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Forschungsansätze zum Thema: Darstellung und Kritik

Conference paper

Zusammenfassung

Unter verbandstheoretischer Perspektive stechen bei den Wohlfahrtsverbänden insbesondere die folgenden organisatorisch-funktionalen Merkmale hervor (vgl. hierzu etwa Schmid 1992 und Backhaus-Maul/Olk 1994):

Als erstes fällt die dominante Funktion als Träger sozialer Einrichtungen und Dienste auf, weshalb sie auch als „Sozialleistungsverbände“ (Alemann 1987) klassifiziert werden.43 Diese Begriffsbildung verfügt über die Vorteile, daß sie das Feld der Verbände im sozialen Bereich differenziert, Wohlfahrtsverbände hinsichtlich einer ihrer spezifischen Eigenschaften systematisiert und anstelle von Eigennamen eine operationalisierbare Definition anbietet.

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Literatur

  1. 43.
    Daneben umfaßt das Schema bei Alemann (s.a. P. Raschke 1978: 76ff.) Sozialanspruchsvereinigungen und soziale Selbsthilfegruppen. In verschiedenen weiteren Typologisierungsversuchen werden Wohlfahrtsverbände, wenn überhaupt, unter „Vereinigungen im sozialen Bereich“ (Ellwein 1973), „public interest groups“ (Beyme 1980), „lebensständische Organisationen“ und „religiöse Gemeinschaften“(Schneider 1979) subsumiert, im Unterschied zu Gewerkschaften und Unternehmerverbänden jedoch nicht eingehender behandelt. Görlitz u.a. (1987) sprechen von „subsidiären Verbänden“ in Abgrenzung zu öffentlichen Körperschaften und privaten Organisationen.Google Scholar
  2. 44.
    Vgl. hierzu etwa die Beiträge zum Krankenhaus als wertgebundener Institution im Schwerpunktheft der MMG (vgl. Ebertz 1987). Auch Bauer (in Bauer/Thränhardt 1987: 15) hebt auf die „Weltanschaulichkeit“ der Wohlfahrtsverbände in Deutschland ab.Google Scholar
  3. 45.
    Vor dem engeren sozialen und karitativen Hintergrund schreibt Hauser (1994) den Wohlfahrtsverbänden folgende spezielle Funktionen zu: Aufklärung und Information, Beratung und Betreuung, materielle Hilfe, Pilotprojekte und Vorreiter, individueller sowie politischer Anwalt, Leistungsanbieter und Wertetradierung.Google Scholar
  4. 46.
    Eine weitere wichtige Einrichtung, in der sich die „solidarische Zusammenarbeit“ der Spitzenverbände abspielt, ist die Bank für Sozialwirtschaft (gegründet 1923); vgl. hierzu und zu weiteren ähnlichen Einrichtungen Klerx 1980.Google Scholar
  5. 47.
    Dabei kommt der bei Staat und Verbänden wenig untersuchten Landesebene eine wichtige Rolle zu, da in Sachgebieten wie der ambulanten Pflege in Sozialstationen die Länder eine zentrale Bedeutung haben (vgl. hierzu Mayntz 1990, Schneider 1987, Kleinfeld/Löbler 1993 und Schmid 1990: 197ff.; speziell zum DPWV Hüppe/Schrapper 1989.Google Scholar
  6. 48.
    Um das eigentümliche organisationale Syndrom zu erfassen, sprechen Ebertz (1986) von,,helfenden“, Müller (1981) von „ideologischen“ und Rothschild-Whitt (1979) von „kollektivistischen“ Organisationen; in Kap. 4 wird eine Interpretation als Betrieb in (industriesoziologischen) Kategorien der Transformation von Arbeitskraft und Interessen angedeutet; ferner siedelt sie Pabst (1994) „zwischen Interesse und Kultur“ an.Google Scholar
  7. 50.
