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Das sozial gemischte Quartier

Ein sozialer Bezugspunkt in der Stadt?
  • Verena Texier-Ast
Chapter

Zusammenfassung

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit ein sozial gemischtes Quartier einen sozialräumlichen Bezugspunkt für Bevölkerungsgruppen schafft, die vermehrt auf das Quartier als integrierendes Wohnumfeld angewiesen sind. Zur Beantwortung wird die Triangulation als eine Kombination aus quantitativ-analytischen und qualitativ-interpretativen Methoden der empirischen Sozialforschung anhand der Fallstudie Ackermannbogen in München angewendet. Diese Methodenkombination ermöglicht einen vertieften Einblick in die Lebenswelten innerhalb eines sozialräumlich gemischten Quartiers. Erste Ergebnisse zeigen, dass sozialen Netzwerke von Frauen innerhalb des Quartieres weiträumiger erscheinen als die von Männern. Ebenso ist festzustellen, dass eine zu große soziale Distanz zwischen Individuen die Entwicklung sozialer Beziehungen unterbindet, wohingegen ähnliche Sozialstrukturen und gegenseitiges Vertrauen als förderlich zur Schaffung und den Erhalt des Quartiers als sozial-lokalen Bezugsort einzustufen sind.

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Authors and Affiliations

  • Verena Texier-Ast
    • 1
  1. 1.StockdorfDeutschland

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