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Religiös-spirituelle Begleitung von Demenzkranken aus der Sicht von Pflegekräften

  • Janusz Surzykiewicz
Conference paper

Zusammenfassung

Die Rolle von Spiritualität und Religiosität wird in jüngster Zeit auch im pflegerischen Bereich betont und praktisch bedacht. Dies wird nicht nur in einer vermehrten Anzahl theoriebezogener Publikationen und empirischer Forschungsarbeiten der Pflegewissenschaften zum Thema Demenz deutlich und durch eine Hervorhebung spirituell-religiöser Akzente in der praktischen Pflege sichtbar, sondern zeigt sich auch in einer wachsenden Nachfrage nach Seminar- und Fortbildungsmöglichkeiten zu diesem Themenfeld. Die vorliegende Herausarbeitung eröffnet zunächst einen kurzen Einblick in existierende Befunde, um dann diesbezüglich Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten darzustellen.

Die Rolle von Spiritualität und Religiosität wird in jüngster Zeit auch im pflegerischen Bereich betont und praktisch bedacht. Dies wird nicht nur in einer vermehrten Anzahl theoriebezogener Publikationen und empirischer Forschungsarbeiten der Pflegewissenschaften zum Thema Demenz deutlich und durch eine Hervorhebung spirituell-religiöser Akzente in der praktischen Pflege sichtbar, sondern zeigt sich auch in einer wachsenden Nachfrage nach Seminar- und Fortbildungsmöglichkeiten zu diesem Themenfeld. Die vorliegende Herausarbeitung eröffnet zunächst einen kurzen Einblick in existierende Befunde, um dann diesbezüglich Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten darzustellen.

13.1 Demenz im Alter – eine stetig wachsende Herausforderung für die Pflege

Wenn über Demenz gesprochen wird, ist nicht eine bestimmte Krankheit gemeint. Vielmehr muss von einem Oberbegriff „Demenz“ ausgegangen werden, der für sehr viele unterschiedliche Krankheitsbilder steht (Alzheimer’s Association 2014; Albert et al. 2011; Petersen et al. 2001).

Demenz geht mit einer irreversiblen Hirnleistungsschwäche aufgrund hirnorganischer Veränderungen bzw. Hirnstrukturschädigungen einher (Taner 2010; Islam et al. 2010; Agency for Health Care Research and Quality 2010; American Psychiatric Association 2000). Im Wesentlichen handelt es sich um Symptome, die einen Verlust der Verstandes- und Geistesfähigkeit kennzeichnen. In diesem Prozess verändern sich zunächst die Persönlichkeit des Menschen und seine grundlegenden Wesenseigenschaften, bis es schließlich zu einem Kontrollverlust über die eigenen Körperfunktionen kommt (Krämer und Förstl 2008). Dabei werden mehrere Typen der Demenz und verschiedene Mischformen diagnostiziert. Primäre Demenzen sind jene, bei denen der krankhafte Prozess direkt im Gehirn entsteht und sich überwiegend im Zentralnervensystem abspielt (Cipriani et al. 2011; National Institutes of Health 2010; Walter und Haass 2004). Ein typisches Beispiel für die Deformation bzw. den Zerfall der menschlichen Funktionen ist die neurodegenerative Alzheimerdemenz, deren Prävalenz mit dem Alter exponentiell zunimmt und ca. die Hälfte der über 90-Jährigen betrifft (Rott 2011). Bei den sekundären Demenzen liegen die pathophysiologischen Ursachen extrazerebral. Körperliche Erkrankungen haben das Gehirn erst im Nachhinein mit einbezogen (American Psychiatric Association 2000; Oesterreich 1993). Zudem werden verschiedene Demenzphasen unterschieden (Niklewski et al. 2006; Dilling et al. 2010). Viele Autoren halten sich dabei an eine dreistufige Einteilung. Im frühen Demenzstadium ist der Beginn einer zunehmenden Vergesslichkeit der Betroffenen auffällig. Diese wahrzunehmenden kognitiven Einbußen verunsichern und beängstigen und führen – oftmals als Reaktion auf diese Abbauerfahrungen – zu Aggressivität oder Depression. Das Selbstbild und die Identität werden durch diese Veränderungen stark beeinträchtigt. Im Anfangsstadium der Demenz ist das Sprachverständnis noch weitgehend intakt. Menschen leiden darunter, dass ihre Welt in Fragmente zerfällt, sie sich fremd und nicht mehr zugehörig fühlen und ihr Leben als bedeutungs- und sinnlos empfinden. Hauptcharakteristikum einer mittleren Demenzphase ist, dass die bewusste Unterscheidung von Vergangenheit und Gegenwart verschwindet. Bei fortgeschrittener Demenz treten starke kognitive Verzerrungen auf. Im späten Stadium ist ein völliger Sprachzerfall und eine Desorientierung gegeben, verbunden mit einer zunehmenden Immobilität und Pflegebedürftigkeit (Held und Ermini-Fünfschilling 2004; Smith und Lunde 2013).

Demenz stellt eine der größten Herausforderungen der modernen Gesundheits- und Pflegefürsorge dar. Um die Anforderungen der Zukunft effektiv meistern zu können, darf diese nicht nur die Sicherung einer effektiven und gleichzeitig hohen Qualität sicherstellen, sondern muss auch auf die Schaffung eines umfassenden Fürsorgesystems zielen. Demenz beansprucht ein ganzes Gesundheits- und Pflegesystem und ist auch eine enorme Belastung für die pflegenden Angehörigen. Zwar werden immer noch circa zwei Drittel der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt, doch steigt die Nachfrage nach qualifiziertem Personal kontinuierlich an. So zeigen Bharucha und Kollegen (2004), dass Menschen mit Demenz fünfmal häufiger in Pflegeeinrichtungen betreut werden als vergleichbare Populationen. In den USA etwa stellen an Demenz erkrankte Bewohner in Pflegeheimen mit annähernd 70 % die größte Gruppe der Pflegebedürftigen. Dabei ist in den nächsten Jahren eine steigende Tendenz zu erwarten, was die Pflegequalität weiter herausfordern wird (Alzheimer’s Association 2007). Auch in Deutschland wird im Bereich der Altenpflege von einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit ausgegangen. Ursachen hierfür sind u. a. sinkende Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Familien, wie z. B. geografische Distanzen, Singleleben einer größeren Zahl betroffener Menschen, kinderarme Familien, spätere Familiengründungen, steigende Zahlen von Scheidungen und Wiederheirat. Hinzu kommt, dass Frauen, die sich traditionell um die Nöte der Familienangehörigen sorgten, heute mehrheitlich berufstätig sind (Riley und Bowen 2005). Ebenso wird einhergehend mit der höheren Lebenserwartung der Bevölkerung über das 85. Lebensjahr hinaus auch die Zahl an Demenzerkrankungen künftig weiter ansteigen (Olvera 1999; vgl. für Deutschland: Krischak et al. 2013).

13.2 Verschiedene Aspekte der Pflege bei Menschen mit Demenz

Hinsichtlich der Ursachen von Demenz stützt sich die Forschung bislang überwiegend auf physiologische Auslösemechanismen. Entsprechend ist die klinische Psychiatrie und Neuropsychologie vor allem auf Pharmakotherapie spezialisiert, während psychosoziale Therapieansätze eher sekundär betrachtet werden (Radebold und Hirsch 2003; Holt et al. 2009; Mittelmann 2013). So basieren auch die Ansätze der Pflegewissenschaft auf diesen Wissensgrundlagen. Auf der andere Seite jedoch wird immer deutlicher, dass es neben den sehr wichtigen medizinischen Betrachtungen von Demenz wie auch einer umfassenden Organisation des Pflegesystems rational und ethisch nicht länger vertretbar ist, Menschen mit Demenz nur durch das Prisma der Neurobiologie und „hyperkognitive“ Zugangsweisen zu betrachten und zu behandeln (Post 2000; Zarit und Talley 2013). Vielmehr belegen wissenschaftliche Erkenntnisse den protektiven Charakter kognitiver und psychoemotionaler Zugangsweisen wie auch die Bedeutung einer sozialen Einbindung des Demenzerkrankten. Beispielsweise geben die Therapieeffekte verhaltenstherapeutischer Kompetenztrainings, die seit mehreren Jahren begleitend zu medikamentösen Ansätzen praktiziert werden, Hinweise darauf, dass der Einfluss psychosozialer Faktoren größer sein könnte als bisher angenommen (Ehrhardt et al. 1998; Potyk 2005; Johnson und Johnson 2007; Holt et al. 2009; Gräßel et al. 2011, 2013). So nimmt etwa die „Reminiscence Therapy“ an, dass spezielle Übungen mentale Handlungsmodelle zu stimulieren vermögen und auf diese Weise Verbindungen zu früheren und scheinbar vergessenen Erfahrungen reaktiviert werden können (Schäfer-Walkmann et al. 2004; Potyk 2005; Trevitt und MacKinlay 2006; MacKinlay 2009; Mittelmann 2013). Petzold (1997) spricht in diesem Zusammenhang von einem „Ressourcenreservoir“ und meint damit alle nutzbaren Ressourcen eines Systems. Ebenso wurde erkannt, dass Pflege nicht nur biologische und physiologische Belange abdecken darf, sondern auch andere („höhere“) und oftmals sehr individuell ausgeprägte Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen sollte (z. B. soziale, emotionale, religiös-spirituelle Bedürfnisse). So etwa können Betroffene im Falle einer ausbleibenden oder nur unzureichenden Deckung existenzieller Bedürfnisse destruktiv reagieren bzw. auch in Depression und/oder Vereinsamung verfallen (Bourgeois 2002; Higgins 2005; Roth 2005; Woods und Pratt 2005; Cecchin 2001). Die Situation wird besonders problematisch, wenn sich die kognitiven und kommunikativen Beeinträchtigungen verstärken. Wie in einem Teufelskreis jedoch entstehen typischerweise gerade dann progressive Abhängigkeiten vom Pflegepersonal in Pflegeheimen, das sich angesichts der zunehmenden Einschränkungen des Klienten immer stärker vor allem auf die Erfüllung basaler Belange, wie Nahrungs- und Medikamentenversorgung konzentriert. Oftmals schrumpft mit steigendem Erkrankungsgrad das ohnehin schon eingeschränkte Interaktions- und Kommunikationsspektrum immer weiter, mit zugleich steigender Tendenz zur Aggressivität seitens der Demenzerkrankten (Harrison 1993; Jenkins und Price 1996; Lawrence 2003). Auch für das Pflegepersonal kann dies in einen chronischen Zirkel der Frustration münden oder sogar Burn-out-Erkrankungen hervorrufen (Peterson et al. 2002; Duffy et al. 2009).