    Als repräsentative Übersichten der jüngeren Verbändeforschung vgl. Alemann 1987, Beyme 1980, Blümle/Schwarz 1985, Steinberg 1985, Mayntz 1992, Grimm 1983, Schmid 1992, Kleinfeld u.a. 1994; mit Ausrichtung auf Vereine vgl. Best 1993, P. Raschke 1978, Richter 1985, Zimmer 1992 und 1994. Aus der amerikanischen Forschung ist besonders auf Knoke 1985, 1990 und Thomas 1993 zu verweisen.Google Scholar
  8. 51.
    In der britischen Diskussion über „Corporatism and Welfare“ (Cawson 1982, Harrison 1984) werden Konsumentenvereinigungen, Professionsverbände und Gewerkschaften als verbandliche Akteure untersucht. Hier erfolgt der analytische Zugriff über die Steuerungs-und nicht über die Dienstleistungskapazitäten der Verbände bzw. aus umgekehrter Sicht die entsprechenden Probleme des Staates (vgl. auch Kap. 5).Google Scholar
  9. 52.
    Zur Korporatismusthese vgl. auch die weiteren Beiträge von Heinze (1985) und Heinze/Olk (1984) bzw. Olk/Heinze (1981); s.a. Merchel (1989); bezogen auf die lokale Ebene siehe v.a. Thränhardt (1981) und Heinze 1985. Kritik an der Korporatismusthese üben Schmid (1987), Bauer 1991 und Baier 1988; differenziertere Formen der sozialpolitischen Interessenvermittlung entwickeln Winter (1990) und Windhoff-Héritier (1989).Google Scholar
  10. 53.
    An dieser Stelle soll keine ausführliche Beschreibung der historischen Entwicklungen erfolgen; hierzu geben die informativen Forschungsüberblicke von Wollasch (1993) und Kaiser (1993, s.a. ders. 1989) sowie die Bibliographie von Frie (1994) Auskunft.Google Scholar
  11. 54.
    Zum Verhältnis von Wohlfahrtsverbänden und Parteien gibt es im übrigen keine systematischen Untersuchungen; zum grundlegenden Problem der Verflechtung von beiden Interessenvermittlungssystemen vgl. Rucht 1991 und Schmid 1993.Google Scholar
  12. 55.
    Die Abkoppelung vom Mitglieder-/Klientelinteresse ist jedoch bei weitem kein Spezifikum der Wohlfahrtsverbände, sondern nach M. Olson bei allen großen bzw. nach der Korporatismustheorie bei allen in die Politik integrierten Verbänden zu finden (vgl. v.a. Knoke 1985, 1990 ).Google Scholar
  13. 56.
    In der deutschen Wohlfahrtsverbändeforschung hat die ansonsten einflußreiche Pluralismustheorie jedoch nur eine geringe Rolle gespielt (s.a. neuerdings Backhaus-Maul/Olk 1995 ). Statt dessen nimmt das Konzept der Subsidiarität eine Vorrangstellung ein und erfährt gegenwärtig ein Comeback („neue Subsidiarität“). Allerdings bildet es weniger ein sozialwissenschaftliches Konzept als ein praxisorientiertes Postulat der katholischen Soziallehre, das eine verfassungsund sozialrechtliche Normierung gefunden hat und dem Versorgungsstaat eine rechtliche Handlungsgrenze zieht (vgl. Spieker 1986). Zu den zeitgeschichtlichen parteipolitischen Auseinandersetzungen in den 60er Jahren vgl. vor allem Matthes 1964 und die Dokumente in Münder/Kreft 1990.Google Scholar
  14. 57.
