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Politische Kultur

  • Karin Engell
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Zusammenfassung

In den 50er Jahren entstand in den USA eine neue „Metapher“, die heute zum obligatorischen Repertoire politikwissenschaftlichen Denkens gehört: politische Kultur1. Auch wenn der „founding father“, Gabriel A.Almond, die Nährbodenqualitäten seines frühen „konzeptionellen Puddings“2 ursprünglich selbst nicht sonderlich hoch eingeschätzt haben mag3, so kann er doch heute mit Stolz auf eine Flut von Veröffentlichungen zurückblicken, die seine „Idee“ innerhalb von dreißig Jahren mit zur „Schule“ ausbauten4. Der „newcomer“ politische Kultur hat im Rahmen seiner erfolgreichen Etablierung anerkanntermaßen auch eine klassische Nachfolge angetreten: die der Erforschung der subjektiven Dimension von Politik, eine „Kunst“, die bis in die Antike zurückreicht5. Der „homo novus“ politische Kultur steht somit heute in der Tradition von Plato, Aristoteles, Macchiavelli, Hobbes, Locke, Montesquieu, Rousseau, Bagehot...6 und hat neben dem Ruhm auch das Schicksal eines Emporkömmlings zu tragen: Er muß seine Standfestigkeit, Eignung, Durchsetzungsfähigkeit und Aussagekraft — noch — ständig neu unter Beweis stellen.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. G.A.Almond, 1956.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. M.Kaase, Sinn oder Unsinn des Konzeptes politische Kultur für die Vergleichende Politikforschung. Oder auch: Der Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. In: PVS-Redaktion, 1982, S.1–35. Der Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln steht in der Zwischenzeit in der deutschen Diskussion als Symbol für die intensiven Bemühungen um eine analytische und methodische Fundierung des Konzeptes. Vgl. PVS-Redaktion, 1982; vgl. D.Berg-Schlosser, 1987, S.11.Google Scholar
  3. 3.
    G.A.Almond, 1987, S.28: “1955 war ich alles andere als optimistisch, als ich zum ersten Mal das politische Kultur-Konzept anwendete. Ich war damals der Meinung, daß wissenschaftlicher Jargon, wie Parolen im Krieg, oft eher dazu dient, Freund und Feind auseinanderzuhalten, als unsere Fähigkeit zu verbessern, wichtige Probleme zu erklären. Die Brauchbarkeit und das Überleben von Konzepten lag in den Händen von zukünftigen Generationen von Wissenschaftlern, indem sie sie in der Praxis testeten.”Google Scholar
  4. 4.
    Das Konzept politische Kultur gehört heute zum gängigen Vokabular der Politikwissenschaft. 35 bis 40 Abhandlungen empirischer oder theoretischer Art zu politischer Kultur liegen in Buchformat vor. Es gibt mehr als 50 Beiträge in Fachzeitschriften und anläßlich Symposien. Ein beachtlicher Teil der Wissenschaftler des Fachs hat an der Auseinandersetzung teilgenommen: Samuel Beer, Samuel Barnes, Brian Barry, Archie Brown, Dirk Berg-Schlosser, Richard Fagen, Ronald Inglehart, Max Kaase, Dennis Kavanagh, Robert Lane, S.M.Lipset, Herbert McClosky, Robert Putnam, Lucian Pye, Carole Pateman, Erwin Scheuch, Robert Tucker, Aaron Wildavsky u. Stephen White. Vgl. G.A.Almond, 1987, 5.28. Vgl. zur Entwicklung des Forschungskonzeptes die umfangreiche Dokumentation von W.M.Iwand, 1985.Google Scholar
  5. 5.
    D.Berg-Schlosser geht in seiner Analyse historischer Formen der Untersuchung subjektiver Dimensionen von Politik bis auf Herodot und Thukydides zurück. Vgl.D.Berg-Schlosser, 1978, S.21 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Die sogenannten “founding fathers” politischer Kultur: G.A.Almond, S.Verba und L.Pye haben sich alle auf klassische Autoritäten ihres Fachs berufen. Vgl.G.A.Almond/S.Verba, 1963, S.VI. Dem Vorwort dieser grundlegenden Studie,“The Civiv Culture”,ist ein Zitat des Perikles vorangestellt: “On the Causes of Athenian Greatness”. Die Autoren betonen, es ginge ihnen um das “what the Greeks called civic virtue”. Ebda. S.Verba, 1965, S.514, sieht in den Werken von Montesquieu, Tocqueville und Bagehot Beiträge zur politischen Kultur, Problemstellungen, die schon die Griechen behandelten. L.W.Pye, 1960, S.29 sieht in Plato, Aristoteles, Macchiavelli, Hobbes, Locke und Rousseau bedeutende Vorläufer. Diese Überlegungen werden von Almond 1980 noch einmal aufgenommen.Vgl. G.A.Almond/S.Verba, 1980, S.1 ff. Almond geht hier in der “Ahnenkette” bis auf Aristoteles zurück und sieht in dessen Konzeption einer Mischverfassung von oligarchischen und demokratischen Momenten mit dominierender Mittelklasse einen Vorläufer seiner eigenen Konstruktion der “Civic Culture”. Ebd.S.4. Vgl. ebenso zum geistesgeschichtlichen Hintergrund: H.Eckstein, “A Perspective an Comparative Politics, Past and Present”, in: Ders., D.Apter, eds., Comparative Politics, New York, 1963, S.3–32.Google Scholar
  7. 7.
    Ein Ausspruch des FDP-Abgeordneten Gerhart Baum in der Bundestagsdebatte vom 1.10.1982, die der Abstimmung über den konstruktiven Mißtrauensantrag vorausging, mit der das Ende der SPD/FDP-Regierung besiegelt wurde. Gerhart Baum befürchtete damals, daß das Verfahren, das zu der beantragten Abwahl des Bundeskanzlers Helmut Schmidt geführt hat,“eine tiefgreifende Veränderung der politischen Kultur bewirken kann”. Vgl.P.Reichel, 1982, S.13.Google Scholar
  8. 9.
    Th.Sommer, Von der Pietät der Demokraten. Nach dem Tod Uwe Barschels: Nachdenken über den Zustand unseres Gemeinwesens. In: Die Zeit, 16.Oktober 1987, Jg.42, Nr.43, S.1 u. S.4. Vgl.dazu: S.4.Google Scholar
  9. 10.
    Die Interpretation des Begriffes Kultur und seiner Inhalte ist in den “Kultur”-Wissenschaften unterschiedlich erfolgt. Für die deutsche Begriffsbestimmung ist der Gegensatz zwischen “Kultur” und Zivilisation“ verbindlich geworden. Menschliches Verhalten und dessen Wandel wurde unter diesem Kulturbegriff erst einmal nicht untersucht: Der deutsche Kulturbegriff hebt die nationalen Unterschiede bes. hervor. Seine Ursprungssituation ist angelegt in der Situation eines Volkes, das im Vergleich zu den anderen westlichen Völkern erst außerordentlich spät zu einer politischen Einigung kam. Im Gegensatz zum Zivilisationsbegriff der Engländer und Franzosen, der einer Ausbreitungstendenz kolonisierender Nationen Ausdruck gibt, spiegelt sich im Kulturbegriff die Frage nach dem Selbstbewußtsein der deutschen Nation, die sich immer wieder fragte: ”Was ist eigentlich unsere Eigenart.“ Vgl. N.Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, Bd.I, Frankfurt/Main 1969, S.1 ff., S.4. Vgl.ebenso: J.Galtung, Struktur, Kultur und intellektueller Stil. In: Leviathan, 11, 1983, S.303–338. Zur Wiederaufnahme des Kulturbegriffs im Rahmen der sich neu konstituierenden Kultursoziologie, vgl. W.Lipp, F.H.Tenbruck, Zum Neubeginn der Kultursoziologie, KZfSS, 31, 1979, 5.393398; F.H.Tenbruck, Die Aufgaben der Kultursoziologie, KZfSS, 31, 1979, 5.399421; H.P.Thurn, Kultursoziologie - Zur Begriffsgeschichte der Disziplin. KZfSS, 31, 1979, S.422–449; W.Lipp, Kulturtypen, kulturelle Symbole, Handlungswelt, KZfSS, 31, 1979, S.450–484; H.P.Thurn, Perspektiven der Kultursoziologie, in: H.von Alemann, H.P.Thurn, Soziologie in weltbürgerlicher Absicht, Festschrift für René König, Opladen 1981, S.11–44.Google Scholar
  10. 11.
    Zur Kritik an den impliziten Annahmen und Beschränkungen des Konzeptes soll vorerst ein Hinweis auf die Stellungnahme der Protagonisten selbst genügen: G.A.Almond, S.Verba, eds., The Civic Culture Revisited, Boston 1980. Ansonsten sei mit Max Weber an die Grenzen und Bedingungen sozialwissenschaftlicher Erkenntnis erinnert: M.Weber, Die “Objektivität sozialwissenschaftlicher Erkenntnis, und ders., Der Sinn der ”Wertfreiheit“ der Sozialwissenschaften, in: ders., Soziologie, Weltgeschichtliche Analysen, Politik, Stuttgart 1968, S.186–262 u. S.263–310.Google Scholar
  11. 12.
    G.A.Almond, 1956, S.396.Google Scholar
  12. 13.
    G.Patrick, 1984, S.297.Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. G.A.Almond, G.B.Powell, 1966; vgl. S.E.Finer, Almond’s Concept of “The Political System”: A Textual Critique, in: Government and Opposition, 1969/70, S.3–21. Vgl. ebenso: G.A.Almond, Determinacy-Choice, Stability-Change: Some Thoughts on a Contemporary Polemic in Political Theory, ebd.: S.22–40. Bekanntlich ist Almonds Versuch einer Systematisierung politischer Prozesse insofern problematisch, als er vom modernen, ausdifferenzierten System her gedacht ist. Stellvertretend für viele: W.L.Bühl, Evolution und Revolution, München 1970, S.352. K.v.Beyme, weist darauf hin, daß auch die innere Konsistenz der Systemkonstruktion angreifbar ist, da die Funktionen des Systems relativ beziehungslos nebeneinandergestellt sind. Vgl. K.v.Beyme, Die politischen Theorien der Gegenwart, München 1976 (1972), S.183.Google Scholar
  14. 15.
    G.A.Almond, S.Verba, 1963Google Scholar
  15. 16.
    Die von G.A.Almond, S.Verba, 1963 dargestellten Kennzeichen der (US-) “civic culture” sind Ausdruck dieser Demokratievorstellungen. Von Veränderungen spricht Almond 1987: Vertrauensverlust und Abnahme des politischen Konsensus. Vgl. G.A.Almond, 1987, S.35.Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. H.Brüggemann, H.Gerstenberger, W.Gottschalch, U.K.Preuss, Über den Mangel an Politischer Kultur in Deutschland, Berlin 1978.Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. L.Dittmer, 1977, 5.552.Google Scholar
  18. 19.
    G.A.Almond, 1956, S.409.Google Scholar
  19. 20.
    Vgl. G.Sartori, 1984, S.9Google Scholar
  20. 21.
    G.M.Patrick, in: G.Sartori, 1984, S.265–314. Patrick unterscheidet zwischen “objective definition” (D.Easton), “psychological or subjective definition” (G.A.Almond, S.Verba), ‘heuristic definition“ (L.W.Pye) und ”comprehensive definition“ (R.R.Fagen, R.C.Tucker). Die objektive Definition Eastons hält der kritischen Analyse am besten stand. Dies.,S.310. 1976 zählte G.Patrick bereits 30 verschiedene Definitionen ”politischer Kultur“. G.Patrick, The Concept of ”Political Culture“, International Studies Association Working Paper Nr.80. Vgl.dazu: D.Kavanagh, Political Science and Political Behavior, London 1983, S.50 u.213.Google Scholar
  21. 22.
    Vgl.C.G.Hempel, Aspects of Scientific Explanation. And Other Essays in the Philosophy of Science. New York 1965, S.139.Google Scholar
  22. 24.
    D.Lerner, The Passing of Traditional Society, New York 1958.Google Scholar
  23. 25.
    Vgl.G.A.Almond, 1987, 5.27: Politische Kultur entstand am Schnittpunkt von Geschichte und theoretisch-methodischen Forschungsansätzen. Vgl.D.BergSchlosser, J.Schissler, 1987, S.12 f.; vgl.J.Gebhardt, 1987, S.49 f.; vgl.W.M. Iwand, 1985, S.47 f.Google Scholar
  24. 26.
    G.W.Allport, The Nature of Prejudice, Cambridge/Mass. 1954; D.Boesch et al., Vorurteile, ihre Erforschung und ihre Bekämpfung. Frankfurt/M. 1964; W.Buchanan, H.Cantril, How Nations See each Other, University of Illinois Press, Urbana 1953; P.Heintz,Soziale Vorurteile, Köln 1957. K.S.Sodhi, R.Bergius, Nationale Vorurteile, Berlin 1953.Google Scholar
  25. 27.
    A.Inkeles, D.J.Levinson, National Character: the Study of Modal Personality and Socio-cultural Systems, in: G.Lindzey, Handbook of Social Psychology, Bd.4, Cambridge 1969, S.418–506; M.Singer, A Survey Culture and Personality Theory and Research, in: B.Kaplan, Hrsg., Studying Personality Cross-Culturally, New York 1961, S.9–90; aus anthropologiacher Sicht: R.Benedict, Patterns of Culture, Boston 1934; dies., The Chrysanthemum and the Sword, Boston 1946; G.Gorer, The American People, New York 1948; ders., J.Rickman, The People of Great Russia, London 1955. M.Mead, And Keep Your Powder Dry: an Anthropologist Looks at America, New York 1942; dies., Soviet Attitudes Toward Authority, New York 1951; dies., The Study of National Character, in: D.Lerner, H.D.Lasswell, The Policy Sciences, Stanford 1951, S.70–85.Google Scholar
  26. 28.
    M.Harris, The Rise of Anthropological Theory. A History of Theories of Culture, New York 1968; A.L.Kroeber, C.Kluckhohn, Culture. A Critical Review of Concepts and Definitions, Cambridge 1952; M.Mead, R.Metraux, eds., The Study of Culture at a Distance, Chicago 1953. Zur Einschätzung aus neuerer Sicht: I.M.Greverus, Kultur und Alltagswelt. Eine Einführung in Fragen der Kulturanthropologie. München 1978; R.Girtler, Kulturanthropologie. Entwicklungslinien, Paradigmata, Methoden. München 1979.Google Scholar
  27. 29.
    A.Adler, Über den nervösen Charakter. Grundzüge einer vergleichenden Individual-Psychologie und Psychotherapie. Wiesbaden 1912; ders., Menschenkenntnis.(2.Aufl.) Leipzig 1928; ders., Praxis und Theorie der Individualpsychologie. Vorträge…München 1920; ders.,Der Sinn des Lebens. Wien 1933. S.Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse. Leipzig 1921; ders., Die Traumdeutung, Leipzig 1921; ders., Die Zukunft einer Illusion, Leipzig 1927; ders., Abriß der Psychoanalyse. Das Unbehagen in der Kultur. Frankfurt/M. 1953. C.G.Jung, Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten. Darmstadt 1928; ders., Analytische Psychologie und Erziehung. Heidelberg 1926; ders., Von den Wurzeln des Bewußtseins. Studien über den Archetypus. Zürich 1954; ders., Der Mensch und seine Symbole. Freiburg/Breisgau 1968.Google Scholar
  28. 30.