Bezug nehmend auf diese Problemstellung zeigt die Literatursichtung eine zunehmende Fokussierung auf die Frage nach Bedürfnissen von Menschen mit Demenz (u. a. Conley und Burman 2011; Hirakawa et al. 2011; Thompsell und Lovestone 2002; Wackerbarth und Johnson 2002; Wald et al. 2003; Gerritsen et al. 2007). Dabei sind jedoch Studien, die gezielt Maßnahmen und Methoden zur Sicherung existenzieller Bedürfnisse und Lebensqualität demenzerkrankter Menschen erforschen und vermitteln, deutlich unterrepräsentiert. Dennoch weiß man, dass auch alte Menschen – trotz diverser Einschränkungen, Beeinträchtigungen und Verlusterlebnisse – ein relativ hohes Maß an Lebenszufriedenheit und Qualität erfahren können (Blanchflower und Oswald 2008; Borg et al. 2008; George 2010). Zwar gibt es bis heute in Bezug auf Demenz keine allgemeingültige Definition des Begriffes „Lebensqualität“, doch wurden aus über 300 gesichteten Fachartikeln zur Lebensqualität von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen theoretische „Lebensqualitäts-Dimensionen“ herausgearbeitet (Oppikofer 2008; Bond 1999). Im Rahmen dessen werden ebenso Bedürfnisse mit existenziellen Belangen wie auch kulturelle und religiös-spirituelle Bedürfnisse aufgeführt.

13.3 Religiöse und spirituelle Dimensionen der Pflege bei Menschen mit Demenz

Die Tatsache, dass auch angesichts von Demenzerkrankungen biologische, psychische und soziale Bedürfnisse ausgeprägt bleiben (Padmaprabha et al. 2012), findet auch in der medizinischen Pflege immer mehr Beachtung. So existieren zunehmend Bemühungen, nicht nur die Versorgung von psychophysischen Grundbedürfnissen zu gewährleisten, sondern chronisch Erkrankten auch ein möglichst wertvolles Leben zu sichern (Doherty 2006; Grypdonck 2005; McCurdy 1998).

Vor allem religiöse und spirituelle Bedürfnisse scheinen dabei für Menschen mit Demenz oftmals von ganz besonderer Bedeutung zu sein, wie vor allem die englischsprachige Pflegeliteratur vielfach betont (Lawrence 2003; Stuckey und Gwyther 2003; Spurlock 2005; Meier Robinson 2013). Hinsichtlich einer Klassifikation dieser Bedürfnisse konnte Städtler-Mach (2009) im Zuge einer qualitativen Untersuchung mit deutschen Demenzpatienten fünf Bedürfnisgruppen aufzeigen. Diese unterteilen sich in (1) menschliche Beziehungen, (2) Elemente religiösen (Er-)Lebens, (3) psychische und körperliche Befindlichkeiten, (4) Äußerungen im Zusammenhang mit Sterben und Tod, (5) konkrete Situationen im Alltagsumfeld. Bezug nehmend auf eine umfangreiche Literaturanalyse unterteilten Keast et al. (2010) spirituelle Bedürfnisse in drei Kategorien. Diese betreffen (1) Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung der eigenen Sinn- und Bedeutungshaftigkeit, die sich positiv auf einen Aufbau von Bewältigungsstrategien auswirkt; (2) Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung eines sozialen Beziehungsgefüges, das Betroffenen ebenso Sicherheit und Zugehörigkeitsgefühle vermittelt wie auch ihr Selbstwertgefühl stärkt. Zudem fördert eine soziale Einbettung ihre emotionale Responsivität und ihre aktive Teilnahme am Leben; (3) Bedürfnisse nach Transzendenz bzw. einer Beziehung zu Gott. Diese unterstützt eine positive Integration der Krankheit in das eigene Leben und damit auch die Akzeptanz der eigenen Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit.

In der Tat konnte gezeigt werden, dass eine spirituelle Begleitung von Alzheimererkrankten eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs begünstigt (Ruder 2009). Dennoch aber werden religiös-spirituelle Bedürfnisse demenzerkrankter Menschen in der Praxis eher selten berücksichtigt (Everett 1996; Powers und Watson 2011). Eine explizite Integration spirituell-religiöser Aspekte etwa erfolgt in Deutschland bislang nur im Rahmen des Palliative-Care-Ansatzes sowie im Total-Pain-Ansatz (Steffen-Bürgi 2007; Heller und Knipping 2007; Schneider et al. 2009). Darüber hinausgehend wird eine konzeptionelle Vernetzung von Spiritualität, Medizin und Pflege eher der konfessionellen Seelsorge und Krankenpflege überlassen (Theil 2011; Sanborne 2008; Johnson und Johnson 2007). Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik befindet sich in Deutschland noch im Status Nascendi (Maschewsky-Schneider und Hey 2011; Gräßel et al. 2013). So sind in den beiden großen deutschen Seniorenstudien, die im Auftrag des Deutschen Zentrums für Altersfragen erfolgten (Tesch-Römer et al. 2002; Motel-Klingebiel et al. 2003), die Begriffe der Spiritualität und Religiosität nicht aufzufinden, wenngleich die eingesetzten Erhebungsskalen zu Lebensqualitäten entsprechende Subskalen umfasst hätten.

Immerhin motivieren neuere Ansätze der Ressourcenorientierung sowie eine kultursensible Berücksichtigung des Wertesystems von Klienten zu einem kooperativeren Verhältnis zwischen Pflege und Religiosität/Spiritualität. Zugleich jedoch muss in diesem Zusammenhang angemahnt werden, dass bislang noch kein Konsens hinsichtlich der Definition des Spiritualitätsbegriffs im Kontext spiritueller Bedürfnisse und Ressourcen erzielt werden konnte (Post 2000; Richards 2000; McEwen 2005; Killick 2011; Taylor 2008; Sessanna et al. 2011; Meier Robinson 2013).

Spirituelle Bedürfnisse von Menschen mit Demenz lassen sich als existenziell-spirituell bzw. religiös-spirituell bezeichnen. Konkret werden Begriffe wie Trost, Akzeptanz, Liebe, Güte, Verbundenheit, Vertrautheit, lebensförderliche Beziehungen, Sinn, Identität und Zugehörigkeit verwendet. Auch ein einfaches Berühren und Halten kann spirituellen Trost und Hoffnung zum Ausdruck bringen (Ortiz und Langer 2002; Stern 2005; Goodall 2009; Ennis und Kazer 2013). Bezug nehmend auf dieses Verständnis kann vermutet werden, dass vieles, was in der pflegerischen Praxis passiert, häufig intuitiv und stillschweigend „spirituell“ ist. Diese Inhalte finden sich aber genauso in religiösen Konnotationen und stellen als solche einen wesentlichen Rahmen existenzieller Pflege dar (Meier Robinson 2013; Körtner et al. 2009). Beide Konstrukte überlappen sich, indem sich intrinsische Religiosität in einigen Aspekten eines breit verstandenen Spiritualitätsverständnisses widerspiegelt (Stuckey 2003; Koenig et al. 2004; Belschner und Krischke 2005; Büssing und Kohls 2011). Aus der Perspektive der Pflegewissenschaften und der sozialen Arbeit umfasst das Spiritualitätsverständnis mehrere Komponenten (Ortiz und Langer 2002; Sadler und Biggs 2006; Clarke 2009): Verbundensein mit anderen; Transzendenz im Leben; eine aus der Liebe erwachsende Vitalität; eine sinnstiftende Fähigkeit zur persönlichen Reflexion über ultimative Ziele; Ausdruck eigener Spiritualität im Privaten und in der Öffentlichkeit. Bei dieser Konzeptualisierung wird die anthropologische Dimension betont, menschliche Erfahrungen in ihrer ganzen Existenz. Maßgeblich ist hier die ganz persönliche Beziehung eines Menschen zu einer fundamentalen Begründung des Lebens, aus dem auch sein Handeln und Tun resultieren und Sinn gewonnen wird. Bei der Gestaltung des spirituellen bzw. religiösen Lebens werden Rituale und Symbole aus dem persönlichen Hintergrund sowie religiöse oder spirituelle Erfahrungen eingesetzt und interpretiert. Fundamental bleibt hier die Verbundenheit und Offenheit für andere Menschen, die nicht nur die Transzendenz vom Subjekt selbst darstellt, sondern auch seine Fähigkeit, mit der Transzendenz von anderen in Verbindung zu bleiben. In den theoretischen Konzeptionen des Helfens wird diese als sog. „relationale Spiritualität“ bezeichnet (Hide 2002; Vance 2004; Favre 2004; Ennis und Kazer 2013).

Das Spiritualitätsbedürfnis unterliegt einer gewissen Entwicklung im Laufe des Lebens. Dabei handelt es sich um eine Art Qualitätswandel vom „Tun ins Sein“ (Dein 2005). Vor allem Menschen, die sich ihrem Lebensende nähern, beschäftigen sich im Zuge dessen deutlich stärker mit Fragen nach dem Sinn und mit spirituellen/religiösen Themen (Renz 2003; Kaufman et al. 2007; Meier Robinson 2013; Ruhland 2008; Wattis und Curran 2003). Dies u. a., um Stressoren und Bedrohungen besser bewältigen zu können. Gelebte Spiritualität und Religiosität helfen, Gefühle von Unsicherheit, Zweifel und Angst durch Hoffnung und Vertrauen und vielleicht sogar Selbstsicherheit in der Zusage des Aufgehobenseins zu ersetzen. Sie vermitteln Geduld im Leiden und in der Annahme körperlicher, geistiger und psychischer Einschränkungen, wecken Ausdauerkraft im Vertrauen auf Gott, geben Sinnorientierung wie auch Sinn für Schicksal und Tod (Greene et al. 2003; Hughes et al. 2009; Brodsky 2000; Koenig et al. 2001; Greene und Conrad 2002; Rosmarin et al. 2009; Grossarth-Maticek 2010; Sanborne 2008; Stuckey 2003; Lenshyn 2004; Roff und Parker 2003; Hide 2002; Bell und Troxel 2001). Ebenso dient Spiritualität der Erhaltung von Kontinuität und verleiht gerade älteren Menschen damit eine innere wie auch äußere Stabilität (Meier Robinson 2013).

