Sklaven in deutscher Sprache: M.Wöhlcke, 1985, S.22: “Auf familiäre und sonstige Beziehungen wurde keine Rücksicht genommen: Männer wurden von ihren Frauen getrennt und Kinder von ihren Eltern; ganze Stämme wurden auseinandergerissen und ihrer Kultur beraubt, die sich nur rudimentär in der Religion erhalten konnte.” - Eine ganz andere Interpretation der Geschichte bietet die Cambrige History of Latin America. Vgl. L.Bethell, J. Murilo De Carvalho, 1985 u. R.Graham, 1985.Google Scholar
  240. 300.
    Chico Rei wird ein schwarzer König genannt, der im 18.Jahrhundert zusammen mit seinen Stammesgenossen versklavt wurde. In den wenigen freien Stunden seines Sklavendaseins arbeitete er für seine Freiheit und kaufte sich los. Als freier Schwarzer arbeitete er für die Freiheit des nächsten Sklaven seiner Gruppe,… zu zweit sparten sie für den dritten, bis alle Sklaven dieser Gruppe befreit waren. Vgl. E.Carneiro, 1950, S.101–103.Google Scholar
  241. 301.
    Ganga Zumba, legendärer Herrscher über ein Quilombo. Verfilmt von Carlos Diegues, 1963. “Mitte des 18. Jahrhunderts sehnen sich schwarze Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern nach der Freiheit. Sie träumen von einem fernen Bergdorf, in dem seit zwanzig Jahren entflohene Farbige unter ihrem Herrscher Zumba in Autonomie und Frieden leben…” Lateinamerikanische Filmtage Brasilien, 2.-20. März 1988, S.S.Google Scholar
  242. 302.
    Insubmissos Males, die unbeugsamen Males, Titel eines “samba enredo”, eines Karnevalssamba,aus dem Jahre 1984, 1.Sambaschule: Unidos de Tijuca: “Salamaleikum A Epopéia Dos Insubmissos Males.” - “Salamaleikum, Das Heldenepos Der Unbeugsamen Males.” Vgl. auch E.Carneiro, 1950, S.224.Google Scholar
  243. 303.
    Vgl. Secretaria De Estado Da Cultura, Governo Democratico De Sao Paulo, Calendario Afro-Brasileiro, 1984, “ZUMBI (?/1695) Lider mäximo de um povo, cuja a História teima em negar-lhe os heróis, os mârtires, os santos… O negro Zumbi, nasceu em Palmares sendo, por tanto, brasileiro. Gerado no ventre fecundo da revolta, durante a luta pela liberdade. Primeiro herói libertario do Brasil, Zumbi é - talvez - o negro que mais mereceu a atençäo de historiadores, poetas e escritores entre os que conseguem se interessar pelo papel do negro na Historia do Brasil. De Castro Alves a Agostinho Neto; de Nina Rodrigues a Décio Freitas, todos falam e enaltecem Palmares. E o que é Palmares sem a figura mitologica de Zumbi ? Zumbi ja foi comparado a Spartacus, porém sua rebeliäo durou quase cem anos, enfrentando Holanda e Portugal, dois grandes impérios da epoca. O certo é que o exercfcio de comparaçäo é muito perigoso em Historia, além do mais Zumbi nao admite comparaçoes. Bravo, orgulhoso, destemido, Zumbi foi unico. Sobre Zumbi e Palmares bem caberia o que Euclides da Cunha escreveu sobre Canudos: ”… näo se rendeu… caiu quando cafram seus ultimos defensores.. “ Só a morte apagou aquela chama de liberdade que continua viva em todos nos…” Übersetzung: “ZUMBI” (?