    Hinter dem Grundbegriff “political behavior” stand die Methodenkritik ander herkömmlichen ideengeschichtlichen, institutionalistisch-legalistischen Politikwissenschaft sowie ein pragmatisch-szientistisches Wissenschaftsverständnis. Vgl.F.Naschold, Politische Wissenschaft, München 1970, 5.30 f. Das Untersuchungsinteresse richtete sich gezielt auf das individuelle Verhalten. Geforscht wurde mit interdisziplinärer Ausrichtung. Man bemühte sich um präzise Messung empirischer Daten, ebenso um empirisch nachprüfbare Theorien und Konzepte. Vgl. W.M.Iwand, 1985, S.30 ff. Charles Merriam gehörte zu den Begründern dieser Form von Politikwissenschaft, der “Chicago School”, aus der drei der prominentesten Politikwissenschaftler hervorgingen: V.O.Key, H.Lasswell, und G.A.Almond. Vgl. A.Somit, J.Tanenhaus, The Development of American Political Science, Boston 1967; J.W.Falter, Der “Positivismusstreit” in der amerikanischen Politikwissenschaft, Opladen 1982.Google Scholar
  29. 31.
    Vgl. L.W.Pye, Culture and Political Science: Problems in the Evaluation of the Concept of Political Culture, in: Social Science Quaterly, Vol.53, 1973, S.285–296. S.285. Vgl. ebenso: ders., ed., Political Science and Area Studies, London 1975, S.S.Google Scholar
  30. 32.
    Bereits in den 50-iger Jahren erschienen sog.“area studies”, die mit den Konzepten “Kultur” und “Persönlichkeit” Zugang zu den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas suchten. Sie erfüllten die bereits 1944 aufgestellte Forderung von der traditionellen Institutionenbetrachtung abzurücken. Dieser Anspruch wurde dann auch auf dem herkömmlichen Forschungsfeld Europa befolgt. Vgl. L.Loewenstein, Report on the Research Panel on Comparative Government, in: The American Political Science Review, 38, 1944, S.540–548; G.Mct. Kahin, G.J.Pauker, L.W.Pye, Comparative Politics of Non-Western Countries, American Political Science Review, 49, 1955, S.1022–1041; G.A.Almond, T.Cole, R.C.Macridis, A Suggested Research Strategy in Western European Government and Politics, American Political Science Review, 49, 1955, S.1042–1049; Vgl. dazu aus neuerer Sicht: L.W.Pye, ed., Political Science and Area Studies, London 1975.Google Scholar
  31. 33.
    T.Parsons, The Structure of Social Action, 2nd ed., Glencoe 1947(1937); ders., The Social System, New York 1951; ders., E.A.Shils, eds., Toward a General Theory of Action, Cambridge, Mass.1951; ders., R.F. Bales, E.A.Shils, Working Papers in the Theory of Action, Glencoe 1953; ders, Culture and Social System Revisited, in: L.Schneider, Ch. Bonjean, The Idea of Culture in the Social Sciences, Cambridge,Mass. 1973, S.33–46. Zum Einfluß Parsons, vgl. R.Dahrendorf, Die angewandte Aufklärung, München 1963, Kap.14, “Das Soziale System: Talcott Parsons und sein Einfluß”, S.153–164.Google Scholar
  32. 34.
    D.Easton, The political System: An Inquiry into the State of Political Science, Chicago 1953; ders., A Systems Analysis of Political Life, New York 1965.Google Scholar
  33. 35.
    G.A.Almond, Introduction: A Functional Approach to Comparative Politics, in: G.A.Almond, J.S.Coleman, The Politics of the Developing Areas, Princeton 1960, S.3–6-; G.A.Almond, G.B.Powell, Comparative Politics: A Developmental Approach, Boston 1966.Google Scholar
  34. 36.
    Vgl.K.Faupel, Zu Almonds und Eastons Versionen des Input-Output-Schemas und zum dominanten Systemkonzept bei Almond: Eine logische Analyse, in: D.Oberndörfer,Hg., Systemtheorie, Systemanalyse und Entwicklungsländerforschung, Berlin 1971, S.361–405.Google Scholar
  35. 37.
    G.A.Almond, 1956.Google Scholar
  36. 38.
    Vgl. F.W.Heimer, Begriffe und Theorien der “politischen Entwicklung”. Bilanz einer Diskussion und Versuch einer Ortsbestimmung G.A.Almonds, in: D.Oberndörfer, Hg., Systemtheorie, Systemanalyse und Entwicklungsländerforschung, Berlin 1971, S.449–515.Google Scholar
  37. 39.
    Vgl.dazu die vom “Committee on Comparative Politics” des “Social Science Research Council” an der Princeton University herausgegebenen “Studies in Political Development”. - Dem Ausschuß gehörten u.a. G.Almond, L.Binder, R.T.Cole, J.S.Coleman, H.Hyman, J.LaPalombara, L.W.Pye, S.Verba, R.E.Ward, M.Weiner an. Vgl.dazu W.M.Iwand, 1985, S.50. D.Berg-Schlosser führt noch folgende Mitglieder der CCP an: S.Neumann, R.Macridis, R.Scott, D.A.Rustow, H.Eckstein, D.Lerner, vgl.dazu: D.Berg-Schlosser, 1972, S.39. - Ausdruck des damaligen Forschungsinteresses geben z.B.: J.LaPalombara, ed., Bureaucracy and Political Development, Princeton 1963; D.Lerner, The Passing of of Traditional Society, New York 1958; D.A.Rustow, A World of Nations: Problems of Political Modernization, Washington 1967; L.W.Pye, ed., Communication and Political Development, Princeton 1963; R.E.Ward, D.A.Rustow, eds., Political Modernization in Japan and Turkey, Princeton 1964; aber auch T.Parsons, Evolutionary Universals in Society, ASR, 29, 1964, S.339–357… Zur Kritik vgl.: R.Bendix, Tradition and Modernity Reconsidered, CSSH, 9, 1967, S.292–346; L.W.Bühl, Evolution und Revolution. München 1970; P.,Flora, Modernisierungsforschung: Zur empirischen Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung. 1974; J.R.Gusfield, Tradition and Modernity: Misplaced Polarities in the Study of Social Change, AJS 72, 1967, S.351–62: H.U.Wehler, Modernisierungstheorie und Geschichte. Göttingen 1975; W.Zapf, Hg., Theorien des sozialen Wandels. Köln 1969.Google Scholar
  38. 40.
    Mitte der 60-iger Jahre begann in Lateinamerika als Antwort auf die Modernisierungstheorien die Dependencia-Diskussion. A.G.Frank und Th.Dos Santos beherrschten mit frühen Ubersetzungen das Thema in den Industrienationen. Vgl. A.G.Frank, Latin America: underdevelopment or revolution. Essays on the development of underdevelopment and the immediate enemy. New York 1969; ders. Kapitalismus und Unterentwicklung in Lateinamerika. Frankfurt/M. 1969; Th.Dos Santos, The changing structure of foreign investment in Latin America, in: J.Petras, M. Zeitlin, eds., Latin America. Reform or revolution. Greenwich 1968, S.94–98; ders., Lucha de classes y dependencia en America Latina. Bogota 1970; vgl.ebenso: F.H.Cardoso, E.Faletto, Abhängigkeit und Entwicklung in Lateinamerika, Frankfurt 1977 (Original 1969). An die Stelle des ahistorischen Entwicklungsbegriffs der Modernisierungstheorien wurde eine historische Analyse von Entwicklungsund Unterentwicklungsprozessen gesetzt. Ausbeutung, Abhängigkeit, strukturelle Heterogenität, Marginalität sind Erklärungsansätze auf einer historisch-deskriptiven Ebene, die für das Fortbestehen von Unterentwicklung angeboten werden. Dt. Befürworter bauten den Ansatz weiter aus: Vgl. D.Senghaas, Hg., Peripherer Kapitalismus. Analysen über Abhängigkweit und Unterentwicklung, Frankfurt 1974; ders., Weltwirtschaftsordnung und Entwicklungspolitik. Plädoyer für Dissoziation. Frankfurt 1977. Das Verdienst des Ansatzes, der keineswegs die Qualität einer geschlossenen Theorie der Unterentwicklung und Entwicklung hat, kann in der Herausstellung des internationalen Kontextes von Entwicklung und Unterentwicklung gesehen werden. Vgl. A.Boeckh, Abhängigkeit, Unterentwicklung und Entwicklung: Zum Erklärungswert der Dependencia-Ansätze, in: D.Nohlen, F.Nuscheler, 1982, Bd.l, S.133–152; W.Godzik, L.Laga, K.-P.Schütt, Zur Kritik der Dependenztheorie. Methodologische Anmerkungen zu einem neomarxistischen Ansatz in der Entwicklungsländerforschung, in: KZfSS, 8, 1976, S.537–556.Google Scholar
  39. 41.
    Dies ist jedoch nicht nur das Schicksal der modernisierungstheoretisch ausgerichteten Entwicklungsansätze, sondern ebenso das seiner Kritiker, vgl. dazu: A.Boeckh, Entwicklungstheorien, in: D.Nohlen, P.Waldmann, 1987, S.158–169. Vgl. ebenso: D.Nohlen, F.Nuscheler, 1982, Bd. 1, “Theoretische Kontroversen über Unterentwicklung”, S.73–182 und Teil IV, “Theorien und Strategien von Entwicklung”. S.292–413.Google Scholar
  40. 42.
    Politische Kultur wurde zu einer der wichtigsten Variablen der Analyse politischer Systeme. Vgl. P.V.Dias, 1971, S.411. Vgl. ebenso: G.A.Almond, G.B.Powell, Jr., 1980, S.42 und K.v.Beyme, 1980, 5.179 ff.: “Politische Kultur” als inzwischen fest etablierter Grundbegriff der Politikwissenschaft.Google Scholar
  41. 43.
    wird von Almond zum wiederholten Mal betont, daß besonders der Zusammenbruch der demokratischen Institutionen in Europa und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zur Konstituierung der Comparative Politics und dem Interesse an “politischer Kultur” geführt haben. Vgl. G.A.Ahmond, 1987, S.27 f.- G.A.Almond, seit 1947 Professor für Political Science an den Universitäten Yale, Princeton, und Stanford, arbeitete während des Zweiten Weltkrieges für das “Office of War Information” und den “U.S. Strategic Bombing Survey”. Nach dem Krieg war er beratend für das “Naval Research Office”, USAF und das State Department tätig. Vgl. dazu: W.M. Iwand, 1985, S.51, Anm.1.Google Scholar
  42. 44.
    Die Berücksichtigung kultureller Faktoren ist bis heute ein diffiziles Thema der Entwicklungs-länder-soziologie. Vgl. z.B. die Berücksichtigung “soziokultureller Faktoren”, in: W.von der Ohe, 1982.Google Scholar
  43. 45.
    lautete die vergleichbare Definition S.Verbas leicht abgeändert: “The political culture of a society consists of the system of empirical beliefs, expressive symbols, and values which defines the situation in which political action takes place. It provides the subjective orientation to politics.” L.W.Pye, S.Verba, eds., 1965, S.513.Google Scholar
  44. 46.
    Vgl. G.A.Almond, S.Verba, 1963; Y.C.Kim, The Concept of Political Culture in Comparative Politics, in: The Journal of Politics, 26, 1964, 5.313–336. L.W.Pye, S.Verba, 1965; I.P.Nettl, Centre and Periphery in the Social Science: The Problems of Political Culture, in: American Behavioral Sciences, 9, 1966, 5.39–46; M.M.Czudnowski, A Salient Dimension of Politics for the Study of Political Culture, American Political Science Review, 62, 1968, 5.878888; R.R.Fagen, The Transformation of Political Culture in Cuba, Stanford 1969; C.Pateman, Political Culture, Political Structure and Political Change, in: British Journal of Political Science, 1, 1971, S.291–305; D.Kavanagh, Political Culture, London 1972; E.W. Lehmann, On the Concept of Political Culture: A Theoretical Reassessment, in: Social Forces, 50, 1972, S.361–369; D.Berg-Schlosser, 1972; L.Stem, L.D.Dobson, F.P.Scioli, On the Dimension of Political Culture: A New Perspective, in: Comparative Political Studies, 5, 1973, S.493–511; J.Meisel, Political Culture and the Politics of Culture, in: Canadian Journal of Political Science, 7, 1974, S.601–615. W.A.Rosenbaum, Political Culture, London 1975; D.Elkins, R.E.Simeon, 1979; G.A.Almond, S.Verba, 1980; W.M.Iwand, 1985; D.Berg-Schlosser, 1987; G.A.Almond, 1987….Google Scholar
  45. 47.
    Vgl. G.A.Almond, 1956. Die 1956 aufgestellte Definition “politischer Kultur”: “Every political system is embedded in a particular pattern of orientations to political action. I have found it useful to refer to this as the political culture”, S.396, versucht Almond für 4 verschiedene Systemtypen zu operationalisieren, denen, je besondere “politische Kulturen” korrespondieren: 1. Die anglo-amerikanischen Systeme: Ihre politische Kultur weist traditionelle und moderne Komponenten auf, ist dabei aber homogen und säkularisiert. 2. Die vorindustrialisierten Systeme: Sie sind durch heterogene politische Kulturen charakterisiert, die mindestens 2 Subkulturen bergen, wobei die eine der beiden westlichen Ursprungs ist. 3. Die totalitären politischen Systeme. Die politische Kultur ist scheinbar homogen, baut kaum auf Konsens auf und verkörpert eine Mischung aus Konformismus und Apathie. 4. Die kontinentaleuropäischen Systeme, sie sind durch eine fragmentierte politische Kultur gekennzeichnet, die zwar auf ein gemeinsames Erbe zurückgeht, dabei jedoch unterschiedliche historische Entwicklungen durchgemacht hat. Die verschiedenen Subkulturen sind ideologisch und organisatorisch stark polarisiert.Google Scholar
  46. 48.
    G.A.Almond, S.Verba, 1963.Google Scholar
  47. 49.
    G.A.Almond, S.Verba, 1963, S.14/15.Google Scholar
  48. 50.
    Die Interviews der Civic Culture Studie wurden in den Jahren 1959/60 durchgeführt und erfaßten mit Hilfe geschichteter Stichproben jeweils einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Die Untersuchung unterstellt bestimmte Regelmäßigkeiten: Eine partizipatorische “politische Kultur” ist immer auch “allegiant”, loyal. Vgl. A.G.Almond, S.Verba, 1963, S.17 u. S.22. Darüberhinaus ist das politische System “ex definitione” “legitim”. Vgl. G.A.Almond, Political Development, Essays in Heuristic Theory, Boston 1970, darin: ders., A Functional Approach To Comparative Politics, S.79–153, S.84.Google Scholar
  49. 51.
