Neid – über die Fallstricke des amerikanischen Traums

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Zusammenfassung

Im Wettbewerb der Führungskräfte um den Aufstieg in der Hierarchie setzen sich diejenigen durch, die eine im Vergleich zu anderen bessere Beurteilung erhalten. Jeder Vergleich produziert damit auch Verlierer, die sich damit arrangieren müssen. Gleichzeitig bietet der Unternehmenskontext den im Leistungswettbewerb Unterlegenen wenig bis gar keinen Raum, die emotionalen Herausforderungen und Verletzungen zu bearbeiten, die daraus resultieren. Anhand einer Fallvignette wird gezeigt, dass die Bearbeitung von Neidkonflikten auch im geschützten Beratungsraum dadurch erschwert wird, dass Neid gesamtgesellschaftlich tabuisiert ist. Notwendig erscheint ein Paradigmenwechseln in den Unternehmen, der anerkennt, dass Neid wie andere positive und negative Emotionen zum beruflichen Alltag gehört, um daraus resultierende intra-psychische und inter-psychische Konflikte zu begrenzen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.DüsseldorfDeutschland

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