/1695) Größter Führer eines Volkes, dem die Geschichte seine Helden, Märtyrer und Heiligen unterschlägt… Der Schwarze Zumbi wurde in Palmares geboren, er ist demnach Brasilianer. Er wurde in dem fruchtbaren Bauch der Revolte gezeugt, während des Kampfes um die Freiheit. Als erster freier Held Brasiliens ist Zumbi - vielleicht - der Schwarze, der die Aufmerksamkeit der Geschichtsforscher, Dichter und Schriftsteller am meisten verdient, die sich für die Rolle des Schwarzen in der Geschichte Brasiliens interessieren. Von Castro Alves über Agostinho Neto, Nina Rodrigues bis zu Décio Freitas rühmen alle Palmares.Und was wäre Palmares ohne die mythologische Figur Zumbis? Zumbi wurde bereits mit Spartakus verglichen, aber seine Rebellion dauerte fast 100 Jahre. Er bot Holland und Portugal, zwei großen Reichen der damaligen Zeit die Stirn. Wie wir wissen, sind Vergleiche in der Geschichte eine gefährliche Angelegenheit. Darüberhinaus läßt Zumbi keinen Vergleich zu. Tapfer, stolz und zielsicher: er war einzigartig.Über Zumbi und Palmares kann man sagen, was Euclides da Cunha über Canudos schrieb: “… es hat sich nicht ergeben… es fiel, als seine letzten Verteidiger fielen…” Nur der Tod löschte jenen Ruf der Freiheit, der in uns allen weiterbesteht.“Google Scholar
  244. 304.
    “Zambi”, die karnevaleske Form des schwarzen Helden “Zumbi”. - Aber auch in der Sprache der Bantu-Völker “oberster Gott”. Vgl. A.Ramos, 1946, S.175. - Vgl. Karneval 1986, 13.Sambaschule: Salgueiro: Man Muß Sich Aus Dem Kopf Schlagen, Was Man Nicht In Der Tasche Hat. Eine Huldigung Fernando Pamplonas. - Carnaval 1986, 13. Escola De Samba: Salgueiro: Tern Que Se Tirar Da Cabeça Aquilo Que Näo Se Tern No Bolso. Tributo A Fernando Pamplona.Google Scholar
  245. 305.
    Karneval 1983, 8.Sambaschule: Portela: Die Auferstehung der Kronen. Reisado-Tanz, Königreich, Herrschaft. - Carnaval 1983, 8.Escola De Samba: A Ressurreiçâo Das Cornas. Reisado, Reino, Reinado.Google Scholar
  246. 306.
    Karneval 1983, 12.Sambaschule: Beija-Flor: Das Große Sternbild Schwarzer Sterne. - Carnaval 1983, 12.Escola De Samba: A Grande Constelaçäo Das Estrelas Negras.Google Scholar
  247. 307.
    Karneval 1988, 3. Sambaschule: Acadêmicos Do Salgueiro: Auf der Goldsuche. - Carnaval 1988, 3.Escola De Samba: Ein Busca Do Ouro.Google Scholar
  248. 312.
    Karneval 1986, 13.Sambaschule: Salgueiro.Google Scholar
  249. 313.
    Karneval 1988, l0.Sambaschule: Unidos De Vila Isabel: Kizomba, Fest der Rasse. - Carnaval 1988, 10. Escola De Samba: Unidos De Vila Isabel: Kizomba, Festa Da Raça.Google Scholar
  250. 314.
    Vgl. ebenso zu: Zumbi, Chico Rei, Quilombos, Aufständen etc. Karneval 1984, 1. Unidos de Tijuca zu den Aufständen der Malês; Karneval 1984, 3. Caprichosos de Pilares zu Chico Rei; Karneval 1984, 7. Império Serrano ebenfalls zu Chico Rei; Karneval 1985, 2. Unidos de Cabuçu zu Quilombos; Karneval 1985, 5. Uniäo da Ilha, zur Revolte gegen die Peitsche 1910; Karneval 1985, 12. Imperatriz Leopoldinense zu einem phantastischen Protest auf der Insel Marajo gegen die Invasion der Portugiesen im 16.Jahrhundert; Karneval 1987, 2.Império Da Tijuca, allgemeiner Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung anhand der Darstellung des Werkes von Joao Ubaldo Ribeiro.Google Scholar
  251. 315.