    G.A.Almond, S.Verba, 1963, 5.31 f.Google Scholar
  50. 52.
    G.A.Almond, S.Verba, 1963, S.402 ff.Google Scholar
  51. 53.
    An diesem Punkt setzte - wenn auch etwas verunglückt - die deutsche Diskussion des Konzeptes 1980 ein. P.Reichel schlug anläßlich der Eröffnung des Forums “politische Kultur” der Politischen Vierteljahresschrift (PVS) eine partizipationstheoretische Neubegründung des Konzeptes vor. Er meinte daß die “politische Kulturforschung” - da systemtheoretisch ausgerichtet - keinen Schwellenwert zwischen funktionaler und dysfunktionaler Partizipation angeben könne. S.393 Er legte seinen Ausführungen “Selbst-und Mitbestimmung” als neue normative Prämisse zugrunde und entwickelte dann ein Schema, in dem leider Mikro-und Makrobereiche immer noch übergangslos aneinandergekettet werden.S.395. Vgl. P.Reichel, Politische Kultur - mehr als ein Schlagwort ? In: PVS, 21, 1980, S.382–399. Vgl. zur Kritik M.Kaase, 1982, S.3; vgl. ebenso: W.M.Iwand, 1985, S.242 ff.Google Scholar
  52. 54.
    Schon aufgrund der sozio-politischen Entwicklungsdynamik dürfen ja empirisch “stabile” Systeme nicht vorkommen. Bei einem “analytisch” auf das Systemkonzept bezogenen Forschungsdesign wird es möglich zu untersuchen, wie und warum Anteile “politischer Kulturen” Regimewechsel begünstigen oder behindern können. Vgl.M.Kaase, 1982, S.4.Google Scholar
  53. 55.
    Dieser Initiationsritus ist für die deutsche politische Kulturforschung ausgiebig dokumentiert. Vgl. PVS, 21, 1980 u. PVS, 22, 1981; PVS- Redaktion, Symposium Politische Kultur, Dokumentation der Tagungspapiere, Duisburg 1982; W.M.Iwand, 1985.Google Scholar
  54. 56.
    Vgl. K.v.Beyme, 1980, 4.Aufl., S.179 ff. Übernahme der evaluativen Orientierungen als normatives Element, das politische Kultur konstituiert. S.186/187 Vorurteil zugunsten der Civic Culture Studie, angelsächsisches Ideal; P.V.Dias, 1971 S.421 demokratischer “bias”, bes. was Italien und Mexiko anbelangt. Vgl. ebenso S.422; M.Kaase, 1982, S.4, Problem, das in der Kombination von strukturfunktionalistischem Systembegriff und angloamerikanischem Demokratieverständnis angelegt ist.Google Scholar
  55. 57.
    K.v.Beyme, 1980, S.188: Vorwurf der Skepsis gegenüber allzu starker Partizipation; D.J.Elkins, R.E.B.Simeon, 1979 Erklärungskraft: “The use of culture for explanation therefore must always be comparative. Vgl. ebenso dies.,1979, S.139 Politische Kultur: Erklärungsmuster zweiter Ordnung, rangiert nach strukturellen oder institutionellen Erklärungen. Kritisch vgl. ebenso: L.Dittmer, 1977, S.552 ”theoretical discussions of political culture…fail to define the empirical variable to be analyzed“…; ders., 1977, S.554: ”persistent difficulties in the definition of political culture concerns the analytical boundaries between that concept and political psychology an the one hand and political structure an the other“; S.Verba, 1965, S. 514 Verschwommene Verbindung von Kultur und Struktur:”close circle of relationships between culture and structure.“ M.Kaase, 1982, S.17 Mangel an Theorie: Welche politischen Einstellungen machen denn die oder eine ”politische Kultur“ aus?; darf man sich angesichts der internationalen Verflechtungen auf allen Ebenen noch auf die Idee genuin unabhängiger nationaler oder subnationaler Kulturen einlassen ? ders., 1982, S.21; Frage nach den systematischen Bezügen zwischen Einstellungen und Verhalten, ders., 1982, S.18; Einwände gegen die analytische Fruchtbarkeit des Ansatzes, ders., 1982, S.21; vgl. ebenso: P.V.Dias, 1971, S.442 Kaum die Grenzen einer deskriptiven Analyse überschritten, Vielzahl von Nominaldefinitionen, bei denen je nach Vorliebe und Geschmack die eine oder die andere analytische Ebene, Einheit, Variable und Wertmessung betont wird; bereits ein klassisches Problem: vgl. S.Verba, 1965, S.515…”to say what aspects of political culture are determinants of what phenomena - what the significant political beliefs are, and how they are related to other aspects of politics - may be very important.“Google Scholar
  56. 58.
    Vgl. D.Berg-Schlosser, 1972, S.64 Befürwortung unterschiedlicher Methoden statt ausschließlichem “survey research”. Vgl. ebenso: D.J.Elkins, R.E.B.Simeon, 1979, S.138 “Interviews, surveys, field observation, historical analysis, documents, literary materials, and many other sources should also be used…vgl. ebenso: W.A.Rosenbaum, 1975, S.21–29; K.v. Beyme, 1980, 5.186, die Umsetzung von Mikro-in Makroanalysen gelingt nicht überzeugend. Vgl. dazu ebenso: P.V.Dias, 1971, S.421 zu individualistisches Methodenverständnis; 1965 noch keine Problematisierung des Verhälnisses von Mikro-und Makroanalysen bei L.W.Pye, 1965, S.8; Vgl. zur Mikro-Makroproblematik: H.Eulau, Micro- Macro Political Analysis. Accents of Inquiry. Chicago 1969. Problem des verzerrenden Kontexteffektes bei vergleichenden Untersuchungen, vgl. dazu: E.R.Scheuch, The Cross-cultural Use of Sample Surveys: Problems of Comparability, in: St.Rokkan, Hg. Comparative Research across Cultures and Nations, Paris, The Hague 1968, S.176–209, S.198. Vgl. ebenso: St. Rokkan, Cross-Cultural Survey Research, in: St.Rokkan, J.Viet, S.Verba, E.Almasy, Comparative Survey Research, The Hague u. Paris 1969, S.5–55; Zunehmende Beachtung der Tiefendimensionen: Vgl. L.W.Pye, 1965, S.9.Google Scholar
  57. 59.
    K.v.Beyme, 1980, S.187 Der Vorwurf des statischen Bias trifft wie alle behavioristischen Ansätze auch das Konzept “politische Kultur”. Die Survey Techniken werden jedoch heute auch für die Untersuchung des Wandels “politischer Kulturen” eingesetzt. - M.Kaase, 1982, S.15 Angesichts der Bedeutung, die Almond/Verba, 1963, der politischen Sozialisation für die “politische Kulturforschung” beimessen, ist der Vorwurf der ahistorischen Betrachtungsweise nicht gerechtfertigt.Google Scholar
  58. 60.
    Hierbei blieb vorerst dahingestellt, ob der Aufbau einer “Theorie der politischen Kultur” anvisiert werden sollte, vgl. dazu: L.W.Pye, “Political Culture”, in: International Encyclopedia of the Social Sciences, ed. by D.L.Sills, New York 1968, 12, S.218–224, S.224, - oder ob politische Kultur lediglich als vieldeutiger aber auch schwer zu operationalisierender Begriff Beachtung finden sollte. Vgl. Y.C.Kim, The Concept of Political Culture in Comparative Politics, in: The Journal of Politics, 26, 1964, S.313–336; positive Aufnahme des “politische Kultur” Konzepts: E.Krippendorff, Politische Kultur, in: Neue Politische Literatur, 11, 1966, S.398–404; kritisch: J.P.Nettl, Centre and Periphery in Social Science: The Problems of Political Culture, in: American Behavioral Sciences, 9, 1966, S.39–46.Google Scholar
  59. 61.
    Vgl. G.A.Almond, 1960, S.4.Google Scholar
  60. 62.
    L.W.Pye, Politics, Personality and Nation Building, New Haven u. London 1962, ders., “Introduction: Political Culture and Political Development”, in: L.W.Pye, S.Verba, eds., Political Culture and Political Development, Princeton 1965, S.3–26; ders., Aspects of Political Development, Boston 1966; ders., “Political Culture”,1968; - S.Verba, Small Groups and Political Behavior: A Study of Leadership, Princeton 1961; ders.,“Conclusion: Comparative Political Culture”, in: L.W.Pye, S.Verba, 1965, S.512–560.Google Scholar
  61. 63.
    L.W.Pye, 1962. Die Arbeiten zur 1962 erschienenen Studie über Burma, “Politics, Personality and Nation Building”, begannen um 1957. Pye untersucht in einem historisch-analytischen Überblick die traditionalen Charakteristiken der Gesellschaft Burmas und analysiert sie hinsichtlich ihrer Relevanz für “politische Kultur”.Google Scholar
  62. 64.
    L.W.Pye bezieht sich besonders auf Erik Erikson. Vgl. dazu: L.W.Pye, 1962, S.52, Anm.26. Er bezieht sich u.a. auf folgende Titel: E.H.Erikson, Childhood and Society, New York 1950; ders., Young Man Luther: A Study in Psychoanalysis and History, New York 1958; ders., “Ego Development and Historical Change”, in: The Psychoanalytical Study of the Child, 2, New York 1946…Vgl.dazu: L.W.Pye, Personal Identity and Political Ideology, in: D.Marvick,ed., Political Decision Makers, Glencoe,111. 1960.Google Scholar
  63. 65.
    L.W.Pye, 1962, S.44 f.Google Scholar
  64. 66.
    L.W.Pye, 1965, S.8Google Scholar
  65. 67.
    Vgl. dazu: L.W.Pye, 1965, S.8 “In sum, the political culture provides structure and meaning to the political sphere in the same manner as culture in general gives coherence and integration to social life.” Vgl. ebenso: P.V.Dias, 1971, S.427.Google Scholar
  66. 68.
    L.W.Pye, 1968, S.218.Google Scholar
  67. 69.
    G.A.Almond, G.B.Powell, 1966, S.57 ff.Google Scholar
  68. 70.
    L.W.Pye, S.Verba, 1965, S.15 ff., S.19.Google Scholar
  69. 71.
    L.W.Pye, 1968, S.221.Google Scholar
  70. 72.
    L.W.Pye, 1972.Google Scholar
  71. 73.
    L.W. Pye, S.Verba, 1965, S.513.Google Scholar
  72. 74.
    Übereinstimmungen finden sich bei der Behandlung vier aufeinander bezogener Wertkontinua, welche die Beziehung von politischer Kultur und Entwicklung ausleuchten. Vgl. L.W.Pye, S.Verba, 1965, S.22/23.Google Scholar
  73. 75.
    S.Verba, 1965, S.513.Google Scholar
  74. 76.
    Die Beziehung zwischen Strukturen und politischer Kultur bleibt auch in der späteren Ausführungen des Mitherausgebers L.W.Pye unklar:“If the concept of political culture is to be effectively utilized, it needs to be supplemented with structural analysis, but the difficulty is that political structures can be seen on the one hand as products reflecting the political culture, while on the other hand they are also ‘givens’ which shape the political culture.”. L.W.Pye, 1968, S.224; vgl. kritisch dazu: L.Dittmer, 1977, S.555/556; D.J.Elkins, R.E.B.Simeon, 1979, hier wird die Frage nach der unabhängigen und abhängigen Variablen bei der Untersuchung politischer Kultur gestellt.Google Scholar
  75. 77.
    S.Verba, 1965, S.513.Google Scholar
  76. 78.
    S. Verba bezieht sich mit dem Begriff “primitive beliefs” auf Milton Rokeach, The Open and the Closed Mind, New York 1960, S.40 ff. Er unterscheidet darüberhinaus drei Facetten von Einstellungen: “empirical beliefs”, “evaluative beliefs” und “expressive/emotional beliefs”. S.Verba, 1965, S.518.Google Scholar
  77. 79.
    S.Verba geht davon aus, daß die grundlegenden Glaubens-und Wertmuster einer Kultur - diejenigen Werte, die sich nicht direkt auf politische Zusammenhänge beziehen - einen großen Einfluß auf die Form politischer Kulturen haben. Es geht um die Einstellung zur Natur, zur Zeit, zu den Mitmenschen oder Aktivität im allgemeinen. Vgl. S.Verba, 1965, S.521.Google Scholar
  78. 80.
    S.Verba, 1965, S. 554 f.Google Scholar
  79. 81.
    Vgl. P.V.Dias, 1971, S.442; M.Kaase, 1982, S.17, S.21 sowie die Beiträge zum Konzept “politischer Kultur” in: PVS, 21, 22, 1980, 1981.Google Scholar
  80. 82.
    S.Verba, 1965, S.515.Google Scholar
  81. 83.
    S.Verba bezieht sich in seiner Definition von Kultur auf Clyde Kluckhohn, “The Concept of Culture”, in: R.Kluckhohn, ed., Culture and Behavior, New York 1962: “ By ‘culture’ we mean that historically created definition of the situation which individuals acquire by virtue of participation in or contact with groups that tend to share ways of life that are in particular respects and in their total configuration distinctive.” S.Verba, 1965, S.525, Anm. 14.Google Scholar
  82. 84.
    Gemeint sind die Entwicklungskrisen politischer Systeme, wie sie z.B. auch von G.A.Almond, B.Powell, 1966, S.299 ff. aus strukturfunktionalistischer Sicht behandelt werden. Genannt werden Partizipationskrisen, Penetrationskrisen im Rahmen der Staatenbildung und Distributionskrisen. Vgl. S.Verba, 1965, S.555 f.Google Scholar
  83. 85.
    G.A.Almond, S.Verba, 1980.Google Scholar
  84. 86.
    Vgl.G.A.Almond, The Intellectual History of the Civic Culture Concept. 5.1–36; A.Lijphart, The Structure of Inference, S.37–56; C.Pateman, The Civic Culture: A Philosophic Critique, S.57–102; J.J,Wiatr,The Civic Culture from a Marxist-Sociological Perspective, 5.103–123; S.Verba,On Revisiting the Civic Culture: A Personal Postcript,S. 394–410; in: G.A.Almond, S.Verba, 1980.Google Scholar
  85. 87.
    Vgl.D.Kavanagh, Political Culture in Great Britain: The Decline of the Civic Culture, S. 124–176; A.I.Abramowitz, The United States: Political Culture under Stress, S.177–211; D.P.Conradt, Changing German Political Culture, S.212–272; G.Sani, The Political Culture of Italy: Continuity and Change, S.273–324; A.L.Craig, W.A.Comelius, Political Culture in Mexico: Continuities and Revisionist Interpretations, S.325–393; in: G.A.Almond, S.Verba, 1980.Google Scholar
  86. 88.
    S.Verba, 1980, S.394 u. 395.Google Scholar
  87. 89.
