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Neubürger (Neozoen) in der Herpetofauna Mitteleuropas

  • Dieter Glandt
Chapter

Zusammenfassung

In den vorangegangenen Kap. 16 – 20 wurden die einheimischen, bodenständigen (= autochthonen) Arten der Amphibien und Reptilien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz behandelt. Es sind die Arten, die sich langfristig in den Ländern halten und erfolgreich reproduzieren. Sie sind – von Sonderfällen (z. B. Seefrosch, Mauereidechse) abgesehen – nicht durch unmittelbares oder mittelbares Zutun des Menschen dorthin gekommen.

Leider gibt es immer mehr Fälle, in denen zusätzliche Arten oder Fremdpopulationen durch Zutun des Menschen in die genannten Länder geraten. Diese werden als „Neubürger“ oder „Neozoen“ bezeichnet. Im Internet (Lexikon der Biologie, Spektrum der Wissenschaft, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg) werden sie wie folgt definiert:

Neozoen [neo‑, griech. = neu, zōia = Lebewesen, Tiere], invaders, intruders, exotic species, eine praktische, aber so gut wie nur im deutschen Sprachraum verbreitete Bezeichnung für in einen Lebensraum (Biotop) direkt oder indirekt über anthropogene Aktivitäten eingeführte, eingeschleppte (Einschleppung) oder eingewanderte (Immigration) Tierart. Der Begriff wurde in Anlehnung an die Bezeichnung Neophyten (Adventivpflanzen, Neubürger) kreiert, welche sich in Mittel‐Europa auf Pflanzen bezieht, die nach ca. 1500 n. Chr. (als die Überseeschifffahrten, speziell nach Amerika, stark zunahmen) eingeführt oder eingeschleppt worden sind.

Literaturtipps

Verwendete Literatur

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Weiterführende Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.OchtrupDeutschland

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