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Das vierte Gebot: Fragen Sie nach der Beweislast

  • Nikil MukerjiEmail author
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Zusammenfassung

In der Nacht des 20. März 2003 begann der zweite Irakkrieg. Streitkräfte der „Koalition der Willigen“, angeführt von den USA und Großbritannien, bombardierten militärische Ziele in Bagdad. Kurz darauf folgte eine kurze, heftige Bodenoffensive, bis der damalige amerikanische Präsident George W. Bush schließlich am 1. Mai 2003 den Krieg für beendet erklärte – viel zu früh, wie sich bald herausstellen sollte.

Im Vorfeld des Krieges hatten die USA die Weltgemeinschaft vor den militärischen Plänen des Irak gewarnt. Man argumentierte, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Diese stellten eine Gefahr für uns alle dar und rechtfertigten den geplanten Präventivschlag. Deutschland, das sich militärisch, wirtschaftlich und politisch als enger Partner der USA und Großbritanniens verstand, wollte sich jedoch nicht daran beteiligen. Wie die meisten anderen Länder verweigerte sich Deutschland dem militärischen Einsatz.

Der damalige deutsche Außenminister, Joschka Fischer, brachte die deutsche Position mit nur sechs Worten auf den Punkt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz verwarf er sein vorbereitetes Redemanuskript und sprach frei. Dabei wechselte er immer wieder vom Deutschen ins Englische und sah direkt zum amerikanischen Verteidigungsminister, Donald Rumsfeld, hinüber: „Excuse me,“ sagte Fischer, „but I’m not convinced!“

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Ludwig-Maximilians-Universität MünchenMünchenDeutschland

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