    Vgl. J.J.Wiatr, 1980, S.105; Die Bedeutung von Demokratie wird nicht geklärt: C.Pateman, 1980, S.61,S.66; das einzig demokratische an der Civic Culture sei das allgemeine Wahlrecht: C.Pateman, 1980, S.78; “Democracy exists, in The Civic Culture, more as a myth than as reality”, A.I.Abramowitz, 1980, 5.187.Google Scholar
  88. 90.
    Politische Kultur wird als unabhängige und als abhängige Variable gehandhabt. Sie formt Struktur und ist von Strukturen geformt. G.A. Almond, 1980, S.29; die abhängige Variable ist die Stabilität und Effektivität der demokratischen Regierung, - die unabhängige Variable ist die demokratische Stabilität…Die Unterscheidung zwischen beiden ist rein analytischer Natur, sie stehen in keinem monokausalen Zusammenhang. Vgl.A.Lijphart, 1980, S.47; Faktoren wie Sozialisation, politische Orientierung, politische Struktur und politischer Prozeß müssen als ein multikausales Bedingungssystem politischer Kultur behandelt werden: A.Lijphart, 1980; S.49; die Erfahrungen Erwachsener in der Politik sind in ihren Auswirkungen auf politische Kultur bedeutend relevanter als man bisher annahm. Politische Strukturen sind daher ein Entstehungsgrund und ein Effekt politischer Kultur; A.Lijphart, 1980, S.49; die individualistische theoretische Perspektive der Civic Culture verschleiert die Schichtstruktur, die ihr zugrunde liegt: C.Pateman, 1980, S.87; ähnlich J.J.Wiatr, 1980, S.105; Theoretischer Status: “Political culture is not a theory; it refers to a set of variables which may be used in the construction of theories.” G.A.Almond, 1980, S.26Google Scholar
  89. 91.
    Die historischen Wurzeln der politischen Kulturen werden nicht bearbeitet, die Studie vermeidet eine Interpretation der Klassenstruktur: J.J.Wiatr, 1980, S.105; ähnlich C.Pateman, 1980, S.60; die Balance der Civic Culture basiert auf der Absenz der Arbeiterklasse vom politischen Leben: C.Pateman, 1980, S.76; “Rasse” ist nur eine der Kontrollvariablen, die nicht eingesetzt wurden, regionale Varianten wurden ebenso ausgeblendet: A.I.Abramowitz, 1980, S.181 f. Vgl. dazu die Sekundäranalyse amerikanischer Daten von D.Marvick, The Political Socialization of the American Negro, in: E.C.Dreyer, W.A.Rosenbaum, eds., Political Opinion and Behavior: Essays and Studies, Belmont, Calif. 1970, S. 161–179; subkulturelle Einheiten statt nationalen untersuchen: S.Verba, 1980, S.406; Muster der Elitenkultur sollten integriert werden: A.Lijphart, 1980, S.54.Google Scholar
  90. 92.
    Die Verwendung der Survey Techniken war ein Produkt des damaligen Forschungsstandes: S.Verba, 1980, S. 408; statt vieler die Kritik von J.J.Wiatr: Die Civic Culture Studie vereinfacht das komplexe Problem der Messung von Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten im Ländervergleich bei dem Versuch identische Indikatoren in verschiedenen Ländern einzusetzen. Vgl. J.J.Wiatr, 1980, S.105.Google Scholar
  91. 93.
    R.Tucker, Culture, Political Culture and Communist Society, in: Political Science Quaterly, 54, Nr.2, 1973, S.190.Google Scholar
  92. 94.
    Vgl. W.v. der Ohe, 1987 a).Google Scholar
  93. 95.
    Vgl. im Folgenden: N.Elias, 1976, S.1–64; H.P.Thurn, 1979, S. 424 ff.Google Scholar
  94. 96.
    N.Elias, 1976, S.2.Google Scholar
  95. 97.
    Vgl. N.Elias, 1976, S.3.Google Scholar
  96. 99.
    N.Elias, 1976, S.31.Google Scholar
  97. 100.
    Vgl. F.M.Barnard, Culture and Political Development: Herder’s Suggestive Insights. In: APSR, 63, 1969, S.379–397, S.392; Max Weber hat den Ausdruck “Politische Kultur” - wenn auch eher beiläufig - bereits 1904 benutzt. Vgl. dazu: M.Weber, Die “Objektivität” sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntn,is, in: Ders., Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1968, 3.Aufl., S.158.Google Scholar
  98. 101.
    Vgl. ebenso: H.P.Thurn, Kultursoziologie - Zur Begriffsgeschichte der Disziplin, in: KZfSS, H.3, 1979, S.447, Anm.66, bei dem sich der Hinweis auf Max Weber findet.Google Scholar
  99. 102.
    Vgl. G.A.Almond, S.Verba, 1963; R.C.Baum, Values And “Uneven” Political Development in Imperial Germany. Ph.D.Diss., Harvard University, Cambridge Mass., 1967; S.Verba, Germany: The Remaking of Political Culture, in: L.W.Pye, S.Verba, 1965, S.130–170; D.P.Conradt, West-Germany: A Remade Political Culture ? In: Comparative Political Studies, 7, Nr.2, 1974, S.222–238; D.P.Conradt, The German Polity, New York 1978; S.H.Barnes, M.Kaase u.a., Political Action. Mass Participation in Five Western Democracies, Beverly Hills 1979; D.P.Conradt, Changing German Political Culture, in: G.A.Almond, S.Verba, 1980, S.212–272; K.L.Baker, R.J.Dalton, K.Hildebrandt, Germany Transformed, Cambridge Mass., 1981. - Vgl. ebenso: J.Schissler, The Case of Germany in Political Culture Research: Historical and Epistemological Issues, in: German Politics and Society, The Center for European Studies, Harvard University, Nr.10, 1987, S.9–16.Google Scholar
  100. 103.
    Die sonst sehr einflußreiche Arbeit von Almond/Verba, 1963 habe in Deutschland nur mäßigen Widerhall gefunden, bemerkt D.P.Conradt in seinem Aufsatz über Veränderungen in der politischen Kultur der BRD. Vgl. D.P.Conradt, Changing German Political Culture, in: G.A.Almond, S.Verba, 1980, S.212–272, S.217. E.Krippendorff, 1966, beschäftigte sich mit den Arbeiten von: G.A. Almond, 1956; G.A.Almond, S.Verba, 1963 und L.W.Pye, S.Verba, 1965.Google Scholar
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    Vgl. H.Busshoff, Politischer Stil - politische Kultur - politische Bildung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung “Das Parlament”, B 25/70, 1970, S.3–11; ders., Zum Konzept der politischen Kultur, in: Gesellschaft, Staat, Erziehung, 16, Nr. 2, 1971, S.71–92; ders., Politischer Stil und politische Kultur, in: ders., Zu einer Theorie des politischen Stils, Meisenheim a. Cl., 1972, S.51–60; P.Hüttenberger, Politische Kultur und politische Entwicklung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung “Das Parlament”, B 1/74, S.21–29; K.v.Beyme, Die politische Kultur, in: ders., Interessengruppen in der Demokratie, 3.Aufl., München 1971, S.80–84; ders., Politische Kultur und Politischer Stil. Zur Rezeption zweier Begriffe aus den Kulturwissenschaften. In: ders., Hg., Theory and Politics, Festschrift für C.J.Friedrich, Den Haag, 1971, S.352–374; ders., Politische Kultur und politischer Stil, in: ders., Die politischen Theorien der Gegenwart, München 1972, S.189–208; ders., Politische Kultur, in: ders., Die politischen Theorien der Gegenwart, 4.Aufl., München 1980, S.179–189. J.Schissler, Zu einigen Problemen der Politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, in: ZfP, 25, 1978, S.154–167; K.Sontheimer, Die politische Kultur der Bundesrepublik. In: ders., Grundzüge des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, München 1971, S.71–87 und 6.Aufl., München 1977, S.80–98; T.Stammen, Politische Kultur - Tradition und Wandel, in: J.Becker, Hg., Dreißig Jahre Bundesrepublik. Tradition und Wandel, München 1979, S.9–52.Google Scholar
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    Vgl. L.W.Pye, S.Verba, 1965; J.P.Nettl, Centre and Periphery in Social Science: The Problems of Political Culture, in: American Behavioral Science, 9, 1966, S.39–46; M.M.Czudnowski, 1968; L.W.Pye, 1968; M.J.Cain, R.Hanes, Political Culture: An Approach to Comparative Politics, University of Texas, 1970; L.W.Pye, 1971; D.Kavanagh, 1972; D.J.Devine, The Political Culture of the United States, Boston 1972; E.W.Lehmann, On the Concept of Political Culture: A Theoretical Reassessment, in Social Forces, 50, 1972, S.361–369; L.W.Pye, 1972; W.A.Rosenbaum, 1975; L.Dittmer, 1977; D.Elkins, R.E.Simeon, 1979; S.Verba, 1980…Google Scholar
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  104. 107.
    Einen genauen Überblick über die Entwicklung des Diskussionsstandes des Konzeptes “politische Kultur” in der deutschen Politikwissenschaft bietet: W.M.Iwand, 1985.Google Scholar
  105. 108.
    P.Reichel, 1982, S.16.Google Scholar
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    Vgl. zur historischen Entwicklung politischer Kultur in Deutschland: D.BergSchlosser, J.Schissler, 1987; P.Reichel, 1980, 1981, 1982, 1985.Google Scholar
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    Vgl. H.Brüggemann u.a., Über den Mangel an politischer Kultur in Deutschland. Berlin 1978; P.Brückner, Versuch, uns und anderen die Bundesrepublik zu erklären, Berlin 1978; E.Knödler-Bunte u.a., Hg., Normalzustände. Politische Kultur in Deutschland. Lesebuch, Berlin 1978. - Ebenso wertgebunden, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: K.Sontheimer, Die verunsicherte Republik. Die Bundesrepublik nach 30 Jahren, München 1979.Google Scholar
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    D.Blackbourn, G.Elay, Mythen deutscher Geschichtsschreibung. Die gescheiterte Revolution von 1848, Frankfurt 1980; dies., The Peculiarities of German History, Oxford 1984; B.Faulenbach, “Deutscher Sonderweg”. Zur Geschichte und Problematik einer zentralen Kategorie des deutschen geschichtlichen Bewußtseins, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung “Das Parlament”, B 33/81, 1981, S.3–21; H.Grebig, Der “deutsche Sonderweg” in Europa, 1806–1945. Eine Kritik, Stuttgart 1986; H.U.Wehler, Deutscher Sonderweg oder allgemeine Probleme des westlichen Kapitalismus, in: Merkur, Nr.396, 1981, S.478 ff.Google Scholar
  109. 112.
    Vgl. M.u.S.Greiffenhagen, Ein schwieriges Vaterland, München 1979; E.Noelle-Neumann, Werden wir alle Proletarier? Wertewandel in unserer Gesellschaft, Zürich 1978; M.Koch-Hillebrecht, Der Stoff aus dem die Dummheit ist. Eine Sozialpsychologie der Vorurteile, München 1978. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Titeln wird von D.Berg-Schlosser, 1980 der Umgang mit dem Konzept “politischer Kultur” positiv eingeschätzt bei: G.Schmidtchen, Was den Deutschen heilig ist. Religiöse und politische Strömungen in der Bundesrepublik Deutschland, München 1979; Eher unreflektierter Gebrauch des Ansatzes wird von J.Schissler 1978 vermerkt bei: W.-D. Narr, Theoriebegriffe und Systemtheorie, Stuttgart 1969, S. 141 ff.; K.Sontheimer, Grundzüge des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, München 1971, S.71 ff.; eher reflektierter Umgang bei: B.Badura, Bedürfnisstruktur und politisches System, Stuttgart 1972, S.51 ff.; H.Bußhoff, Zum Konzept der “politischen Kultur”, in: Gesellschaft, Staat, Erziehung, 16, 1971, S.71–92; K.v.Beyme, Die politischen Theorien der Gegenwart. Eine Einführung, München 1972, S.189–208; P.Hüttenberger, politische Kultur und politische Entwicklung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung ‘Das Parlament’, B 1/74, 1974, S.21–29; H.-J. Puhle, “Politischer Stil”, in: K.Sontheimer, H.H.Roehring, Hg., Handbuch des Deutschen Parlamentarismus, 1970, S.398–401; - Zu den wenigen Arbeiten, die ausführlicher auf dem Konzept “politischer Kultur” basieren gehören: D.Berg-Schlosser, 1972; P.V.Dias, 1971; G.Lehmbruch, 1967; Vgl. dazu ebenso die ausführliche Darstellung der deutschsprachigen Veröffentlichungen zu “politischer Kultur” bei W.M.Iwand, 1985, S.151–451.Google Scholar
  110. 113.
    M.Greiffenhagen, S.Greiffenhagen, R.Prätorius, Hg., Handwörterbuch zur politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1981.Google Scholar
  111. 114.
    Vgl. G.A.Almond, S.Verba, 1980; vgl. dazu bes. die Replik von D.Berg-Schlosser, 1981 auf P.Reichel, 1980; vgl. ebenso: PVS-Redaktion, 1982, darin bes.: M.Kaase 1982 der sich - trotz aller Kritik - in seiner theoretischen Grundlegung auf G.A.Almond, S.Verba, 1980 rückbezieht: Vgl. M.Kaase, 1982, S.17 ff. - Geradezu sarkastisch: O.W.Gabriel, 1981, S.208: “Vielleicht hilft aber auch der Hinweis ein wenig weiter, es sei zweckmäßig, die Diskussion über das Konzept politische Kultur auf dem Stand der im Jahre 1981 erreichten internationalen Forschung zu führen.”Google Scholar
  112. 115.
    D.Berg-Schlosser, 1981, S.115: Vorschlag der fruchtbaren Verbindung zwischen hermeneutisch verstehenden und stärker quantitativen Methoden. Ähnlich: J.Schissler, 1981, S.202; vgl. ebenso: M.Kaase, 1982, S.15 f.; Kritische Distanz gegenüber den “harten” Methoden der herkömmlichen Umfrageforschung und Offenheit für eher qualitatives Vorgehen ist bereits angelegt bei: G.A.Almond, St.J.Genco, 1977.Google Scholar
  113. 116.
    Der Versuch P.Reichels diese Beliebigkeit “partizipationstheoretisch” einzugrenzen, stieß auf einhellige Kritik: Vgl. P.Reichel, 1980; D.BergSchlosser, 1981 sowie sämtliche im PVS-Forum 1981 veröfftl. Diskussionsbeiträge.Google Scholar
  114. 117.
    Dieses Problem wurde in der deutschen Diskussion völlig vernachlässigt. Vgl. M.Kaase, 1982, S.17, bereits angesprochen in: S.Verba, 1965, S.515; L.W.Pye, 1972, S.292.Google Scholar
  115. 118.
    Vgl. D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987; W.M.Iwand, 1985; O.W.Gabriel, 1986; J.Gebhardt, 1986; M.Kaase, H.D.Klingemann, 1983; F.U.Pappi, 1986, J.Schissler, Politische Kultur und politisches System in Hessen, Frankfurt/ Main 1981.Google Scholar
  116. 119.
