Advertisement

Gesamtstrategie 1: Die positive Unternehmensdarstellung als Selbstdarstellung

  • Katrin Bischl

Zusammenfassung

Die erste kommunikative Gesamtstrategie (GS 1) lautet: DAS UNTERNEHMEN POSITIV DARSTELLEN, INDEM DIE POSITIVE DARSTELLUNG SELBST REALISIERT WIRD. Sie ist sehr problematisch. Wie in Abs. 4.1.6 ausgeführt wurde, ist jede positive Selbstdarstellung von gesellschaftlicher Stigmatisierung bedroht. Dennoch wird die Strategie in der Mitarbeiterzeitung sehr häufig realisiert. Wie meine Ausführungen zeigen, geschieht dies mittels verschiedener Teilstrategien, die alle dasselbe kommunikative Ziel verfolgen: die positive Darstellung des eigenen Unternehmens. Die Quelle der positiven Darstellung ist stets das Unternehmen selbst, bzw. in seinem Auftrag und in seinem Sinne agierende Betriebsangehörige. Zumeist handelt es sich um die PR-Redakteure, die die Mitarbeiterzeitung erstellen. Aber auch Firmeninhaber oder Mitglieder des Managements sowie Angestellte in leitender Position oder mit repräsentativen Aufgaben können Autor positiver Unternehmensdarstellungen sein.111

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 111.
    In Mitarbeiterzeitungen finden sich oft Aussagen von Mitarbeitern, die weder eine leitende noch repräsentative Position innehaben. Auch sie gehören zum Unternehmen, und man könnte ihre Äußerungen ebenfalls als positive Selbstdarstellungen bezeichnen. Ich habe mich aus Gründen, die ich später erläutern werde, dafür entschieden, sie als externe positive Darstellungen einzustufen, also als positive Fremddarstellungen. Grund dafür ist u.a. die Intention, mit der sie eingesetzt werden und aufgrund derer sie eine interessante Kommunikationsstrategie sind, vgl. Kap. 6.Google Scholar
  2. 112.
    Der Begriff „Angehörige“ mag befremdlich anmuten. Er ist aber geeignet, die Personengruppen, die in diesem Kontext relevant sind — Firmeninhaber, Mitglieder des Managements, leitende Angestellte und „normale“ Mitarbeiter — zu benennen.Google Scholar
  3. 113.
    „Redakteur der Mitarbeiterzeitung“ und „PR-Redakteur“ werden synonym verwendet.Google Scholar
  4. 114.
    Diese „Angehörige des Unternehmens“ sind aber keine PR-Journalisten, müßte die Ergänzung lauten.Google Scholar
  5. 115.
    Diese Gruppe wird erst in Kapitel 6 thematisiert.Google Scholar
  6. 116.
    Im Duden Universalwörterbuch findet sich folgende Beschreibung des Verbs „gelingen“: „durch jmds. Planung oder Bemühung mit Erfolg zustande kommen“.Google Scholar
  7. 117.
    Dieses Charakteristikum beschreiben schon ältere Arbeiten, z.B. 0ßßwald/ Gramer 1968; Römer 1968, v.a. 105–111. Zum Thema Werbesprache vgl. auch Baumgart 1992; Beheim-Schwarzbach 1962; Bolten 1996; Glaser 1973, 88–92; Glück/ Sauer 1990, v.a. 130–150; Flader 1972 und Hoffmann 1981.Google Scholar
  8. 118.
    Zum Begriff der Referenz vgl. v.a. Wimmer 1977; Wimmer 1979.Google Scholar
  9. 119.
    Die Beantwortung der W-Fragen (wer, was, wo, wann, wie, warum, welche Quelle) soll dem Leser die wichtigsten Informationen nennen und spielt vor allem bei der Textsorte Nachricht eine zentrale Rolle. Vgl. u.a. La Roche 1985, 80–86; Lüger 1995, 93.Google Scholar
  10. 120.
    Vgl. Meyer/ Frohner 1982, VI, 22.Google Scholar
  11. 121.
    Der PR-Redakteur verweist auf die Kompetenz eines Mitarbeiters, aber auch auf die Güte des hauseigenen Englischunterrichts, der — so wird dem Leser vermittelt — das sehr gute Ergebnis ermöglicht habe.Google Scholar
  12. 122.
    Die Bezeichnungen enthalten für externe Leser keinen Informationswert, da es sich um Abkürzungen handelt, die Außenstehenden nicht vertraut sind: „(G FO PZ)“ (Merck informiert 13, 3) oder in derselben Ausgabe „(OF 6)“ oder (L PRO/TS)“. Dies exemplifiziert die Adressatenbezogenheit des Mediums: Das Zielpublikum sind die eigenen Mitarbeiter. Die Abkürzungen zu erklären ist somit unnötig.Google Scholar
  13. 123.
    Da die drei Textpassagen von Aufbau und Textfunktion vergleichbar sind, ist es ausreichend, eine exemplarisch anzuführen.Google Scholar
  14. 124.
    Zur Verbindung zwischen Spendenobjekt und unternehmerischen Aktivitäten vgl. Abs. 7.2.3.Google Scholar
  15. 125.
    Auffallend ist, wie wortbildungsaktiv Unternehmensnamen sind; z.B. „333 Boschler“, „Bosch-Blitz“, „Fußballer von Bosch/Blaupunkt“, ,Bosch-Teilnehmerzahl“, „reaktionsschnelle Bosch-Beachvolleyballer“.Google Scholar
  16. 126.
    Vgl. La Roche 1985, 76–88, 131–133; Lüger 1995, 94–103, 109–131.Google Scholar
  17. 127.
    Dies wird besonders deutlich bei Ulsamer 1993.Google Scholar
  18. 128.
    Zur grafischen Darstellung dieser Teilstrategie vgl. Abs. 5.1. Der rechte Zweig der Grafik stellt die Handlungssequenz dar, die in diesem Kapitel diskutiert wird.Google Scholar
  19. 129.
    Zur Definition des Begriffs „Redewiedergabe“ vgl. Breslauer 1996, 13–20. Lesenswert sind auch ihre Ausführungen zur direkten Rede, v.a. 50–57, sowie zur indirekten Rede, v.a. 78–94.Google Scholar
  20. 130.
    Für das Medium Rundfunk findet sich dies ausführlich behandelt in Bischl 1997.Google Scholar
  21. 131.
    Die Bezeichnung „scheinbares Zitat“ soll als Arbeitsbezeichnung verstanden werden. Auf eine Begriffsdiskussion kann hier verzichtet werden. Nicht unerwähnt bleiben soll, daß dies ein Phänomen ist, das von Erkenntnisinteresse für weitere linguistische Arbeiten sowohl im Bereich der betrieblichen Medien als auch im journalistischen Sektor sein dürfte.Google Scholar
  22. 132.
    Dies entspricht in etwa dem, was Breslauer „abstrahierte Rede“ nennt; vgl. Breslauer 1996, 61–63.Google Scholar
  23. 133.
    Die Motivation der PR-Redakteure, eine bestimmte Textgestaltung vorzunehmen, wäre ein interessanter Untersuchungsaspekt, der den Rahmen dieser Arbeit aber sprengen würde.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Katrin Bischl

There are no affiliations available

Personalised recommendations