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Jugendstrafe

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Zusammenfassung

Jugendstrafe kann wegen schädlicher Neigungen oder wegen Schwere der Schuld verhängt werden (§ 17 Abs. 2 JGG). Sie wird nach § 17 Abs. 1 JGG durch Freiheitsentzug in einer hierfür vorgesehenen Einrichtung, also in einer Jugendstrafanstalt oder in eigens geschaffenen Institutionen freier Träger, vollzogen und stellt damit den einzigen Fall einer echten Kriminalstrafe im Jugendstrafrecht dar. Auch auf den vom jungen Täter verübten Verstoß gegen Strafnormen wird insoweit mit vergeltender Übelzufügung reagiert. Hierin liegt der grundlegende dogmatische Unterschied zu den übrigen stationären Sanktionen des Jugendkriminalrechts, mit denen entweder ausschließlich (Heimerziehung, § 12 Nr. 2 JGG) oder doch überwiegend (Jugendarrest, § 16 JGG) eine Beeinflussung hin zu künftiger Normtreue beabsichtigt ist. Das gilt nicht nur für Jugendstrafe wegen Schwere der Schuld, sondern auch für solche aufgrund schädlicher Neigungen. Aus der Strafzumessungsvorschrift des § 18 Abs. 2 JGG ergibt sich jedoch, dass das Gesetz der gebotenen erzieherischen Einwirkung im Sinne positiver Individualprävention besondere Bedeutung beimisst.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität WürzburgLS für Kriminologie und StrafrechtWürzburgDeutschland
  2. 2.Universität BayreuthLS für Strafrecht und StrafprozessrechtBayreuthDeutschland

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