Diese allgemeinen Feststellungen treffen auch für Menschen mit Demenz zu, vor allem in den ersten Phasen der Erkrankung. Spirituelles und religiöses Coping kann bei der aktiven Problembewältigung helfen, bei der Vergebung, bei der kognitiven Restrukturierung, bei der Förderung von Anpassungsprozessen, bei der Relativierung unerreichbar gewordener Leistungsstärke (Pargament et al. 2004; Beuscher und Grando 2009). Allerdings können auch negative Effekte eintreten, indem die Erkrankung z. B. als Bestrafung Gottes gesehen wird. In diesem Fall kann es zu einem weiteren Abbau des Gesundheitszustands kommen, zu einer geringeren Lebensqualität sowie zu depressiven Verstimmungen (Pargament et al. 2004; Eppel 2007). Aus gerontopsychologischer Sicht ist es daher wichtig, Spiritualität oder Religiosität als eine von mehreren Ressourcen innerhalb jeder Person zu betrachten, die gleichwertig zu anderen Ressourcen eine Person in die Lage versetzen kann, ihr Wohlbefinden zu stabilisieren, Selbstregulationsprozesse anzuleiten und die Lebensqualität zu erhöhen. Religiosität/Spiritualität kann somit protektiv und präventiv zum Erhalt des Wohlbefindens auch bei Menschen mit Demenz beitragen (Kruse 2006; Lehr 2007; Ruder 2009; Gunzelmann 2008; Hughes et al. 2009). Bei der Pflege von dementen Menschen geht es jedoch nicht nur um Aktivierung, sondern auch um die Vermittlung von Geborgenheit, Sicherheit und Ruhe. Je weiter die Krankheit entwickelt ist, desto weniger ausschlaggebend sind kognitive bzw. sprachkommunizierte Inhalte, vielmehr zählt die Zuwendung, die Sprachmelodie und Gesamtausstrahlung in der Fürsorge. Daher können der Klang einer Stimme oder Musik eine wohltuende Wirkung haben. Auch Körperkontakt, beispielsweise in Form einer Berührung, ist vor allem in der fortgeschrittenen Phase wichtig. Wenngleich es dabei möglicherweise nicht mehr zu einer Verbesserung des allgemeinen Zustands kommen kann, führen diese Erfahrungen dennoch zu einer Stabilisierung von Lebensqualität (Jolley et al. 2010).

Diesen Erkenntnissen folgend spricht man in den letzten Jahren auch im Kontext von Alterungsprozessen von Resilienz, die als eine Art Zusammenspiel zwischen subjektbezogenen Eigenschaften und Einstellungen einerseits und sozialen Gegebenheiten andererseits eine bessere Bewältigung verschiedener Belastungssituationen unterstützt (Greene et al. 2003; Leppert und Strauß 2011; Herdman 2012; Lackey 2014).

13.4 Zur Notwendigkeit einer religiös-spirituellen Exploration in der Pflege

Eine adäquate religiös-spirituelle Betreuung von Menschen mit Demenz erfordert zuerst eine gute religiöse und spirituelle Exploration („spiritual assessment“) bzw. angemessene Diagnostik (Kaiser 2007; Pargament 2011). Roff und Parker (2003) gehen davon aus, dass Informationen über spirituelle Bedürfnisse der Klienten mit Demenz genauso wichtig sind wie Kenntnisse über ihren physischen und psychischen Zustand sowie ihre soziale Einbettung. Sie plädieren für eine umfassende Diagnostik und ein komplexes, holistisches Pflegemodell. Diesen Vorgaben entsprechend umfasst die Pflegeausbildung in den USA bereits verbindliche Schulungen zum spirituellen Assessment, verbunden mit Modulen zur Notwendigkeit einer religiös-spirituellen Begleitung älterer Patienten (Selman et al. 2011; Baldacchino 2011; Puchalski 2006, 2008; National Institute on Aging und Fetzer Institute Working Group 1997). In Deutschland initiierten Frick und Kollegen (2006) im Bereich der Spiritual Care in Palliativeinrichtungen ein mittlerweile validiertes Assessment-Instrument zur patientenzentrierten Indikation für eine spirituelle Begleitung (SPIR; Hauf 2009).

Eine systematische Erhebung wie auch eine gewisse Sensibilität gegenüber spirituell-religiösen Belangen ist von wichtiger Bedeutung, da diese Bedürfnisse bei Demenzkranken oftmals nur schwer zu erkennen sind. Gerade mit voranschreitender Erkrankung lassen sich die innerpsychischen Vorgänge der Patienten und ihre Bedürfnisse oftmals nur noch erahnen. Sie äußern sich versteckt im körperlichen Zustand, in der psychischen Befindlichkeit, im Verhalten und in Verhaltensänderungen (Erichsen und Büssing 2013; MacKinlay und McFadden 2004). Dennoch aber machen Angestellte im Gesundheitswesen, in Senioren- und Pflegeheimen, Hospizen oder anderen Einrichtungen oftmals Erfahrungen in der Begegnung mit Patienten, die mit dem Phänomen Spiritualität zu tun haben. Es kann eine Aussage des Patienten sein, eine Geste, aber auch das Schweigen in bestimmten Momenten. Es muss gar nicht in Verbindung mit großer Lebensnot oder mit dem Tod stehen, doch übersteigen diese Momente die ganz normalen Situationen und weisen auf andere Dimensionen des Alltagslebens hin (Carr et al. 2011; MacKinlay 2010; Weiher 2009; Brennan und Heiser 2005; Schultz 2004). Ausgehend davon ist es notwendig, im Zuge des spirituellen Assessments nicht nur routiniert nach Religiosität und Spiritualität zu fragen, sondern auch eine förderliche Sensibilität für diese in der Praxis zu haben. Eine solche ist auch notwendig, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, insbesondere da die Betreuung vor allem im Anfangsstadium mit einem hohen Maß an Verunsicherung und Orientierungsverlust belastet ist.

Darüber hinaus verlangen die berufliche Professionalität und ethische Werte, die der Pflege von älteren Menschen zugrunde liegen, dass die Notwendigkeit eines spirituellen Assessments unabhängig von den individuellen Einstellungen der Pflegeperson ernst genommen wird (Nelson-Becker et al. 2006; Hudson 2012; Whitehouse 2013). So nämlich ist das spirituelle Assessment – ebenso wie ein kultursensibles Pflege-Assessment – Voraussetzung nicht nur für eine tragfähige Pflegebeziehung, genaue Pflegediagnostik und zielführende Pflegeplanung, sondern vor allem auch für das Zufriedenstellen des Klienten und seiner Familie.

13.5 Bedarf einer umfassenden Pflege

Immer stärker wird in der Fachliteratur die eigentlich selbstverständliche Notwendigkeit betont, auch und insbesondere Menschen mit Demenz mit Achtung zu begegnen und die Individualität jeder Existenz als unverwechselbare Person zu würdigen. Somit ist Pflege nicht nur als Merkmal einer pflegerischen Handlung zu verstehen, sondern als moralischer Imperativ, das heißt, es ist die Verpflichtung einer jeden Pflegeperson, die persönliche Integrität des Betroffenen zu bewahren.

Den dementen Menschen nicht als defizitär zu sehen oder in seiner Verwirrtheit aufzugeben, sondern ihm weiterhin als unverwechselbare Person in aller Offenheit und Echtheit zu begegnen, sich auf ihn einzulassen und bereit zu sein, ihn als gleichwertigen Menschen zu sehen und von ihm zu lernen, ist eine Herausforderung. Gelingt es der Pflege jedoch, die Pathologisierung der Verwirrtheit zu überwinden und sich vielmehr an den Ressourcen und Bedürfnissen des Menschen zu orientieren, so hilft dies zugleich auch dem Menschen mit Demenzproblemen, ein positives Selbstbild aufzubauen. Von zentraler Bedeutung ist somit zunächst das anthropologische Grundverständnis, das den Menschen umfassend und multidimensional in seinen biopsychosozialen und spirituellen Zusammenhängen sieht, um entsprechend die Vieldimensionalität der Bedürfnisse aufzunehmen (Kitwood und Bredin 1992; McCurdy 1998; Käppeli 2001; Lünstroth 2006; Hudson 2012).

Pflege soll und darf sich daher nicht allein auf eine körpernahe Assistenz beziehen, sondern muss in einem umfassenden Ansatz auf eine Sicherung des physischen und psychischen Wohlbefindens der Pflegeperson zielen. In diesem Sinne sollten Pflege, Unterstützung und Betreuung individuell an der subjektiven Lebenswelt des pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet sein und seinen spezifischen Gewohnheiten, Interessen und Bedürfnissen entsprechen, seine Lebensfragen und -ängste aufgreifen. Dies gilt auch für eine Wertschätzung und Berücksichtigung seines kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Hintergrunds (Powers und Watson 2011; Goodall 2009; Ruder 2009; Doherty 2006). Als theoretischer Bezugsrahmen für diese Auffassung kann z. B. das Systemmodell von Betty Neuman angeführt werden, in dem Gesundheit mit Wohlbefinden gleichgesetzt wird (Schaeffer et al. 1997).

Neben anderen Faktoren können in diesem Zugang auch Spiritualität und Religiosität eine wichtige Rolle spielen. In welchem Ausmaß und hinsichtlich welcher Aspekte Spiritualität konkret im Aufgabenbereich der professionellen Pflege realisiert werden sollte, ist konzeptionell noch nicht ganz geklärt. Nur wenige traditionelle Pflegetheorien greifen diese Aspekte auf. Einige neuere Pflegemodelle hingegen beginnen, auch spirituelle Konzepte zu integrieren (Leininger 1978; Watson 1996; Baldacchino 2006; Molzahn und Sheilds 2008; von Dach und Osterbrink 2013). Beispielsweise erarbeiteten Richards und Bergin (2004) ein Rahmenkonzept, bei dem religiöse Inhalte möglichst konkret in eine professionelle, säkulare Psychotherapiemethode integriert werden. Auch im Journal of Advanced Nursing (2008) wird die Notwendigkeit einer spirituellen Reflexivität vertieft sowie Grundlagen entwickelt, die nach einem allgemeinen Konsens in der Pflegewissenschaft suchen. Fürsorge und seelischer Beistand sollen sich als existenzielle Kommunikation und reflexive Praxis entwickeln sowie als organisationale und individuelle Kompetenz im Pflegealltag selbst konstituieren (Reber 2013).

Eine solch umfassender Ansatz von Pflege knüpft konzeptionell gesehen an die Ursprünge der institutionalisierten Pflege an, die aus religiösen Traditionen heraus motiviert war und auch als solche in verschiedenen Einrichtungen verkörpert wurde. In der beruflichen Professionalisierung kam es jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte zu einer Entkopplung der spirituellen Komponente und ihrer ausschließlichen Delegierung an die Seelsorge. Die aufgezeigten aktuellen Strömungen jedoch tragen in den letzten Jahren positiv dazu bei, wieder eine Annäherung zwischen seelsorgerlicher Fürsorge und verschiedenen Pflegeberufen zu schaffen (Ruhland 2008; Ruder 2009; Koslander et al. 2009; Carr et al. 2011; Mittelmann 2013). Die Problematik, wie mit spirituellen Fragen und Bedürfnissen kranker Menschen, einschließlich derjenigen mit Demenz, adäquat umgegangen und welche Unterstützung ihnen von pflegerischer Seite angeboten werden soll und kann, ist demnach eine drängende Frage der Praxis.

