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Handeln im Konflikt. Humangeographische Auftragsforschung zwischen Neutralität und Auflagenerfüllung

  • Vanessa R. Hünnemeyer
  • Sebastian Henn
Chapter

Zusammenfassung

Auftragsforschung wird häufig nur als Forschung zweiter Klasse empfunden. Diese Sichtweise wurzelt einerseits in der Tatsache, dass angewandte Forschung naturgemäß nicht den Anspruch erheben kann, primär zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt beizutragen, andererseits aber auch in der impliziten Unterstellung, dass sich Wissenschaftler/innen in ihren Handlungen zulasten der wissenschaftlichen Qualität ihrer Ergebnisse von der Vermeidung potenzieller Konflikte mit ihren Auftraggebern/Auftraggeberinnen leiten lassen – nicht zuletzt, um auch in Zukunft einen Forschungsauftrag zu erhalten und so die Drittmittelbilanz verbessern zu können. Um sich nicht dem Vorwurf, Gefälligkeitsforschung zu betreiben, aussetzen zu müssen, scheint es angesichts der oftmals diversen Interessenlagen aller am Projekt Beteiligten geboten, proaktiv Maßnahmen zur Qualitätssicherung bereits vor Aufnahme der Kooperation, aber auch während des gesamten Forschungsprozesses zu ergreifen. Der Beitrag thematisiert Konfliktfelder humangeographischer Auftragsforschung auf unterschiedlichen Ebenen und skizziert mögliche Lösungsansätze.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für GeographieFriedrich-Schiller-Universität JenaJenaDeutschland
  2. 2.Institut für GeographieFriedrich-Schiller-Universität JenaJenaDeutschland

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