Angebliche Pubertätskrise

  • Alfred Adler

Zusammenfassung

Über ein 14 jähriges Mädchen wurde geklagt, sie habe eine Anzahl von sexuellen Beziehungen angeknüpft, sei 10 Tage verschwunden gewesen und in der Nähe des Hauses der Eltern gefunden worden. Die Vorgeschichte: Die Familie war arm, hatte drei Kinder. Der ältere Sohn, der lange krank war, verdiente dann und lieferte das ganze Geld der Mutter ab, so daß er in höherer Gunst bei ihr stand. Nicht nur er bedurfte der Pflege seiner Mutter, auch der Vater kränkelte ununterbrochen, es gab nur kurze Intervalle, wo er arbeiten konnte. Man kann sich vorstellen, daß dieses Mädchen in dieser außerordentlichen Enge nicht viel Sorgfalt genießen konnte. Dazu kam noch ein drittes Kind, auch ein Mädchen, und es fügte sich so unglücklich, daß gerade in dieser Zeit der Vater sowohl als auch der ältere Bruder eine Zeit der Gesundung durchmachten, so daß sich die Mutter dem jüngsten Kinde wieder widmen konnte. Für das mittlere Kind war es eine ungemein ungünstige Situation. Ihr konnte die Mutter nicht viel Sorgfalt angedeihen lassen, so daß bei diesem Kind das Gefühl der Zurückgesetztheit entstand. Sie wuchs wie ein gehafites Kind auf, ohne die Wärme einer liebenden Mutter. Einigermaßen war der Einklang hergestellt, aber das Mädchen glaubte, hinter den anderen Geschwistern zurückzustehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1930

Authors and Affiliations

  • Alfred Adler
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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