Advertisement

Das dritte Gebot: Treffen Sie glaubwürdige Annahmen

  • Nikil MukerjiEmail author
Chapter
  • 3.4k Downloads

Zusammenfassung

Haben Sie schon einmal von dem französischen Philosophen René Descartes (1596–1650) gehört? Mit ihm verbindet sich der Ausspruch:

„Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich.“)

Was hat es damit auf sich?

Descartes hatte sich vorgenommen, ein Fundament für unser Wissen zu finden, an dem sich nicht zweifeln ließe. Er wollte die logische Grundlage unseres Wissens entdecken und damit sicherstellen, dass wir das, was wir glauben, auch begründet glauben dürfen.

Nach Descartes ist das sichere Fundament (lat.: „fundamentum inconcussum“), auf dem all unser Wissen ruht, der Umstand, dass wir denken. Die Logik dahinter: Wir können leicht feststellen, dass wir denken. Zwar wissen wir nicht, ob der Inhalt unseres Denkens nur ein Hirngespinst ist. Wir wissen nur, dass wir denken. Daraus aber lässt sich zumindest eines ableiten, nämlich, dass wir selbst existieren. Denn wenn wir denken, dann müssen wir ja existieren. Wer würde sonst als Denker unserer Gedanken infrage kommen? An dieser Einsicht, so Descartes, ließe sich unmöglich zweifeln. Wenn man nun auch noch zeigen könnte, dass sich all unser Wissen über Gott und die Welt aus dieser einen Annahme herleiten lässt, dann wäre dieses Wissen auf eine sichere Grundlage gestellt.

Descartes’ Versuch, unserem Wissen ein sicheres Fundament zu geben, gilt heute als gescheitert. Dennoch sind Descartes’ Gedanken nicht nur aus philosophiehistorischer Sicht interessant. Sie geben uns einen Anhaltspunkt, wie wir unsere Denkpraxis verbessern können. Sie geben uns Aufschluss über ein weiteres Gebot des gesunden Menschenverstands.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Ludwig-Maximilians-Universität MünchenMünchenDeutschland

Personalised recommendations