Einhergehend mit diesen Entwicklungen nimmt auch die Pflegepolitik diese Option langsam auf und versucht, vor dem Hintergrund des zentralen Leitbildes einer individualisierten Pflege die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse per Richtlinien zu implementieren und deren Umsetzung auf den Weg zu bringen. Diese Anforderungen sind in manchen Ländern (u. a. USA, Australien) schon fester Bestandteil der Professionalität und der fachlichen Tätigkeit (Lopez 2006), wenngleich hierzu nur wenig Literatur aufzufinden ist. Allmählich findet dieser Bereich auch in anderen Ländern Eingang in die Ausbildung von Medizinern (Puchalski und Larson 1998; Chibnall und Duckro 2000) und Pflegekräften (Greenstreet 1999; Spurlock 2005; Baldacchino 2011; Lopez et al. 2014). Um diese Bestrebungen auch in Deutschland zu realisieren, sind vor allem die sozialen Träger (u. a. Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie) gefordert, Ausbildungsangebote neu zu fokussieren und die Arbeitsrhythmen konzeptionell anzupassen (Marti 2014). So nämlich bieten die aktuellen Curricula noch zu wenige Grundlagen, um einem spirituellen Auftrag im Berufsalltag angemessen nachkommen zu können. Dies gilt auch für das konzeptionelle Verständnis spiritueller Bedürfnisse und spiritueller Pflege, das in seiner derzeitigen Erfassung keine klaren Richtlinien für Interventionen zu geben vermag und entsprechend nicht als fester Bestandteil einer qualifizierten Pflegeleistung auszuweisen ist (Spurlock 2005; Teixeira 2008; Jolley et al. 2010). Hinzu kommt, dass – unabhängig von der persönlichen Bereitschaft der Pflegekräfte für eine spirituelle Begleitung – oftmals auch Zeit und Räumlichkeiten für derartige Unterstützungsangebote fehlen (von Dach und Osterbrink 2013; Molzahn und Sheilds 2008; Baldacchino 2006; Greasley et al. 2001). Hintergrund ist hier, dass die Planung und Umsetzung einer ganzheitlichen und somit auch spiritualitäts- und religiositätssensiblen Pflege in sozialpolitische Rahmenbedingungen eingebettet ist. Die personellen Anforderungen für Heime regelt die Heimpersonal-Verordnung. Nüchtern betrachtet spielen Spiritualität und Religiosität in der „öffentlichen“ Gesundheits- und Altenpflege in Deutschland, ähnlich wie noch in vielen anderen Ländern, damit eher eine marginale Rolle und sind nur selten in Pflegeprogrammen konzeptualisiert.

13.6 Pflegekräfte und ihr Umgang mit Fragen der Spiritualität bzw. Religiosität

Verschiedene Studien belegen, dass Pflegekräfte die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu erhöhen vermögen, wenn sie ihre religiösen und spirituellen Äußerungen wahrnehmen und auch aktiv anregen (Narayanasamy 2001; Collins und Bowland 2012; Higgins 2013; Ennis und Kazer 2013). Dies gilt auch für ihre Angehörigen, die aus einer spirituellen Sensibilität seitens des medizinischen und pflegerischen Personals ebenfalls Unterstützung ableiten (Stuckey und Gwyther 2003; Calvo et al. 2011; Meier Robinson 2013).

Vor diesem Hintergrund verlangt die pflegerische Professionalität einen sachlichen Umgang mit den Werten, Überzeugungen und Gefühlen der Pflegebedürftigen unabhängig von eigenen Anschauungen und eine Auseinandersetzung mit den ausgesprochenen und unausgesprochenen spirituellen Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen (Hebert et al. 2007; Körtner et al. 2009; von Dach und Osterbrink 2013). Dabei ist es von Vorteil, wenn das Pflegepersonal eine für Spiritualität und Religiosität aufgeschlossene Haltung mitbringt. Um in diesem Sinne begleiten zu können, bedarf es nicht in erster Linie einer eigenen Spiritualität/Religiosität oder der Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft. Es bedarf aber der Fähigkeit und Bereitschaft, einer Begegnung gewachsen zu sein, die existenzielle Alltagsmomente und religiöse Bezüge wahrnehmbar zur Geltung bringen kann (Martin 2012; Quinn et al. 2012; Wilks et al. 2013). Auch gelingt es mit einer offenen Haltung gegenüber religiös-spirituellen Inhalten besser, entsprechende Methoden und Rituale zum Einsatz zu bringen. Studien belegen hier einen positiven Zusammenhang zwischen dem eigenen spirituellen Leben von Pflegekräften und ihrem Spiritual-Care-Angebot für Patienten (Golberg 1998; Messikomer und De Craemer 2002; Taylor 2002). In diesem Sinne sollten Pflegekräfte zunächst selbstreflexiv mit ihren eigenen Überzeugungen und Einstellungen umgehen, um die Spiritualität des Pflegebedürftigen unabhängig explorieren und offener auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können. Konkret geht es darum, den pflegebedürftigen Menschen darin zu unterstützen, angesichts der aktuellen Situation seinen Lebenssinn aufrecht zu erhalten, Transzendenzerfahrungen zu machen, Beziehungen zur Natur und anderen Menschen zu initiieren bzw. zu bewahren und seine religiöse Beziehung zu Gott zu fördern (Stern 2005; Knutson 2007; Webb 2010).

Mauk und Schmidt (2004) fassen auf Grundlage verschiedener Fachpublikationen Merkmale von Pflegekräften zusammen, die ihren spirituellen Auftrag in der Pflegepraxis kennzeichnen:
  • Pflegepersonen sehen „spiritual care“ zwar durchaus auch als ihre Aufgabe an, viele wissen jedoch nicht, wie sie diese in ihre Arbeit integrieren sollen.

  • Pflegepersonen im Palliativbereich und im Hospiz nutzen spirituelle Interventionen häufiger als in anderen Bereichen.

  • Pflegepersonen fühlen sich, unabhängig von ihrem Qualifikationsniveau, zumeist unzureichend für diese Aufgabe ausgebildet.

  • Pflegepersonen müssen für sich ihre Spiritualität definieren, um Patienten „spiritual care“ anbieten zu können.

  • Pflegepersonen, die ihren Patienten „spiritual care“ anbieten wollen, sollten die Gelegenheit haben, kontinuierlich an Fortbildungsangeboten teilzunehmen.

Der spirituelle Unterstützungsauftrag fällt Pflegekräften dabei leichter, wenn sie folgende Aspekte berücksichtigen.
  • Klärung des eigenen Standpunkts in spirituell-existenziellen Fragen,

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit und dem eigenen Leid,

  • eine Lebensführung, die es ermöglicht, Spiritualität in einem weiten und offen verstandenen Sinn auch selbst zu leben,

  • Lebenserfahrung und persönliche Reife.

Wichtig für eine umfassende Berücksichtigung auch spiritueller Belange der pflegebedürftigen Personen ist es, neben einem sensiblen persönlichen Eingehen auf die Überzeugungen der Klienten seitens der Pflegekräfte die Spiritualitätsaspekte auch in die Diagnostik (d. h. Bedeutung von Spiritualität für den jeweiligen Patienten) und in den Pflegeplan aufzunehmen (z. B. Prüfung, ob überhaupt die Möglichkeit besteht, spirituelle Interventionen in den Pflegeprozess zu integrieren; Stevens-Barnum 2002; Goodall 2009).

Um spirituelle Bedürfnisse anzusprechen, muss eine persönliche, vertrauensvolle Beziehung zwischen dem jeweiligen professionell Tätigen, dem Erkrankten und seinen Angehörigen vorhanden sein. Jedoch ist dies oftmals aus mangelnden finanziellen, personellen und persönlichen Ressourcen nicht gegeben (Greasley et al. 2001). Hinsichtlich der Frage, inwiefern spirituelle Interventionen seitens der Pflegekräfte in der Praxis tatsächlich Umsetzung finden, existieren bislang nur vereinzelte Studien. Stranahan (2001) zeigte im Rahmen einer Erhebung von 102 Pflegekräften, dass die meisten von ihnen privat für ihre Patienten beteten. Zwar stellen die meisten Pflegekräfte für ihre Patienten auch Kontakte mit Geistlichen her, doch gaben zugleich auch über 50 % der Befragten an, sehr wenige bis gar keine spirituellen Angebote selbst zu initiieren. In diesem Zusammenhang wurde der Bedarf nach mehr Lehrgängen und Schulungen zu dieser Thematik formuliert. In Rahmen des Berliner Projekts „Menschen mit Demenz in der Kommune – Achtsamkeit und seelsorgerische Begleitung für Menschen mit Demenz“ wurde eine Studie unter Angehörigen und Pflegekräften durchgeführt (Maschewsky-Schneider und Hey 2011). Dabei wurden 269 Pflegekräfte u. a. zu ihren religiösen und spirituellen Ritualen im Alltag befragt. Als häufigstes Ritual wurde dabei das Erleben der Natur angegeben (198 Nennungen) wie auch Gespräche über den Sinn des Lebens (126 Nennungen) sowie Kunst, Singen und Musik (129 Nennungen). Ebenfalls genannt wurden u. a. die Teilnahme an religiösen Festen (98 Nennungen), Gespräche über den Glauben (91) sowie der Besuch einer religiösen Einrichtung (82) und Beten (81). In der Frage zur Rolle von Spiritualität/Religion im Pflegealltag fand man in der Studie folgende Angaben: Knapp 75 % der Pflegekräfte gaben an, dass Spiritualität/Religion im Alltag ihrer Klienten/Klientinnen eine Rolle spiele. Für 71,8 % ist Spiritualität/Religion ein wichtiger Aspekt in der Pflege und für 69,9 % Bestandteil der Pflege. 71,8 % der Befragten halten Spiritualität/Religion im Pflegealltag für umsetzbar bzw. setzen sie bereits um und für etwa 20 % der Pflegekräfte ist Spiritualität/Religion im Pflegealltag nicht umsetzbar. Als Hinderungsgründe dafür sehen sie am häufigsten keinen Bedarf (27 Nennungen) bzw. kein Interesse (22) seitens der Klienten/Klientinnen. Auch zeitliche (13) bzw. personelle Gründe (10) wurden genannt. Einige der Befragten möchten aus persönlichen Gründen (8) keine spirituellen/religiösen Angebote umsetzen. Für andere waren finanzielle Gründe (2) ausschlaggebend. Die Mehrheit (65,8 %) der Pflegekräfte gab an, dass sie an spirituellen/religiösen Angeboten interessiert ist. Über 78 % meinten, dass diese Angebote im Pflegealltag umsetzbar sind bzw. bereits umgesetzt werden. In einer weiteren Studie, die allerdings nicht schwerpunktmäßig den Demenzbereich betrifft, fanden von Dach und Osterbrink (2013) mittels einer Onlinebefragung von 533 Pflegefachleuten der deutschsprachigen Schweiz heraus, dass Spiritualität für die Mehrheit des untersuchten Pflegepersonals von hoher Relevanz ist. Dies gilt sowohl in Bezug auf die eigene Person (für 78 % gehört die spirituelle Begleitung zum Berufsverständnis) als auch für den Umgang mit Patienten (80 % haben immer wieder mit spirituellen Bedürfnissen der Patienten zu tun). Gleichzeitig geben die Befragten zu, wenig darüber zu sprechen. In diesem Zusammenhang wird vom Problem der spirituellen Defizite und Unzulänglichkeiten des Pflegepersonals im Umgang mit spirituellen Kraftquellen gesprochen (Nagai-Jacobsen und Burkhardt 1989; Stuart et al. 1989).

