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Einleitung

  • Karin Engell
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Zusammenfassung

Wer von New York nach Sao Paulo2 fliegt, wird erst einmal überrascht sein von der Ähnlichkeit des Eindrucks aus der Luft. Beide Städte gleichen riesigen Betonigeln. — Unten angekommen erwartet man eine ähnliche Atmosphäre im Alltag auf der Straße und genau hier beginnt der Unterschied zwischen beiden Teilen Amerikas. Sao Paulo besticht wie New York im Straßenbild durch seine Rassenvielfalt.3 Und auch hier beeindrucken besonders die Hautfarbenunterschiede, aber der Kontakt zwischen den Menschen findet in Brasilien nach ganz anderen Traditionen statt, er richtet sich keineswegs nach den harten schwarz-weiß Dichotomien, die den nordamerikanischen Alltag immer noch bestimmen. Dies zeigt sich schon beim ersten Eindruck in öffentlichen Verkehrsmitteln. Als ich einen Tag nach meiner Ankunft in São Paulo mit dem Bus in das nahe gelegene Villenviertel Morumbi auf der anderen Seite des Flusses fuhr und stehen mußte, da der Bus völlig überfüllt war, erhob sich ein älterer schwarzer Mann, drückte seine schwere Tasche in die Menge, schaute mich an, deutete auf seinen Sitzplatz und sagte: „Por favor, Senhora“... Und bei meiner Ausreise und Rückkehr nach Europa blätterte der Paßkontrolleur in meinem Ausweis und meinte: „Sie müssen Ihr Visum verlängern lassen, Sie werden doch zurückkommen, oder?“ — Und er war „schwarz“ und ich war „weiß“.

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    Übersetzt nach: Rio Samba E Carnaval (Separata da Revista Rio Samba E Carnaval) 1987.Google Scholar
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  • Karin Engell

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