    Dieser Sachverhalt hat v.a. gegenüber Gewerkschaften zu kritischen Kommentaren über die „Herrschaft der Verbände“ (Eschenburg) und „Unregierbarkeit“ geführt (vgl. zum Stichwort Verbändestaat Schmid 1990, s.a Grimm 1983). Die Wohlfahrtsverbände sind jedoch in diesen Diskussionen ausgespart geblieben. Der problematische Tatbestand einer Verflechtung von Staat und Gesellschaft liegt allerdings Mitte der 60er Jahre den Auseinandersetzungen um die gesetzliche Regelung der Sozialhilfe und der Jugendwohlfahrt zugrunde (vgl. Matthes 1964, Zacher 1964).Google Scholar
  15. 58.
    Vgl. zur „Group Basis of Politics“ Latham 1952; s.a. Salisbury 1975, Greenstone 1975 und Buchholz 1964.Google Scholar
  16. 59.
    Wegener (1978: 157) spricht hier zutreffend von „Fremdhilfeverbänden`, s.a. die Formulierung von Matthes (1964: 12), wonach es sich bei Wohlfahrtsverbänden um „Quasi-Verbände ohne eine mit aktiven Interessen ausgestattete Mitgliedschaft“ handelt.Google Scholar
  17. 60.
    Die Grenzen des ökonomischen Verbandsmodells zeigen sich hier in den zu einfachen Annahmen über die Mitgliedschaftsmotivation. Denn neben materiellen Anreizen spielen ebenfalls normative und expressive eine Rolle (vgl. Wilson 1973, Knoke/Adams 1987, Moe 1981), außerdem Motive und Bindungen (vgl. James 1989: 5f.). Ferner nehmen Individuen in unterschiedlichen Formen und Maßen am Verbandsleben teil; zum Beispiel: passive Beitragszahler, überzeugte Aktivisten oder eher,Kunden’, die nur instrumentell die Leistungen des Verbandes nutzen und u.U. nicht einmal formale Mitglieder sind (vgl. hierzu etwa Knoke 1990: 163ff.).Google Scholar
  18. 61.
    Auch die Übersicht und Bewertung der theoretischen Ansätze in der Sozialpolitik etwa bei Eh-ling weist nur eine kurze Bemerkung zu Wohlfahrtsverbänden auf (Ehling 1982: 109; s.a. Greven u.a. 1980). Keine Berücksichtigung finden sie in den wichtigen Arbeiten zur Geschichte der Sozialpolitik von Tennstedt 1981 und Hentschel 1983.Google Scholar
  19. 62.
    Vgl. hierzu aus sozialwissenschaftlicher Sicht A. Bauer 1992, Heinze 1986, Huster 1985, Spieker 1986 und Münder/Kreft 1990 sowie Einzelnachweise bei Ebertz/Schmid 1987: 294. Eine steuerungstheoretische Interpretation des Subsidiaritätsprinzips liefern Görlitz u.a. 1987 und Heinze/Olk 1984.Google Scholar
  20. 63.
    Ferner werden auch Klassen-und Schutzinteressen des Bürgertums (Köhler 1977, Bauer 1984: 12f.) oder sogar „Abenteuersuche“ (Dießenbacher 1981) als Gründungsmotive für Wohlfahrtsverbände angegeben. Auch betont Köhler (1977: 142) die besonderen klassenstrukturellen Bedingungen in Deutschland: „Es sind letztlich die Komplikationen im politischen Aufstieg der Bourgeoisie, die ein Phänomen wie die Innere Mission und überhaupt die Fusion von Sozialfürsorge und Antikommunismus, von Caritas und Politik ermöglichen“.Google Scholar
  21. 64.
    An anderer Stelle differenziert Tennstedt ( 1983: 623, mit Blick auf die Gegenwart Windhoff-Héritier 1989) noch stärker: „Im Grunde muß man mindestens von einer interdependenten Trias sozialpolitischer Intervention des States ausgehen: Armenwesen und öffentliche Gesundheitsfiirsorge (entwickelt bis hin zu umfassender kommunaler Wohlfahrtspflege/Sozialpolitik ), Arbeiterversicherung (entwickelt bis hin zu umfassender Sozialversicherung) und Arbeiterschutz (entwickelt bis hin zum Anspruch einer Humanisierung des Arbeitslebens)“.Google Scholar
  22. 65.
