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Das siebte Gebot: Tappen Sie nicht in die Sprachfalle

  • Nikil MukerjiEmail author
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Zusammenfassung

Ein indisches Restaurant wirbt mit dem Slogan:

„Kein Curry ist besser als unser Curry!“

Ist das ein guter Werbespruch?

Diese Frage stelle ich häufig an die Teilnehmer meiner Argumentations‐ und Kommunikationskurse, bevor ich mit ihnen die Tücken der Sprache erkunde. Als Hilfestellung stelle ich ihnen normalerweise zwei weitere Fragen.

Die erste lautet: Welche Botschaft sollte mit diesem Werbespruch offensichtlich kommuniziert werden? Die Antwort ist ziemlich eindeutig:

„Es gibt kein Curry, das besser ist als unser Curry.“

Dann frage ich, ob man den Werbespruch auch anders verstehen könnte. In den meisten Fällen macht es schnell „click“. Kommen auch Sie auf die Antwort?

Genau! Man könnte den Werbespruch „Kein Curry ist besser als unser Curry!“ noch auf eine zweite Art verstehen:

„Kein Curry [zu essen] ist besser als unser Curry [zu essen].“

Diese Art des sprachlichen Fauxpas ist häufig. Denn die meisten Menschen übersehen, dass viele Aussagen unserer Alltagssprache unterschiedlich verstanden werden können. Die Alltagssprache ist oft vage und/oder mehrdeutig. Dadurch entstehen nicht nur peinliche Werbebotschaften. Es kommt auch zu handfesten Denkfehlern. Und diese Denkfehler sind so beschaffen, dass sie nicht mithilfe formal‐logischer Regeln erkannt werden können. Als vernünftiger Mensch sollten Sie also nicht nur logisch sauber bleiben. Sie sollten außerdem vermeiden, in die Sprachfalle zu tappen. Das verlangt das siebte Gebot des gesunden Menschenverstands. In diesem Kapitel möchte ich Ihnen das Rüstzeug an die Hand geben, das Sie brauchen, um dieses Gebot einzuhalten.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Ludwig-Maximilians-Universität MünchenMünchenDeutschland

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