Logik im Recht pp 325-331 | Cite as

8. Kapitel: Fuzzylogische Strukturen

  • Jan C. Joerden
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Zusammenfassung

Gerade im Bereich der Rechtswissenschaften trifft man oftmals auf Begriffe, die keine scharfen Gren­zen haben; dies gilt sogar für die meisten Rechtsbegriffe. Philipp Heck hat das einmal wie folgt umschrieben: „Die Bedeutung (eines Wortes) läßt sich ... mit dem Monde vergleichen, der in dunstigen Wolken sich mit einem Hofe umgibt. … Ein sicherer Bedeutungskern ist von einem allmählich verschwindenden Bedeutungshof umgeben.“ Um die sich aus diesem Befund ergebenden Probleme der juristischen Begriffsinterpretation adäquat angehen zu können, erscheint eine eher in „schwarz-weiß-Schemata“ denkende Logik nicht immer geeignet. Eine Richtung der Logik, die als Theorie unscharfer Mengenoder als Fuzzy-Logikbezeichnet wird, versucht, der Problematik besser gerecht zu werden und gleichsam auch die „Grautöne“ an den Rändern von Begriffen oder bei Übergängen zwischen einzelnen Begriffen zu berücksichtigen. Im 8. Kapitelwerden die neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet in ihrer möglichen Bedeutung für das Recht vor allem auf der Basis der Arbeiten von Lothar Philippsnäher dargelegt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2018

Authors and Affiliations

  • Jan C. Joerden
    • 1
  1. 1.Juristische FakultätEuropa-Universität ViadrinaFrankfurt (oder)Deutschland

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