    Die Kolonialisierungsthese ist auch in der Sozialarbeitsforschung intensiv diskutiert worden; vgl. dazu Bossong 1987 und Müller/Otto 1986. Eine kritische Bewertung am empirischen Fall der Heilsarmee nehmen Gnewekow/Hermsen (1993: 117ff.) vor.Google Scholar
  23. 66.
    Die Denkfigur, wonach der Staat nicht in der Lage sei, der „Mannigfaltigkeit der Situationen“ gerecht zu werden, läßt sich auf Wilhelm von Humboldt zurückführen; vgl. dessen „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen`; vgl. dazu Th. Schmid (1988, hier der Beitrag von Sachs).Google Scholar
  24. 67.
    Hier sind auch die umfangreichen Forschungen über Armenfürsorge und deren sozialpolitische, institutionelle und professionelle Weiterentwicklung relevant (besonders Sachße/Tennstedt 1980, 1988, Sachße 1982, 1986, Tennstedt 1992, Landwehr/Baron 1983 ). Sie konzentrieren sich aber vornehmlich auf die Funktion der „Sozialdisziplinierung`; zur aktuelleren Diskussion über Armut im Wohlfahrtsstaat vgl. Leibfried/Voges 1992 und Döring u.a. 1990 sowie bezogen auf die Wohlfahrtsverbände Aust 1992, 1993 Pabst 1994, Hauser 1993.Google Scholar
  25. 68.
    Das intermediäre Hilfesystem bzw. das Konzept der intermediären Organisation ist weiterentwickelt worden bei Bauer 1990, 1991 und Backhaus-Maul/Olk 1992.Google Scholar
  26. 69.
    Dies hätte m.E. auch den folgenden Nebeneffekt auf die Wohlfahrtsverbändeforschung: „An die Stelle des Appells an den guten Willen träte die harte Pädagogik der Kausalität“ (Luhmann 1981: 156, jedoch in anderem Zusammenhang).Google Scholar
  27. 70.
    In der Arbeit von Weinstein/Moravec (1977) werden zudem Ober strukturelle Dimensionen komplexe Organisationstypologien gebildet und empirisch fundiert. Zur theoretisch wichtigen, aber methodologisch problematischen Frage der Typenbildung vgl. Hempel 1984, Pinder/Moore 1979, Sanchez 1993. Darüber hinaus enthält der Sammelband von Sarri und Hasenfeld 1978 wichtige Beiträge über die Organisations-und Managementprobleme bei personenbezogenen Dienstleistungseinrichtungen.Google Scholar
  28. 71.
    Neuerdings existiert eine breite, stark praxisorientierte Diskussion um „Sozialmanagement“ (vgl. die gleichnamige Zeitschrift sowie theoretisch reflektierter Nokielski 1992, Langnickel 1993 und Zimmer 1994: 157ff.). Auch die Forschung zum Dritten Sektor ist organisationstheoretisch geprägt.Google Scholar
  29. 72.
    Vgl. dazu auch die umfassenden Aufarbeitungen bei Wegener 1978 und Preuß 1969; s. ferner zu Einzelproblemen etwa Stolleis 1988, Schultz 1981, Kämper 1991, Rauscher 1979 und zum generellen historisch-politischen Hintergrund Grimm 1987 — und analog anwendbar Offe 1981. Umgekehrt hat Stolleis (1990: Kap. 9) auf den entwicklungsgeschichtlich engen Zusammenhang zwischen Glaubensspaltung und öffentlichem Recht hingewiesen.Google Scholar
  30. 73.
