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Standardbestimmung durch die Leitlinie „Allgemeine Grundlagen der Begutachtung“

  • Wolfgang HausotterEmail author
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Part of the MedR Schriftenreihe Medizinrecht book series (MEDR)

Zusammenfassung

Bis vor wenigen Jahrzehnten gründete sich das als Standard anerkannte medizinische Wissen auf Expertenmeinungen. Es waren herausragende Ärzte und Wissenschaftler, die die Meinungen im Rahmen des jeweiligen Zeitgeistes prägten und in ihren Lehrbüchern vorgaben, was als wissenschaftlicher Standard zu gelten hatte. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem rasanten Wissenszuwachs in der Medizin und zu einer dadurch immer weiter vorangetriebenen Spezialisierung. Mit zunehmendem Wissensfortschritt werden auch unterschiedliche Meinungen zum selben Thema vertreten, was nicht nur die praktisch kurativ und gutachtlich tätigen Ärzte, sondern auch die Auftraggeber von Gutachten bis heute verwirrt. Es ergab sich daher die Notwendigkeit, Diagnosen, Therapie und schließlich auch die Kriterien der Begutachtung möglichst zu standardisieren und überschaubar zu machen. Frühzeitig wurden Klassifikationssysteme für die Diagnosestellung eingeführt, später allgemein akzeptierte Therapiestandards und schließlich relativ spät auch Leitlinien für die Begutachtung einzelner Krankheitsbilder. Jetzt liegt erstmals überhaupt eine Leitlinie für die „Allgemeinen Grundlagen der Begutachtung“ gemäß den hohen Anforderungen der AWMF vor, die Gültigkeit für alle Fachgebiete beansprucht. Damit werden Maßstäbe, gesetzt, die Gutachten für den Auftraggeber und den Betroffenen leichter überprüfbar machen und dem Sachverständigen seine Tätigkeit erleichtern.

Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.SonthofenDeutschland

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