Advertisement

Hirnforschung und Kognitionstheorie

  • Jürgen JostEmail author
Chapter
Part of the Wissenschaft und Philosophie – Science and Philosophy – Sciences et Philosophie book series (WP)

Zusammenfassung

Dieses Kapitel entlarvt zunächst einige Fehlschlüsse in der heutigen Philosophie des Bewusstseins, die oft mit neurowissenschaftlich abstrusen Beispielen arbeitet. Für Leibniz können Monaden Träger von Bewusstsein sein. Monaden sind fensterlos. Modern gesprochen ist ein Bewusstsein in sich eingeschlossen und kann nicht in direkten Austausch mit anderen Bewusstseinen treten, sondern nur indirekt, mittels der Sprache. Leibniz hat den cartesischen Dualismus überwunden, auch wenn dieser in zeitgenössischen philosophischen Debatten noch herumgeistern kann. Allerdings ist seine Lösung, aus einer Auffassung von Materie als Potentialität in seinem Monadenbegriff eine prinzipielle Gleichartigkeit von elementaren physikalischen, belebten und bewussten Entitäten zu postulieren, heute nicht mehr adäquat. Er verknüpft dies aber mit einer Auffassung von der durchgängigen Logizität der Welt, aus der er grandiose Schemen struktureller Entsprechungen ableiten kann. Leibniz postuliert als erster ein Unbewusstes und weist gegen Locke auf die aktive, konstruktive Rolle des Geistes hin.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Geometrische Methoden und Komplexe SystemeMax-Planck-Institut für Mathematik in den NaturwissenschaftenLeipzigDeutschland

Personalised recommendations