Zusammenfassend wächst im allgemeinen Pflegewesen das Bewusstsein um die Bedeutung einer spiritualitätssensiblen Kultur im Umgang mit Klienten nur langsam. Dies gilt sowohl im Hinblick auf das Pflegepersonal als auch für die Entwicklung einer entsprechenden Unternehmenskultur. Erst wenn jedoch die verschiedenen Berufsgruppen einer Einrichtung offen dafür sind, dass auch spirituelle und religiöse Aspekte zur ganzheitlichen Betrachtung der Altenpflege gehören, wird mit der Kooperation der verschiedenen Dienste auch auf diesem Gebiet zu rechnen sein (MacKinlay 2009; Roth 2005; Wattis und Curran 2003).

13.7 Spiritualität und Religiosität als Copingressourcen für das Personal

Spiritualität wird nicht nur als wichtige Ressource für die Patienten erkannt, sondern auch für das Pflegepersonal selbst. Persönliche Spiritualität findet ihre Bedeutung in der Art und Weise, wie jemand sein Leben lebt, andere in ihrem Leben begleitet, sie pflegt und Erfüllung im Beruf findet, ohne dabei selbst zu erkranken bzw. auszubrennen (Baldacchino 2006; Choi et al. 2008; von Dach und Osterbrink 2013).

In einer nationalen Erhebung in den USA wurde Spiritualität als wichtige Copingressource für das Pflegepersonal diagnostiziert. 73 % der Befragten gaben an, dass sie durch die regelmäßige Anwendung spiritueller Rituale mit den Anforderungen der Pflege besser zurecht kämen (Stolley et al. 1999; National Alliance for Caregiving and the AARP 2004; Wilks und Vonk 2008; Heo und Koeske 2013). Derartige Ergebnisse wurden auch in der Studie von Wright und Neuberger (2012) bestätigt. Spiritualität wurde hier als Schlüssel für eine erfolgreiche Pflege von Menschen mit Demenz erkannt und als wesentliche Ressource bei der Bewältigung der beruflichen Herausforderungen gesehen.

Andere Studien belegen darüber hinaus, dass sich Spiritualität auch positiv auf pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz auswirkt. Spirituelle und religiöse Einstellungen sind eine wichtige Stütze im Helfen und Pflegen und minimieren die empfundene Last (Glueckauf et al. 2009; Lowis et al. 2005; Leblanc et al. 2004; Acton und Miller 2003; Roff und Parker 2003; Wood und Parham 1990). Ebenso verbessern sie das Wohlbefinden der Pflegenden (Olvera 1999; Stuckey 2001; Hillier und Barrow 2007) und senken die Depressionsrate (Koenig et al. 2001; Koenig et al. 2004; Jacobs 2006). Vor diesem Hintergrund könnte Spiritualität als wichtige Copingvariable auch als Unterstützungssystem für pflegende Angehörige institutionalisiert werden. Zu prüfen ist dabei die Übertragbarkeit der Befunde in eine sich zunehmend säkular gestaltende Gesellschaft.

Zusammenfassend resultiert aus diesen Befunden die Notwendigkeit, eine entsprechende Ausbildung und Vorbereitung für das Pflegepersonal zu sichern wie auch pflegenden Angehörigen entsprechende Angebote zu eröffnen. Roff und Parker (2003) betonen, dass erweiterte spirituelle Kenntnisse und eine gute Ausbildung in diesem Bereich eine allgemein bessere Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz ermöglichen.

13.8 Studie zum Commitment von Pflegekräften hinsichtlich religiös-spiritueller Unterstützungsangebote in der Pflege

13.8.1 Ziel und Fragestellung der eigenen Untersuchung

Wie der bisherige Forschungsstand zeigt, ist es von hoher Bedeutung, im Rahmen der Pflege auch spirituelle und religiöse Bedürfnisse der pflegebedürftigen Personen zu berücksichtigen, als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen, religiös-spirituelle Unterstützungsangebote an Klienten zu kommunizieren wie auch entsprechende Begegnungen zu arrangieren.

Immer häufiger stellt sich in diesem Zusammenhang jedoch die Frage, inwieweit die Pflegekräfte tatsächlich auf die an sie gestellten Anforderungen hinsichtlich einer religiös-spirituellen Betreuung ihrer Klienten vorbereitet sind. Dies gilt ebenso für das notwendige Know-how von inhaltlicher und methodischer Seite wie auch insbesondere für ihre innere Überzeugung, dieser speziellen Aufgabenstellung nachzukommen. Die spirituelle und religiöse Begleitung stellt für Menschen in Pflegeheimen eine zentrale Ressource in Krankheit und Alter dar. Entsprechend häufig thematisieren sie selbst in ihren Gesprächen religiöse, spirituelle und existenzielle Inhalte und fordern Antworten ein (z. B. „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“, „Ich möchte mit Jesus sprechen!“, „Ich habe Engel gesehen!“). Andererseits jedoch belegen verschiedene Studien, dass Pflegekräfte spirituell-religiöse Sachverhalte vermehrt an andere Berufsgruppen abzugeben versuchen und eher scheu über eigene diesbezügliche Bedürfnisse sprechen. Zugleich jedoch weiß man, dass pflegebedürftige Menschen spirituell-religiöse Inhalte auch gerne mit der Pflegekraft thematisieren würden und nicht unbedingt nur mit dem Seelsorger (Baldacchino 2006; Maschewsky-Schneider und Hey 2011; von Dach und Osterbrink 2013).

Bezug nehmend auf den förderlichen Einfluss einer religiös-spirituellen Betreuung wie auch den Wunsch nach spirituell-religiöser Begleitung seitens der Erkrankten oder auch ihrer Angehörigen untersucht die vorliegende Studie, inwieweit Pflegekräfte aus subjektiver Sicht die Notwendigkeit und Bedeutung dieses impliziten Auftrags erkennen und daher ein entsprechendes Commitment gegenüber dieser Herausforderung angeben. Man nimmt an, dass, je höher das eigene Bewusstsein für das Spirituelle und Religiöse in der Pflege ausgeprägt ist, diese Aspekte umso mehr in das Pflegegeschehen einbezogen werden (von Dach und Osterbrink 2013; Mauk und Schmidt 2004). Als diesbezüglich wichtige Variable wird eine persönliche religiöse und/oder spirituelle Glaubenshaltung des Pflegepersonals angenommen, da die Kongruenz zwischen eigener Überzeugung und implizitem bzw. institutionellem Handlungsauftrag ein entsprechendes Commitment positiv beeinflussen sollte (Molzahn und Sheilds 2008; Baldacchino 2006; Messikomer und De Craemer 2002; Taylor 2002). Darüber hinaus liegt der Fokus der hier vorgestellten Untersuchung auf einer Identifizierung weiterer Einflussfaktoren, die sich prägend auf die Bereitschaft des Pflegepersonals, ihrem religiösen und spirituellen Auftrag nachzukommen, auswirken. Bezug nehmend auf die sozialpsychologische Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen 1991) werden als diesbezüglich relevante Motivationsfaktoren vor allem persönliche Einstellungen gegenüber dem geforderten Verhalten, subjektive Normenüberzeugungen sowie die subjektiv wahrgenommene Verhaltenskontrolle der Pflegekräfte vermutet. Persönliche Einstellungen einer Pflegekraft konstituieren sich dabei ebenso aus der von ihr subjektiv eingeschätzten Wahrscheinlichkeit, dass religiöse und spirituelle Betreuungsversuche ihrerseits positive Auswirkungen für die Klienten implizieren, wie auch der von ihr diesbezüglich beigemessene Wert. Die subjektive Norm meint das Bewusstsein der Pflegekräfte um ihren spirituell-religiösen Auftrag, einhergehend mit der subjektiven Bereitschaft, diesbezüglich einzuwilligen. Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle schließlich beschreibt die erwartete Mühelosigkeit der Pflegekraft, die religiös-spirituelle Begleitung ihrer Klienten zu gewährleisten. Diesbezüglich wäre zu vermuten, dass es Pflegekräften als religionspädagogisch nichtprofessionalisiertes Personal möglicherweise mitunter schwerfällt, über religiöse und spirituelle Themen mit fremden, oftmals geistig verwirrten Personen zu sprechen.

Die Studie möchte somit nicht nur die Gültigkeit dieser Zusammenhänge prüfen, sondern aufbauend darauf evaluieren, inwieweit die für ein Commitment als relevant spezifizierten Einflussfaktoren bei den Pflegekräften tatsächlich handlungsförderlich ausgeprägt sind. Ziel ist es, mit Blick auf Interventionsmaßnahmen für eine Optimierung der religiös-spirituellen Versorgung von Pflegeheimbewohnern wie auch zur Verbesserung von Bereitschaft und Commitment der Pflegekraft im Sinne eines Anstoßes intrinsischer Motivationsprozesse relevante Handlungsbedarfe abzuschätzen.

13.8.2 Methodische Grundlagen

Beschreibung der Stichprobe

Da Einstellungen und Haltungen von Pflegekräften hinsichtlich ihres impliziten Auftrags der spirituellen und religiösen Begleitung ihrer Klienten neben persönlichen Faktoren auch maßgeblich durch Klima, Leitbild und Voraussetzungen der jeweiligen Pflegeeinrichtung bestimmt werden, sollte die Befragung breit gefächert angelegt und so eine möglichst große Zahl an unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen einschließen. Ausgehend von dieser Zielsetzung konnten 104 Pflegekräfte aus insgesamt 21 verschiedenen Einrichtungen rekrutiert werden. Diese setzen sich aus sieben Einrichtungen mit konfessionellem Träger (33,3 %), fünf freigemeinnützigen Einrichtungen mit nichtkonfessionellem Träger (23,8 %) und neun Einrichtungen mit öffentlichem Träger (42,9 %) zusammen. Die Stichprobe selbst umfasste 76 Frauen (73,1 %) und 28 Männer (26,9 %). Die Berufserfahrung der Befragten streut zwischen sechs und 34 Jahren mit einem Durchschnitt von M = 19,9 Jahren (SD = 7,6 Jahre).