    Vgl. D.Berg-Schlosser, 1985; K.v.Beyme, 1980; P.Reichel, 1985.Google Scholar
  117. 120.
    Vgl. ebenso: D.v.d. Brelie-Lewien, I.Laurien, 1983; K.Megerle, P.Steinbach, 1981.Google Scholar
  118. 121.
    Karneval 1985, 2. Sambaschule: Unidos de Cabuçu: Das Fest Gehört Uns, Keine Widerrede Und Wer Zuletzt Lacht, Lacht Am Besten. - Carnaval 1985, 2. Escola de Samba: Unidos de Cabuçu: A Festa É Nossa, Ninguem Tasca, Ou Quern Ri Por Ultimo, Ri Melhor.Google Scholar
  119. 122.
    B.Moor, Jr., 1967, S.486.Google Scholar
  120. 123.
    Politische Systeme stabilisieren sich bekanntlich über ein Netz von Voraussetzungen: Macht, Legitimität, Tradition, die Verteilung materieller Güter und die Betonung der Bedeutung zentraler Werte. Der letzte Punkt wurde klassisch von T.Parsons ausgearbeitet. Vgl. T.Parsons, E.Shils, 1951, S.241.Google Scholar
  121. 124.
    Vgl. dazu statt vieler: Th.Adorno, E.Frenkel-Brunswik, D.Levinson, R.Nevitt, 1950.Google Scholar
  122. 125.
    G.A.Almond, 1987, S.29. Vgl.dazu auch die umfangreiche Definition von D.Berg-Schlosser, 1987, S.17, ursprünglich verfaßt für den DVPW-Rundbrief Nr.87, 1983: “Politische Kultur bezieht sich auf einen eigenständigen Kontext politikwissenschaftlicher Analyse im Sinne der ‘subjektiven’Dimension von Politik. Politik umfaßt dabei sowohl das gesellschaftliche Vorfeld und den input-Bereich des politischen Systems (”politics“) als auch die zentralen politischen Institutionen (”polities“) und konkrete Politikfelder im output Bereich (”policies“). In diesem Rahmen sind sowohl die ablaufenden politischen Prozesse als auch die längerfristigen Veränderungen (”political development“) von Bedeutung. Im zuletzt genannten Sinn wird auch die Bedeutung der historischen Analyse für die politische Kultur-Forschung deutlich. Uber individuelle Sozialisationsprozesse hinaus sind hierbei auch auf größere Gruppen und ganze Gesellschaften wirkende kollektive Einflüsse zu beachten. Hier liegt auch der Ansatzpunkt für die Untersuchung politischer Symbole, d.h. ”semiologische“ u.a. ’holistisch’ ausgerichtete Analysen. Damit wird auch der Schnittpunkt (und die gegenseitige Ergänzung!) eher idiographisch-historischer und eher systematisch-quantifizierender Untersuchungsansätze und Methoden in der politischen Kultur-Forschung markiert. Zu den vorrangig zu untersuchenden Variablen im Rahmen dieses Kontextes sind sicher auch Erscheinungsformen und Bestimmungsfaktoren politischer Partizipation und ’typische Konfliktlösungsmuster’ zu zählen. Neben ”politischer Kultur“ als Kontext können ‘subjektive’ Faktoren aber auch als eigenständige unabhängige Variable im Rahmen konkreter Analysen, zumindest als zunächst nicht weiter aufschlüsselbare ’Residual-Kategorie’ verstanden werden. Alle diese Aspekte gewinnen im innergesellschaftlichen (auch klassen-und schichtspezifischen, regionalen u.a. ’kommunalistischen’) und historischen, aber auch ’cross-cultural’ Vergleich erst ihre Aussagekraft und jeweiligen Stellenwert.”Google Scholar
  123. 126.
    Vgl.F.U.Pappi, 1986, S.279: Politische Kultur ist nicht der einzige Sammelbegriff der Sozialwissenschaften, der mit Verzicht auf analytische Schärfe für die einfache Abgrenzung von Untersuchungsobjekten benutzt wird. Vgl. z.B. ebenso die oberflächlichen Nominaldefinitionen Gesellschaft, Gruppe und Sozialstruktur.Google Scholar
  124. 127.
    Vgl.G.A.Almond, 1980, S.26; vgl. ebenso: D.Kavanagh, 1983, S.55.Google Scholar
  125. 128.
    Vgl. L.W.Pye, 1972, S.287.Google Scholar
  126. 129.
    Vgl. J.Schissler, 1979, S.351.Google Scholar
  127. 130.
    Vgl. R.Münch, 1982; vgl. ebenso die Nutzbarmachung der Ausführungen R.Münchs für den Ansatz politischer Kultur durch: F.U.Pappi, 1986.Google Scholar
  128. 131.
    Vgl. dazu die positive Würdigung von D.Berg-Schlosser, 1987, S.14, mit der gleichzeitigen Selbstkritik an seinem eher “pragmatischen” Versuch der Verbindung von Struktur und politischer Kultur im Jahre 1972.Google Scholar
  129. 132.
    F.U.Pappi, 1986, S282: “Politische Kultur sei hier definiert als Legitimitätseinverständnis mit der Herrschaftsordnung eines sozialen Systems, ein Einverständnis, das seinerseits durch konsensuelle Normen und Loyalität zur politischen Gemeinschaft abgestützt und andererseits in politischen Wertorientierungen verankert ist. Alle Orientierungen zum politischen System einschließlich der spezifischen politischen Unterstützung werden durch politische Codes als Teil des Kultursystems gesteuert.”Google Scholar
  130. 133.
    V.Gransow, C.Offe, Politische Kultur und sozial-demokratische Regierungspolitik, in: Das Argument, 1981, 128, S.551–564. Die genannte Richtung bezieht sich grundlegend auf A.Gramsci, Zu Politik, Geschichte und Kultur, Frankfurt 1980, z.B. in der Erweiterung durch: R.Williams, Innovationen, Frankfurt 1977.Google Scholar
  131. 134.
    Die politische Kulturforschung hat hier die Möglichkeit auf die Politikwissenschaft und Kulturanthropologie zu rekurrieren. Vgl. Th.Arnold, 1962; R.Barthes, 1967; L.v.Bertalanffy, 1965; A.Cohen, 1969; M.Edelman, 1972, 1974, 1976; R.Firth, 1973; R.M.Keesing, 1974; S.B.Ortner, 1973; H.Pross, 1974, 1982; V.W.Turner, 1974.Google Scholar
  132. 135.
    D.Berg-Schlosser, 1987, S.14.Google Scholar
  133. 136.
    L.Dittmer, 1977, S.557: “What is it about political culture that is inherently ”cultural“, resisting reduction either to political structure or to political psychology ? I would admit that it is political ‘symbolism’.”Google Scholar
  134. 137.
    Karneval 1986, 5.Sambaschule: Vila Isabel: Aus Lebensfreude Sang Ich, Aus Lebensfreude Hüpfte Ich… - “Ich bin der Karnevalskönig im Mondschein (afro-brasilianische Mythenwelt), das ist für mich im Leben alles und sonst, im Alltag, bin ich nichts...”Google Scholar
  135. 138.
    Vgl. die Beiträge von P.Reichel, 1980, 1981 a); D.Berg-Schlosser, 1981; H.Gerstenberger, 1981; K.L.Shell, 1981 und O.W.Gabriel, 1981 im Forum “Politische Kultur” der PVS, 21, 1980 und 22, 1981 sowie den Sonderband: PVSRedaktion, 1982.Google Scholar
  136. 139.
    Vgl. ebenso: G.A.Almond, 1983; R.C.Tucker, 1973Google Scholar
  137. 140.
    Vgl. F.U.Pappi, 1986; S.288.Google Scholar
  138. 141.
    M.Kaase, 1982, S.22.Google Scholar
  139. 142.
    Vgl. M.Douglas, Social Control of Cognition: Factors in Joke Perception, Man, 3, 1968, S.361–367; vgl. S.Freud, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. Frankfurt/Main 1972; vgl. ebenso den von George Herbert Mead beschriebenen Zusammenhang zwischen vokaler Geste und signifikantem Symbol, dargestellt am Beispiel des Ausrufs “Feuer!” Vgl. G.H.Mead, 1975, (1968), bes. S.23 f.Google Scholar
  140. 143.
    F.Znaniecki, The method of sociology. New York 1934, S.37.Google Scholar
  141. 144.
    Es wird von einer wechselseitigen Ergänzung qualitativer und quantitativer Verfahren ausgegangen. Vgl. dazu insbes.: G.Kleining, 1982; aber auch: J.D.Douglas, 1976; R.Girtler, 1984; Ch.Hopf u. E.Weingarten, 1979; M.Kohli, 1981; M.Küchler, 1980; A.Lorenzer, 1981; P.Ph.Mohler, 1981; Th.P.Wilson, 1982.Google Scholar
  142. 145.
    Vgl. J.Schissler, 1981 a), S.8; O.W.Gabriel, 1986, S.23.Google Scholar
  143. 146.
    Bezug genommen wird hier auf die 20er/30er Jahre der Chicagoer Schule, die dann zwanzig Jahre später unter dem Namen Symbolischer Interaktionismus bekannt wurde. Vgl. B.M. Fisher, A.L.Strauss, Interactionism. In: T.Bottomore, R.Nisbet, eds., A history of sociological analysis. New York 1978, S.457498. Vgl. ebenso: H.Steinert, 1973.Google Scholar
  144. 147.
    Trotz spezifischer Grenzen der Umfrageforschung sehen D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.18 ff. bes. für die Kombination von quantitativen und historisch angeleiteten qualitativen Vorgehensweisen eine Zukunft. Vgl. dazu z.B.: J.W.Falter, Bayerns Uhren gehen wirklich anders. Politische Verhaltens-und Einstellungsunterschiede zwischen Bayern und dem Rest der Bundesrepublik, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 13, 1982, 5.504–521; J.Gebhardt, Bayern - Deutschlands eigenwilliger Freistaat, in: R.A.Roth, Hg., Freistaat Bayern, München 1982, S.83–104; auch andere Materialien werden bekanntlich quantitativ aufgearbeitet: Vgl. zur quantitativen Inhaltsanalyse: D.Lehnert, K.Megerle, Identitäts-und Konsensprobleme in einer fragmentierten Gesellschaft. - Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik. In: D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.80–95. Vgl. zur Medien-und Dokumentenanalyse: H.M.Kepplinger, R.Mathes, Massenmedien und politische Sozialisation. In: D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.183–196 u. M.Opp de Hipt, Denkbilder vom Staat in bundesrepublikanischen Parteiprogrammen. In: D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, 5.403–408.Google Scholar
  145. 148.
    M.Kaase, 1982, S.15 sieht in dem Aggregationsmechanismus des “one man one vote” die konsequente Anerkennung des Egalitätsprinzips; so gesehen sei die repräsentative Umfrageforschung das einer kompetitiven Demokratie angemessene Verfahren.- Ob die so erfaßte politische Kultur die “wahre” politische Kultur darstelle, sei eine andere Frage. Vgl. zur Wahlforschung: A.Campbell, P.E Converse, W.E.Miller, D.E.Stokes, The American Voter, New York 1960; M.Kaase, H: D.Klingemann, Hg., Wahlen und politisches System, Opladen 1983; vgl. ebenso die Beiträge von: D.Fuchs, G.Herdegen; U.Hoffmann-Lange; D.Jahn u. F.Müller-Rommel sowie S.S.Schüttemeyer in: D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987 sowie dies., S.18 f.Google Scholar
  146. 149.
    Vgl. J.Schissler, 1979, S.351/352; vgl. R.M.Merelman, 1976.Google Scholar
  147. 150.
    F.U.Pappi, 1986, S.289; vgl. zum Mikro-Makro-Problem den Hinweis von D. Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.431: In der Business-und Administration-Forschung scheine die Verknüpfung der Mikro-Makro-Ebenen zu gelingen.Google Scholar
  148. 151.
    Vgl. C.Pateman, 1980, bes. S.60. Die Kritik an der Umfrageforschung zielte bes. auf die Nichtbeachtung der Beziehung zwischen Schichtstrukturen, sozioökonomischem Status, Geschlecht und partizipatorischen Orientierungen, bzw. politischem Handeln.Google Scholar
  149. 152.
    Vgl. E.Scheuch, 1968, S. 188 f..Vgl. ebenso die Zurückweisung dieser Kritik durch: S.Verba, 1980, S.402/403.Google Scholar
  150. 153.
    Vgl. statt vieler J.J.Wiatr, 1980, S.105.Google Scholar
  151. 154.
    Das Konzept “politischer Kultur” gilt allgemein als “Langzeitkonzept”. Vg1.S.Verba, 1965, S.554 f.; G.A.Almond, 1987, S.32, S.34; - durch das Instrumentarium der Umfrageforschung werden jedoch für die Erfassung der Gegenwart zumindest komplementäre und für die Analyse der historischen “Tiefen”-Dimensionen wichtige Elemente ausgeblendet: vgl. D.BergSchlosser, J.Schissler, 1987, S.13. Die Panel-Analyse ist mit hohem Aufwand verbunden und nur unter Berücksichtigung besonderer Probleme, z.B. der “Mortalität” möglich. Vgl. D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.18.Google Scholar
  152. 155.
    Vgl. F.U.Pappi, 1986, S.289/290.Google Scholar
  153. 156.
    Vgl. D.von der Brelie-Lewien, I.Laurien, 1983; R.Fagen, 1969; N.Leites, A Study of Bolshevism. Glencoe, Ill. 1953; D.McClelland, The Achieving Society. Princeton, N.J. 1961.Google Scholar
  154. 157.
    F.Greenstein, The benevolent leader: children’s images of polititical authority, APSR, 54, 1969, S.934–943.Google Scholar
  155. 158.
    R.Lane, Political Ideology: Why the American Man Believes What He Does. New York 1962.Google Scholar
  156. 159.
    Vgl. D.Kavanagh, 1983, S.52 f.; Befürwortung unterschiedlichster Methoden: vgl. D.J.Elkins, R.E.B.Simeon, 1979, S.138.Google Scholar
  157. 160.
    D.Kavanagh, 1983, S.71.Google Scholar
  158. 161.
    D.J.Elkins, R.E.B.Simeon, 1979, S.129.Google Scholar
  159. 162.
    Vgl. D.Kavanagh, 1983, S.71.Google Scholar
  160. 164.
    Bezuggenommen wird hier auf den Begriff der “Rassendemokratie”. Vgl. F.Fernandes, 1969, S.237 f.; vgl. ebenso: P.Brookshaw, 1986; R.DaMatta, 1981.Google Scholar
  161. 165.
    Vgl. D.Kavanagh, 1983, S.49; vgl. ebenso L.W.Pye, 1965, S.7.Google Scholar
  162. 166.
    Vgl. G.A.Alnlond, S.Verba, 1963, S.14/15.Google Scholar
  163. 167.
    Die Verbindung zwischen Mikro-Ebene und Makro-Ebene stellt Gabriel durch die Frage nach der intersubjektiven Geltung her. - Wir werden später fragen, ob Mythen, Riten und Symbole nicht ebenfalls die Funktion des “kulturellen Kitts” übernehmen können. - J.-P. Vernant teilt dem “Mythischen” diese Aufgabe zu. Vgl. J.-P. Vernant, 1984.Google Scholar
  164. 168.
