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Medienstadt pp 44-69 | Cite as

Globalisierung, Weltstädte und Globalizing Cities als Bezugsrahmen der Medienstadt

  • Stefan Krätke

Zusammenfassung

Die „Medienstadt“ als Zentrum von Kulturproduktion und Medienwirtschaft ist ein Phänomen, das innerstädtische Orte wie auch das Städtesystem insgesamt betrifft, und das zugleich lokale und globale Raumbezüge aufweist. Um diesbezügliche Orientierungen zu geben, werden in diesem Kapitel vor der näheren Betrachtung von Kulturproduktion und Medienwirtschaft (Kap. 3–7) Zusammenhänge von Globalisierung und Stadtentwicklung thematisiert, die den Bezugsrahmen fir die Stellung der heutigen Kulturökonomie im „globalen“ Städtesystem darstellen. Globalisierung beinhaltet nach der Definition von Giddens (1995: 85) einen Prozess der „Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen“, die auch wirtschaftliche Interaktionen einschliessen, wenn ein integrales sozialwissenschaftliches Verständnis ökonomischer Prozesse zugrundegelegt wird. In dem thematisch weit ausgreifenden Werk von Held, McGrew, Goldblatt & Perraton (1999: 16) wird Globalisierung als ein Prozess oder ein Bündel von Prozessen gefasst, die eine Transformation der räumlichen Organisation von sozialen Beziehungen und Transaktionen nach Maßstäben ihrer geographischen Ausdehnung, ihrer Intensität, Geschwindigkeit und Wirkungskraft einschließen, und transkontinentale Ströme und Netzwerke von Aktivitäten, Interaktionen und Formen der Machtausübung hervorbringen. „Ströme“ beziehen sich hierbei auf raum-zeitliche Bewegungen von physischen Gütern, Personen, Symbolen und Informationen, während „Netzwerke“ die strukturierten Interaktionen zwischen sozialen, politischen und ökonomischen Akteuren und Aktivitätszentren bezeichnen. Globalisierung ist ein vielschichtiges gesellschaftliches Phänomen, das weltweite Verflechtungen in Wirtschaft, Politik und Kultur betrifft sowie verschiedene historische Entwicklungsphasen einschließt (Held/McGrew/Goldblatt/Perraton 1999). Nur wenn die unterschiedlichen Muster von weltweiten Verflechtungen in den verschiedenen Sphären gesellschaftlicher Aktivität erforscht werden — die viele Geographien der Globalisierung einschließen -, lassen sich die Dynamik und Konsequenzen der Globalisierung hinreichend verstehen. Wie einleitend bereits ausgefiihrt (vgl. Kap. 1), ist Globalisierung nicht als Prozess der Auflösung konkreter Raumbindungen denkbar, sondern als ein Prozess der Restrukturierung und Neudimensionierung von räumlichen Beziehungsgefügen zu begreifen. Kurz: die Globalisierung hat konkrete Schauplätze und wird an bestimmten Orten „gemacht“ — und hierbei spielen die Aktivitätszentren der sog. Global Cities oder Weltstädte eine besondere Rolle.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

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  • Stefan Krätke

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