Untersuchungsinstrument

Zur empirischen Untersuchung der explizierten Forschungsfragen wurde ein standardisierter Fragebogen entwickelt. Dieser behandelt in drei großen Themenblöcken die oben stehend explizierten Konstrukte, die jeweils über Itemlisten unterschiedlicher Längen abgefragt und im Rahmen statistischer Analysen faktorenanalytisch zusammengefasst wurden. Da bislang kaum Untersuchungen zu subjektiven Wahrnehmungen und Commitment hinsichtlich des spirituell-religiösen Begleitungsauftrags von Krankenpflegern vorliegen, mussten die verwendeten Skalen durchweg neu konzipiert werden. Die Bearbeitung sämtlicher Items erfolgte anhand einer sechsstufigen Likert-Skala mit den Polen „trifft überhaupt nicht zu“ (1) bis „trifft voll und ganz zu“ (6).

Einstellungen gegenüber dem religiös-spirituellen Auftrag: Bezug nehmend auf die Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen 1991) konstituieren sich persönliche Einstellungen aus Konsequenzerwartungen, die mit dem relevanten Verhalten verbunden sind, sowie dem subjektiven Wert, der diesen Handlungskonsequenzen beigemessen wird. In diesem Zusammenhang erhoben acht Items Wahrnehmungen und Einschätzungen von Spiritualität und Religiosität als Bewältigungs- und Lebensressourcen (z. B. Der Glaube an Gott hilft, krisenhafte Zustände im Leben leichter zu bewältigen; Cronbachs α = .85). Weitere 21 Items untersuchten von Pflegekräften wahrgenommene Auswirkungen und Konsequenzen religiös-spiritueller Angebote für Demenzkranke. Diesbezüglich konnte eine dreidimensionale Faktorenstruktur aufgedeckt werden. Sieben Items bildeten eine Subskala zur subjektiv wahrgenommenen Bedeutung religiös-spiritueller Begleitungsangebote für Demenzkranke (z. B. Ich denke, dass Gespräche über Gott und Glaube für Demenzkranke wichtige Bezugspunkte darstellen; Cronbachs α = .74). Die beiden anderen Subskalen bezogen sich auf von Pflegekräften wahrgenommene Auswirkungen religiös-spiritueller Angebote auf das Verhalten von Demenzpatienten. Neun Items thematisierten diesbezüglich Auswirkungen auf die soziale Einbindung der Klienten (z. B. Religiös-spirituelle Gruppenerfahrungen wirken sich positiv auf das Interaktionsverhalten von Demenzkranken aus). Die übrigen fünf Items betrafen subjektiv wahrgenommene Auswirkungen auf alltagspraktische Fähigkeiten der Demenzpatienten (z. B. Religiös-spirituelle Aktivitäten wirken sich positiv auf das Erinnerungsvermögen von Demenzkranken aus; Cronbachs α = .72).

Subjektive Norm hinsichtlich des religiös-spirituellen Auftrags: Dieser zweite Themenkomplex betraf das Wissen der Pflegekräfte um ihren impliziten Auftrag der spirituell-religiösen Begleitung von Demenzpatienten wie auch ihre diesbezügliche Einwilligungsmotivation. Sechs Items thematisierten die Frage, wie präsent und bewusst den Pflegekräften ihr religiös-spiritueller Auftrag im Alltagshandeln tatsächlich ist (z. B. In meiner täglichen Routine ist mir mein religiös-spiritueller Auftrag eher unbewusst; Cronbachs α = .64). Weitere fünf Items maßen die Bereitschaft der Pflegekräfte, diesem Auftrag nachzukommen (z. B. Ich sehe meine Aufgaben primär in meinen pflegerischen Tätigkeiten; Cronbachs α = .77).

Wahrgenommene Verhaltenskontrolle des religiös-spirituellen Auftrags: Die erwartete Mühelosigkeit, mit der eine Pflegekraft ihren spirituell-religiösen Auftrag gegenüber ihren Klienten aus subjektiver Sicht zu realisieren vermag, wurde als multidimensionales Konstrukt mit mehreren Skalen untersucht. Fünf Items betrafen die Frage, inwiefern die Pflegekräfte mit Blick auf ihren religiös-spirituellen Auftrag während ihrer Ausbildung selbst an religiös-spirituellen Angeboten teilgenommen hatten (z. B. Ich habe während meiner Ausbildung Angebote zur spirituell-religiösen Fortbildung wahrgenommen; Cronbachs α = .85). Zwei Einzelitems, die dem SpREUK-Fragebogen (Büssing et al. 2005) entnommen wurden, dienten zur Selbsteinschätzung der Pflegekräfte hinsichtlich ihrer religiösen und spirituellen Überzeugung (Ich empfinde mich als religiösen Menschen bzw. Ich empfinde mich als spirituellen Menschen). Insgesamt 15 Items fragten mit Blick auf den religiös-spirituellen Auftrag der Pflegekräfte nach ihrem subjektiven Befinden in Anbetracht dieser Aufgabenstellung. In diesem Zusammenhang wurde eine zweidimensionale Faktorenstruktur expliziert. Neun Items thematisierten diesbezüglich das Ausmaß, zu dem sich eine Pflegekraft zu diesen Aufgaben vorbereitet fühlt, wobei hier vorwiegend relevantes Wissen und Kompetenzen im Vordergrund standen (z. B. Ich denke, dass ich gut in der Lage bin, mich auf religiöse bzw. spirituelle Bedürfnisse meiner Klienten einzulassen; Cronbachs α = .84). Die übrigen sechs Items bezogen sich demgegenüber auf das Ausmaß an Zugewandtheit vs. Scheu in Anbetracht einer Konfrontation mit spirituell-religiösen Themenstellungen (z. B. Ich verspüre eine Scheu, mit anderen Menschen über religiöse bzw. spirituelle Themen sprechen zu müssen; Cronbachs α = .72).

Unterstützungsbedarf seitens Pflegekräfte: Fünf Items erhoben zusätzlich, welche Unterstützungsbedarfe bei Pflegekräften hinsichtlich ihres religiös-spirituellen Auftrags konkret formuliert werden (z. B. Ich wünsche mir Hilfsmaterialien zur Gestaltung religiös-spiritueller Angebote). Da diese Informationen unmittelbar qualitativ zur Ableitung möglicher Interventionsmaßnahmen nutzbar gemacht werden können, wurde auf eine faktorenanalytische Dimensionsreduktion verzichtet.

Häufigkeit der Konfrontation mit spirituell-religiösen Themen: Ein Einzelitem fragte danach, wie häufig die Pflegepersonen mit religiös-spirituellen Bedürfnissen ihrer Klienten konfrontiert werden. Auf diese Weise sollte der seitens der Pflegekraft subjektiv wahrgenommene Bedarf an spirituell-religiöser Unterstützung Demenzkranker aufgedeckt werden. Die Skalierung des Items erfolgte sechsstufig mit den Polen „überhaupt nicht“ (1) bis „sehr häufig“ (6).

Commitment der Pflegekräfte hinsichtlich ihres religiös-spirituellen Auftrags: Als abhängige Variable der Untersuchung diente die Fragestellung, inwiefern die Pflegekräfte ein Commitment gegenüber ihrem religiös-spirituellen Auftrag angeben. Fünf Items, die faktorenanalytisch zu einem gemeinsamen Generalfaktor zusammengefasst werden konnten, erhoben jeweils konkrete religiös-spirituelle Handlungsfelder und fragten diesbezüglich nach der Bereitschaft der Pflegenden, sich darauf einzulassen (z. B. Bei Bedarf singe ich mit meinen Klienten religiöse Lieder; Cronbachs α = .70).

13.8.3 Ergebnisse

Die Überprüfung der explizierten Forschungsfragen erfolgte überwiegend auf Basis regressionsanalytischer Untersuchungen. Darüber hinaus wurden im Rahmen deskriptiver Analysen die wichtigsten statistischen Kennwerte der einzelnen Konstrukte wie auch Häufigkeitsverteilungen angegeben.

Hinsichtlich der Fragestellung, wie häufig sich Pflegekräfte mit religiös-spirituellen Bedürfnissen ihrer pflegebedürftigen Personen konfrontiert sehen, wird ein deutlicher Bedarf seitens der Pflegekräfte deutlich. So geben insgesamt 46,2 % der Pflegekräfte (N = 48) an, sehr häufig (13,5 %, N = 14) oder häufig (32,7 %, N = 34) mit entsprechenden Bedürfnissen konfrontiert zu sein. Weitere 28 Personen (26,9 %) geben an, gelegentlich mit spirituell-religiösen Belangen ihrer Klienten in Berührung zu kommen. 19,2 % der Befragten (N = 20) geben an, dass diese Interaktionen selten vorkommen. Nur zwei Personen (1,9 %) geben an, dass sie nie mit spirituell-religiösen Bedürfnissen ihrer Klienten konfrontiert worden wären, weitere sechs Personen (5,8 %) nur sehr selten. Insgesamt jedoch wird in den Wahrnehmungen des Pflegepersonals eine hohe Nachfrage seitens der pflegebedürftigen Personen deutlich.

In diesem Zusammenhang wurde in einem nächsten Schritt geprüft, welche Einflussfaktoren das diesbezügliche Commitment und die Handlungsbereitschaft des Pflegepersonals stärken und insofern positiv beeinflussen können. Bezug nehmend auf das angenommene Wirkmodell, das diesbezüglich Einflüsse durch persönliche Einstellungen, subjektive Normen und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle religiös-spiritueller Aktivitäten vermutet (Ajzen 1991), wurde eine multiple Regressionsanalyse gerechnet. Als Kriteriumsvariable wurde die Commitment-Skala zugrunde gelegt, die die spirituell-religiöse Handlungsbereitschaft der Pflegenden erfasst. Als Prädiktorvariablen wurden sämtliche Skalen einbezogen, die zur Operationalisierung der vermuteten Einflussfaktoren herangezogen wurden. Basierend auf einer schrittweisen Variablenselektion konnten sechs der insgesamt elf Prädiktorvariablen mit signifikanten Erklärungsbeiträgen in das Regressionsmodell aufgenommen werden (siehe Tab. 13.1). Die Varianzaufklärung dieser Modellspezifikation liegt bei \(R^2_{\text{korr}}\) = .74 und erweist sich sowohl als statistisch wie auch praktisch höchst bedeutsam (F(6,97) = 50,75, p < .01, ƒ2 = 2,89). Dabei sind modellkonform alle drei Einflussfaktoren des Wirkmodells durch Prädiktorvariablen vertreten. Bezug nehmend auf den Einfluss persönlicher Einstellungen gegenüber dem spirituell-religiösen Auftrag leisten sowohl die subjektiv wahrgenommene Bedeutung religiös-spiritueller Begleitungsangebote für Demenzkranke als auch diesbezüglich wahrgenommene Auswirkungen auf alltagspraktische Fähigkeiten der Pflegebedürftigen jeweils signifikante Beiträge zur Erklärung des Commitments auf Seiten der Pflegekraft. Die subjektive Norm hinsichtlich des impliziten religiös-spirituellen Auftrags wurde als zweidimensionales Konstrukt operationalisiert, das einerseits die alltägliche Präsenz und Bewusstheit um den spirituell-religiösen Auftrag seitens der Pflegekraft misst wie auch ihre Einwilligungsmotivation, diesem Auftrag nachzukommen. Beide Dimensionen weisen entsprechend auch im vorliegenden Regressionsmodell signifikante Erklärungsbeiträge auf. Im Rahmen der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle hinsichtlich des religiös-spirituellen Auftrags erweist sich die subjektiv empfundene Zugewandtheit bzw. Scheu der Pflegekräfte, religiös-spirituelle Aktivitäten zu initiieren bzw. auszuüben, als relevante Erklärungsvariable. Dies gilt auch für die Selbstwahrnehmung der Pflegekraft als spiritueller Mensch (siehe Tab. 13.1).