    So hat Max Weber (1976: 691, 701) betont, daß es in der Beziehung zwischen Kirche und Staat immer auch um die (rechtliche) Regelung der „Verteilung der sozialen Hen-schaft“ geht, die nicht selten in einem „Kompromiß der jenseitigen und diesseitigen Mächte“ gefunden wird, wobei die politische Gewalt ihren,weltlichen Arm’ „in höchst schätzenswerter Weise” von der „Ausrottung der Ketzer” bis hin „zur Betreibung der Steuern” zur Verfiigung stellt, wenn sich ihr die Kirche mit zwei für sie spezifischen Qualitäten zum Bündnis empfiehlt: als „legitimierende Macht” und als „unvergleichliches Mittel der Domestikation der Beherrschten”. Ein solcher historisch-rechtlicher Rahmen läßt die stärker gegenwartsbetonten KorporatismusTheoreme über die Wohlfahrtsverbände als vordergründig und u.U. sogar als anachronistisches Fehlurteil erscheinen.Google Scholar
  31. 74.
    Damit sind natürlich auch Fragen des kanonischen Rechts angesprochen, auf die hier nicht ein- gegangen wird, s. dazu etwa die Beiträge in Teil II (Kirchenordnung) von Hesse u.a. 1962.Google Scholar
  32. 75.
    Neuerdings gewinnt „Religionsgeschichte als Sozialgeschichte” (Schieder 1977) bzw. „Kirchengeschichte als Gesellschaftsgeschichte” (Thadden 1983) an Bedeutung, nachdem das Thema jahrelang den konfessionell gegliederten Kirchenhistorikern überlassen worden ist; s. hierzu ferner die umfassenden Arbeiten von Schnabel 1987 und Nipperdey 1988.Google Scholar
  33. 76.
    An dieser Stelle ist ferner darauf hinzuweisen, daß die grundlegenden Beziehungen zwischen Staat und Kirche nicht der im modernen öffentlichen Recht üblichen Subjektionstheorie einer Unterordnung entsprechen, sondern durch Konkordate Staats-und völkerrechtlich gleichgestellter Parteien geregelt werden. Dies gilt vor allem für die katholische Kirche, da der HI. Stuhl als völkerrechtliches Subjekt anerkannt ist (kritisch dazu Quaritsch 1966; zur Breite der Positionen siehe Mikat 1980 ). Im übrigen ist vor allem die katholische Kirche organisatorisch wie im Selbstverständnis als „transnationaler Akteur” einzustufen (Vallier 1971; s.a. Ebertz 1993), was historisch in Deutschland nicht ohne Konflikte geblieben ist; zum Phänomen des „Ultramontanismus” siehe etwa Buchheim 1963.Google Scholar
  34. 77.
    Dabei ergeben sich wiederum Anknüpfungen an die Forschung über konfessionsgebundene politisch-soziale Bewegungen und christdemokratische Parteien; vgl. dazu Rüther 1984, Rauscher 1990, 1979, 1982, Lönne 1986 sowie übergreifend Raschke 1987. Zur Behandlung der sozialen Frage in diesem Kontext vgl. zudem Brakelmann 1966, Stegmann 1969, Karrenberg 1969 und umfassend Karrenberg 1932.Google Scholar
  35. 78.
    Vgl. die ansatzweise Bearbeitung einzelner Aspekte bei AbromeitlWewer 1989, Wehling 1984, Gauly 1941, s.a. Zacher 1982 und Rauscher 1979, 1982 sowie Obemdörfer u.a. 1985.Google Scholar
  36. 80.
    Damit in enger Verbindung steht die lebhafte Diskussion über sozialwissenschaftliche Staatstheorien, s. dazu die Zusammenfassungen bei Rohmann 1993, Therborn 1986 und Jürgens 1990. Den neomarxistischen wie systemtheoretischen Ansätzen fehlt jedoch in der Regel „die Sensibilität und das Instrumentarium für eine systematisch vergleichende Analyse der Sozialpolitik ” (Schmidt 1988: 143 ).Google Scholar
  37. 81.
    Weede (1987) jedoch sieht in den Projektberichten viele Daten, aber nur wenig Input für Datenanalysen; darüber hinaus fehlt der längst angekündigte vergleichende AbschluBband immer noch.Google Scholar
  38. 89.