    Vg1.O.W.Gabriel, 1986, S.34.Google Scholar
  165. 169.
    Vgl. D.Berg-Schlosser, J.Schissler, 1987, S.14.Google Scholar
  166. 170.
    Vgl. P.Bourdieu, 1983; R.W.Cobb, C.D.Elder, 1972; A.Cohen, 1974, 1977, 1979; G.M.Cuthbertson, 1975; J.L.Dolgin, D.S.Kemnitzer, D.M.Schneider, in: dies., 1977, S. 3 f.; M.Douglas, 1970; J.M.Edelman, 1964, 1971, 1977; R.Firth, 1973; C.Geertz, 1983; E.Leach, 1978; I.Lewis, 1977; S.B.Ortner, 1973; H.Pross, 1974.Google Scholar
  167. 171.
    Vgl. L.Dittmer, 1977; vgl. ebenso zu Dittmer: G.A.Almond, 1987, S.37: Zwar akzeptiert Almond die berechtigte Kritik Dittmers an den konzeptionellen Schwächen politischer Kultur, befürchtet jedoch “semiologische Schwülstigkeit”, was auch immer das heißen mag, wenn man bedenkt, daß er selbst einen Aufbruch zu mehr interpretativen Verfahren bereits 1977 vorgeschlagen hat. Vgl. G.A.Almond, St.J.Genco, 1977.Google Scholar
  168. 172.
    Vgl. S.Verba, 1965.Google Scholar
  169. 173.
    L. Dittmer,1977, S. 555.Google Scholar
  170. 174.
    R.Benedict, 1961, S.33.Google Scholar
  171. 175.
    Unter “Struktur” verstehen wir im Folgenden soziale Strukturen oder soziale Systeme. Jede andere Begriffsverwendung wird aus dem Kontext verständlich. Vgl. den Hinweis zur Abgrenzungsproblematik bei W.L.Bühl, 1986, S.141, Anm. 15: Struktur sei ein allgemeiner methodologischer Begriff, Kultur ein empirischer Bereichs-und Aspektbegriff.Google Scholar
  172. 176.
    Erinnert sei an den Vortrag von Norbert Elias, “Über den Rückzug der Soziologen auf die Gegenwart”, anläßlich des 21. Deutschen Soziologentages in Bamberg 1982, der seine Ausführungen mit ähnlichen Worten und einem einfachen Pfeil an der Tafel begann. Vgl. N.Elias, Über den Rückzug der Soziologen auf die Gegenwart. In: F.Heckmann, P.Winter, Hg., 21. Deutscher Soziolegentag 1982. Opladen 1983, S.519–527.Google Scholar
  173. 177.
    C.Geertz, 1966, S.66/67. Vgl. dazu: W.L.Bühl, 1986, S.130: “Morphologisches Denken”.Google Scholar
  174. 178.
    Vgl. A.L.Kroeber, C.Kluckhohn, 1952.Google Scholar
  175. 179.
    Zur Begriffsklärung: Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet Kulturanthropologie 1.dasselbe wie Ethnologie und Völkerkunde. (Wissenschaft von den “Naturvölkern” oder “Primitivkulturen”.) Die deutsche Ethnologie ist eher historisch und untheoretisch ausgerichtet, - nach dem angelsächsischen (Cultural Anthropology) und französischen Sprachgebrauch (Anthropologie Culturelle) bezeichnet Kulturanthropologie vor allem jene Richtung, die über Einzelbeschreibungen und -analysen hinausgeht und über menschliche Kulturen an sich arbeitet. - 2. Überschneidet sich die Kulturanthropologie mit der Kulturphilosophie. Die Vielfalt der Primitivkulturen wird als Erkenntnisquelle benutzt, um über den Menschen als Kulturwesen zu reflektieren. Dieser Bereich der Kulturanthropologie gehört zur philosophischen Anthropologie. Vgl. J.Stagl, 1986, S.75. Wir gehen von einer wechselseitigen Ergänzung zwischen Kulturanthropologie, Ethnologie und Soziologie aus. Vgl. R.Girtler, 1979; E.W.Müller, R.König, u.a., Hg., Ethnologie als Sozialwissenschaft, KZfSS, Sonderh.26, 1984; H.Reimann, 1986; Kulturanthropologie kann als eine “Gesamtschau” des Menschen interpretiert werden. Ethnologie und Soziologie tragen mit Theoriearbeit, Untersuchungen und speziellem Material zum Verstehen sozialer Institutionen, bzw. sozialer Systeme zu dieser Gesamtschau bei. Eine eindeutige Abgrenzung dieser Wissenschaften ist weder auf methodischem, theoretischem, noch auf dem Terrain der Forschungsgegenstände sinnvoll. Vgl. R.Girtler, 1979, S.44 ff; ähnlich H.Reimann, 1986, S.12, der diesen “revolutionär zu nennenden Prozeß der ‘Disziplinlosigkeit’ vor 7 Horizonten ” reflektiert.Google Scholar
  176. 180.
    Diese Tradition ist wesentlich durch Cicero vermittelt. Vgl. Ciceros Begriff “cultura animi”: Kultivierung der Persönlichkeit im Hinblick auf überlieferte Ideen und Werte. Vgl. zur Genese des heute in der Kultursoziologie und Kulturanthropologie verwendeten Kulturbegriffs: J.Stagl, 1986, S.76 f., S.78.Google Scholar
  177. 181.
    E.B.Tylor, Primitive Culture: Researches into the Development of Mythology, Philosophy, Religion, Language, Art, and Custom. New York 1924, S.1.Google Scholar
  178. 182.
    A.L.Kroeber, C.Kluckhohn, 1952, S.181.Google Scholar
  179. 183.
    Vgl. M.Harris, 1968; W.E.Mühlmann, 1966; J.Stagl, 1981.Google Scholar
  180. 184.
    Gemeint sind hier die dualistischen Strömungen der deutschen Philosophie, Neukantianismus und Lebensphilosophie. Vgl. von der Thematik her den Zusammenhang mit der Weltanschauungslehre Wilhelm Diltheys. Vgl. J.Stagl, 1986, 5.80 ff., S.84. Vgl. ebenso: R.König, 1972, S.12.Google Scholar
  181. 185.
    Die kulturrelativistische Begriffsbestimmung relativiert den elitären humanistischen Kulturbegriff zu einem unter anderen. Sie geht von der prinzipiellen Gleichheit aller Kulturen sowie der vordergründigen Annahme (Holismus) aus, daß alle Kulturmitglieder in gleicher Weise kulturell partizipieren. Vgl. J.Stagl, 1986, S.86. Beide Gedanken bedürfen besonders bei der Interpretation hochkomplexer Gesellschaften einer Revision. Die inter-kulturelle Gleichwertigkeit findet auf intra-kultureller Ebene notgedrungen ihre “subkulturelle” oder z.B. “ethnozentristlsche” Relativierung. Die prinzipielle Gleichheit der Kulturmitglieder ist in Anlehnung an die Bewertung von “Repräsentativkulturen” alters-, geschlechts-, gruppen-und schichtspezifisch zu bestimmen. - Eine Überlegung, die ihre Parallele in der politischen Kulturforschung findet: Genannt seien das Problem der Repräsentativität von Umfrageforschungen sowie die Frage nach der Auswahl der politisch-kulturell relevanten Untersuchungseinheiten.Google Scholar
  182. 186.
    Vgl. J.Stagl, 1986, S.85. Die amerikanische Cultural Anthropology bezeichnet das als “Kultur”, was die britische Social Anthropology “Gesellschaft” nennt. Vgl. ebenso: R.M.Keesing, 1974, S.83.Google Scholar
  183. 187.
    A.L.Kroeber, T.Parsons, 1958, S.582/583: “Comte and Spencer, and Weber and Durkheim spoke of society as meaning essentially the same thing that Tylor meant by culture.”Google Scholar
  184. 188.
    A.L.Kroeber, T.Parsons, 1958.Google Scholar
  185. 189.
    Vgl. R.M.Keesing. 1974, S.94.Google Scholar
  186. 190.
    Vgl. H.P.Thurn, 1979, S.422: Klärung durch Rückgriff auf Geschichte, biographische und die der Disziplin.Google Scholar
  187. 191.
    J.Stagl, 1986 bezeichnet den Ansatz der Kultursoziologie als “dualistisch”, den der Kulturanthropologie als “monistisch”. Vgl. S.79.Google Scholar
  188. 192.
    Vgl. A.Weber, Prinzipien der Geschichts-und Kultursoziologie. München 1951. Ders., Kulturgeschichte als Kultursoziologie. München 1960.Google Scholar
  189. 193.
    Vgl. H.P.Thurn, 1981, S.12 f.Google Scholar
  190. 194.
    Vgl. H.Braun, A.Hahn, Hg., Kultur im Zeitalter der Sozialwissenschaften. Friedrich H.Tenbruck zum 65. Geburtstag. Berlin 1984; W.Lipp, F.Tenbruck, Hg., Kultursoziologie. Schwerpunktheft der KZfSS, 31, (3), 1979; M.Rassem, Stiftung und Leistung. Essais zur Kultursoziologie. Mittenwald 1979; J.Stagl, Hg., Aspekte der Kultursoziologie. Aufsätze zur Soziologie, Philosophie, Anthropologie und Geschichte der Kultur. Mohammed Rassem zum 60. Geburtstag. Berlin 1982; H.P.Thurn, Soziologie der Kultur. Stuttgart 1976. F.Neidhardt, M.R.Lepsius, J.Weiss, Hg., Kultur und Gesellschaft. KZfSS, Sonderheft 27, 1986. - 1984 fand die Gründung der Sektion “Kultursoziologie” auf dem 22. Deutschen Soziologentag in Dortmund statt.Google Scholar
  191. 195.
    H.P.Thurn, 1981, S.14.Google Scholar
  192. 196.
    Vgl. M.Weber, 1968, S.211.Google Scholar
  193. 197.
    M.Weber, 1968, S.217.Google Scholar
  194. 198.
    M.Weber, 1920, S.252.Google Scholar
  195. 199.
    F.Neidhardt, 1986, S.11.Google Scholar
  196. 200.
    Vgl. K.-S. Rehberg, 1986, S.101 ff.Google Scholar
  197. 201.
    Vgl. ebenso die Diskussion in der Kultursoziologie: H.P.Thurn, 1979, S.444: sellschaft nachzuspüren. Ders., 1981, S37: Kultursoziologische Ergründung der “Amalgamierung” von Kultur und Gesellschaft. Kritisch: F.Neidhardt, 1986, S.15: Nicht die endlos fortgesetzte Neuverhandlung “materialistischer” vs. “idealistischer” Einseitigkeiten, sondern die konkrete Bestimmung von Bedingungs-und Wirkungsverhältnissen interessiere. Vgl. ebenso kritisch: W.L.Bühl, 1986, S.141, Anm.15.Google Scholar
  198. 202.
    In Anlehnung an: M.Weber, 1968, S.212 u. 215. Soziologie als ‘Wirklichkeits- und Kulturwissenschaft.“Google Scholar
  199. 203.
    Vgl. J.A.Boon, 1973, S.5. Boon sieht in Lévi-Strauss einen typischen Vertreter dieser Richtung. Wir schließen uns ihm an.Google Scholar
  200. 204.
    Wir verwenden die Konstruktion des kulturellen Systems von Parsons als anschaulichen “Präzidenzfall”. Vgl. T.Parsons, 1961 u. 1973. Verwiesen sei auf die Interpretation und Weiterentwicklung der Parsons’schen Grundlagen durch R.Münch, 1982, S.170 ff.; ders., Theorie des Handelns: Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons, Emile Durkheim und Max Weber, Frankfurt/ Main 1982; ders., Die Kultur der Moderne, Frankfurt/Main 1986, theoretischer Bezugsrahmen: S.16 ff. ders., Theory of Action. Towards a New Synthesis Going beyond Parsons. London 1987, S.33 ff.Google Scholar
  201. 205.
    T.Parsons, 1973, S.35.Google Scholar
  202. 207.
    Vgl. W.Lipp, 1979, S.466: In den Systemkonstruktionen ist die Kongruenz der Interaktions-und Orientierungsmuster als Ideal schon impliziert: Wert-und Sinnfragen werden im Prinzip auf Konsens verpflichtet. Vgl. ebenso kritisch: W.L.Bühl, 1986, S.127: Kultur als hierarchisch geordnetes System, ein Schematismus, in dem sie leicht zum wirklichkeitsfremden “Phantasma” wird.Google Scholar
  203. 208.
    T.Parsons, 1976, S.126. Vgl. ebenso: T.Parsons, 1975, S.19 ff., T.Parsons, 1951.Google Scholar
  204. 209.
    Vgl. kritisch: W.Lipp, 1979, S.465 f.: dem Parsons’schen Gedanken, Kultur sei das oberste Wertmuster, begegnet Lipp mit der “Plurivalenzthese” von Kultur. Vgl. ebenso: W.L.Biihl, 1986, Kultur als Mehrebenensystem.Google Scholar
  205. 210.
    Die symbolische Reihung symbolisiert gleichzeitig auch eine gewisse Kontrollhierarchie, welche die Parsons’sche Systematik durchzieht. Das kognitive System (adaptive subsystem) wird vom expressiven System (goal attainment subsystem) kontrolliert, dieses wiederum vom evaluativen System (integrative subsystem) und die letzte Kontrollinstanz bildet das der existentiellen Glaubensüberzeugungen (latency subsystem). Vgl. dazu: W.L.Bühl, 1986, S.127. Vgl. ebenso: ders., 1975, S.19 ff.Google Scholar
  206. 211.
    Vgl. T.Parsons, 1976, S.130.Google Scholar
  207. 212.
    Kultursysteme sind niemals völlig integriert. Sie bieten ein Angebot von “Sinn auf Vorrat” und damit scheinbar die Freiheit alternativer Handlungsmuster. Vgl. W.Lipp, 1979, S.466.Google Scholar
  208. 213.
    Kulturgestaltende Prozesse sind besonders im “Latency Subsystem” – später “Pattern Maintenance Subsystem” angesiedelt. Die im Latency Subsystem repräsentierten sogenannten emotionalen Tiefenstrukturen umfassen die für eine Kultur verbindlichen und in Kulturschöpfungen manifestierten Wert-und Heilsvorstellungen, grundlegende Mythen und Ideologien sowie Solidaritätsund Loyalitätsbindungen an andere Menschen und Gruppen. Vgl. L.W. Bühl, 1975, S.20. Nimmt man an, daß allen gesellschaftlichen Strukturen eine kulturelle Matrix zugrundeliegt und Kultur in ihren grundlegenden Aspekten religiös fundiert wird, ist der religiöse Einfluß auf Institutionen, die ja innerhalb sozialer Strukturen organisiert werden, durchsichtig. Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang, wenn sie sich wandeln, da dann die nicht-institutionalisierten Momente stärker hervorstreten. Diese Prozesse können soziale Strukturation oder Destrukturierung genannt werden. (Versittlichung). Die “Auflösung” bisher geltender Strukturen läßt sich z.B. im Rahmen von Revitalisationsbewegungen nachweisen, wenn indianische ethnische Einheiten Phasen politischer Unsicherheit oder des Wandels nutzen, um lang unterdrückte religiöse Bindungen neu zu etablieren. Vgl. R.E.Reira, Political Crisis and Cultural Revitalization: The Guatemalan Case. In: Human Organization, 17, 1958, S.14–18; R.Bryce, Die Bedeutung der Revitalisationsbewegungen für den sozialen Wandel in den Entwicklungsländern. In: R.König, 1969; R.F.Wallace, Revitalisationsbewegungen, in: C.A.Schmitz, Hg., Religionsethnologie, Frankfurt/Main 1964.Google Scholar
  209. 214.
