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Die Mitarbeiterzeitung

  • Katrin Bischl

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werde ich das Medium Mitarbeiterzeitung vorstellen. Als Einstieg dient die Diskussion der in der einschlägigen Literatur anzutreffenden Bezeichnungsvielfalt, die so groß und augenfällig ist, daß sie nicht unerwähnt bleiben kann. Sie liefert die Begründung für die von mir gewählte Bezeichnung „Mitarbeiterzeitung“. Ihr schließt sich eine Beschreibung des untersuchten Korpus sowie der kommunikativen und medialen Rahmenbedingungen an, etwa die Unternehmensbezogenheit und Besonderheiten der institutionellen Einbindung. Auch die an der Kommunikation beteiligten Parteien — Mitarbeiter, PR-Redakteure und das Unternehmen — werden vorgestellt. Die Textsorte Leserbrief betrachte ich gesondert, da sie zu Charakteristika des Mediums führt; gleiches gilt für die kontrastive Betrachtung der Mediengattungen Mitarbeiterzeitung und Tageszeitung. Das Kapitel thematisiert ferner historische und juristische Aspekte. Unterstreichen werde ich abschließend den funktionalen und strategischen Charakter der Mitarbeiterzeitung, der für die Arbeit zentral ist. Das Kapitel mündet in einer Definition des Mediums.