Tab. 13.1

Multiple Regressionsanalyse zur Vorhersage des Commitments von Pflegekräften angesichts ihres spirituell-religiösen Betreuungsauftrags

 

B

SE

(B)

β

T

P

     

Kriterium: Commitment der Pflegekräfte hinsichtlich ihres religiös-spirituellen Auftrags

     

Einstellung – RS als Ressource

  

.12

1.55

.125

     

Einstellung – Bedeutung RS-Betreuung für Demenzkranke

.20

.10

.17

2.08

.040

     

Einstellung – Wirkung RS-Betreuung auf soziale Einbindung

  

.07

0.82

.412

     

Einstellung – Wirkung RS-Betreuung auf alltagsprakt. Fähigkeiten

.18

.10

.15

1.98

.049

     

Subj. Norm – Bewusstheit um RS-Auftrag

.46

.09

.33

5.22

.000

     

Subj. Norm – Einwilligungsmotivation

.19

.09

.14

2.06

.042

     

Verh.-Kontrolle – Teilnahme an RS-Angeboten in Ausbildung

  

.02

0.31

.760

     

Verh.-Kontrolle – Selbsteinschätzung als religiöser Mensch

  

.10

1.23

.223

     

Verh.-Kontrolle – Selbsteinschätzung als spiritueller Mensch

.18

.09

.16

2.00

.047

     

Verh.-Kontrolle – Gefühl der Vorbereitung auf RS-Auftrag

  

.04

0.50

.622

     

Verh.-Kontrolle – Zugewandtheit zu RS-Auftrag

.21

.09

.17

2.35

.021

     

Die fehlende Aufnahme der übrigen fünf Prädiktorvariablen in das Regressionsmodell lässt sich durch starke Multikollinearitätsprobleme zwischen den unabhängigen Variablen erklären. So liegt die Toleranz der ausgeschlossenen Variablen durchwegs zwischen .36 und .41, was entsprechend anzeigt, dass diese zu 59 bis 64 % durch jeweils andere Prädiktorvariablen erklärt werden und somit in ihrem eigenständigen Erklärungsbeitrag ersetzbar sind.

Ausgehend von einer Spezifikation der relevanten Einflussgrößen für ein positives Commitment der Pflegekräfte gegenüber ihrem religiös-spirituellen Auftrag sollen nunmehr die deskriptiven Statistiken und Häufigkeitsverteilungen dieser Einflussgrößen betrachtet werden. Ziel ist es hierbei zu prüfen, inwieweit relevante Prädiktorvariablen in der Stichprobe handlungsförderlich ausgeprägt sind bzw. Handlungs- und Interventionsbedarf als konkrete Ansatzpunkte zur Stärkung des Commitments aufweisen. Da die bereits spezifizierten Multikollinearitätsprobleme zwischen sämtlichen herangezogenen Prädiktorvariablen ebenso auch auf eine wichtige Bedeutung jener Variablen verweisen, die nicht mehr in das Regressionsmodell aufgenommen wurden, werden nachfolgend sämtliche Prädiktorvariablen berücksichtigt.

Beginnend mit der Kriteriumsvariable, die die Handlungsbereitschaft bzw. das Commitment der Pflegekräfte zu ihrem religiös-spirituellen Begleitungsauftrag untersuchte, wird eine mittlere Handlungsbereitschaft von M = 4,00 (SD = 1,59) deutlich, die eine diesbezüglich eher bejahende Haltung anzeigt. Aufgeschlüsselt nach dem Ausmaß der spezifischen Zustimmung zeigt sich bei 42,3 % (N = 44) der Befragten eine hohes Commitment (trifft voll und ganz zu: 17,3 %; trifft zu: 25 %), bei weiteren 23,1 % (N = 24) eine immerhin noch tendenzielle Zustimmung. Andererseits jedoch äußern sich auch 34,6 % der Befragten (N = 36) hinsichtlich ihrer spirituell-religiösen Handlungsbereitschaft als eher kritisch. Wenngleich knapp 66 % der Befragten eine eher positive Bereitschaft aufweisen, deutet das verbleibende Drittel einen wichtigen Interventions- und Handlungsbedarf an (siehe Abb. 13.1).

Abb. 13.1

Häufigkeitsverteilung der Handlungsbereitschaft/des Commitments der Pflegekräfte

In einem ersten Schritt sollen Interventionsspielräume für ein verbessertes Commitment der Pflegekräfte hinsichtlich ihres impliziten religiös-spirituellen Auftrags im Zuge ihrer wahrgenommenen Verhaltenskontrolle untersucht werden. Bezug nehmend auf die erwartete Mühelosigkeit, mit der sie ihrem religiös-spirituellen Auftrag nachzukommen vermögen, konnte sich das subjektive Ausmaß an Zugewandtheit zu dieser Aufgabe als signifikanter Prädiktor im Regressionsmodell qualifizieren. Eine Betrachtung der vorgefundenen Ausprägungen dieses Faktors zeigt jedoch, dass das mittlere Ausmaß an subjektiv empfundener Zugewandtheit zu dieser Aufgabe mit einem Wert von M = 3,3 (SD = 1,2) eher als „nicht zutreffend“ einzustufen ist und somit eine tendenzielle Scheu der Pflegekräfte zu erkennen gibt, sich den religiös-spirituellen Bedürfnissen ihrer Klienten anzunehmen. Im Rahmen der Häufigkeitsverteilung wird entsprechend deutlich, dass nur 23 % der Befragten (N = 24) eine Zugewandtheit als „voll und ganz zutreffend“ (3,8 %, N = 4) bzw. „zutreffend“ (19,2 %, N = 20) bejahen. Immerhin 13,5 % (N = 14) geben an, dass eine Zugewandtheit ihrerseits „eher zutreffend“ ist. Demgegenüber jedoch nehmen 38,5 % der Befragten (N = 40) mit der Aussage „trifft eher nicht zu“ eine tendenziell distanziertere Haltung ein. 26 Personen (25 %) geben direkt an, keine Zugewandtheit zu diesem Auftrag zu verspüren („trifft nicht zu“: 21,2 % bzw. „trifft überhaupt nicht zu“: 3,8 %; siehe Abb. 13.2).

Abb. 13.2

Häufigkeitsverteilung der Prädiktorvariablen zur wahrgenommenen Verhaltenskontrolle

Ebenfalls einen signifikanten Erklärungsbeitrag zur Vorhersage einer religiös-spirituellen Handlungsbereitschaft leistet die Spiritualität einer Pflegekraft. Die mittlere Zustimmung von M  = 3,8 (SD = 1,3) zur Selbsteinschätzung als spiritueller Mensch deutet darauf hin, dass sich die befragten Pflegekräfte im Mittel als „eher“ spirituell einschätzen. Dennoch aber geben 15,2 % der Befragten (N = 16) an, dass eine solche Haltung für sie „überhaupt nicht“ (6,7 %; N = 7) bzw. nicht (8,7 %; N = 9) zutreffe. Weitere 21,2 % (N = 22) lassen ebenfalls eine tendenziell negative Selbsteinschätzung hinsichtlich ihrer persönlichen Spiritualität erkennen („trifft eher nicht zu“). Wenngleich sich andererseits 27,9 % (N = 29) der Befragten als spirituelle Menschen (trifft voll und ganz zu: 9,6 %; trifft zu: 18,3 %) deklarieren, lässt auch dieser Einflussfaktor wichtige Interventionsspielräume erkennen (siehe Abb. 13.2).

Die subjektive Einschätzung zur eigenen Religiosität lässt mit einer mittleren Ausprägung von M = 3,6 (SD = 1,4) eine tendenziell distanzierte Haltung erkennen (Skalenwert 3: „trifft eher nicht zu“; Skalenwert 4: „trifft eher zu“). So erklären 21,2 % der Befragten (N = 21), dass sie sich selbst als „überhaupt nicht“ (8,7 %; N = 9) bzw. „nicht“ (12,5 %; N = 13) religiös beschreiben würden. Weitere 25 % (N = 26) lassen ebenfalls eine tendenziell negative Selbsteinschätzung hinsichtlich ihrer persönlichen Religiosität erkennen („trifft eher nicht zu“; siehe Abb. 13.2).

Auch deuten die Daten darauf hin, dass sich die Befragten tendenziell nicht ausreichend auf ihren religiös-spirituellen Auftrag vorbereitet fühlen (M = 3,5; SD = 1,1). So stimmen nur 1,9 % der Befragten (N = 2) einem Gefühl des Vorbereitetseins „voll und ganz“ zu. Weitere 18 Befragte (17,3 %) fühlen sich immerhin als „zutreffend“ vorbereitet, 29 Personen (27,9 %) als „eher“ vorbereitet. Ausgehend von der Tatsache jedoch, dass über die Hälfte der Befragten (52,8 %) hinsichtlich ihres relevanten Wissens und ihrer Kompetenzen für eine religiös-spirituelle Begleitung eine verneinende Haltung einnimmt, ist hier ein dringender Handlungsbedarf notwendig (siehe Abb. 13.2).

Die Beteiligungsrate der Pflegekräfte an religiös-spirituellen Angeboten während ihrer Ausbildungszeit lässt sich mit einer mittleren Beteiligung von M = 4,00 („trifft eher zu“, SD = 1,05) als eher positiv beschreiben. Nur vier Personen geben an, dass eine Beteiligung ihrerseits „überhaupt nicht“ (1,9 %, N = 2) bzw. „nicht“ zutreffend war (1,9 %, N = 2; siehe Abb. 13.2).