    Vgl. H.P.Thurn, 1979, 5.424.Google Scholar
  210. 215.
    Vgl. W.L.Bühl, 1986.Google Scholar
  211. 216.
    Vgl. W.L.Bühl, 1986, S.132: Die in der Theoriegeschichte der Soziologie verwendeten Systembegriffe seien völlig veraltet. Sie entsprachen den Anfängen der Systemtheorie, als die “Kybernetik I” der mechanischen Kontrollsysteme bekannt wurde. Nicht rezipert war die “Kybernetik II” der bioevolutionären Systme, bzw. die “Kybernetik III” der nicht-linearen und fluktuierenden Systeme. Erst die zweite oder dritte Stufe der Kybernetik aber ermögliche Darstellung soziologischer Fragestellungen.Google Scholar
  212. 217.
    Vgl. W.L.Bühl, 1986, S.124. Vgl. ebenso: P.Bohannan, 1973, S.357: doppelter Code.Google Scholar
  213. 218.
    Vgl. W.L.Biihl, 1986, S. 125.Google Scholar
  214. 221.
    Ders., S.128: Jede Kultur sei empirisch-wissenschaftlich nur als Verhaltenskultur erfaßbar. Der Kulturgehalt von Ideen und Gegenständen könne nur “erschlossen” werden.Google Scholar
  215. 222.
    W.L.Bühl, 1986, S.125.Google Scholar
  216. 223.
    Vgl. W.L.Bühl, 1986, S.134: Meme: Gedächtnisinhalte.Google Scholar
  217. 224.
    Vgl. W.L.Bühl, 1986, S.126.Google Scholar
  218. 225.
    Vgl. P.Bourdieu, 1986a, S.153. Bourdieu kritisiert mit dem Begriff des “aristokratischen Gestus” die theoretische Fixierung der Frankfurter Schule.Google Scholar
  219. 226.
    Wir beziehen uns im wesentlichen auf die bekannten Hauptwerke von Lévi-Strauss. Vgl. C.Lévi-Strauss, Les Structures elementaires de la parenté, Paris 1949; ders., Rasse und Geschichte, Frankfurt 1972 (1952); ders. Traurige Tropen, Köln 1960 (1955); ders., 1967 (1958); ders., Das Ende des Totemismus, Frankfurt/Main 1965 (1962); ders., 1968 (1962)… Dem umfangreichen Werk gerecht zu werden ist prinzipiell schwer. Vgl. ironisch B.Scholte, 1973, S.637: “Serious students of structuralism run a risk similar to van Gennep’s jeune homme: eventually to die in vain at the age of ninety just keeping their bibliographies up to date.”Google Scholar
  220. 227.
    F.Boas, Einleitung zu: James Teit, Traditions of the Thompson River Indians of British Columbia, Memoirs of the American Folklore Society, VI, 1898, S.18. Übersetzung aus: C.Lévi-Strauss, 1967, S.226.Google Scholar
  221. 228.
    Vgl. J.Boon, 1973, S.6. Vgl. ebenso: C.Lévi-Strauss, 1968, S.284, Anm.: Die Haltung gegenüber dem Kultur-Natur Gegensatz hat sich im Verlauf der Entstehung des Werkes verändert: Lévi-Strauss bekennt sich schließlich zur Möglichkeit eines rein methodologischen Prinzips im Gegensatz zur früheren Annahme originärer Strukturen. Vgl. auch zur anschaulichen frühen Entwicklung des Gedankens: C.Lévi-Strauss, in: W.E.Mühlmann, 1966, S.80–107.Google Scholar
  222. 229.
    Vgl. R.M.Keesing, 1974, S.78.Google Scholar
  223. 230.
    Vgl. B.Scholte, 1973, S.665: Unconscious teleology of the human brain.Google Scholar
  224. 231.
    Wir beziehen unsere Aussagen auf einen Teilbereich des Lévi-Strauss’schen Werkes, die Mythenanalyse. Vgl.: C.Lévi-Strauss, Die Struktur der Mythen. In: Ders., 1967, S.226–254; ders., Das wilde Denken, Frankfurt/Main, 1968 (1962); ders., Mythologica I: Das Rohe und das Gekochte, Frankfurt 1970 (1964); ders., Mythologica II: Vom Honig zur Asche, Frankfurt/Main 1972 (1966); ders., Mythologica III: Der Ursprung der Tischsitten, Frankfurt/Main 1973 (1968); ders., Mythologica IV: Der nackte Mensch, Frankfurt/Main 1974 (1971).Google Scholar
  225. 232.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, 1967, S.233: Vergleich des Untersuchungsgitters mit einer Orchesterpartitur: “eine Orchesterpartitur hat nur Sinn, wenn sie diachronisch gemäß der einen Achse (Seite nach Seite von links nach rechts), zugleich aber auch sychronisch und gemäß der anderen Achse, von oben nach unten gelesen wird.”Google Scholar
  226. 233.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, 1968.Google Scholar
  227. 234.
    C.Lévi-Strauss, 1968, S.35. - Vgl. auch: ders., 1967, S.254: Welt als Aktionsraum für konstante Begabungen: “Vielleicht werden wir eines Tages entdecken, daß im mythischen und im wissenschaftlichen Denken diesselbe Logik am Werk ist und daß der Mensch allezeit gleich gut gedacht hat. Der Fortschritt - falls dieser Begriff dann überhaupt angemessen ist - hätte nicht das Bewußtsein, sondern die Welt als Aktionsraum, in der eine mit konstanten Begabungen ausgestattete Menschheit im Laufe ihrer langen Geschichte mit immer neuen Objekten ringen mußte.”Google Scholar
  228. 235.
    Vgl. E.Leach, 1971, S.125.Google Scholar
  229. 236.
    C.Lévi-Strauss, 1968, S.302/303.Google Scholar
  230. 237.
    Vgl. W.L.Büh1, 1975, S.44.Google Scholar
  231. 238.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, Mythologica I: Das Rohe und das Gekochte, Frankfurt/Main, 1971, S.13. Vgl. ebenso: B.Scholte: Lévi-Strauss’s Unfinished Symphony: The Analysis Of Myth. In: E.N.Hayes, eds., Claude Lévi-Strauss: The Anthropologist As Hero. Cambridge Mass., 1970.5.145–149.Google Scholar
  232. 239.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, Der Strukturbegriff in der Ethnologie und Nachtrag zu Kap.15, in: ders., 1%7, S.299–346 u. S.347–368. Vgl. ebenso: J.Boon, 1973, S.23 f.Google Scholar
  233. 240.
    Vgl. I.Rossi, 1974, S.90 f.Google Scholar
  234. 241.
    C.Lévi-Strauss, 1967, S.350.Google Scholar
  235. 242.
    Vgl. J.Boon, 1973, S.23.Google Scholar
  236. 243.
    Vgl. C.Lévi-Strauss, Mythologica IV, Bd.2, Der nackte Mensch, Frankfurt/Main, 1975, S.734: “Nicht, als ob wir nicht wüßten, daß jede Struktur notwendig erzeugt ist… Denn wir geben bereitwillig zu, daß die Strukturen eine Genesis haben, sofern man ebenfalls zugibt -, daß jeder vorherige Zustand einer Struktur selbst eine Struktur ist.Google Scholar
  237. 244.
    B.Scholte, 1973, S.680.Google Scholar
  238. 245.
    Unter “Struktur” verstehen wir soziale Strukturen. Wir erinnern daran, daß der grundsätzlich mögliche “Zirkelschluß” zwischen Strukturen und kulturellen Charakteristiken schon in den frühen Definitionen von Kultur angelegt ist, auf die sich die politische Kulturforschung stützte. Vgl. L.Schneider, Ch.M.Bonjean, 1973, S.2/3:“The American developments were synthesized and illumined by the tribal giants Kroeber and Kluckhohn in Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions, which saw culture as value-laden, tansmitted patterns selected from tradition, which ”may on the one hand be considered as products of action, on the other as conditioning elements of further action.“ Vgl. ebenso: G.A. Almond, 1983, S.127: ”The relaxed version of political culture theory - the one presented by most of its advocates - is that the relation between political structure and culture is interactive“,…Nicht überraschend drückt sich Parsons ähnlich aus: Kultursysteme könnten sowohl als Produkte von Handlungsprozessen aufgefaßt werden, wie auch als bestimmende Elemente des folgenden Handelns. Vgl. T.Parsons, The Structure of Social Action, New York 1937, S.767, zit. nach: A.Schütz, 1977, S.37.Google Scholar
  239. 246.
    Immerhin konnte anhand der “Eindeutigkeit” beider Kulturbegriffe das Feld möglicher Interpretationsvarianten abgesteckt werden. Vgl. zur Kritik an C.Lévi-Strauss: P.Bourdieu, 1986a, 9.150 ff.; W.L.Bühl, 1975, S.41 ff.; J.L.Dolgin, D.S.Kemnitzer, D.M.Schneider, 1977, 530 f.: reductionism: lack of concern with all the many forces which go into the occurrence of a social fact. M.Douglas, 1974, S.101: Welchen Nutzen bringen Strukturanalysen von Symbolen, wenn sie nicht in Verbindung mit Hypothesen über die gesellschaftliche Rollenstruktur gebracht werden. A.Dumasy, 1972, S. 47 f.; B.Scholte, 1973, S.687 ff.Google Scholar
  240. 247.
    Es wird keineswegs angenommen, daß die brasilianischen kulturspezifischen Kategorien des “Denkens” uns ähnlich “fremd” sind, wie die des “Wilden Denkens”. Sie werden dennoch ihre eigene Organisation und Dynamik präsentieren. Zum Einfluß des “Fremden” in der Ethnologie, vgl. R.Girtler, 1979, S.39 ff.; zum Problem des Verstehens, vgl. C.Geertz, 1983, S.309: Das Verstehen dessen, was im Innern von Eingeborenen vor sich geht, gleicht dem richtigen Erfassen eines Sprichwortes, Witzes, Gedichtes. Vgl. ebenso: K.-P. Koepping, 1987, S.19: Liebe macht blind - oder - man muß lieben, um zu verstehen.Google Scholar
  241. 248.
    Vgl. P.Bourdieu, 1986a, S.150: “Ich wollte, wenn Sie so wollen, die leibhaftigen Akteure wieder ins Spiel bringen, die durch Lévi-Strauss und die Strukturalisten, zumal Althusserl, dadaurch eskamotiert worden waren, daß man sie zu Epiphänomenen der Struktur erklärt hatte. Ich sage bewußt Akteure und nicht Subjekte. Eine Handlung, das ist kein bloßer Vollzug einer Regel”...Google Scholar
  242. 249.
    Vgl. T.Parsons, The Social System, New York 1964, S.36, übers.nach: J. Rex, 1970, S.136: “Das Problem der Ordnung und also das Wesen der Integration stabiler sozialer Interaktionssysteme, d.h. der Sozialstruktur… konzentriert sich auf die Integration der Handlungsmotivationen mit den normativen kulturellen Maßstäben, die das Handlungssystem integrieren”… Vgl. zu den angesprochenen “pattern variables”: J.Rex, 1970, S.137 ff.; vgl. ebenso: A.Schütz, 1977, S.48: Aussparung des Problems der subjektiven Motivgenese. Vgl. zur Kritik an Lévi-Strauss: P.Bourdieu, 1986a, S.154.Google Scholar
  243. 250.
    Vgl. P.Bourdieu, 1982, S.17.Google Scholar
  244. 251.
    Vgl. zum Begriff des “Kulturmusters”: R.Benedict, 1961. Vgl. zum Begriff des “Stils” in der politischen Kulturforschung K.v.Beyme, 1971.Google Scholar
  245. 252.
    P.Bourdieu, 1986 a), S.156.Google Scholar
  246. 253.
    Vgl. R.Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Reinbek bei Hamburg, 1988 (1978), S.16: “Solche Möglichkeitsmenschen leben, wie man sagt, in einem feineren Gespinst, in einem Gespinst von Dunst, Einbildung, Träumerei und Konjunktiven; Kindern, die diesen Hang haben, treibt man ihn nachdrücklich aus und nennt solche Menschen vor ihnen Phantasten, Träumer, Schwächlinge und Besserwisser oder Krittler.”Google Scholar
  247. 254.
    Vgl. “Der Zwerg Nase”, in: W.Hauff, Märchen für Söhne und Töchter gebildeter Stände, Stuttgart 1884, S.149–186.Google Scholar
  248. 255.
    Vgl. P.Bourdieu, 1983 (1974), 1982, 1985, 1987.Google Scholar
  249. 256.
    Der “sozio-ethnologische Kulturbegriff” spiegelt Bourdieus wissenschaftliche Biographie wider. Er kam als Philosoph über die Ethnologie zur Soziologie: “Ich sah mich als Philosophen und habe lange Zeit gebraucht, um mir einzugestehen, daß ich Ethnologe geworden war. Das neue Prestige, das diese Wissenschaft durch Lévi-Strauss gewonnen hatte, hat mir dabei ungemein geholfen. ”Nach der Agrégation erfolgte die Hinwendung zur Soziologie. Bourdieu beschreibt die persönlichen Einstellungen, die diese Entwicklung bedingten mit einer Mischung aus Idealisierung und Auflehnung gegen die Institution der Ecole Normale, die er absolviert hat: “ In bezug auf die Bildungsanstalt war ich zugleich in, hatte deren Segen und Anerkennung, war durchdrungen von deren Idealen, und out, ohne genau zu wissen warum. Ich war ihr zutiefst verhaftet - und lehnte mich nicht minder tiefgreifend gegen sie auf. Beides war wohl gleichermaßen Ausdruck meiner hochgesteckten Erwartungen wie abgründigen Enttäuschungen. Daraus erwuchsen dann eine Menge recht bizarrer Verhaltensweisen bzw. Strategien, die für einen stärker Integrierten wohl kaum nahegelegen hätten: die Hinwendung zur Soziologie, die Veröffentlichung eines Que sais-je ?”...Vgl. P.Bourdieu, 1986a, S.146 u. S.147.Google Scholar
  250. 257.