    Vgl. zur Bedeutung von Zumbi, bzw. Palmares auch: A.Hofbauer, 1989, S.15 f., S.34 f., S.43 f.. - Zumbi wird auch ein Gespenst genannt, das aus einem angolanischen Geisterkult stammt und auch in Brasilien überliefert ist. Vgl. A.Ramos, 1946, S.176.Google Scholar
  252. 316.
    Karneval 1988, 7.Sambaschule: Beija-Flor. - ‘Carnaval 1988, 7.Escola de Samba: Beija-Flor.Google Scholar
  253. 317.
    Übersetzt nach: J.Nabuco, O Mandato Da Raça Negra, in: E.Carneiro, 1950, S.12.Google Scholar
  254. 318.
    Constituiçâo República Federativa Do Brasil, 5.10. 1988, Art. 5, XLII, in: Isto É/Senhor, Nr. 995, 1988, Separata. “A pratica do racismo constitui crime inafiançâvel e imprescritível, sujeito â pena de reclusäo, nos temos da lei.”Google Scholar
  255. 319.
    Die von M.Harris, 1964, S.58 aufgeführte Kette von Hautfarben dient der Einteilung in 40 unterschiedliche Typen. Die Skala der Farbbezeichnunggen läßt sich jedoch erweitern: Th. de Azevedo, 1975, S.28/29 spricht von 300 Vokabeln, die im Alltag verwendet werden. Vgl. einen Ausschnitt aus der Liste von M.Harris, ebda.: “branco, preto, sararâ, moreno claro, moreno escuro, mulato, moreno, mulato claro, mulato escuro, negro, caboclo, escuro, cabo verde, claro, araçuaba, roxo, amarelo, sararâ escuro, côr de canela, preto claro, roxo clam, côr de Gina, vermelho, caboclo escuro, pardo…”Google Scholar
  256. 320.
    Preguiça, Faulheit, ein feststehender Ausdruck Macunafmas, des brasilianischen Helden ohne jeden Charakter. Vgl. ebenso: J.B. Borges Pereira, 1983, S.97.Google Scholar
  257. 321.
    Vgl. A.Ramos, 1946, S.147.Google Scholar
  258. 322.
    Vgl. A.Ramos, 1946, S. 148.Google Scholar
  259. 323.
    Vgl. A.Ramos, 1946, 5.148.Google Scholar
  260. 324.
    wurden bei einer Bevölkerung von 51 Millionen Menschen, 61% Weiße, 26% Mischlinge und 11% Schwarze gezählt. - 30 Jahre später, 1980 betrug die Bevölkerung 119 Millionen. Davon waren 55% Weiße, 37% Mischlinge und 6% Schwarze. Die Anzahl der Mischlinge nimmt auf Kosten der Weißen und der Schwarzen zu. Vgl. J.B.Borges Pereira, 1983, S.94.Google Scholar
  261. 326.
    Vgl. R.Jardim Moreira, 1956.Google Scholar
  262. 327.
    Vgl. A.M.Rodrigues,1984.Google Scholar
  263. 328.
    Vgl. die Nachricht aus der Süddeutschen Zeitung Nr.28, 3.2.1984: “Christiane de Andrade, brasilianische Medizinstudentin, wurde in Rio de Janeiro zur Karnevalskönigin gekrönt. Um das begehrte närrische Amt hatten sich 16 Schönheiten beworben. Es siegte jedoch nicht wie traditionell eine Mulattin, sondern die 22jährige Blondine. Dies verdankt Christiane der ausschlaggebenden Stimme des Vorsitzenden der Jury, in der ein Stimmenpatt entstanden war.”Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Karin Engell

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