    Zur hier nicht weiterverfolgten Problematik der Krise des Wohlfahrtsstaats vgl. etwa Johnson 1987: Kap. 2, Greven u.a. 1980, Pierson 1991 sowie als Literaturübersichten Brown 1988, Olsson 1987, Zühlke-Robinet 1991 und Vobruba 1984, 1991; mit stärkerer Betonung der Kontinuität und Stabilität vgl. dagegen etwa Alber 1988.Google Scholar
  39. 111.
    Dies gilt auch und gerade in einer historischen Betrachtung; immerhin gehen die gesetzlichen Regelungen von Charities in England auf das elisabethanische Armenrecht aus dem Jahr 1601 zurück (vgl. Douglas 1987: 43; s.a. Hall 1987 und Chesterman 1979 ).Google Scholar
  40. 112.
    Vgl. zu weiteren disziplinären Bezügen etwa Seibel 1992: 25ff, Anheier/Seibel 1990 sowie Powell 1987; teilweise sind einzelne Ergebnisse dieser Forschungsrichtungen auch schon im vorangegangenen Abschnitt referiert worden.Google Scholar
  41. 113.
    Hier bestehen enge Beziehungen zur aktuellen sozialphilosophischen Diskussion über Kommunitarismus und Zivilgesellschaft; hierauf soll im folgenden jedoch nicht eingegangen werden (vgl. etwa Zahlmann 1994, Th. Schmid 1988 sowie das Manifest der Kommunitarier: Die Stimme der Gemeinschaft hörbar machen, in FAZ vom 8.3. 94, S. 37 ).Google Scholar
  42. 114.
    Aus der Fülle an amerikanischen Arbeiten mit politikwissenschaftlichen Bezügen vgl. als „Klassiker” Etzioni 1973 sowie Beck 1970, Saidel 1989, Lipsky/Smith 1989, Salamon 1986, Musselwhite 1986 und Hall 1987. Wenig beachtet, auch in der breiteren Diskussion über Private Interest Government, ist der frühe Beitrag von Lancaster 1934 zur engen Kollaboration von Verbänden und Verwaltung.Google Scholar
  43. 115.
    Als alternatives Erklärungsmuster dieser stabilen Ambivalenzsituation kann auch das Theorem des funktionalen Dilettantismus von Seibel 1992 herangezogen werden (s.o. Kap. 2.1.).Google Scholar
  44. 116.
    Zur weiteren Vertiefung im Rahmen der neuen politischen Ökonomie vgl. Lehner 1981 und Schubert 1992; s.a. Zimmer/Scholz 1992, Anheier/Seibel 1990 und Schaad 1994.Google Scholar
  45. 117.
    Eine deutliche Analogie zu dieser Argumentation besteht in der Komplementarität von (gemäßigten) Volksparteien und (radikalen) Kleinparteien. Diese Mechanik wird jedoch in erheblichem Maße von sozialstrukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen beeinflußt, was bei den formalen ökonomischen Modellen (über Parteien und Nonprofit Organisationen) leicht vernachlässigt wird. Die politisch-praktische Relevanz dieser Aspekte wird in Großbritannien deutlich, wo nach dem Ostrogorski-Paradoxon die politischen Systemstrukturen selbst gegen die Mehrheiten bei Issue-Präferenzen der Wähler Siege für Parteien erlaubt (vgl. dazu Schmid 1990 ).Google Scholar
  46. 118.
    Dies zeigt sich deutlich an der unterschiedlichen Entwicklung von Verbinden in der deutschen Staatsgesellschaft und der amerikanischen Marktgesellschaft; vgl. etwa Bauer 1990, Mayer 1986, Stoesz/Karger 1991 sowie Schaad 1994: 85f.Google Scholar
  47. 119.