    Im Begriff des “Akteurs” spiegelt sich Bourdieus Kritik am Strukturalismus Lévi-Strauss’scher Prägung sowie der Konstruktion eines transzendentalen Subjekts in der Verlängerung der idealistischen Tradition. Vgl. P.Bourdieu, 1986a, S.150: “Ich sage bewußt Akteure und nicht Subjekte”. Vgl. ders., 1986a, S.152:“…diese erfinderische, aktive, ”kreative“ Fähigkeit war nun nicht, darauf wollte ich aufmerksam machen, die eines transzendentalen Subjekt in der Verlängerung der idealistischen Tradition, vielmehr die eines handelnden Akteurs.”Google Scholar
  251. 258.
    Wir schließen uns daher auch nicht der Kritik H.-P.Müllers, 1986, S.182 an, der in Bourdieus Ansatz Zeichen für ein “overstructuralized concept of man” erkennt. Richtig ist, daß Anzeichen einer Individuum-Gesellschaft “Dichotomie” nicht zu finden sind. Gegen eine solche Aufteilung hat sich Bourdieu dezidiert entschieden. Vgl. P.Bourdieu, 1986 a), S.160: “Eines der typischsten Beispiele für eine… wissenschaftlich absurde Gegenüberstellung ist die von Individuum und Gesellschaft. Der Begriff des Habitus als inkorporiertes, folglich individuiertes Soziales ist nun ein Versuch, sie zu überwinden”… Wir interessieren uns im Sinne Bourdieus für die sozial und kulturell strukturierten Begründungszusammenhänge im “Fluchtmechanismus” des Karnevals.Google Scholar
  252. 259.
    Bourdieu entwickelt als Herrschaftssoziologe Kulturtheorie. Seine Arbeiten können als empirisch fundierte kultursoziologische Beiträge in herrschaftskritischer Absicht verstanden werden. Er interessiert sich besonders für die kulturellen und symbolischen Formen der Herrschaft und geht davon aus, daß die herrschenden Klassen über die Kontrolle der kulturellen Gewohnheiten, symbolischen Ausdrucksformen und sozialen Klassifikationsgewohnheiten ihre Machtstellung erhalten können. Vgl. P.Bourdieu, 1986 a), S.141, vgl. dazu bes. P.Bourdieu, 1982, aber auch ders., 1986 b), 1986 c) sowie M.Schmeiser, 1986.Google Scholar
  253. 260.
    P.Bourdieu, 1982, S.17. Vgl. zum Bourdieu’schen Kulturbegriff: H.-P. Müller, 1986, S.162: Bourdieus ethnologischer Kulturbegriff ist kognitiv auf die Klassifikations-und Repräsentationsweisen von Statusgruppen, evaluativ auf das in Geschmacksnormen verkörperte Klassenethos und expressiv auf Lebensstile gerichtet.Google Scholar
  254. 261.
    Bourdieu grenzt sich von dem Gedanken, daß Handlungen nach “Regeln” vollzogen werden dezidiert ab und betont unter Bezugnahme auf sein “Habituskonzept” den “praktischen Sinn” von Handlungen: “Eine Handlung, das ist kein bloßer Vollzug einer Regel.”… “Verhalten kann auf Ziele gerichtet sein, ohne bewußt auf sie hinorientiert zu sein, durch sie geleitet zu sein.” P.Bourdieu, 1986 a), S.150.Google Scholar
  255. 262.
    Vgl. zur Kritik am Strukturalismus Lévi-Strauss’scher Prägung: P.Bourdieu, 1986 a), S.149 ff. sowie ders., 1987, S.33 f. Vgl. zu Strukturalismus und soziologischer Wissenschaftstheorie, ders., 1983 (1974), S.7 ff.; Bourdieu nahm nach seinem Studium und nach der Rückkehr aus dem Militärdienst in Algerien 1960 an Seminaren von Claude Lévi-Strauss am Collége de France teil. Vgl. dazu die begeisterte Würdigung der Bedeutung der Mythenanalyse in: P.Bourdieu, 1987, S.9.Google Scholar
  256. 263.
    P.Bourdieu bezieht sich in seinen Ausführungen zum “Praxis-Begriff” auf die erste Feuerbachthese: “Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus (den Feuerbachschen mit eingerechnet) ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als sinnlich-menschliche Tätigkeit, Praxis.” Mit dem Begriff des “Habitus” konstituiert er einen Akteur, “der die Konstruktion von Gegenständen praktisch vollzieht.” P.Bourdieu, 1986 a), S.152. Praxis läßt sich darüberhinaus als Kritik am “Unbewußten der strukturalen Anthropologie Lévi-Strauss’scher Prägung” darstellen. Hier ist sie durch das Verhältnis zur Geschichte bestimmt:… “die Praxis (ist) der Ort der Dialektik von opus operatum und modus operandi, von objektivierten und einverleibten Ergebnissen der historischen Praxis, von Strukturen und Habitusformen.” P.Bourdieu, 1987, S.98. Das “Unbewußte” sei in Wirklichkeit nur das Vergessen der Geschichte, von der Geschichte selber erzeugt, indem sie die objektiven Strukturen realisiere, die sie in den Habitusformen herausbilde, diesen Scheinformen der Selbstverständlichkeit. Vgl. ders., 1987, S.105.Google Scholar
  257. 264.
    Ein wichtiges Charakteristikum der Bourdieu’schen Analysen ist die Wiedereinführung der “Genese der Dispositionen”, d.h. der Einstellungen und Verhaltensweisen der “Akteure”. Bourdieu bekennt sich auf diesem Hintergrund zum “Etikett” des “genetischen Strukturalisten”. Er geht davon aus, daß die Analyse der objektiven Strukturen nicht von der Entwicklung mentaler Strukturen zu trennen sei. Der hier anklingenden Gefahr eines “Zirkelschlusses” weicht er mit einem Bekenntnis zur besonderen Stellung “symbolischer” Strukturen aus. Vgl. ders., 1986 a), 5.152/153.Google Scholar
  258. 265.
    P.Bourdieus ethnographischer Klassenbegriff umfaßt Alters-, Geschlechtsund Gesellschaftsklassen. Er untersucht die kulturellen Präferenzen von Klassenfraktionen bzw. Berufsgruppen. Vgl. P.Bourdieu, 1983 (1974), S.42 ff.; ders., 1982, S.171 ff., S.727 ff.; ders., 1985. Vgl. zur Kritik am Bourdieuschen Klassenbegriff: H.-P. Müller, 1986, S.181 f.Google Scholar
  259. 266.
    Vgl. dazu die Übersicht von H.-P.Müller,1986, S.171 f.Google Scholar
  260. 267.
    Der Begriff der “Strategie” entstand als Produkt der Kritik Bourdieus an der Bedeutung des “Informanten” im Strukturalismus Lévi-Strauss’scher Prägung. Den Informanten wird die Kompetenz abgesprochen, Aufklärung über die “wahren” Gründe ihrer Praktiken geben zu können. Vgl. P.Bourdieu, 1986 a), S. 155. - Anhand der Frage nach dem “warum” entwickelte Bourdieu den Begriff der Strategie, z.B. in der Analyse des Heiratsverhaltens der kabylischen Bauern. Vgl. P.Bourdieu, 1976; ders., 1987, S.34. Mit dem Begriff der “Strategie” verknüpft Bourdieu die Vorstellung, daß soziale Gruppen prinzipiell miteinander um Ehre und Anerkennung ringen. “Strategien” als Produkt der Bewertung der Stellung sozialer Gruppen zueinander und als Ausrichtung der “Praxis”, wobei diese weder “bewußt”, noch mechanisch regelhaft ausgerichtet ist.Google Scholar
  261. 268.
    Der Begriff des “Habitus”, ein bereits von Hegel, Husserl, Weber, Durkheim u.a. verwendetes Konzept ist von Bourdieu neu überdacht worden. Vgl. ders., 1986 a), 5.151 sowie ders., 1987, S.98 f.Google Scholar
  262. 269.
    P.Bourdieu, 1987, S.101.Google Scholar
  263. 270.
    Die Ich-Form symbolisiert hier ein Kollektiv. Es sind erst einmal alle “Narren”, aber dann alle Ex-Sklaven“ bzw. das sogenannte ”Volk“. Karneval 1988, 16.Sambaschule: Imperatriz Leopoldinense: Noch Ein Witz, Der War Gut. - Carnaval 1988, Escola de Samba: Imperatriz Leopoldinense: Conta Outra, Que Essa Foi Boa.Google Scholar
  264. 271.
    Vgl. R.Benedict, 7.Aufl., 1961 (1935). R.Bendict hat den Begriff des “Kulturmusters” - ein integratives und selektives Organisationsprinzip von ihrem Lehrer Franz Boas übernommen. Vgl. dazu das Vorwort von F.Boas, in: R.Bendict, 1961, S.IX f.; vgl. ebenso: R.Girtler, 1979, S.243 f..Google Scholar
  265. 272.
    Vgl. R.Rossade, 1987, S.229.Google Scholar
  266. 273.
    Vgl. P.Bourdieu, 1982, S.20: “Kunststil”, vgl. P.Bourdieu, 1983 (1974), S.74 ff. und 159 ff.; sowie ders., 1982, S.277 ff.: “Habitus und Raum der Lebensstile”.Google Scholar
  267. 274.
    Vgl. zur “Stilprägung” der sizilianischen Gesellschaft durch “autochthone” Kulturmuster, H.Reimann, 1986.Google Scholar
  268. 275.
    L.Dittmer, 1977, S. 568.Google Scholar
  269. 276.
    Vgl. J.-P.Vernant, in: C.Lévi-Strauss, 1984, S.7–11.Google Scholar
  270. 277.
    J: P.Vernant, 1984, S.8.Google Scholar
  271. 280.
    J.-P. Vernant, 1984, S.9.Google Scholar
  272. 281.
    J.-P. Vernant, 1984, S. 10.Google Scholar
  273. 282.
    L.Dittmer, 1977, S.557.Google Scholar
  274. 283.
    Vgl. zu den schematischen Darstellungen L.Dittmer, 1977, S.568 u. 571.Google Scholar
  275. 284.
    Wir beschränken uns in unseren Ausführungen auf L.Dittmer, 1977, verweisen jedoch auf folgende ergänzende Literatur: R.W.Cobb, Ch. D.Elder, 1972; A.Cohen, 1974, 1979; Ch. D.Elder, R.W.Cobb, 1983; R.Firth, 1973; C.Geertz, 1973; E.Leach, 1978; S.B.Ortner, 1973. Zu Symbol und “Manipulation” vgl.: R. W.Cobb, C.D.Elder, 1972; J.M. Edelman, 1964, 1971, 1977. - Zu Klassifikationsvarianten von Symboltypen bzw. der Beeinflussung durch spezielle Symbolik, d.h. der Betonung evaluativer, affektiver oder kognitiver Momente in Symbolen, vgl.: J.M. Edelman, 1964, S.6 f.: “Verdichtungssymbole” (emotionale Identifikation) bzw. Referenzsymbole (sachliche Identifikation). Vgl. ebenso: S.B.Ortner, 1973: summierende Symbole - konturierende Symbole. - Alle Symbole weisen - unterschiedlich stark ausgeprägt - sachliche und emotionale Identifikationsmöglichkeiten auf. Z.B. kann der Verwendungskontext aus einem konturierenden oder Referenzsymbol ein summierendes oder Verdichtungssymbol machen… - “Schlüsselsymbole” bzw. “Kernsymbole” formulieren grundlegende kulturelle Strategien als Mythen. Vgl. S.B.Ortner, 1973, S.1341.Google Scholar
  276. 285.
    Vgl. L.Dittmer, 1977, S.558.Google Scholar
  277. 286.
    Karneval 1986, 14.Sambaschule: Unidos de Cabuçu. Die Geschichte Spielt Verrückt!...Google Scholar
  278. 287.
    In Anlehnung an S.B.Ortner, 1973.Google Scholar
  279. 290.
    Vgl. D.Ribeiro, 1985, S.87 f. - Vgl. ebenso: A.Schrader, Modelle der Sozialstruktur Brasiliens, in: H.-A.Steger, J.Schneider, 1979, S.281–300.Google Scholar
  280. 292.
    Unter Realität verstehen wir grundsätzlich soziale Wirklichkeit im Sinne Berger /Luckmanns, 1970.Google Scholar
  281. 293.
    Vgl. R.Mayntz, K.Holm u. P.Hübner, Einführung in die Methoden der empirischen Soziologie, Opladen 1971, S.151 ff.Google Scholar
  282. 294.
    Klassisch die frühe Definition von Berelson: “Content analysis is a Research technique for the objective, systematic and quantitative description of the manifest content of communication.” B.Berelson, Content Analysis in Communication Research, Glencoe 1952, S.489. Repräsentativ für den Versuch der Codierung “manifester” Inhalte: A.Kaplan, Content Analysis and the Theory of Signs. Philosopphy of Science 10, S.230–247, 1943; H.D.Lasswell, D.Lerner, J.de S.Pool, The Comparative Study of Symbols, Stanford 1952. - Kritik an der Fixierung auf quantitative Verfahren: S.Kracauer, The Challenge of Qualitative Content Analysis, Public Opinion Quaterly 16, 1952, S. 631–642 u. A.L.George, Quantitative and Qualitative Approaches to Content Analysis, in: I.de S.Pool, ed., Trends in Content Analysis, Urbana 1959. Vgl. auch zur Betonung des quantitativen Verfahrens: J.Friedrichs, Methoden empirischer Sozialforschung, Hamburg 1973, S.319. - Plädoyer für die Einbeziehung der sozio-kulturellen Situation: A.Silbermann, Systematische Inhaltsanalyse, in: R.König, Hg., Handbuch der empirischen Sozialforschung, Bd. 4, 3.Aufl. 1974, (1962), S. 260. Plädoyer gegen eine dezidierte Abgrenzung quantitativer und qualitativer Verfahren: Nennt man jeden Nachvollzug einer überprüfbaren operationalen Anweisung eine Messung, so erübrigt sich die Unterscheidung zwischen qualitativer und quantitativer Analyse.“Von quantitativer Inhaltsanalyse spricht man bereits, wenn die Häufigkeit bestimmter Inhalte in den einzelnen Texteinheiten festgestellt wird. Darüber hinaus können die Inhalte selbst als quantitative Variablen (statt dichotomisch als ”gegenwärtig“ oder ”abwesend“) behandelt werden. Diese beiden Möglichkeiten fallen zusammen, wenn die Häufigkeit, mit der ein bestimmter Inhalt in einem Text auftritt, als Indikator für die Intensität einer Einstellung genommen wird.” R.Mayntz, 1971, S.161. Eine Unterscheidung zwischen qualitativen und quantitativen Verfahren sei weder notwendig noch zweckmäßig. Vgl. H. Bessler, Aussagenanalyse, Bielefeld 1970, S. 64. Vgl. zu einer umfassenden Übersicht über die Möglichkeiten der Inhaltsanalyse auch: R.Lisch, J.Kriz, Grundlagen und Modelle der Inhaltsanalyse, Hamburg 1978.Google Scholar
  283. 295.
    J.Ritsert, Inhaltsanalyse und Ideologiekritik, Frankfurt/Main 1972, S.45.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Karin Engell

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