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Referenzen

  1. 56.
    Eine Liste von hundert deutschen und 50 ausländischen Bezeichnungen findet sich in der Magisterarbeit von Rochow 1984, 30 f. Nur 18 dieser Bezeichnungen werden in der von ihm untersuchten einschlägigen Literatur verwendet. Seine Analyse ergibt als häufigste Bezeichnungen „Werk(s)zeitung/-zeitschrift“, seit den siebziger Jahren in zunehmendem Maße „Mitarbeiterzeitung/ -zeitschrift“; vgl. Rochow 1984, 42 und 232.Google Scholar
  2. 57.
    Hilb arbeitet nationale Unterschiede bei der Namensgebung heraus. Dieser Aspekt bleibt in meiner Arbeit unerwähnt, da sie sich auf deutsche Mitarbeiterzeitungen beschränkt; vgl. Hilb 1975, 34.Google Scholar
  3. 58.
    Vgl. Armbrecht 1992, 278; Haller 1982, 10; Hilb 1975, 37 f.Google Scholar
  4. 59.
    Mit dieser Definition folge ich Kerlikowsky (1969, 559) und widerspreche Pauli (1993, 133), der die Bezeichnungen „Werkzeitschrift“ und „Hauszeitschrift“ synonym verwendet und die Belegschaft eines Unternehmens als Zielgruppe der „Hauszeitschrift“ benennt.Google Scholar
  5. 60.
    Held/ Schlumberger (1976) sprechen oft von -zeitschrift, aber auch von -zeitung (90, 127, 138). Ähnlich verfahren auch Weiß 1951; Esser 1951; Krisam/ Siebel 1966; Ulsamer 1993; ibi-dienst 1/1997, 3.Google Scholar
  6. 61.
    Siehe vor allem Dovifat 1968 und 1969; Faulstich 1979; Haller 1982; Koszyk/ Pruys 1969; Meyn 1994; Pflaum/ Bäuerle 1983; Schneider 1984; Schröder 1995; Straßner 1997a; Straßner 1997b; Teschner 1988.Google Scholar
  7. 62.
    Zur Etymologie des Begriffes vgl. Faulstich 1979, 373 f.; Straßner 1997a, v.a. 1–4.Google Scholar
  8. 63.
    Eine andere Möglichkeit einer Typologisierung der Zeitung stellt Frankenfeld 1969, 153–160 vor.Google Scholar
  9. 64.
    Ähnlich äußert sich Dovifat bereits im Handbuch der Publizistik 1968, 288: „Die Zeitung vermittelt, als Druckschrift verbreitet und verantwortet, in Nachricht und Meinung jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit.“Google Scholar
  10. 65.
    vgl. Bohrmann 1979, 356–372; Dovifat 1968, 274–279; 1976, 16–23; Haller 1982, 4–10; Kieslich 1969, 370–383; Koszyk/ Pruys 1969, 391–393; Schneider 1984, 6–7; Schröder 1995, 28–29; Straßner 1997b; Teschner 1988, 343 f.Google Scholar
  11. 66.
    Jedoch besteht bei entsprechender Bestellung die Möglichkeit, sie im Postversand zu erhalten. Dieser — sehr kleine Leserkreis — wird in der Berichterstattung jedoch nicht berücksichtigt.Google Scholar
  12. 67.
    Ich beziehe mich hier vor allem auf die Ausführungen von Bucher über Veränderungen im Zeitungs- und Zeitschriftenlayout, das er unter dem Stichwort „Textdesign“ beschreibt; vgl. v.a. Bucher 1996, aber auch Sage & Schreibe 1/1994, 13; 7/1994, 10–15; 4/1995, 34–37.Google Scholar
  13. 68.
    Die Abgrenzungsproblematik zwischen Zeitung und Zeitschrift liegt nach Koszyk/ Pruys (1969, 391–393) in der Gestaltungsvielfalt der Zeitschrift begründet.Google Scholar
  14. 69.
    Der Begriff „Buch“ bezeichnet mehrere, ineinandergelegte Bögen, die einen eigenständigen Teil der Zeitung bilden. Andere Bezeichnungen sind Bündel, Lage oder Produkt.Google Scholar
  15. 70.
    Vgl. Meissner 1992, 89.Google Scholar
  16. 71.
    Vgl. Haller 1982, 88.Google Scholar
  17. 72.
    Jedoch sind die Unternehmen in aller Regel gerne bereit, ihre Publikationen auf Anfrage zukommen zu lassen, z.B. Bibliotheken, Parteien oder Verbänden.Google Scholar
  18. 73.
    Als Massenmedium ordnen die Mitarbeiterzeitung u.a. Hassinen/ Wenner (1994, 27) ein. Eine Gegenposition bezieht Schneider (1984, 37), da sich die Mitarbeiterzeitung an ein „begrenztes Publikum“ richtet.Google Scholar
  19. 74.
    Vgl. Dorer 1994.Google Scholar
  20. 75.
    In Ergänzung hierzu sind die Ausführungen in Kap. 3.6.2 zur gesetzlich verankerten Friedenspflicht zu beachten.Google Scholar
  21. 76.
    Die Personen, über die in Mitarbeiterzeitungen berichtet wird, habe ich anonymisiert, sofern es sich nicht um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens handelt.- Zur Zitierweise s. Fußnote 81.Google Scholar
  22. 77.
    Dialogische Aspekte in der PR-Arbeit thematisiere ich mehrfach; vgl. u.a. Fußnote 46.Google Scholar
  23. 78.