    Zudem endet Seibel (1990: 168) in diesem Beitrag mit dem Hinweis, daß es wenig lohnt, „diesen sogenannten Sektor,einzugrenzen’ und morphologisch exakt zu beschreiben”. Dieses Postulat ist unter komparativen Gesichtspunkten äußerst problematisch, weil es theoretisch eine gewisse Beliebigkeit der Strukturen unterstellt und methodisch einen Fall von „conceptual stretching” (Sartori 1970, 1991) darstellt. Beides zusammen erlaubt zum Beispiel keinen Vergleich von Wohlfahrtsverbänden in der hier verwendeten operationalen Bedeutung.Google Scholar
  48. 120.
    Zu den vergleichend angelegten Studien zum Dritten Sektor jüngeren Datums zählen besonders die Sammelbände von Anheier/Seibel 1990, James 1989, Kuhnle/Selle 1992, McCarthy u.a. 1992, Wuthnow 1991 (s.u.). Siehe ferner die Working Papers des Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project und den nunmehr vorliegenden ersten Ergebnisband von Salamon/Anheier (1994).Google Scholar
  49. 121.
    Anheier/Seibel (1990: 384) beantworten diese Frage in dem Resümee zu ihrem Sammelband und weisen als dritten Aspekt auf die Bedeutung der Zentralisierung wohlfahrtsstaatlicher Aktivitäten hin.Google Scholar
  50. 123.
    Nach den verwaltungswissenschaftlichen Anglizismen zur Benennung der Artenvielfalt im „Zoo” (Schuppert 1989, Reichard 1988) quasistaatlicher Institutionen heißen Quangos Quasi-nongovernmental Organizations, und Quagos sind Quasigovernmental Organizations.Google Scholar
  51. 127.
    Siehe auch die Hinweise oben zum korporatistischen Bias der deutschen (Sozial-)Politik sowie zu aktuellen Phänomenen Czada 1991 und Eichener/Schmid 1992.Google Scholar
  52. 128.
    Zur besonderen, stark marktbeeinflußten Entwicklung von Wohlfahrtsverbänden in den USA vgl. Bauer 1990 und Stoesz/Karger 1991.Google Scholar
  53. 129.
    Zur breiteren Diskussion und Überprüfung von Hypothesen über die variierende Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden in 15 Ländern vgl. besonders Curtis u.a. 1992.Google Scholar
  54. 132.
    Damit werden die in der Sozialstrukturanalyse derzeit prominenten Thesen einer Flexibilisierung, Individualisierung und Verflüssigung im Rahmen der hier verfolgten Fragestellung mit Skepsis betrachtet; zumindest gelten sie nicht für den historisch erheblich zurückliegenden Gründungszeitraum der Wohlfahrtsverbände — was diese doch erheblich von Selbsthilfegruppen und neuen sozialen Bewegungen unterscheidet (vgl. hierzu Raschke 1987 und Stinchcombe 1965; s.a. Kap. 6).Google Scholar
  55. 133.
    Aus methodischer Sicht warnt Armer (1973: 51, s.a. Przeworski/Teune 1973): „The same word in two languages may have different connotations`. Die unterschiedlichen Bezeichnungen werden auch in den Aufsatz-und Buchtiteln deutlich; s.a. die Beiträge in Bauer/Thränhardt 1987.Google Scholar
  56. 134.
    Dieser Gedanke basiert auf Otto von Zwiedineck-Südenhorst, Sozialpolitik (1911); er findet sich ebenso bei Lorenz von Stein oder bei Hegel (etwa in der Rechtsphilosophie § 242); vgl. Pankoke 1972 und 1986.Google Scholar
  57. 135.
    Vgl. dazu Heidenheimer 1986, Rohe 1984, Seck 1991, Henningsen 1986, Heper 1985, Dyson 1980, Birnbaum 1980, Rothstein 1991, Knudsen/Rothstein 1994, Lehmbruch 1987, 1990.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  1. 1.BochumDeutschland

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