Hinsichtlich der persönlichen Einstellungen der Pflegekräfte zu ihrem impliziten religiös-spirituellen Auftrag konnten zwei Prädiktorvariablen zur Vorhersage ihrer Handlungsbereitschaft spezifiziert werden. Zum einen handelte es sich dabei um die von ihnen wahrgenommene Bedeutung religiös-spiritueller Begleitungsangebote für Demenzkranke. Ausgehend von einer mittleren Einschätzung von M = 4,38 (SD = 1,2) wird eine diesbezüglich positive Einschätzung der Pflegekräfte deutlich. Insgesamt 44,3 % der Befragten (N = 46) stimmen dieser Bedeutung sehr nachdrücklich (N = 24; 23,1 %) bzw. nachdrücklich (N = 22; 21,2 %) zu. Weitere 34,6 % (N = 36) erkennen eine tendenzielle Bedeutung. Lediglich 5,8 % (N = 6) sehen für Demenzkranke keine Bedeutung in einer religiös-spirituellen Begleitung (siehe Abb. 13.3).

Abb. 13.3

Häufigkeitsverteilung der Prädiktorvariablen zur persönlichen Einstellung gegenüber dem religiös-spirituellen Auftrag

Ein ähnlich positives Bild zeigt sich auch für den zweiten signifikanten Modellprädiktor. Hierbei handelte es sich um die Einschätzungen der Pflegekräfte hinsichtlich möglicher Auswirkungen einer religiös-spirituellen Begleitung auf die alltagspraktischen Fähigkeiten ihrer Klienten. Diese bringen mit einer mittleren Ausprägung von M = 4,12 (SD = 1,3) eine tendenziell optimistische Haltung der Pflegekräfte zum Ausdruck, die sich in ganz ähnlicher Form auch hinsichtlich der sozialen Einbindung der Klienten gestaltet (M = 4,10; SD = 1,4). Bezug nehmend auf die alltagspraktischen Fähigkeiten der Demenzkranken erkennen 39,4 % der Befragten (N = 41) sehr positive (15,4 %) bzw. positive (24,0 %) Implikationen, weitere 35 Personen (33,7 %) geben tendenziell positive Auswirkungen an. Hinsichtlich der sozialen Einbindung von Demenzkranken geben sogar 42,3 % der Pflegekräfte sehr positive (15,4 %) bzw. positive Auswirkungen (26,9 %) an. 30,8 % (N = 32) berichten von tendenziell positiven Auswirkungen (siehe Abb. 13.3).

Die Wahrnehmung von Religiosität bzw. Spiritualität als wichtige Lebens- und Bewältigungsressource sollte ebenfalls die Einstellung der Pflegekräfte hinsichtlich ihrer religiös-spirituellen Handlungsbereitschaft positiv beeinflussen. Diesbezüglich konnte eine tendenzielle mittlere Zustimmung von M = 4,26 (SD = 1,2) gemessen werden. 75 % der Befragten (N = 78) zeigen hier positive Zustimmungswerte an (trifft voll und ganz zu: 16,3 %; trifft zu: 27,9 %; trifft eher zu: 30,8 %). Demgegenüber jedoch erkennen immerhin 7,7 % (N = 8) der Pflegekräfte keine Ressourcen in einer persönlich gelebten Spiritualität bzw. Religiosität. Weitere 17,3 % (N = 18) äußern sich diesbezüglich ebenfalls tendenziell negativ (siehe Abb. 13.3). Auch hierin könnten sich mögliche Interventionsspielräume abzeichnen.

Als dritte Prädiktorengruppe wurden die subjektiven Normen der Pflegekräfte hinsichtlich des religiös-spirituellen Auftrags untersucht. Die Bewusstheit der Pflegekräfte in der alltäglichen Arbeitsroutine um ihren impliziten religiös-spirituellen Auftrag erwies sich im Regressionsmodell als stärkster Prädiktor zur Vorhersage von Commitment bzw. Handlungsbereitschaft des Pflegepersonals hinsichtlich ihres religiös-spirituellen Auftrags. Mit einem Mittelwert von M = 4,13 (SD = 1,1) ist dieses Bewusstsein bei den Pflegekräften allerdings nur tendenziell vorhanden und zeigt mit Blick auf die Bedeutung dieses Prädiktors wichtige Interventionsspielräume auf. So geben 9,7 % (N = 10) der Pflegekräfte an, sich dieses Auftrag in ihrer Alltagspraxis nicht (8,7 %) bzw. sogar überhaupt nicht (1 %) bewusst zu sein. Weitere 12,5 % (N = 13) geben an, ihren religiös-spirituellen Auftrag im Alltag als „eher nicht“ bewusst wahrzunehmen (siehe Abb. 13.4).

Abb. 13.4

Häufigkeitsverteilung der Prädiktorvariablen zur sozialen Norm der Pflegekräfte

Aufbauend auf dem Wissen um den religiös-spirituellen Auftrag ist die Einwilligungsmotivation der Pflegekräfte hierzu ein zweiter relevanter Einflussfaktor in diesem Zusammenhang, der sich auf das Commitment der Pflegekräfte auswirkt. Auch hier lässt sich mit einem Mittelwert von M = 4,20 (SD = 1,1) eine zumindest tendenzielle Bereitschaft zur Einwilligung der Pflegekräfte in ihren religiös-spirituellen Auftrag erkennen. Dennoch aber geben 26 % der Befragten (N = 27) an, diese Motivation nicht (7,7 %) bzw. eher nicht (18,3 %) aufzubringen (siehe Abb. 13.4). Auch hier zeichnet sich ein möglicherweise relevanter Handlungsbedarf für eine Optimierung des Commitments der Pflegekräfte ab.

13.9 Schlussfolgerungen und Implikationen

Die dargestellten Befragungsergebnisse des Pflegepersonals hinsichtlich ihres Commitments zu einer auch religiös-spirituellen Begleitung von Demenzkranken decken sich weitgehend mit den Befunden aus internationalen Studien. So konnte auch in der vorliegenden deutschen Stichprobe gezeigt werden, dass sich Pflegekräfte relativ häufig mit religiös-spirituellen Bedürfnissen ihrer Klienten konfrontiert sehen und ein entsprechender Handlungsbedarf für sie ersichtlich wird. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass der Ansatz einer spiritualitäts- und religiositätssensiblen Pflege aus Sicht des Pflegepersonals im Umgang mit dementen Menschen nicht nur fachlich wichtig erscheint und vielen auch vertraut ist, sondern auch mit einer tendenziell positiven Haltung sowie einer prinzipiell bejahenden Verhaltensbereitschaft verknüpft ist. Darin wird deutlich, dass eine religiös-spirituell untermauerte Pflege für die Pflegekräfte nicht nur als akzeptabel wahrgenommen wird, sondern auch ein diesbezüglich aktives Commitment nach sich ziehen kann. Die Einbeziehung der sozialpsychologischen Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen (1991) hat sich hierbei als geeignet erwiesen, die persönlichen Einstellungen einer Pflegekraft und ihre relevanten Motivationsfaktoren zu erfassen und zu belegen. So konnten wichtige Prädiktorvariablen als Ansatzpunkte zur Stärkung des Commitments für eine religiös-spirituelle Begleitung aufgedeckt werden. Diese eröffnen wichtige Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten zur weiteren Stärkung und Unterstützung der Pflegekräfte hinsichtlich dieses impliziten Auftrags. Auch mit Blick auf eine mögliche Institutionalisierung und Formalisierung dieses Auftrags wurde deutlich, dass die Pflegekräfte diesem erweiterten Aufgabenfeld prinzipiell offen gegenüberstehen, die Bedeutung einer spirituell-religiösen Begleitung für Menschen mit Demenz erkennen und daher bereit sind, eine solche Maßnahme mitzutragen.

Konkret wurde deutlich, dass sich eine persönliche religiöse und/oder spirituelle Glaubenshaltung des Pflegepersonals positiv auf die Wahrnehmungssensibilität von spirituellen und religiösen Inhalten und die empfundene Mühelosigkeit, spirituell-religiöse Arbeitsmethoden einzusetzen, auswirkt. Zugleich jedoch wird in diesem Zusammenhang eine mangelnde Vorbereitung auf eine spirituell-religiöse Begleitung angemahnt, die sich u. a. in einer gewissen Scheu ausdrückt, entsprechende Angebote zu initiieren, und somit das eigentlich vorhandene Commitment negativ beeinflusst. Ebenfalls zeigt sich, dass die subjektive Norm hinsichtlich des impliziten religiös-spirituellen Auftrags den Pflegekräften in ihrer alltäglichen Routine sowohl präsent ist, als auch positive Befürwortung findet. Diese Bewusstheit der Pflegekräfte hinsichtlich ihres impliziten Auftrags einer religiös-spirituellen Begleitung erwies sich im Regressionsmodell als stärkster Verhaltensprädiktor. Darüber hinaus konnten weitere wichtige Motivationsfaktoren aufgezeigt werden. Diese betreffen die subjektive Wahrnehmung von Religiosität bzw. Spiritualität als wichtige Lebens- und Bewältigungsressource wie auch das Erkennen der Bedeutung religiös-spiritueller Begleitungsangebote für Demenzkranke.

Zusammenfassend eröffnen die Befunde eine sehr optimistische Perspektive zur Etablierung einer umfassenden Pflegekultur mit religiös-spirituellen Elementen durch Pflegekräfte. Wie die Daten zeigen, besteht eine prinzipiell positive und optimistische Grundhaltung der Pflegekräfte hinsichtlich einer religiös-spirituellen Betreuung. So muss nicht etwa an der Motivationsbasis der Handelnden angesetzt werden, sondern vielmehr an der praktischen Vermittlung während ihrer Ausbildung sowie einer aktiven Förderung im Zuge der Unternehmenskultur. Was fehlt, ist nicht die persönliche Bereitschaft bzw. die Bewusstheit der Pflegenden um die Bedeutung von Religiosität und Spiritualität als Ressource für Menschen mit Demenz. Vielmehr gilt es, das implizite Auftragsbewusstsein stärker zu formalisieren, gesetzlich zu verankern, konsequent in der Ausbildung zu vertreten und im Rahmen dessen auch Methoden und Konzeptionen zur religiös-spirituellen Betreuung zu vermitteln. Durch eine so fundierte Kompetenzvermittlung können nicht nur Einwilligungsmotivation und Bewusstheit der Pflegekräfte weiter gestärkt, sondern vor allem auch mögliche Scheubarrieren überwunden werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  • Janusz Surzykiewicz
    • 1
  1. 1.Katholische Universität Eichstätt-IngolstadtEichstättDeutschland

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