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Psychologie pp 276-308 | Cite as

Das Leib-Seele-Problem

  • Wolfgang Metzger
Part of the Wissenschaftliche Forschungsberichte book series (WIFO)

Zusammenfassung

Von den vielen Stellen, an denen das Verhältnis von Seele und Welt zum Staunen und Fragen Anlaß gibt, ist eine der aufregendsten der Widersinn des Innen und Außen, der für fast alle vorliegenden physiologischen Theorien des Bewußtseins und des Verhaltens zum Stein des Anstoßes geworden ist (Kap. 7 § 11, 4). Der Mensch begegnet den Dingen und Wesen in einer ihn und sie gemeinsam umfassenden Welt, er findet sich selbst in dieser Welt. Die Physiologie lehrt, daß diese ganze Welt von Wesen und Dingen für ihn nur vorhanden ist, wenn bestimmte Reize auf seine Sinnesorgane fallen und von dort bestimmte Erregungen nach gewissen Teilen der Großhirnrinde gelangen. Das, was in diesen Teilen der Großhirnrinde dann geschieht, muß also im allerengsten Zusammenhang stehen mit dem Vorfinden und Vorhandensein der Welt: es muß irgendwie seine eigentliche, unentbehrliche Grundlage bilden. Das heißt, so scheint unvermeidlich zu folgen: diese ganze Welt müßte eigentlich irgendwo in dem Kopf des Menschen sein; hier müßte sich befinden, was er sieht und hört, was er tastet und fühlt (Helmholtz 1909).

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Referenzen

  1. Übereinstimmung mit der Wirklichkeit bedeutet hier nicht bloß: mit dem, was ein Zuschauer sehen kann, oder was man selbst mit den Augen feststellt; es bedeutet z. B. auch, daß man auf einem Phantombein nicht stehen und mit einer Phantomhand nichts aufheben kann.Google Scholar
  2. Vgl. schon Kapitel 3, § 16, 1.Google Scholar
  3. Vgl. Kap. 3, § 16, 2.Google Scholar
  4. Man sollte diesen erfreulich klaren Sprachgebrauch nicht wieder dadurch verwirren, daß man Zuständlichkeiten des anschaulichen Ich oder der Gesamtpersönlichkeit, wie etwa das Gefühl des Kummers oder die Seinsverbundenheit der Liebe — und zwar diese selbst, nicht etwa nur aus ihnen erwachsende Tätigkeiten — ebenfalls als „Akte“ bezeichnet (Lersch 1941).Google Scholar
  5. Siehe auch § 12, 3 dieses Kapitels.Google Scholar
  6. Vgl. Kapitel 2, § 9.Google Scholar
  7. Die Zahlen beziehen sich immer auf die Gegenüberstellung in § 4, 3 dieses Kapitels.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Metzger
    • 1
  1. 1.Universität MünsterDeutschland

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