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3. Bildungsjahr: Fokus Kinder, Jugendliche, Familie und Frauen

  • Beatrice Danelzik
Chapter

Zusammenfassung

Das Kapitel beinhaltet Beispiele von OSCE-Stationen für das 3. Bildungsjahr. Die Kompetenzstufe wurde in den Beispielen dem Bildungsjahr angepasst. In diesem Kapitel werden Beispiele von globalen Beurteilungskriterien aufgezeigt.

3. Bildungsjahr: Fokus Kinder, Jugendliche, Familie und Frauen

Mit dem Fokus F ( Kinder, Jugendliche, Familie und Frauen) decken wir einen breiten Patientenbereich über die ganze Lebensspanne ab.

Im 3. Ausbildungsjahr soll der Studierende die Komplexität einer Pflegesituation erkennen und situationsbezogen handeln können. Wir orientieren uns bei der Themenwahl der OSCE-Stationen nach dem vorangegangenen Unterrichtsthemen und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu in der Praxis verlangt werden. Das heißt, es geht um die Analyse komplexer Pflegesituationen. Die Studierenden sollen die mehrdimensionalen Einflussfaktoren erkennen und in ihre pflegerischen Handlungen einbeziehen. Der Transfer von Theoriewissen in die Praxis und das Reagieren in schnell wechselnden Situationen ist ein weiterer Schwerpunkt.

Die Patientensituationen im Fokus F, ausgenommen der Gynäkologie, beinhaltet fast ausschließlich der Patient und seine Angehörige als eine Einheit. Das heißt, die Kommunikation mit den Angehörigen, das Miteinbeziehen in die Pflege ihres Kindes ist ein sehr wichtiger Teil.

Das Bildungsjahr sichten und erfassen

Die Unterrichtsmodule werden von den Lehrpersonen gesichtet und es wird entschieden, welche Themen von welchen Modulen im 3. Ausbildungsjahr sich für eine OSCE-Station eignen.

13.1 OSCE-Stationen

Beispiel 1

Empowerment. In diesem Beispiel wurde das Thema Empowerment gewählt, ein Bestandteil des Moduls Integrität der Person.

Aufgabenstellung

Thema im Modul: Empowerment

Ort der Aktion

Kinderkrankenhaus, Patientenzimmer

Aufgabe

Beraten Sie Frau Keller, die Mutter der 8-jährigen Sandra, wie die Information über das Inhalieren vor sportlichen Aktivitäten mit dem Turbohaler in der Schule erfolgen könnte. Sandra ist zurzeit im Spielzimmer.

Angaben zur Situation

Sandra mit der Diagnose Asthma bronchiale muss vor allen sportlichen Aktivitäten mit dem Turbohaler inhalieren. Sandra, welche in der Klasse nicht gut integriert ist, schämt sich deshalb vor ihren Klassenkameraden. Die Klasse und die Lehrpersonen sind noch nicht darüber informiert.

Die Mutter, Frau Keller, ist verständnisvoll bezüglich der Angst und der Ablehnung ihres Kindes.

Kompetenz gemäß Modulbeschreibung

Die Studierende/der Studierende
  • analysiert Phänomene und Einfluss-/Risikofaktoren im Zusammenhang mit elterlicher Fürsorge, priorisiert die pflegerisch relevanten Aspekte und interveniert begründet.

  • gestaltet eine vertrauensvolle Beziehung mit der betroffenen Person, welche gemeinsame Lösungen ermöglicht.

  • kommuniziert mit der betroffenen Person/dem betroffenen Umfeld situationsgerecht und unter Einbezug vielfältiger Einflussfaktoren.

  • erkennt und begründet den Bedarf interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Ziel und Taxonomie

Die Studierende/der Studierende
  • erkennt Einfluss-/Risikofaktoren im Zusammenhang mit elterlicher Fürsorge und spricht diese an.

  • gestaltet eine vertrauensvolle Beziehung mit den betroffenen Personen um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

  • erkennt wo nötig den Bedarf interdisziplinärer Zusammenarbeit und bezieht dies in die Lösungssuche mit ein.

Globale Beurteilungskriterien

Thema im Modul: Empowerment (◘ Abb. 13.1)
Abb. 13.1

Globale Beurteilungskriterien: Empowerment

Praxistipps

Trigger (verbal, nonverbal) zu den Kriterien sollen im Drehbuch vorkommen, damit der Prüfungskandidat beurteilt werden kann.

Praxistipp

Es empfiehlt sich einen Modeling Film einzusetzen, für das SP Rollentraining und der Nivellierung der Prüfer. Das heißt, der Auftrag wird mit einem SP und einer Lehrperson probeweise durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Kriterien wirklich beurteilt werden können. Gleichzeitig kann dies auch gefilmt werden, damit die prüfenden Personen eine mögliche Vorstellung von der Aufgabe dieser Station bekommen. Sollten die Stationen aufgrund vieler Studierenden parallel geführt werden, hilft der Film, dass sich die zwei prüfenden Lehrpersonen zu den Kriterien abgleichen können.

Beispiel 2

Aufgabenstellung

Thema im Modul: Abwendung von Gefahren, multiresistente Keime

Ort der Aktion

Kinderklinik Korridor

Aufgabe

Erklären Sie der/dem Mutter/Vater von Lauro was mit „Kontaktisolation“ gemeint ist und welche speziellen Maßnahmen beim Besuch getroffen werden müssen.

Angaben zur Situation

Lauro, 13 Jahre alt, wurde Aufgrund eines Verdachts auf „Chlostridium difficile“ isoliert.

Bei ihm musste eine Becken-Bein-Osteotomie durchgeführt werden. Die Operationswunde ist entzündet. Seit gestern leidet der Patient unter heftigen, übelriechenden Durchfällen.

Sie treffen die/den Mutter/Vater von Lauro vor dessen Türe an. Sie/er sieht das Türschild „Kontaktisolation, bitte melden Sie sich beim Personal“. Die/ der Mutter/Vater weiß nicht, was sie/er tun soll, und wendet sich an Sie.

Kompetenz gemäß Modulbeschreibung

Die Studierende /der Studierende
  • analysiert Phänomene und Einfluss-/Risikofaktoren im Zusammenhang mit multiresistenten Keimen.

  • wendet Interventionen zur Prävention und zum Schutz vor multiresistenten Keimen fachgerecht und begründet an.

  • erkennt und begründet den Bedarf interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Ziel und Taxonomie

Die Studierende /der Studierende
  • führt anhand einer konkreten Fallsituation die Beratung eines Angehörigen kompetent durch.

Globale Beurteilungskriterien

Thema im Modul: Abwendung von Gefahren, multiresistente Keime in der Institution (Kontaktisolation) (◘ Abb. 13.2)
Abb. 13.2

Globale Beurteilungskriterien: Abwendung von Gefahren

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung LTT SchuleBerner Bildungszentrum PflegeBernSchweiz

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