    Eine ausführliche Behandlung der Textsorte Leserbrief hinsichtlich ihrer dialogischen Handlungsstrukturen findet sich in Bucher 1986, Kapitel 5. Er erörtert diese Textsorte jedoch ausschließlich hinsichtlich des Mediums Tageszeitung. Überlegungen zum Leserbrief in der Mitarbeiterzeitung finden sich bei ihm nicht. Überhaupt scheint die Linguistik dieser spezifischen Variante dieser Textsorte bislang keine Beachtung geschenkt zu haben.Google Scholar
  24. 79.
    Vgl. Bucher 1986, 142.Google Scholar
  25. 80.
    Wenngleich es auch für die Meinungsäußerung in Leserbriefen Grenzen gibt, die nicht zuletzt der Gesetzgeber vorgibt. Beleidigungen, Rufmord oder Diskriminierungen sind ebenso verboten wie andere Äußerungen, die gegen geltendes Gesetz verstoßen.Google Scholar
  26. 81.
    Die Quellenangaben nennen zunächst die Mitarbeiterzeitung, der die Passage entstammt, und dann die Ausgabe sowie die Seitenzahl. Da es sich bei allen Mitarbeiterzeitungen um Ausgaben des Jahres 1996 handelt, wurde auf die Angabe der Jahreszahl verzichtet. — Die Passagen der Zitate, auf die ich mich in der Analyse beziehe, sind kursiv gedruckt.Google Scholar
  27. 82.
    Vgl. Haller 1982, 88 und 167; Hülsdünker 1995, 68–70; Klöfer 1995, 31; Schneider 1984, 131–136.Google Scholar
  28. 83.
    Zur Geschichte der Mitarbeiterzeitung vgl. Armbrecht 1992, 195–209; Barthenheier 1982a, 3–14; Bogner 1990, 50–52; Brandtner 1981, 36–47; Gruben 1957, 42–57, 230–232; Heini 1960, 5–24; Hassinen/ Wenner 1994, 28; Kalmus/ Classen 1979, 35 – 38; Kerlikowsky 1969, 553–554; Köcher/ Birchmeier 1992, 14–15; Michel 1996; Oeckl 1964, 78–97; Oeckl 1976, 92–98; Pauli 1993, 41–44; Petersen 1986, 12–16; Ronneberger/ Rühl 1992, 41–55; Spindler 1975, 17–28; Zedtwitz-Arnim 1961, 12–20.Google Scholar
  29. 84.
    Ähnlich scheint die Funktion der Werkzeitung in der DDR gewesen zu sein, wie ein Blick in dort erschienene Medien sowie Ratgeberliteratur zeigt; vgl. Verband der deutschen Journalisten 1962; Zwanzig 1972; Zwanzig/ Röhr/ Schreier 1984. — Wegen der großen Unterschiede zwischen west- und ostdeutschen innerbetrieblichen Medien beschränke ich mich auf Mitarbeiterzeitungen westlicher Prägung. Ein kontrastive Betrachtung west- und ostdeutscher Mitarbeiterzeitungen scheint aber ein interessantes Vorhaben zu sein, vor allem unter historischer und politikwissenschaftlicher Perspektive.Google Scholar
  30. 85.
    Vgl. Haller 1982, 1.Google Scholar
  31. 86.
    Vgl. Klöfer 1995, 63.Google Scholar
  32. 87.
    Grundlage meiner Ausführungen ist das Betriebsverfassungsgesetz vom 15. Januar 1972, in der Fassung vom 23. Dezember 1988, in der per Gesetz geänderten Version vom 28. Oktober 1994, so wie es sich im Kommentar von Däubler/ Kittner/ Klebe (1996) findet.Google Scholar
  33. 88.
    Für die Beschäftigung des Betriebsverfassungsgesetzes hinsichtlich der Mitarbeiterzeitung und der im Gesetz verankerten Informationspflichten der Arbeitgeber vgl. Auffarth 1972; Braun, Albert 1982, v.a. 1–36, 50; 105–107, 185–200; Hülsdünker 1995, 80–85; Kalmus/ Classen 1979, 18–26, 40–42; Scior 1982, 79–82; von Stebut 1982, 220–222.Google Scholar
  34. 89.
    In § 110 Abs. 2 werden Informationspflichten von kleineren Unternehmen ab 20 Beschäftigten geregelt. Der Paragraph bleibt unberücksichtigt, da Unternehmen, die eine Mitarbeiterzeitung herausgeben, wegen ihrer Betriebsgröße unter Abs. 1 fallen. Es sei nur erwähnt, daß in kleinen Betrieben die „Unterrichtung“ mündlich erfolgen kann.Google Scholar
  35. 90.
    Vgl. v.a. Wimmer 1982b, 1983a, 1984, 1985, 1986.Google Scholar
  36. 91.
    Zu Definition und Beschreibung des Mediums vgl. u.a. Haller 1982, 10–18; Hassinen/ Wenner 1994, 28; Hilb 1975, 34–37; Schneider 1984, 6–10, 260. — Ich verzichte darauf, die verschiedenen Definitionen und Beschreibungen zu diskutieren, da dies eine Auseinandersetzung mit der PR-Literatur, also mit Texten über die Mitarbeiterzeitung wäre. Ein solches Vorhaben wäre sehr interessant, v.a. hinsichtlich der zugrundeliegenden Normen und des Kommunikations- sowie Medienverständnisses, entspricht aber nicht meinem Forschungsinteresse.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Katrin Bischl

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